dazu passend ein Beitrag der Zeitung die Welt über den HSV und Toto Jansen. Da geht es genau um dieses zusammenspiel zwischen den Torleuten und Jansen
Neuzugang Jansen: Ein Star ohne Allüren
HSV-Handball-Trainer Bob Hanning: "Ich muss ihn nicht erst antreiben, Leistung zu bringen"
von Christian Bönig
Aus der U-Bahn an der Alsterdorfer Straße steigt ein junger Mann. Mit dem Kickboard in der Hand und dem Rucksack auf dem Rücken macht er sich ungeachtet der Passanten auf den Weg in Richtung Sporthalle. Niemand der anwesenden Pendler vermutet in diesem Moment einen Handball-Nationalspieler neben sich. Es ist Torsten Jansen - einer der neuen Hoffnungsträger des HSV.
Vor wenigen Wochen erst ist der 26 Jahre alte Außenspieler von Nordhorn an die Elbe gezogen und sucht von Beginn an die Nähe zu seiner neuen Heimat. Keine Spur von Star-Allüren, keine Spur von Hochmut. Ganz im Gegenteil: Jansen bemüht sich um Anpassung an seine neue Umgebung. "Für mich ist das nichts Ungewöhnliches. Ich fahre auch mit der Bahn in die Innenstadt. Warum soll ich mich mit dem Verkehr herumquälen?", fragt sich der gebürtige Adenauer.
Wie im Privatleben hat er auch in der Mannschaft keine Integrationsprobleme. Trainer Bob Hanning ist mit seinem Neuzugang, mit dem er bei Tusem Essen schon Deutscher A-Jugend-Meister wurde, und in Solingen zwei Aufstiege feierte, zufrieden. "Toto ist ein Spieler, den man nicht antreiben muss, Leistung zu bringen. Selbst wenn eigentlich trainingsfrei ist, geht er in den Kraftraum."
Die Sommerpause hatte der gelernte Bankkaufmann genutzt, um an seiner Fitness zu arbeiten und schob im Elixia freiwillige Sonderschichten. Die zahlten sich in den ersten drei Testspielen gegen Bundesliga-Aufsteiger Stralsunder HV, Oberligist Leichlinger TV und Regionalligist LTV Wuppertal schon aus. Mit 26 Treffern in drei Spielen war Jansen erfolgreichster Torschütze seines Teams. "Er braucht Vertrauen und eine klare Spielstruktur. Beides bekommt er bei uns", sagt Hanning.
Die neue Spielweise des HSV, mit viel Tempo über die schnelle Mitte, kommt Jansen zu Gute. "Das Zusammenspiel von Goran Stojanovic und Torsten funktioniert unheimlich gut", fügt der Trainer an. Der Linksaußen flüchtet sich ob der vielen Lobeshymnen in Zurückhaltung, weiß aber auch um die Möglichkeiten, die sich ihm in Hamburg bieten. "Vieles sollten wir auf uns zukommen lassen. Die Vorbereitung sollten wir nicht zu hoch bewerten. Mit unserem Team haben wir aber die Chance auf einen Europapokal-Platz, und die sollten wir uns nicht entgehen lassen. Dann werden wir auch die Halle füllen."