ein dpa-bericht kam gerade raus:
dpa (03.11.2002) von Thomas Libiz
Stephan vor Handball-WM im Scheinwerferlicht - Holpert kehrt zurück
Der kleine Dämpfer hat die Aufbruchstimmung bei den deutschen Handballern nicht getrübt. Mit dem neuen Kapitän Daniel Stephan und der angekündigten Rückkehr von Torhüter Jan Holpert sowie der Comeback-Offerte an Volker Zerbe rüstet sich der EM-Zweite trotz verpasster Pokalverteidigung beim Worldcup in Schweden für die Weltmeisterschaft vom 20. Januar bis 3. Februar in Portugal. «Die positiven Erkenntnisse überwiegen. Es ist nicht tragisch, dass die Mannschaft nicht im Finale war. Das hilft Erfahrungen zu sammeln. Zu diesem Zeitpunkt war das ein richtiger kleiner Dämpfer», bilanzierte Bundestrainer Heiner Brand den Auftritt beim Acht-Nationen-Turnier.
Dass es im Halbfinale am Samstag gegen den EM-Dritten Dänemark eine 30:32-Niederlage nach Siebenmeterwerfen gab, machte Brand an Einstellungsmängeln im Mittelblock und im Angriff vornehmlich in der ersten Halbzeit fest. «Wenn man so ein Turnier gewinnen will, muss man von der ersten bis zur letzten Minute voll da sein», sagte der Bundestrainer.
Auf der Haben-Seite verbuchte die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) die Gruppensiege gegen Jugoslawien (31:24), den EM-Vierten Island (27:20) und Olympiasieger Russland (31:28). «Wir haben drei sehr gute Gruppenspiele gezeigt», befand Daniel Stephan. Der Rückraumspieler von Bundesliga-Spitzenreiter TBV Lemgo wurde vor dem Turnier der Weltelite als Nachfolger des verletzten Mindeners Frank von Behren (Kreuzbandriss) zum neuen Spielführer ernannt. «Man steht mehr im Scheinwerferlicht», urteilte der ehemalige Welthandballer über seinen Einstand als Kapitän, «aber das war für mich keine Belastung. Ich habe auch schon in der Vergangenheit Verantwortung getragen. Wir präsentieren uns als Team. Deswegen hat es keine besondere Bedeutung.»
Vielmehr beansprucht haben ihn und seine Mannschaftskameraden die fünf Spiele binnen sechs Tagen an drei Orten mitten in der Bundesliga-Spielzeit. «Das ist eine Belastung, die man nicht ohne weiteres wegsteckt», bekannte der 29-Jährige. Vornehmlich bei den jungen Akteuren wie den 21-jährigen Christian Zeitz (Kronau/Östringen), Christian Schöne (Magdeburg) oder den ein Jahr älteren Pascal Hens (Wallau-Massenheim) und Torhüter Carsten Lichtlein (Großwallstadt) fiel dies auf. «Man hat gesehen, dass die jungen Spieler, die eine positive Entwicklung genommen haben, noch nicht jedes Spiel auf höchstem Niveau spielen können», sagte Brand.
Wohl auch deswegen kehrt Jan Holpert (Flensburg-Handewitt) beim Länderspiel gegen Österreich am 26. November in Wien nach zweijähriger Nationalmannschafts-Pause in die Auswahl zurück. Das heiße aber nicht automatisch, dass er mit nach Portugal fahre, schränkte Brand ein. Zudem bietet er dem Lemgoer Rückraumspieler Zerbe weiterhin die erneute Rückkehr an, ohne sich auf den 2,11-Meter-Mann festzulegen. «Der Platz für ihn ist generell immer offen. Aber man hat gesehen, dass Zeitz die Rolle ausfüllen kann.»