Was wolltet ihr denn sehen?
Ich möchte einen Trainer sehen, der mutig und experimentierfreudig einen modernen und individuellen Handball spielen lässt.
Zu dem sportliche Erfolge als Spieler wie auch (Vereins-)Trainer vorweisen kann, die beide nicht im letzten Jahrtausend zurückliegen, sprich auch als Typ für eine moderne, offene Handballmentalität steht und diese 24/7 energisch vertritt. Quasi ein Freak ist.
Dann im DHB Team einen Spielstil etabliert und junge hoch talentierte Spieler aufbietet, als im Zweifel eher auf "die Nummer Sicher" setzt. Also etwas, worüber man international spricht und diesem große Anerkennung zollt. Und der mittelfristig (was anderes ist ja unrealistisch) damit auch nachhaltig erfolgreich sein wird, sprich mindestens eine Generation prägt.
Problem ist halt, dass der DHB das Stand vor 5 Jahre, Stand jetzt und auch Stand in 5 Jahren nicht zulassen wird, egal mit welchem Trainer. Dafür gibt es viel zu viele (vermeintliche) Abhängigkeiten.
Dafür müssten sie unter Umständen mal ein paar Turniere abschenken, schlimmstenfalls sogar ausserhalb der Top 10-12, durchstehen.
So lange es also mit Eintagsfliegen oder Wurschtelei immer mal wieder fürs Halbfinale reichen wird, sehe ich sich da aber auch nichts grundlegend ändern.
Es könnte unangenehm werden, man könnte stürzen. Ja, das ist so, wenn man vom Sofa aufsteht, man kann durchaus tief fallen.
Kann ich diese Haltung verstehen? Ja.
Befürworte ich trotzdem, so weiter zu machen? Nein.