Beiträge von Marc

    ...passen irgendwie nicht mit den Ansprüchen die man eigentlich hat zusammen

    Welche realistischen Ansprüche und Ambitionen hat man denn beim BHC?

    Objektiv sehe ich den BHC absehbar nicht über einen im Idealfall gesicherten Mittelfeldplatz hinaus kommen. Wenn man sieht, was in anderen Vereinen die nach oben drängen noch schlummert, aber auch in verheißungsvollen Vereinen aktuell stagniert sowie aus Liga 2 mit Umfeld und Finanzen nach oben drängt, dann sollte die größte Ambition des BHC sein, Jahr für Jahr möglichst die Liga zu halten und mal eine eigene Heimstätte voranzutreiben.

    Am Ende wurde die Wahl ja durch 40 % Zuschauerstimmen und 60 % Stimmen der EHF Experten entschieden.

    Nur, wenn die entscheidenden Spieler vielfach gar nicht zur Wahl aufgestellt sind, dann entscheiden sich halt auch viele Zuschauer nach Sympathie, als nach reiner sportlicher Leistung. So haben sicher einige Österreicher Weber gewählt und nicht Herburger oder Wagner, weil eben nicht zur Wahl standen.

    Immerhin wurden nach den Spielen die auch objektiv besten Spieler des Spiels ausgezeichnet. Auch hier sicherlich bedingt durch die nicht unerheblichen Zuschauerstimmen - ohne Kandidatenvorauswahl.

    Das war auch schonmal wesentlich auffälliger in der Vergangenheit und man fragte sich: xyz man of the match wat?

    Ich sehe es auch generell eher kritisch, jemanden für den Nationaltrainerposten zu verpflichten, der bei lediglich einem Verein der oberen Schublade im Rahmen der Möglichkeiten mal ein paar Jahre erfolgreich gearbeitet hat.

    Da fehlt mir dann schon das notwendige Argument für Anpassungsfähigkeit und reproduzierbare Erfolge.

    Dazu gehören für mich neben damals Prokop, eben Kehrmann aber auch Machulla, Jansen, Haber, Siewert und m.E. auch Wiegert und Hinze.

    Schon merkwürdig, einen Johannesson für einen jungen 2.Liga Torwart einzutauschen

    Naja, Diedrich war schon beim letzten Essener 1. Liga Ausflug ein sehr interessanter Spieler!

    Hat mich eher gewundert dass er es sportlich so lange beim TUSEM ausgehalten hat.

    Er war Mitglied der erfolgreichen DHB U-Generation um Köster, Weber, Ahouansou, Mävers, Lichtlein und Co.

    Also die DHB Torwart-Generation vor Ludwig und Späth und nach Klimpke.

    ...weil es auch seinen Grund hat, warum Hanning irgendwann als Cheftrainer im Seniorenbereich aufgehört hat und nur noch im Jugendbereich an der Seitenlinie stand.

    Weil er irgendwann gemerkt hat, dass er als reiner Cheftrainer eines ambitionierten Bundesligisten letztendlich machtlos ist und auf Entscheidung anderer angewiesen ist und das ganz große Rad eben nur im Management gedreht wird.

    Deswegen damals auch die kurzzeitige Doppelfunktion beim HSV. Das war sein Ding.

    Nur der Tag hat halt leider bloß 24h, was immer schon sein allergrößtes Problem war. ;)

    Im U-Bereich geht das mit dem Erreichen von beachtenswerten Erfolgen auch noch in Trainerfunktion ganz gut, ohne dass es ausschließlich auf das Budget ankäme, was dir von oben gegeben wird, wie er in Potsdam ja prima beweist.

    Ich kann ihn mir sehr gut als deutschen Nationaltrainer vorstellen, weil er hier mit dem maximal zur Verfügung stehenden Spielermaterial arbeiten könnte und nicht auf Kader-Budgets angewiesen wäre.

    Dazu wenig Präsenzzeit, so könnte er in der übrigen Zeit sehr viel bewegen bzw. den Job in eine vollkommen andere Sphäre treiben.

    Ein quasi 24/7 Nationaltrainer wäre jedenfalls ein echtes Novum.

    Hieß es nicht eh, seine Zeit bei den Füchsen wäre eher im letzten Viertel?

    Und auch im Falle eines Potsdamer Aufstiegs, würde er als Trainer dort sowieso nicht weiter machen.

    Den Punkt "verpasste direkte Olympia Quali" sehe ich eigentlich viel schwerwiegender als "verpasste Bronzemedaille".

    Statt den Qualifikationsspielen hätte der DHB mal nicht unerhebliche Zeit für Lehrgangs- und Einspielmöglichkeiten ohne Druck bekommen. So muss der Kader jetzt liefern um sich zu qualifizieren und gleichzeitig der 14er Kader eingespielt werden, was wiederum der neuen Breite nicht zuträglich sein dürfte, da man vermutlich noch mehr auf bewährtes als auf die Zukunft setzen wird.

    ALF:

    Tatsächlich habe ich aber die Euphorie über kommende goldene Jahre 2007 nicht als so groß wie 2016 oder jetzt empfunden.

    Nicht so groß? Okay... :huh:

    2007 fand ich, war die absolute Endstufe. Vom ersten Tag an. Und zwar wirklich erlebt, nicht medien- und vor allem social media gepusht!

    2016 steigerte sich die Euphorie erst während des Turniers, aber da nicht Heimturnier, war das Ganze doch eher ein Ding der Medien und vor allem sozialen Medien.

    2024 fand ich im Rahmen der Gegebenheiten gut bis hin zu kleinen Peaks ähnlich 2007, aber ich hätte mir unterm Strich stimmungsmäßig Richtung deutscher Mannschaft mehr erwartet, was vermutlich überwiegend den Leistungsschwankungen bedingt so war und weil man keine große Nation geschlagen hat und auch die Aufholjagd gegen Österreich nur zu einem Unentschieden langte. Die richtige Raketenzündung blieb halt aus.

    ...weil der Titel eine Farce war. Da war die Substanz einfach schlecht.

    Naja. Ob durch Glück, Heimvorteil oder der ein oder anderen strittigen Entscheidung.

    Am Ende war 2007 doch auch die Krönung einer durchaus sehr erfolgreichen Handballergeneration.

    Das könnte man ja aktuell nicht gerade behaupten, wenn Deutschland ins Finale gekommen wäre und/oder sogar den Titel geholt hätte. Das wär dann eher mit 1998 vergleichbar gewesen.

    Alles was nach 2007/08 an sportlichen Erfolgen kam, waren gefühlt immer Karriere-Peaks/Herausstecher von Einzelspielern, maximal Kleingruppen mit jeder Menge Dusel, Tagesform und Emotion und nicht aufgrund nachhaltiger Aufbauarbeit auf einem soliden Fundament installiert und dann geerntet. Das machen die anderen Nationen bzw. Deutschland bis 2007.

    Der Faktor „Karriereknick durch Verletzungen“ ist echt nicht zu unterschätzen. Ich habe zu wenig Einblick in die Nachwuchsstrukturen anderer Länder, hab mich aber schon öfter gefragt, ob dort ähnlich viele junge Spieler am Ende die Hoffnungen nicht so ganz erfüllen konnten wie bei uns in den letzten Jahren. Sprich: Ist das schlicht Pech oder ein „normales“ Resultat der hohen Belastung schon in jungen Jahren.

    Interessante Fragestellung!

    Müsste man mal analysieren, welche Spieler in den Nationalmannschaften von Frankreich, Spanien, Dänemark und m.E. Schweden in den letzten Jahren eher "one hit Nominierungen" waren, weil sie im Spitzenhandball danach keine Rolle mehr spielten.

    Oder welche immer noch sehr gut sind, aber lediglich durch die Qual der Wahl durchs Raster fallen?

    Um über viele Jahre eine starke Nationalmannschaft zu bilden, müssen einfach Säulen existieren, die viele Jahre auf top-Niveau abliefern. Da haben wir leider eine unserer Schwachstellen.

    Ein Kühn, Häfner, Pekeler, Wiede, Drux müssten eigentlich seit 2016 und ab jetzt noch 5+ Jahre auf gleichem Niveau dabei sein.

    Selbst bei dem einzigen der noch auf einem absoluten Top-Niveau seit 2016 dabei ist, Andreas Wolff, habe ich da so meine vorsichtigen Zweifel...

    Man sollte sich in Zukunft die Wahl des MVP und des All-Star-Teams sparen. Bei MVP gehe ich ja vielleicht (aber nur vielleicht) noch mit, aber die Besetzung der Mannschaft ist doch mehr als Fragwürdig.

    Sparen muss man es sich nicht gerade, aber was wäre denn jetzt so schlimm daran, die Halbfinale mit einzubeziehen?

    Oder vielleicht sogar alle Finalspiele! Es geht ja schließlich um das gesamte Turnier.

    Auf diese Ehrungen im Vorfeld der Finals, wo die darin beteiligten Spieler eh vollkommen im Tunnel sind, kann man doch nicht wirklich wert legen.

    Und es würde medial auch noch viel mehr Aufmerksamkeit im Nachgang generieren, wenn z.B. heute oder morgen erst die Ergebnisse verkündet würden.

    Und das mögliche Argument, dann würden Spieler von nicht Final-Mannschaften noch weniger Chancen auf eine Nominierung/Wahl haben, sehe ich auch nicht automatisch als gegeben an.

    Einen Robert Weber ins Allstar Team zu berufen, sehe ich z.B. als vollkommen deplatziert an, bei einer Quote von 69 % - für einen Aussen. So sehr ich vor seiner Karriereleistung auch den Hut ziehe und ihn als Typ mag. Aber dieses war sicherlich nicht gerade sein persönlich bestes Turnier...

    Beim EM-Titel 2016 standen zehn Spieler im Kader, die jünger als 25 waren. Entsprechend groß war der Optimismus für die Zukunft. Bei vielen Hoffnungsträgern von damals wie Dissinger, Lemke, Schmidt, Kühn, Ernst, Wiede oder späteren wie Drux, Suton oder Semper entwickelte es sich leider nicht so wie erhofft, oftmals auch wegen diversen Verletzungen.

    Eben. Und das wird auch in Zukunft wieder und wieder passieren. Dass Leute wie Knorr oder Köster auch 2027 eine so tragende Rolle einnehmen wie aktuell, sehe ich bei 50:50.

    Deswegen kann ich auch dieses ständige heraufbeschwören einer neuen goldenene Generation in den ÖR Übertragungen (Kommentator samt den Experten) nicht mehr hören. :wall:

    Das war übrigens auch schon nach der WM 2007 so als man uns nun in der Weltspitze angekommen, für lange Zeit als etabliert wähnte.

    und am schlimmsten ein Überzahlspiel aus dem Stand

    Das Überzahlspiel vorne der deutschen Mannschaft ist im ganzen Turnier schwach gewesen. Überwiegend suchten sie sich semi-Chancen mit unvorbereiteten Würfen über Halb und bekamen so auch einige unnötige Stürmerfouls gepfiffen.

    Der Klassiker nach Lehrbuch ist das nicht.

    Wurde auch bisher kaum angesprochen und fiel mir bereits in den Testspielen gegen Portugal auf.

    Jupp mir würden da auch ein paar Handball Größen einfallen, die das Format sicherlich bereichern.

    Es geht doch nicht um bereichern, sondern um Futter für Schlagzeilen zu liefern und Details/Internas/sehr subjektive Meinungen die eigentlich nur in eine Biertischrunde gehören, nach aussen zu bringen bzw. mal ehrliche Meinungen zu hören.

    Deswegen idealerweise auch keine Aufzeichnung und nur Insta Live und gut.

    Man schaut doch dieses seit Jahren als „Kretzsche Talk“ bekannte Format gerade weil es so ist, wie es ist und die Personen so sind, wie sie sind. :/

    Auch gehört FOM nicht wirklich in die Runde und sie sollten eher einen weiteren Schlagzeilenbringer ala Blacky oder Stephan mit einbinden. :head:

    Auch verbietet sich eigentlich eine Wiederholung, schon erst recht eine Verbindung und Publikation über DYN.

    Es würde dem deutschen Team gut tun, wenn auch wieder Aussenspieler mit Format zur Verfügung stünden.

    Absolut.

    Aber das Ding ist ja, dass man heutzutage als moderner Top-Aussen auf Halb decken können sollte.

    Da sehe ich auf diesem Niveau absehbar kaum welche nachkommen.

    Der filigrane, flinke 1.80 große Dreherkönig ist ein Auslaufmodell.

    Auch weil er nicht mal mehr für die zweite Welle gebraucht wird, da die eh kaum noch stattfindet.