Beiträge von Marc

    Ich hoffe das Halbfinale war nicht, wie so oft, das heimliche Finale.
    So gesehen ist genau diese Kombination die, bei der die Wahrscheinlichkeit für Spannung am größten ist, neben der sehr unwahrscheinlichen Variante Hannover-Berlin, die man eigentlich ausschließen konnte.

    Ich glaube nicht, dass gestern jeder Bundesligist gegen die Löwen in jedem Fall gewonnen hätte.

    Das soll jetzt nicht gegenüber den anderen Mannschaften arrogant wirken, sondern einfach relativieren, dass die Löwen gestern angeblich nicht anwesend waren und dem VfL den SIeg quasi auf dem Weg nach Nante geschenkt hätten.
    Letztendlich brauchte der VfL auch gestern die mit Abstand beste Saisonleistung und vor allem einen weitestgehend fehlerfreien Auftritt um überhaupt erst in die Situation zu gelangen was zählbares zu holen.
    Und trotzdem sah es selbst in Halbzeit zwei (2 vor für VfL, Auszeit VfL, Ball verloren, TG und Tor Löwen und dann nur noch 1 vor) auch nicht immer so aussichtslos für die Löwen aus, wie es sich vielleicht liest.

    Dass der VfL gestern so gut wie keine technischen Fehler produzierte, Lichtlein seit gefühlt über einem Jahr überhaupt mal mehrere 100%ige hielt, war sicherlich nicht der Zurückhaltung der Löwen geschuldet, sondern eher einer dieser Tage der vielleicht in einer Saison einmal vorkommt, an dem - auch dem Willen geschuldet - so gut wie alles blind funktioniert.
    Man nehme nur mal den Dreher von Martinovic in Halbzeit zwei oder die ganzen Aufsetzertore von Köpp bzw. Martinovic aus dem Rückraum. Die gingen in der Vergangenheit längst nicht alle rein. Ganz im Gegenteil.

    Im Hinspiel in Mannheim hat der VfL die Löwen auch schon "gefordert" und 40 Minuten das Spiel geführt, teils mit 4, 5 Toren, ehe sich der VfL entschlossen hat, fast 10 Minuten kein Tor mehr zu machen, was die Löwen dann, trotz schwacher Leistung, ausgenutzt haben.
    So gesehen war das gestern nur die Fortführung der ersten 40 Minuten aus Mannheim, mit dem Unterschied, der VfL hatte gestern seine schwachen Minuten zu Beginn des Spiels und hat danach konsequent und fast fehlerlos das runtergespielt, was die Mannschaft individuell hergibt.


    Ich finde es immer wieder interessant wie ein neuer Trainer wirken kann. Ich habe DB ja immer wegen seiner Außendarstellung kritisiert. Mehr kenne ich als Fan nicht. Aber anscheinend scheint es auch die Innendarstellung in Form des Drahtes zu den Spielern gewesen zu sein.

    Bekommt man am TV vielleicht nicht so mit, aber Torge Greve steht über das gesamte Spiel im dauerhaften Dialog mit Einzelspielern auf der Bank und Mannschaft auf dem Feld. Was er da abliefert, ist der sprichwörtliche achte Mann. Die Spieler bekommen einen Einlauf wenn nötig, werden aufgebaut wenn nötig und bekommen taktische Anleitungen wenn nötig.
    Offensichtlich schert er sich auch nicht um "Experten". Da stehen plötzlich ein Köpp oder Baumgärtner in der Deckung und machen ihre Sache gar nicht mal schlecht. Oder ein Bialowas wird kalt ins Spiel geworfen, weil Sommer mit 2 Minuten auf der Bank sitzt, anstatt einen Becker oder anderen wie in der Vergangenheit auf LA zu parken.
    Das ist sicherlich auch einer der Schlüssel von TG, denn jeder Spieler ist für ihn wichtig und im Zweifel überall einsetzbar - er wusste es bislang vielleicht nur noch nicht.

    Jeder Trainer hat seine eigene Philosophie. Der eine erarbeitet ein Konzept und das wird dann gespielt und führt zum Erfolg mit ggf. Anpassung von Nuancen oder man geht unter.
    Der andere gibt ein Gerüst vor und optimiert fortlaufend. Was bei einer vollkommen verunsicherten Mannschaft der zielführendere Weg ist, dürfte klar sein.

    Natürlich ist das im Endeffekt egal gegen wen, aber die Eulen werden da - nicht zu Unrecht - größere Hoffnungen in ihren „großen“ Nachbarn gesetzt haben. Schließlich wären null Punkte des VfL für sie deutlich besser gewesen.

    Nur sind die Eulen nicht in der Situation zu hoffen, sondern müssen müssen nach heute wie auch vor heute noch zwingend mehrmals liefern = punkten.
    Ob der VfL gewinnt oder nicht, wenn sie selbst keine Punkte holen, ist es eh egal.

    Seit gefühlt 1,5 Saisons das beste Spiel des VfL. :bigok:
    Wenn ein Lichtlein hält wie er sollte, ein Rückraum funktioniert wie er sollte, keine haarsträubenden technischen Fehler am laufenden Band produziert werden und auch die Abwehr flink auf den Beinen ist, dann kann der VfL durchaus Erstligaformat haben.
    Was der Gegner dann draus macht und zulässt, ist eine andere Sache.
    Dass es heute ausgerechnet die Löwen waren, die komplett neben sich standen, ist natürlich doppelt "schwierig".

    Die Löwen haben heute 4 Punkte verloren - tragisch. Hoffe sie können Samstag wenigstens in Nante bestehen.


    btw. Allein das heutige Spiel hat auf beiden Seiten klar offen gelegt, warum Geipel/Helbig - das ehemals Vorzeige-Duo des deutschen Handballs - zu Recht nicht zur WM gefahren sind. Die sind genau so von der Rolle wie die Löwen in vielen Spielen. So gesehen passte das heute. ;)

    Mich überrascht eher, dass sich diese Spieler das ohne Existenzdruck antun - und diesen Druck würde ich bei den Dreien mal ausschließen, da sie alle problemlos Bundesliga spielen könnten.
    In die Schweiz zu wechseln um CL zu spielen, wie im Falle von Sesum z.B., kann ich nachvollziehen, aber St. Gallen wäre auch zukünftig mit ihnen eher kein Kandidat dafür.
    Dazu Turnhallen-Atmo wie in D in der Verbandsliga. Wers braucht...

    Der VfL konnte die erste Halbzeit nur mithalten, weil die Torwartleistung deutlich auf VfL Seiten war und Baumgärtner im Abschluss eins seiner 1/30 Spielen hatte, in denen er mal BL-Niveau zeigte. Der Rest der Offensive wie Aussen, 7m und auch Kreis waren mal wieder nix, was mit heutiger Leistung in der BL zu suchen hat. Martinovic immer noch im Tief und Köpp tritt erst gar nicht mehr in Erscheinung, obwohl auch Zhukov einige oha-Aktionen hatte.

    Ansonsten probiert der Trainer viel, spricht viel, ist auch mutig und aktiv bei der Sache. Das ist auf jeden Fall ein Gewinn! Ebenso, dass Lichtlein sehr wenig spielen brauchte und dann, ohne nennenswerte Aktionen, auch recht schnell wieder weg war.

    Dass die derzeitige Form/Klasse des VfL-Kaders einfach nicht zu mehr reicht, insbesondere über die Distanz, ist halt derzeit der limitierende Faktor.
    Bin nun gespannt, wie sie Donnerstag gegen die RNL auftreten werden...

    Es wird mal wieder übertrieben...
    Hätte er jetzt in den letzten Spielen mehrmals 3x2 bekommen, aber selbst 3x2 hatte er diese Saison noch nicht.

    Heim-Derby hin oder her, ich fürchte gegen den BHC wird es für den VfL noch schwieriger als gegen Minden ohnehin schon.
    Hier war man chancenlos, bekam aber am Ende keine Klatsche. Gegen den BHC erwarte ich chancenlos und Klatsche, weil die gerade gegen den VfL und dann noch auswärts durchziehen werden.

    Wobei ein Wechsel von Wiede zu einem ganz großen Verein, welcher regelmäßig Champions League spielt.

    Die Frage ist halt auch, ob das zumindest in D mittel- bis langfristig überhaupt planbar ist?

    Vorsichtig würde ich bei keinem der drei Großen damit rechnen, dass sie nächsten drei, vier Saisons durchgängig CL spielen, zumal es ja eh nur noch zwei Plätze gibt und wer weiß, wie lange selbst das noch...

    Ich würde einen Spieler wie ihn "nach Berlin" durchaus auch im Ausland sehen als bei Kiel oder Flensburg.

    Die RNL würden gut daran tun, nach derzeitigem Kaderstand für nächste Saison, seinen Vertrag nochmal um ein Jahr zu verlängern.
    Ähnlich wie bei Taleski sehe ich da durchaus Potential für mehr, als beide im Saisonschnitt zeigen (zeigen dürfen). Den neuen Trainer würde ich abwarten...

    Da werden sich die beide neuen KM vom SCM aber strecken müssen bei der dann entstandenen internen Konkurrenz. Bin gespannt, wer von den Dreien zukünftig zum Bankdrücker mutiert bzw. wer überhaupt Abwehr+Angriff spielen darf. Könnte aber auch zum Vorteil für den SCM werden.

    Als Schmidt hätte ich mir allerdings eher einen Verein gesucht, wo ich unangefochten spielen darf um mich nochmal für Höheres zu empfehlen.

    Was ist bloß mit dem Preuss los? Heftig, wie viele Fehler der macht 8o


    Preuss spielt seit Wochen - eher schon die ganze Saison - auf einem Leistungsniveau, mit dem er sich gewiss nicht in den Fokus des SCM gespielt hätte. Kann froh sein, den Vertrag in der Tasche zu haben.
    Bin wirklich gespannt wie es mit ihm sportlich weitergeht...

    Ebenso Lichtlein, sehr schwach welche Impulse er nur noch setzen kann. Letzte Saison schon ein ziemlicher Leistungsabfall und diese Saison nicht mal mehr in einzelnen Spielen und wenigstens halbzeitweise auf Niveau alter Tage, geschweige denn, dass er zum Faktor wird.

    Beide könnten sich gerne schon morgen ihren zukünftigen Vereinen anschließen!
    Es würde sportlich keinen Unterschied machen.

    Man darf aber auch nicht vergessen, dass so gut wie kein Spieler (ausser vielleicht Puhle) auf Niveau vom Saisonbeginn/letzten Saison ist. Da hat unter Bahtijarevic ein kollektiver Formabfall stattgefunden, den weder Greve und noch kein Trainer der Welt, innerhalb einer Woche umkehrt.

    Von daher war das heutige Spiel samt Ergebnis auch keine Überraschung. Dass Minden die letzten 10 Minuten die Zügel enorm locker ließ, ist wohl auch deren letzten Wochen geschuldet. Alles in allem die erwartete Heimniederlage gegen Minden. Immerhin nicht zweistellig, auch wenn es lange danach aussah.

    Letztendlich muss ich als Trainer im Profibereich einen absoluten Drang haben, etwas bewegen zu wollen. Meine Handschrift einzubringen und alles für den Erfolg zu geben. Das muss ich nach innen (fachlich und motivationstechnisch) sowie nach aussen (Aussendarstellung, Eloquenz) ausstrahlen.
    Wenn man nicht auf der Suche nach diesen Herausforderungen ist und dieses bereit ist einzubringen, ist man dort fehl am Platz.

    Und der Aspekt etwas großes zu bewegen, ist beim VfL sicherlich ein Aspekt, der trotz Wissen von im Schnitt von 2 Trainern pro Jahr, durchaus, oder gerade deswegen, seine Reize haben, sich vor diesen Karren zu spannen.

    "Problem" ist halt, dass bis auf Sead und der nicht angetretene Gorr kein neuer Trainer in den letzten Jahren dabei war, der nicht alternativlos mit dem Rücken zur Wand stand.
    Der Drang sich, scheinbar zwangslos, mit dem Wechsel verändern zu wollen, ist bei Greve schonmal ein großer Pluspunkt.