Man sieht sich offensichtlich in der Pflicht, durch Herausstellen des Positiven und abschwächen des Negativen dem VfL und damit auch der Zukunft des eigenen Schaffens eine Art Kredit zu geben.
Ansich verständlich, denn so langsam gibt es nicht mehr viele Alternativen den Karren wieder auf Kurs zu bekommen. Da ist Schlechtschreiben definitiv kontraproduktiv.
Von daher ist die Zurückhaltung der Medien, aber auch vieler, nennen wir es mal "dem VfL naher" Leute in der letzten Zeit sehr deutlich feststellbar. Auch in der Halle.
Ich kann dem gestrigen Spiel immer noch nichts positives abgewinnen. Wer bei einer Ko-Spiel-Niederlage auf Augenhöhe irgendwas positives ableiten will, der muss schon arg mit dem Rücken zur Wand stehen. Nach Aussen kann man das immer gut verkaufen, aber aus Sportlersicht ist das doch der blanke Hohn.
Das Spiel gegen die RNL hatte für die Entwicklung der Mannschaft viele positive Aspekte, das gestern sollte man dagegen eher analysieren und kritischer hinterfragen.
Und dann auch gleich noch ein "Die-Niederlage-hat-der-Trainer-verbockt" obendrauf. Aber kein Wort dazu, dass das Team mit eben diesem Trainer seit Saisonbeginn einige wichtige Schritte nach vorne gemacht hat.
Okay, dann zu den Gründen...
- warum darf ein Köpp, absolut kalt von der Bank und derzeit in einem absoluter Tief, einen wichtigen 7m werfen? Diesen 7m hätte jeder mit verbundenen Augen gehalten.
- warum wird ein Villgrattner kurz gebracht, als es durchaus gut lief und man gerade dabei war, sich deutlicher abzusetzen? Und dann gleich wieder ausgewechselt, obwohl er nichts verballert hat?
- warum dürfen in der Crunchtime ein Herzig, der in der Vergangenheit vielleicht mal fünf und das eher unglückliche Minuten in der 1. Mannschaft absolvieren durfte, wie auch ein Baumgärtner, der naja weiß eh jeder, auch nicht zu den Offensiv-Stützen zählt wenns wichtig wird, ran? Baumgärtner auch noch in der Abwehr, wo er noch nie etwas gerissen hat. Völlig unverständlich.
Wohlgemerkt in einer Phase, in der man über fast 7 Minuten KEIN Tor erzielt hat? In einem Endspiel, wo es Unentschieden steht und man noch sehr, sehr gute Chancen hat in die Verlängerung zu kommen?
- ein Sommer, der in der letzten Minute mit einem Tor hinten liegend, erst die Offensive Deckung ansagen muss
Das sind alles (würde man es positiv umschreiben) sehr mutige Risikoaktionen vom Trainer gewesen. Oder auch vollkommen unüberlegte Bauchentscheidungen.
Frei nach dem Motto: die Gescholtenen werden heute zu den Matchwinnern - vielleicht - oder auch nicht. Dann ist das halt so.
Grundsätzlich finde ich diesen Mut ja in Ordnung und auch richtig, hat er aber eher was in Spielen wie zuletzt gegen die RNL zu suchen oder am Sonntag in Kiel.
Ob man so in einem do oder die Spiel agiert, meine Philosohie ist das nicht und da nehme ich auch kein Blatt vor den Mund diese Kritik zu äußern.
Ich war diese Saison sehr zurückhaltend was die Kritik an Mannschaft, Spielern und Trainern betrifft. Auch weil man merkt, dass die Mannschaft, insbesondere das neue Personal ganz anders auftritt und keinen Schlaftabletten-Handball mit einem technischen Fehler nach dem anderen mehr spielt. Sie spielen mutig und mit viel Risiko, aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten durchaus verlässlich, soweit die Könner des Teams auch auf der Platte stehen.
Pouya sehe ich nach wie vor deutlich wichtiger für den VfL als hier einige meinen. Er ist ein Gewinn und seine Art zu spielen genau das, was man/ich sehen will: Kampf und Einsatz bis zum letzten. Ob erfolgsgekrönt, ist erstmal egal. In der Liga werden sie die nötigen Punkte holen, auch wenn er eine Quote von 9/15 hat.
Göppingen war gestern absolut zu schlagen. Und nicht weil der VfL 120% geliefert hat, sondern weil da so lange durchaus gut lief, ein Team auf der Platte stand, das aber durch personelle Entscheidungen von aussen in entscheidenden Phasen aus der Bahn geworfen wurde.
Andere meinten, die zwei/drei Fehlentscheidungen der SR hätten dem VfL den Sieg gekostet.
Sehe ich nicht so, denn wie gesagt hatte der VfL es über 7 Minuten im Angriffsspiel selbst in der Hand, aus dem Positionsangriff ein, zwei, drei Tore zu erzielen. Das haben sie personell einfach nicht geschafft und so auch nicht wegen der SR verloren, nur weil die Offensivfouls der Göppinger nicht geahndet haben.
Und zu der abgeschmetterten Kritik, der Trainer hätte seit Saisonbeginn die Mannschaft ja sichtbar weiterentwickelt: ich sehe da ehrlich gesagt keine Weiterentwicklung die man dem/den Trainer(n) zuschreiben kann. Spieler sind nach wie vor im Tief, die bereits letzte Saison sichtbare Probleme hatten. Lichtlein ist, was sich letzte Saison schon abzeichnete, diese Saison bis auf RNL bestenfalls unterer Durchschnitt.
Was ich dagegen sehe: es sind neue Spieler gekommen, die mit einer anderen individuellen Klasse, mit Willen, Kampf und Übersicht Impulse geben und das Spiel gestalten und damit insgesamt das Spiel des VfL im Vergleich zur Vorsaison verbessert haben, zumindest aber positiv verändert haben. Dass die sich von Spiel zu Spiel noch mehr einspielen ist doch vollkommen normal um nicht zu sagen zwangsläufig. Aber ein besonderer Verdienst des Trainers!? Sehe ich beim besten Willen nicht.
Er muss sich erst noch beweisen, genauso wie ein paar Spieler, die sich erst noch Kredit erarbeiten müssen. Dann wäre auch eine Niederlage wie gestern vollkommen okay gewesen. Spieler wie Martinovic, Pouya, Vukovic, Puhle, Sommer, Schröter und Preuss und mE Becker haben ihr Bonus-Konto gut gefüllt. Dann hätte es halt einfach nicht sollen sein.