Jetzt wird doch tatsächlich den jungen Spielern, die den VfL nicht direkt nach der A-Jugend verlassen haben, vorgeworfen, dass sie über Aussitzen einen Vertrag erwirken wollen. Absurder geht es kaum! Sie haben alle Möglichkeiten genutzt, die ihnen der VfL geboten hat. Darüber hinaus hat ihnen der VfL einen Profivertrag gegeben, was der Laie als vorsichtiges Signal interpretieren darf, dass man mit ihnen in Zukunft plant.
Das stimmt so überhaupt nicht! Anscheinend liest du da was rein, was du lesen willst, weil du wohl befangen bist.
Ich schrieb:langfristig! Das heißt für mich als 18, 19-jähriger bis mindestens Mitte 20.
Zum Glück macht das keiner, aber es ist doch offensichtlich immer noch die erfahrungsgemäß einzige Chance, überhaupt beim VfL "alt" zu werden.
Jeder der in den letzten Jahren gegangen ist (und das waren praktisch alle), haben ja genau diese Erfahrungen des nicht eingesetzt werdens gemacht und zum Glück frühzeitig eingesehen, dass es sportlich hier nicht weitergeht, also die absolut schlüssigen und in meinen Augen auch bestmöglichen Konsequenzen aus den Erfahrungen beim VfL gezogen und den Verein verlassen.
Und so werden es die aktuellen sog. "Profi-Vertrag-Junioren" auch irgendwann einsehen, wenn sie diese (und vielleicht nächste) Saison wenig bis gar nicht zum Einsatz kommen.
2.) Weshalb ist es sinnvoll Spieler mit Profiverträgen auszustatten und ihnen dann keine Spielzeit im Profibereich zu geben? Das ist schlicht verschwendetes Kapital. Man hat diese Spieler über Jahre ausgebildet und verweigert den letzten Schritt.3.) Wie soll sich ein Spieler nach der A-Jugend beim VfL weiterentwickeln? Liegen der DHB und führende Bundesligavereine völlig falsch, wenn sie die Anschlussförderung ernst nehmen?
2.) Weil damit günstig mit bereits ins Umfeld integrierten Spielern der Kader aufgefüllt werden kann. Nüchtern betrachtet ist es ganz sicher verschwendetes Kapital, aber eine nach aussen funktionierende Arbeit im U-Bereich ist halt immer noch prestigeträchtig und auch essentiell, um überhaupt Spieler vom Schlage Kühn, Ernst und Preuss wie auch Altinternationale die "was aufbauen wollen" zu überzeugen. Zudem hat der DHB da ein Auge drauf und entsprechend kommt man "als VfL Gummersbach" da nicht drum herum.
3.) Diese Vereine haben das nötige Budget dafür (für Spieler als auch sonstiges Personal) und die sportliche Sicherheit es anzugehen. Oder sie haben halt keine Wahl aufgrund von fehlendem Budget und ohnehin nur den Überlebenskampf vor Augen und haben gelernt mit diesem Jahr für Jahr umzugehen.
Das große Problem des VfL ist es dagegen seit Jahrzehnten (mit ein paar Jahren Ausnahme), dass sie eigentlich immer besser sein müssten als der aktuelle status-quo es hergibt.
Als sie jahrelang im Mittelfeld agierten, wollten sie einstellig und mal wieder EC-Plätze. Als EC-Plätze sicher waren, wollten sie CL, als CL nicht mehr ging, wollten sie EC und dieses Turnier zwingend gewinnen. Dann war das Budget dafür nicht mehr und einstelligen Tabellenplatz als primäre Maßgabe als man um Platz 10, 12 krebste. Dann wollte man sicheres Mittelfeld als man realistisch um 13, 14, 15 mit Tendenz gegen den Abstieg spielte. Dann war man Abstiegskandidat und meinte früher Klassenerhalt sei angemessen. Aktuell spielt man 50:50 gegen den Abstieg und baut den Druck auf "deutlich früher als zuletzt den Klassenerhalt zu schaffen".
So gesehen stand und steht der VfL seit praktisch Jahrzehnten immer unter immensem Druck das sportlich 101% aus der ersten 7 herauszukitzeln. Da ist keine Zeit für Experimente, weil auch die Leute die diese Experimente durchführen müssten, primär unter dem Druck der Erhaltung ihres Arbeitsplatzes stehen.