Wollen im neuen Jahr gleich einen guten Start hinlegen"
HANDBALL: Erstligist Ketsch bereitet sich nach Weihnachten auf das wichtige Spiel gegen Buxtehude vor / Karin Euler im Interview
(c) Schwetzinger Zeitung __vw/sl - 19.12.2006 * rk
Entgegen ihren Gewohnheiten aus den vergangenen Jahren hat Karin Euler, Trainerin der Erstliga-Handballerinnen der TSG Ketsch, schon jetzt ihre Zusage für die Saison 2007/2008 gegeben. Sie wird somit in ihre 14. Saison bei der TSG gehen. Kurz vor Weihnachten sprach unsere Zeitung noch einmal mit der Übungsleiterin.
Frau Euler, durch den nicht erwarteten Sieg gegen den Thüringer HC im letzten Spiel vor der Winterpause haben sich Ihre Bären auf den zehnten Platz verbessert. Wie wichtig war dieser Erfolg in mentaler Hinsicht?
KARIN EULER: Sehr wichtig. Die zwei hohen Niederlagen in Trier und in Nürnberg haben doch sehr an unserem Nervenkostüm gezerrt. Niederlagen können wir verkraften, aber in dieser Höhe ist das nicht so einfach für uns. Der Heimsieg gegen den Thüringer HC, bei dem wir gut gekämpft und auch gut gespielt haben, hat doch für uns alle einen großen Schub nach vorne bedeutet.
Thema Neuzugänge: Maike Brückmann hat in diversen Spielen gezeigt, dass sie eine Verstärkung ist. Barbara Laverroux kommt so gut wie nie zum Einsatz. Woran liegt das?
EULER: Nach der Verletzung von Astrid Wörner hat Barbara im Spiel gegen den Thüringer HC gezeigt, dass sie mittlerweile in die ihr zugedachte Rolle hineinschlüpfen kann. Sie hatte es bisher nicht ganz leicht, da muss man unser Spielsystem verstehen. Wir spielen ein System mit sehr vielen taktischen Übergängen, da hat ihre Spielweise bisher nicht so gepasst.
Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Youngster Elli Garcia Almendaris und Marlene Zapf?
EULER: Die beiden haben sich gut entwickelt. Elli hat sich schon sehr gut eingefügt, das liegt auch daran, dass sie ein Jahr älter ist als Marlene. Die hatte jetzt allerdings das Pech, dass sie verletzt war und eine Zeit lang nicht trainieren konnte. Beide haben sich in der Saison gleich stark gezeigt.
Wie sehen die Trainingsinhalte im Dezember und im Januar bis zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs aus?
EULER: Nach dem Spiel gegen Erfurt sind wir zunächst für zehn Tage in die Trainingspause gegangen. Anfang Dezember haben wir uns zum Trainingsauftakt das letzte Testspiel der DHB-Auswahl in Darmstadt gegen Spanien angeschaut. Jetzt ist Training bis Weihnachten, da werden wir auch wieder verstärkt im taktischen Bereich arbeiten. Danach ist bis zum neuen Jahr eine kurze Pause, damit jede Spielerin Weihnachten nach Hause fahren kann. Ab 28. Dezember läuft die Vorbereitung auf unser nächstes Heimspiel gegen den Buxtehuder SV.
Die Bären haben noch neun Spiele in dieser Saison zu absolvieren. Die Wochen der Wahrheit im Abstiegskampf beginnen mit den Spielen gegen Buxtehude und in Göppingen. Danach ist Frankfurt/Oder zu Gast in Ketsch, und sowohl gegen die HSG Blomberg/Lippe wie auch Dortmund haben die Bären Heimrecht. Diese Konstellation sollte doch mindestens die halbe Miete im Kampf um den Klassenerhalt sein, oder?
EULER: Das sollte so sein, aber wir dürfen nicht vergessen, dass das Tabellenende auch sehr eng zusammen ist. Wir haben sehr gute Grundlagen für unsere Heimspiele, aber nach Göppingen müssen wir, das hat wegen der besonderen Konstellation wieder den Charakter eines Lokalderbys. Wir wollen aber auf jeden Fall gleich im neuen Jahr einen guten Start hinlegen und uns im Heimspiel gegen Buxtehude am 14. Januar richtig gut präsentieren.
Welchen Stellenwert hat das Pokalspiel gegen die HSG Sulzbach/Leidersbach am 3. Januar für Sie? Mit einem Sieg wären die Bären im DHB-Viertelfinale.
EULER: Unsere Konzentration gilt eindeutig dem Nichtabstiegskampf, wobei wir das Pokalspiel aber doch gerne gewinnen würden. Die HSG Sulzbach/Leidersbach ist vor allem zuhause ein unangenehmer Gegner: ein Team, das mit ausländischen Nationalspielerinnen gespickt ist. Ich habe mir vor kurzem ein HSG-Spiel angesehen, da stand es gegen den HC Sachsen Neustadt-Sebnitz nach 40 Spielminuten bereits 30:10. Das zeigt, wie stark diese Mannschaft ist, die gegen uns als Erstligisten natürlich hoch motiviert zu Werke gehen wird. Das Pokalspiel ist für uns aber auch eine gute Vorbereitung im Hinblick auf die noch kommenden schweren Bundesliga-Partien gegen den Abstieg.
Schwetzinger Zeitung 20. Dezember 2006
Euler verlängert bei den Bären
Karin Euler wird die Handballerinnen der TSG Ketsch auch in der Saison 2007/2008 trainieren.
(c) Schwetzinger Zeitung Steffi Lang - 19.12.2006 * rk
Karin Euler wird die Handballerinnen der TSG Ketsch auch in der Saison 2007/2008 trainieren. Dies teilte die 51-Jährige gestern auf Nachfrage mit. Ihre Zusage gilt sowohl für die 1. als auch die 2. Bundesliga.
Die Entscheidung "pro Ketsch" fiel für Eulers Verhältnisse dieses Mal sehr früh. In den vergangenen Jahren teilte die Diplomsportlehrerin ihre Entscheidung meist erst kurz vor Rundenende mit. Doch diesmal war es anders. Die Verantwortlichen der Mitte des Jahres gegründeten Spielbetriebs-GmbH "Ketscher Bären" wollen Sicherheit für ihre Personalplanungen, die derzeit auf Hochtouren und zweigleisig laufen. "Um allen Beteiligten Sicherheit zu geben", lautete deshalb auch Eulers Erklärung für die frühe Zusage. Die Trainerin hofft, dass sich ihre Vertragsverlängerung positiv auf die derzeitigen Personalgespräche mit den Ketscher Akteurinnen auswirke.
Nicht positiv ist derzeit die Torhüter-Situation: Weder Stammkeeperin Ilka Arndt (Knochenödem) die absolutes Sportverbot hat, noch die Ketscher Nummer 2 Mandy Burrekers (Folgen eines Fingerbruch und Entfernung der Weisheitszähne) stehen derzeit zur Verfügung. "Die ganze Last liegt auf Ulrike Voss, sie ist die einzige Torhüterin im Training", beklagt Euler, die gestern bei Ex-TSG-Keeperin Nicole Mahr anfragte, ob sie bis auf weiteres aushelfen könne. Derzeit ist Mahr noch in Urlaub, doch nach ihrer Rückkehr wird sie den Bären in den bevorstehenden Einheiten aushelfen. sl
Schwetzinger Zeitung 19. Dezember 2006