[URL=http://www.spiegel.de/politik/deutsc…,640493,00.html]SPD sackt auf 20% und darunter.[/URL]
Die Erosion der fast ehemaligen Volkspartei geht munter voran.
Nun kenne ich das Innenleben des typischen ehemaligen SPD-Wählers nicht wirklich, aber ich wundere mich schon, daß so eine Dienstwagenaffäre die SPD weitere drei Prozentpunkte kostet. Geht man von vorher 23% Anhängern aus, sind das ja 13% oder jeder Siebte.
Ganz ehrlich ist diese Affäre von Ullatrulla ja auch nicht gerade ein Ruhmesblatt für sie und ihre Partei. Besonders die Reaktionen ihres eigenen Hauses (ein Kilometer Dienstwagen kostet nur 10 cent, nämlich die Spritkosten...) waren mehr als unglücklich, um es einmal wohlwollend auszudrücken.
Es scheint wohl so zu sein, daß bereits solche - im Vergleich zu Rentennichtkürzungen - finanziellen Lappalien heutzutage schon so erhebliche Ausschläge in der Wählergunst nach sich ziehen. Das bedeutet für mich aber auch, daß die Wählerschaft immer leichter beeinflußbar ist, einerseits. Andererseits werden den Regierenden persönliche Verfehlungen immer mehr übel geworden, während die langfristigen politischen Aktionen kaum noch beurteilt werden.
Oder täusche ich mich da?
Der Staat ist so oder so marode und schuld daran sind nicht nur die Politiker, sondern auch das Volk, das die Politiker so handeln läßt, daß es keine wesentlichen Änderungen gibt aus der Angst um die eigene Wiederwahl. Dazu kommt die Übermacht der Parteien, nicht umsonst spricht man von einer Parteiendiktatur. Und schaut man sich den Großteil der Volksvertreter an, so muß man Führungspersonal schon mit der Lupe suchen. Vielleicht der Küchenchef des Bundestages...
Was das Thema "Mitmachen statt Kritisieren angeht" - gerade aus 68er Mündern klingt das ein wenig fade. "Marsch durch die Institutionen" bringe ich mit diesen Mündern auch immer wieder in einen Zusammenhang. Nun sitzen sie fett und träge in den Stühlen, die sie früher absägen wollten und merken, daß sie ihre Pfründe auch nicht mehr hergeben wollen.