Zunächst: David Irving ist ja bekanntlich Holocaust-Leugner. Nun mag es manche geben, die ihm aufgrund dessen jegliches Urteilsrecht über Dresden absprechen wollen würden (politisch ist es ja nichts Neues, wenn man ein Thema entkräften will, daß man irgendein Nebenthema eröffnet). Sehr kontrovers wird sein Buch auch hier diskutiert.
Für mich macht es allerdings kaum einen Unterschied, ob 25.000 oder 200.000 Menschen getötet wurden - jeder war einer zuviel. Allerdings wird auch heute noch in England sehr kontrovers über die Bombardierung Dresdens diskutiert. Manche sagen, es habe sich rein um haßgesteuerte Vergeltung gehandelt. Ein Busfahrer in London, mit dem ich einmal diskutiert habe anläßlich der damaligen Eröffnung des Gedenksteins für "Bomber Harris", meinte schlicht "it was a war".
Ich habe allerdings auch schon einen Engländer im Alter von knapp 55 erlebt (die jüngere Generation wird da kaum anders sein), die bis heute kaum eine Vorstellung davon haben, wieviel Bomben über Deutschland niedergegangen waren. Er sagte mir, London sei auch angegriffen worden, was ja auch richtig ist. Aber er wußte nicht, daß das Ausmaß der Zerstörung hierzulande ungleich höher war. Daß beispielsweise Würzburg so sehr zerstört war, daß man anfangs nicht wußte, ob es sich wieder aufzubauen lohnte.
Ich will das alles nicht aufrechnen. Für mich ist die Zerstörung der Kathedrale zu Coventry genauso entsetzlich wie die der Frauenkirche zu Dresden. Es war alles eine Tragödie.