Mamelund-Comeback zur Revanche gegen Lemgo
Endspurt in der Handball-Bundesliga im Kampf um die Teilnahme am Europapokal mit vier Spielen gegen Spitzenteams – zum Auftakt erwartet die SG Flensburg-Handewitt heute (15 Uhr, Campushalle) den TBV Lemgo.
Flensburg
– Der Rhythmus ist dahin. Vor zwei Wochen haben die Bundesliga-Handballer der SG Flensburg-Handewitt letztmals um Punkte gespielt, in Berlin mit 32:30 gewonnen. Und davor hatte das Team von Per Carlén ebenfalls zwei spielfreie Wochen. „Das ist nicht gut“, weiß der derzeitige Co-Trainer und künftige Teammanager Ljubomir Vranjes. „Wir wissen nicht, in welcher Form wir sind.“ Und das ausgerechnet vor dem wichtigen Heimspiel gegen den TBV Lemgo (heute 15 Uhr) in der seit Wochen restlos ausverkauften Campushalle. Die SG, die noch in Göppingen, gegen Nordhorn und beim THW Kiel antreten muss, steht unter Druck. Punktverluste im Kampf um einen internationalen Startplatz sind verboten. Bei einem Erfolg allerdings wäre die SG nur noch einen Zähler von Rang vier entfernt. Wenn das keine Motivation ist . . .
Auch die unglückliche 29:30-Niederlage im Hinspiel sollte die Flensburger anstacheln. Bis zum 29:29 hatte die SG Chancen auf einen Punkt, ja sogar auf einen Sieg hoffen dürfen. Dann machten ein technischer Fehler und ein Pfostenwurf alle Hoffnungen zunichte. „Jetzt wollen wir Revanche“, sagt Trainer Per Carlén. „Allein die letzten Szenen sind für meine Mannschaft Motivation genug.“
Der TBV aus dem Dezember ist jedoch nicht mehr mit dem heutigen Team vergleichbar. Mit Holger Glandorf vom Zwangsabsteiger HSG Nordhorn haben sich die Ostwestfalen weiter verstärkt und ihr Angriffsspiel zu großen Teilen auf den Weltmeister zugeschnitten. „Holger ist ein Weltklassemann“, sagt Ljubomir Vranjes. „Wir haben ihn ab und zu im Griff gehabt, doch es ist ganz schwer, ihn über 60 Minuten auszuschalten.“
Überhaupt kommt auf die SG-Abwehr Schwerstarbeit zu. Denn mit Michael Kraus, Lars Kaufmann, Martin Strobel und Tamas Mocsai hat Lemgo weitere Spitzenakteure im Rückraum und mit Sebastian Preiß einen gefährlichen Mann am Kreis. „Lemgo hat viele Möglichkeiten, das ist eine Topmannschaft“, sagt Vranjes.
Dennoch ist die SG zuversichtlich. Das Trainergespann Carlén/Vranjes hatte in den vergangenen Wochen alle Mann an Bord und hat sich intensiv auf die Partie vorbereitet. Sein Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause (Riss des Syndesmose-Bandes im Sprunggelenk) wird heute Erlend Mamelund geben. „Wir werden versuchen, auch gegen Lemgo unser Spiel zu spielen“, sagt Vranjes. „Schließlich spielen wir zu Hause.“ Das 30:38 der Lemgoer in der vergangenen Woche gegen Nordhorn ist für die Gastgeber kein Maßstab. „Da war Lemgo echt schlecht, so werden sie nicht noch einmal auftreten“, ist der Co-Trainer überzeugt.
Im Gegensatz zu den Flensburgern hatte Gäste-Coach Markus Baur unter der Woche nicht alle Akteure an Deck. Die deutschen Nationalspieler waren zum Lehrgang bei Heiner Brand. „Dennoch werden wir versuchen, die Punkte mitzunehmen“, sagt Sportdirektor Daniel Stephan.
Quelle: Flensburger Tageblatt