Na, welch Überraschung: 
„Luxus von der Backe wischen“
HSV-Chef Andreas Rudolph bleibt im Amt, erhält Drohung aber aufrecht
Hamburg
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sh:z
– Andreas Rudolph ist nach wie vor Präsident der HSV-Handballer. Die Rücktrittsdrohung des 53 Jahre alten Unternehmers ist jedoch auch nach dem Sieg über die SG Flensburg-Handewitt nicht vom Tisch, wie er im Interview deutlich machte.
Ihre Mannschaft hat heute überzeugend gewonnen. Ist damit wieder alles okay beim HSV, oder steht der Rücktritt als Präsident und Mäzen nach wie vor im Raum?
Ich bin noch Präsident. Ich hatte auch nicht vor, heute zurückzutreten. Ich habe auch nicht gesagt, dass ich mich als Geldgeber zurückziehe. Wer mich kennt, weiß, dass alle Verträge so eingehalten werden, wie sie beschlossen wurden. Die Mannschaft hat heute gezeigt, dass sie gut spielen und kämpfen kann. Das macht es heute angenehmer, darüber zu sprechen. Ein Spiel ändert die Situation aber nicht.
Wie ernst war und ist denn Ihre Drohung gemeint?
Man kann sich nach einer solchen Niederlage wie in Balingen nicht mehr mit Appellen weiterretten, wie es in der Vergangenheit geschehen ist. Es muss sich einiges ändern. Es müssen Dinge passieren, die den Erfolg des HSV nachhaltig sichern.
Würde dazu auch die Position des Trainers gehören, wenn es weitere Misserfolge gibt?
Ich habe nie einen Zweifel daran gelassen, dass Martin Schwalb Trainer dieses Vereins bleibt.
Und Sie bleiben der Präsident?
Wir haben heute in der Präsidiumssitzung eine Bestandsaufnahme gemacht. Ein Ergebnis war, dass wir in nächster Zeit klären, wie wir Verantwortung und Zuständigkeiten anders verteilen. Dazu gehören auch wirtschaftliche Details, über die ich mich jetzt nicht öffentlich äußern werde. Wir haben alle zu dieser Situation beigetragen, dazu zähle ich mich auch. Wir müssen sehen, wie wir gemeinsam aus dieser Situation herauskommen.
Wie schwer würde Ihnen ein Rückzug fallen? Würden Sie sich dabei völlig frei in ihrer Entscheidung fühlen oder denken Sie auch daran, welche Verwerfungen es in der gesamten Liga auslösen würde, wenn Sie in Hamburg aufhören?
Ich hätte dies nicht vier Jahre mit hohem persönlichen und finanziellen Engagement gemacht, wenn mir der HSV nicht am Herzen liegen würde. Ich hoffe doch sehr, dass der HSV keine Verwerfungen auslösen würde, wenn ich nicht mehr dabei bin. Das ist zu hoch gegriffen. Das hätte dann ja schon nach den wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Magdeburg, Nordhorn und Essen passieren müssen.
Was würde denn bleiben vom HSV, wenn Sie Ihr Engagement einstellen?
Sie unterschätzen die Eigenkraft, die der HSV bereits entwickelt hat. Der Verein hat im letzten Jahr schon eine hohe Unabhängkeit von meinem Engagement erreicht. Der HSV ist heute eine interessante und wertvolle Plattform für Unternehmen, die hier Werbung betreiben möchten.
Aber ohne Folgen würde ein Ausstieg von Ihnen doch nicht bleiben?
Man müsste sich hier wohl den einen oder anderen Luxus von der Backe wischen.
Welchen Luxus genau meinen Sie?
Dass man ab und zu Essen geht und eine Flasche Wein trinkt.
(Interview: Jan Wrege)
Quelle.FLensburger Tageblatt