Da die Verletzung von Karabatic hier so hohe Wellen schlägt, hier mal ein ganz interessanter Artikel zu möglichen Konsequenzen daraus.
Bundesliga unterstützt Karabatic
Karabatic erhält Rückendeckung von Bundesliga-Vertretern. Auch sie fordern bei Sport1.de den Video-Beweis. Aber man wundert sich über Kiel.
München - Nikola Karabatic hat die Diskussion um die Einführung eines Videobeweises bei Sport1.de angestoßen.
Löwen-Manager Thorsten Storm unterstützt die Karabatic-Forderung
Vorschau Löwen-Manager Thorsten Storm unterstützt die Karabatic-Forderung
In der Bundesliga erhält er Zustimmung.
"Ich bin grundsätzlich für den Videobeweis", sagte Fynn Holpert, Geschäftsführer bei der SG Flensburg-Handewitt, gegenüber Sport1.de.
"Das ist absolut sinnvoll. Man sollte die technischen Möglichkeiten, die einem zur Verfügung stehen, auch ausnutzen."
Ähnlich sieht es Thorsten Storm, Manager bei den Rhein-Neckar Löwen.
"Die Forderung ist ja nicht neu", sagte Storm im Gespräch mit Sport1.de. "Ich halte den Videobeweis im Handball für richtig und wichtig. Wer absichtlich Foul spielt, muss überführt und bestraft werden - ob direkt auf dem Feld oder später durch das Video."
Es dürfe nicht sein, dass überragende Spieler durch absichtliche Fouls verletzt werden.
"Man muss die Spieler erziehen", sagte Storm. "Entweder der eigene Verein tut das, oder die Liga muss es tun."
Vorbild Fußball
Nikola Karabatic hatte am Dienstag im Gespräch mit Sport1.de die Einführung des Videobeweises im Handball gefordert.
"Warum soll das, was im Rugby oder im Fußball funktioniert, nicht auch im Handball funktionieren?", sagte Karabatic.
Hintergrund seiner Aussage war das schwere Foul von Issam Tej gegen den Franzosen im Champions-League-Spiel zwischen Montpellier und dem THW (32:34), das zu der Verletzung des Torjägers führte. Karabatic wird Kiel mindestens vier Wochen nicht zur Verfügung stehen.
"Wenn ein Spieler weiß, dass ihn Fernsehbilder überführen können, dann handelt er nicht so wie Tej. Hätte er das vorher gewusst, wäre meine Verletzung vielleicht nicht passiert", sagt Karabatic.
Flensburg fordert Videobeweis
Das glaubt auch Fynn Holpert: "Ich kann Nikola da nur unterstützen." Allerdings wundert ihn, dass die Forderung ausgerechnet aus Kiel kommt.
Holperts jetziger Klub Flensburg-Handewitt hatte nach dem letzten Derby Ende Mai zwischen der SG und dem THW (41:36) schwere Vorwürfe gegen Kiels Weltmeister Christian Zeitz geäußert.
Der hatte den Flensburger Kasper Nielsen so schwer gefoult, dass dieser wegen einer Dehnung des Kreuzbandes monatelang ausfiel.
Flensburg stellte Videomaterial zur Verfügung, das das Vergehen des Nationalspielers belegen soll.
Kritik an Kieler Haltung
Allerdings, so erklärte HBL-Spielleiter Uwe Stemberg damals, seien Fernsehbilder als Beweismaterial nicht zulässig.
"Dass nun ein Kieler Spieler den Videobeweis fordert, ist fast so, als wenn einen die eigene Geschichte wieder einholt", sagt Storm, früher Manager der SG.
"Im Juni haben wir versucht, mit dem Videobeweis bei der HBL etwas zu erreichen. Damals hat uns Kiel ausgelacht und darauf verwiesen, es sei eine Tatsachenentscheidung. Jetzt ist Kiel selbst betroffen."
Und dennoch stärkt Storm dem Kieler Superstar Karabatic den Rücken: "Es geht hier nicht um ein Kieler Problem. Was er sagt, ist absolut richtig. Der Videobeweis muss für diese Fälle kommen."
Michael Schwartz