Alonso macht´s
Co-Trainer wird ab Sommer Cheftrainer bei den „Bienen“
Der Spanier Raul Alonso wird ab Sommer Cheftrainer bei der HSG Sulzbach/Leidersbach. Damit hat Manager Matthias Suffel seinen Wunschkandidaten als Nachfolger für den scheidenden Trainer Lucky Cojocar gefunden. Der in Zukunft jüngste Coach der Bundesliga unterschrieb gestern zunächst einen Vertrag bis zum 30. Juni 2009. Manager Suffel zeigte sich nach dem Abschluss der Vertragsverhandlungen sehr zufrieden: „Raul ist aus der Region und bei uns seit Oktober sehr engagiert als Co-Trainer tätig. Wir hätten für die Nachfolge von Lucky Cojocar keinen Besseren finden können.“
Margot Staab, Mitarbeiterin des „Main-Echo“, stellte Raul Alonso einige Fragen:
Sie sind mit 29 Jahren mit Abstand der jüngste Trainer in der Ersten Liga. Es ist ihre erste Stelle als Chefcoach. Und dann gleich ein Frauenteam. Ist das nicht alles ein bisschen gewagt?
Natürlich ist es gewagt. Aber warum nicht? Frauen sind nicht schwieriger als Männer. Sie sind einfach nur anders. Die ganze Kommunikation ist da anders, denn die Frauen denken eben mal anders als wir Männer. Doch ich denke, wenn man sie versteht und in gewisser Weise auf sei eingeht, sollte es kein Problem sein. Als Trainer muss man sagen und wissen, was man will, zielstrebig sein und genau dies dann auch umsetzen.
Bei der HSG kommt hinzu, dass es eine „Multi-Kulti-Truppe“ ist.
Das stimmt. Doch ich bin überzeugt, wenn die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft stimmt und alle an einem Strick ziehen, sind die Frauen jederzeit bereit, die Leistung abzurufen. Wichtig ist auch, dass charakterstarke Leute im Team sind. Leute, die an die gesteckten Ziele glauben und es ist wichtig gemeinsame Dinge zu erkennen.
Sie hatten noch andere Angebote. Warum hat die HSG das Rennen gemacht?
In den letzten vier, fünf Wochen hat sich bei mir einiges getan. Durch das Jugendzertifikat, das die TuSpo Obernburg von der Handball-Bundesliga verliehen bekam, flatterten mir etliche Angebote ins Haus. Querbeet – auch im Aktiven-Bereich, aus der erweiterten Region, aber auch aus Norddeutschland. Ja, und dann kam noch das Angebot der HSG. In der ersten Bundesliga zu trainieren, ist das Nonplusultra. Für mich eine große Herausforderung und auch die Chance, zu zeigen, dass ich geeignet bin. Natürlich bin ich kein Messias und habe das Traineramt nicht erfunden. Aber ich werde mich reinknien und alles dafür tun, dass es klappt. Nicht jeder, der so jung ist wie ich, darf Bundesliga trainieren.
Wenn Sie am 1. Juli das Amt des Trainers übernehmen, steht dann der neue Kader? Haben Sie bei den Neuzugängen ein Wörtchen mitzureden?
Wir versuchen auf jeden Fall gemeinsam einen Weg zu finden. Auf jeden Fall wollen wir unseren Kader zwar verkleinern, aber verfeinern. Wir suchen derzeit noch Verstärkungen auf allen drei Rückraumposition und auf Linksaußen. Für jede Position habe ich eine Wunschspielerin. Wir werden sehen.
Was wird aus Ihrer Arbeit als Jugend-Koordinator der TuSpo Obernburg?
Ich bin ein ganz schlechter Neinsager. Aber in diesem Fall blieb mir nichts anderes übrig. Ich musste der TuSpo absagen, denn der Job als Trainer lässt mir keine Zeit mehr für meine Tätigkeit in Obernburg. Aber ich möchte sagen, dass ich der TuSpo unglaublich viel zu verdanken habe. Ich habe viel investiert, aber auch sehr viel mitgenommen. Neben meiner Tätigkeit als Frauen-Trainer soll ich mich bei der HSG auch um die Talente der weiblichen A- und B-Jugend kümmern. Das heißt, ich bleibe der JSG Untermain erhalten.
Was wird aus der Stelle des Co-Trainers?
Wir werden versuchen, jemand passendes zu finden.
Wie ist die Rollenverteilung zwischen Lucky Cojocar und Ihnen bis zum Rundenende?
Lucky ist ganz klar der Headcoach. Ich bin nach wie vor der Co-Trainer, habe meine Arbeit bei der TuSpo und in der Hessenauswahl. Dann mache ich gerade meine A-Lizenz, zusammen mit Lucky und Sigi Roch. Die Prüfung ist im Januar. Also langweilig wird mir auf keinen Fall
Raul Alonso im Portrait
geboren am 9.1.1979 in Madrid
von 1989 bis 1995 Handballer bei Teka Santander,
von 1995-1996 und 1997-2000 bei TS Groß-Auheim
von 1996-1997 beim TV Gelnhausen
von 2000-2007 bei TuSpo Obernburg
seit Oktober 2007 Co-Trainer bei der HSG Sulzbach/Leidersbach
seit April 2006 Jugendkoordinator bei der TuSpo Obernburg