Beiträge von wmk

    Das Abstandsvergehen kann hier nicht zum Strafwurf führen, da der Wurf ausgeführt wurde.

    Korrekt. Deshalb auch meine Worte etwas weiter oben, die meine persönlichen Fragen von den Vorkommnissen selbst weglenken (weil wie schon geschrieben so wie abgelaufen als Tatsachenentscheidungen zu werten), und dafür das (Nicht-)Handeln von gleich drei Entscheidern in zwei Situationen innerhalb kürzester Zeit in den Fokus stellen. Denn selbst bei Ausführung des Einwurfs (die nicht wie wie ursprünglich geplant vom Spieler auszuführen war) lag faktisch eine Behinderung vor. DAS stößt mir ganz bitter auf. Das Tor selbst - geschenkt. Selbst mit Siebenmeter müsste der erst verwandelt werden. Es geht eben hier nicht um Spekulationen, sondern ganz nüchtern um wenige Sekunden, in denen einige Dinge mächtig schief gelaufen sind.

    Es geht mir nicht um eine formal-regeltechnische Beurteilung der Szene. Hätte Wiede oder irgendwer anders den Ball nicht aufgehalten, wäre Boomhouwer wohl nicht mehr innerhalb der Zeit an den Ball gekommen, und man hätte sich die ganze Aufregung sparen können. Und es stimmt, wenn man sehr laut stellt, hört man die Sirene, und was immer auch geschehen wäre, die Zeit hätte nie und nimmer gereicht, ein Tor innerhalb der Spielzeit zu erzielen. Wohl gemerkt, damit meine ich nicht, dass es nicht formale Gründe geben könnte, einen Protest einzulegen.

    Nochmal: es geht erst einmal überhaupt nicht um das Tor als Folgehandlung. Massgebend ist der Ablauf der Dinge strikt innerhalb der Spielzeit, und da ist es per TV-Aufzeichnung nachweisbar zu zwei ahndungswürdigen Verstößen innerhalb der letzten 30 Sekunden gekommen. Selbst wenn auch wissenschaftlich unwiderlegbar auszuschließen wäre, dass das Erzielen eines (Feld-)Tores überhaupt möglich war, so gab es Regelverstöße, die (bei Ahndung an sich) u. a. mit einem Siebenmeter hätten bestraft werden MÜSSEN. Der wiederum wird immer vom Siebenmeterstrich ausgeführt, egal wo das Vergehen begangen wurde. Und der wird auch noch nach der Schlusssirene ausgeführt und sein Ergebnis gewertet. Was theoretisch das Vegehen Wiedes sowie des einwurfbehindernden Spielers kurioserweise regelrecht kontraproduktiv macht. Nur das ist hier nicht der Punkt, ebensowenig wie ob der Ball vor oder nach der Sirene die Linie überschritten hatte.

    Aber, wie gesagt: Wiede macht es geschickt. Da gibt kein Schiedsrichter Rot plus Strafwurf - zumindest nicht auf dem Niveau.

    Naja, das wäre dann aber wieder die Sache mit dem "ein bißchen schwanger". Entweder wir haben Regeln, oder wir haben keine. Grundstzlich spielt es dabei keine Rolle, ob ein Vergehen in der ersten oder in der letzten Minute geschieht. Lediglich die Strafzumessung wird per Regelwerk unterschiedlich gehandhabt. Insofern hat das Niveau hier keinerlei Einfluss und auch das sogenannte "Fingerspitzengefühl" zieht nicht, denn dann hätte man sich die Strafverschärfungen für die letzte Minute auch gleich schenken können. Motto: "Wir machen das mal dramatisch, damit's gut aussieht, aber verzichtet bitte nach Möglichkeit auf die Anwendung, liebe Schiris" ...

    Mal was zu der in Frage stehenden Szene selbst: Ich habe sie mir jetzt noch ca, 10x angesehen - nach meiner Wahrnehmung erhalten die Melsunger durch die Tatsache, dass Wiede den Ball fängt und ablegt überhaupt erst die Chance, den Einwurf noch innerhalb der Spielzeit auszuführen. Was natürlich auch nicht zur Beruhigung der Gemüter beiträgt, ist die Tatsache, dass - zumindest im Fernsehen - überhaupt keine Sirene zu hören ist. Denn nach Fernsehuhr fällt der Treffer ja wirklich lange nach Ablauf der Spielzeit, da war ja nur der Einwurf gerade mal noch innerhalb der Zeit.

    Nein. Der Ball springt Wiede ja nicht in die Arme, sondern wird von ihm aktiv und deutlich sichtbar abseits seines Körpers "aus der Luft geholt". Womit es müßig ist zu spekulieren, wo der Ball ohne sein Eingreifen auf- und wohin er dann abgeprallt wäre. Allein der Eingriff Wiedes und das damit verbundene Ablenken der "natürlichen Flugbahn" beeinträchtigt schon den hinzueilenden Boomhouwer, der durch das (absichtliche?) platzieren des Balles hinter Wiedes Körper zusätzlich an der schnellen Spielfortführung gehindert wurde. Insofern schon fragwürdig bis strafangemessen.

    Ein Einspruch würde sich ganz sicher auch nicht gegen die getroffene Tatsachenentscheidung richten, sondern gegen einen Regelverstoß der Schiedsrichter, deren Handlungsspielraum in den letzten 30 Sekunden eingeschränkt ist. Entscheidend wird m.E. am Ende sein, dass kein Regelverstoß festzumachen ist, weil die Schiedsrichter schlicht und einfach GAR NICHT reagiert, sondern weiterlaufen lassen haben. Das für sich IST eine Tatsachenentscheidung und damit NICHT angreifbar. Anders bei einer wie-auch-immer-getroffenen Ahndung, die laut Regelwerk auf eine Disqualifikation mit Bericht (und Sperre) Wiedes sowie Siebenmeter hätte bestraft werden MÜSSEN. Ebenso die Behinderung des Berliner Spielers durch Nichteinhaltung des Abstands beim Einwurf (gleiche Strafe!). Gar nicht geahndet, damit Tatsachenentscheidung und somit nicht angreifbar.

    Bleibt die Frage, WARUM zwei Schiedsrichter UND ein Offizieller nur wenige Meter entfernt gleich zwei Regelverstöße regelrecht übergangen haben. So weit meine Einschätzung der Dinge.

    Ich weiß auch nicht genau, wie das zu verstehen ist, wenn hier der Spielleiter von gestern und Beobachter-Chef, Thorsten, selbst öffentlich Heinevetters Verhalten als "grenzwertig" bezeichnet.

    Sie sehen es also auch so, aber machen nix.

    Das wirkt dann schon ein bisschen wie "Wir wissen das, aber bei ihm können/wollen/dürfen wir nix machen."

    Vielleicht ist es nicht so, aber so wirkt das.

    [Blockierte Grafik: https://encrypted-tbn2.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcTufnAtNpodQuWZ41w9fTynzVWI08VUNO2gbIym6WrqzoB7tR319d5xIgc]

    Edith: Schade, das ganz, ganz große Ausrufezeichen wird leider nicht angezeigt ...

    Nochmal Edith: Bitte nicht missverstehen! Ich finde es grundstzlich gut und einen starken Zug, hier immer wieder Stellung zu beziehen und damit auch böse Flames zu riskieren. Respekt dafür!!! Dennoch stimmt es: der Schein wird erweckt, als wären da im Hintergrund Dinge, die eine strikte Gleichbehandlung verhinderten. Es geht nun schon zu lange mit Heinevetters Eskapaden auf dem Feld und es wird nicht besser, eher ganz im Gegenteil.

    Nicht nur die Schiedsrichter, sondern auch der Offizielle am Zeitnehmertisch. Der htte da nämlich auch eingreifen können/müssen, wenn er es registriert hätte ... :lol: :hi:

    Aber um diese Szene geht's mir persönlich eigentlich weniger. Einen Verlierer hätte das Spiel einfach nicht verdient gehabt. Es war klasse Werbung für unseren Sport, leider bis auf ... (siehe weiter oben!)

    Genie und Wahnsinn liegen eben oft nah beieinander. Aus sportlicher Sicht war das schon eine Klasse Leistung. Alles andere in der Tat grenzwertig.

    Gebe ich Dir vollkommen Recht, und rein sportlich gehört er ganz sicher zu den herausragenden Charakteren. Nur gerade bei dieser Szene gestern muss man sich vor Augen halten, dass, wenn seine Fußspitze Schneider unglücklich z.B. in der Niere trifft, schlimmstenfalls eine Karriere ganz schnell zu Ende sein kann. Da ist dann weniger die Auftreffenergie ausschlaggebend als vielmehr der Treffpunkt und die Anspannung in Schneiders Körper. Deshalb auch "Tätlichkeit" in Anführungszeichen, es kann ganz schnell eine vorsätzliche Körperverletzung draus werden! Es gibt andere Sportarten, da wäre er nach Sichtung der vorliegenden TV-Bilder bereits heute vormittag nachträglich für einige Zeit aus dem Verkehr gezogen ...

    In der Aufzeichnung sieht man deutlich, dass Heinevetter in der 51. in Timm Schneider reinrutscht - bis hierher auch vollkommen ok, denn es ist "sein" Raum. Dass dann aber klar sichtbar (Zeitlupe im Anschluss!!!) sein Bein erst nach oben und dann gezielt und mit voller Absicht in Schneider rein geht (aktive Trittbewegung, physiologisch der sonstigen Bewegung des Restkörpers nicht angepasst!), ist sogar mit "Tätlichkeit" noch eher harmlos beschrieben.

    Mal abgesehen von den anderen Geschichten: hoffentlich spielt dieser Nicht-Sportler niemals für "uns". Ich würde mich schämen für jede Minute, die er in "unserem" Trikot auf dem Feld stehen würde. Da wünscht man sich sehnlichst den HBL-Justitiar herbei, der sich das Verhalten dieses Menschen im Spiel ganz genau anschaut (gibt es da überhaupt eine Möglichkeit zu?) und endlich entsprechend mit einer langen, langen Sperre und begleitender Therapie für Heinevetter reagiert. SOWAS BRAUCHT DER HANDBALL NICHT!!!

    Was ich persönlich als positiv empfinde: die HBL steht jetzt komplett mit dem Rücken zur Wand. Falls die aufgedeckten Fakten von Herrn Dr. Böhm gerichtsfest sind (woran ich nicht zweifle), dann bleibt der HBL überhaupt keine ander Wahl als eine Lösung zu suchen, durch die der HSV für die laufende Saison aus der Wertung genommen wird und seine Spiele anulliert werden. Denn seit vorhin ist (halb)amtlich, dass eine Phantommannschaft gespielt (und gepunktet) hat. Falls der HSV nun - egal auf welchem Wege - in der Wertung bleibt, wird es Klagen von Vereinen nur so hageln, die Einsprüche gegen Spiele und Ergebnisse sind programmiert. Und wenn es so kommen sollte, können wir uns wohl jetzt schon darauf einstellen, dass die kommende Saison mit 20 Clubs gespielt werden muss, weil man "sportliche" Absteiger aufgrund schwebender Verfahren weit über die Stichtage hinaus überhaupt nicht ermitteln kann, die Zweitligisten aber auf ihr erspieltes Aufstiegsrecht bestehen werden.

    Ich werde mir wohl schonmal eine große Vorratspackung Popcorn holen ...

    Unabhängig vom Ausgang des Debakels für den deutschen Handball, so muss man es nach den von Dr. Böhm auf den Tisch gepackten Fakten wohl sehen und ausdrücken, werden verschiedene Personen nun auch mächtig in Bedrängnis kommen. Gut, waren sie prinzipiell auch vorher schon, aber immer nur aufgrund von "Indizienketten". Nun liegen belastbare Aussagen einer unabhängigen Instanz vor, die nicht so einfach mehr wegdiskutiert, und schon gar nicht wegignoriert werden können. Von freiwilligen Rücktritten über Enthebungen und Entbindungen von Aufgaben bis hin zu gerichtlich verfügten personellen Konsequenzen werden wir in der kommenden Zeit wohl noch einige bekommen. ich möchte hier keine Namen nennen, aber diverse Posten werden wohl mehr der weniger zwangsweise künftig von anderen Protagonisten besetzt werden. Ob das dann tatsächlich besser werden wird, wage ich allerdings hier und heute nicht zu beurteilen. Immerhin werden auch diverse potentielle Nachfolger dann nur "aufrücken" und versuchen, innerhalb den ihnen bekannten Strukturen weiterzuwursteln.

    Herr Böhm sagt doch im Prinzip, dass Hamburg mit der verschwiegenen Zusatzvereinbarung mit Rudolph die Lizenzierungskommision der HBL hinters Licht geführt hat.
    Bedeutet für mich, dass die HBL die Lizenz nun wieder entziehen muss.

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    Es ist die Rede von "unterschiedlicher Wahrnehmung dieser Einschränkung zur abgegebenen Verpflichtungserklärung" von Seiten der empfangenden Geschäftsleitung des HSV Handball und dem abgebenden Mäzen Rudolph.
    Und da liegt für mich schon wieder ein Schleier. Faktisch denke ich auch, dass die Lizenz mit sofortiger Wirkung entzogen werden müsste. Ob das zu Konsequenzen für die für die Abgabe an die HBL verantwortliche Stelle des HSV Handball (Geschäftsführer?) führt (evtl. falsche Einschätzung der Bedeutung der Einschränkung), werden wohl tatsächlich die Gerichte klären müssen.
    Meine Deutung der PK: es wird kein weiteres Bundesligaspiel des HSV Handball geben (dürfen). Ein Ende des Gesamtfalles sehe ich aber noch in gaaaaaaaaaaanz weiter Ferne.


    Irgendwie kam ich mir vor wie bei Thomas Gottschalks “Wetten dass?“. Der Stargast musste immer vorzeitig weg. Hier war doch der eigentliche Star der Rechtanwalt Dr. Gideon Böhm. Musste er wirklich weg? Oder wollte man ihn vor einem „Fragen-Gewitter“ schützen?

    Wohl eher Letzteres. Denn er wirkte schon während seiner Anwesenheit nicht eben souverän, hatte wenig zu erzählen und erging sich bei den interessanten Fragen in "kann ich noch nicht sagen", "darf ich jetzt nichts zu sagen", "ich werde zu einem späteren Zeitpunkt etwas dazu sagen können" oder "wir müssen uns alles erst einmal genau anschauen". Diverse Reaktionen und Minenspiele haben mich eher an einen gnadenlos stolzen Fan erinnert, der seine Idole jetzt in einer heroischen Mission retten soll. Immerhin sind ja alle, soweit er sagte, "mit viel Spaß an der Aufgabe". :wall:

    Legt der VfL nun Protest ein weil Tim Schneider gespielt hat? Wenn in dem Pokalspiel gegen RNL die Regel Rot plus Bericht hätte angewand werden müssen und das Spiel wiederholt wird, spielte Schneider doch widerrechtlich mit.

    Schneider durfte in jedem Fall spielen. Eine DQ mit Bericht war laut Durchführungsbestimmungen der Pokalrunde 2015/16 nur möglich, wenn nach eben diesen Durchführungsbestimmungen gepfiffen worden wäre. Genau darum geht es ja hier. Da das nicht geschah, sondern eine andere Regel zur Anwendung gebracht wurde, die für diese Begegnung gar nicht griff, steht die Partie ja vor der Annullierung. Was nichts anderes heißt, als dass sie bisher gar nicht gespielt wurde, wenn sie denn wiederholt würde. Deshalb ist auch kein "hätte-wäre-wenn" möglich. Bleibt die Wertung - warum auch immer -, dann wird die zur Anwendung gebrachte Regel quasi nachträglich legitimiert, und die sieht erst gar keinen Bericht, also auch erstmal keine Sperre vor. Fazit: so oder so war die Mitwirkung von Schneider in Gummersbach nie ein Thema.

    Es gibt im Schiedsrichter- & Regelforum den Thread "Regelerprobung in den Bundesligen - Siebenmeter statt DQ+Bericht ".
    DA gehören Diskussionen über sinnvolle oder weniger sinnvolle Lösungen des vorliegenden Dilemmas rein, und da kann man notfalls auch Verhältnismäßigkeiten mit einfließen lassen, um eine künftig ordentliche Handhabung zu erreichen.
    HIER geht es aber um einen effektiv vorliegenden Fall, der auf Grundlage des Regelwerkes möglichwerweise falsch beurteilt und abgewickelt wurde. Und da ist der Zeitpunkt für Beachtung von Verhältnismäßigkeiten nunmal passé.

    Es wird am Samstag ein wie bereits geschrieben hoffentlich fundiertes, rechtssicheres und endgültiges Urteil geben, das beide Seiten akzeptieren (müssen). Fließt da auch nur ein Bruchteil Verhältnismäigkeit ein, geht das Hickhack fast zwangsläufig weiter. Dann lebe ich auch als "Betroffener" am Ende lieber mit dem Gefühl der vollzogenen Ungerechtigkeit weiter, als dass wir jetzt neben den sowieso schädigenden Diskussionen um Insolvenzen, Schattenetats und Wettbewerbsverzerrungen auch noch wochen- und monatelang nicht wissen, wie das Teilnehmerfeld am prestigeträchtigen und doch überdurchschnittlich beachteten Final Four des DHB-Pokals aussieht. Die kiste muss jetzt möglichst schnell vom Tisch, und danach kann man sich dann, natürlich auch auf Basis dieser Geschichte, um die Regel an sich kümmern.

    Deshalb meine Bitte: lasst uns endlich hier mal trennen zwischen dem realen Casus "Löwen vs. MT" und dem eher theoretischen und zum Teil auch spekulativen Thema "Erprobung einer neuen Regel", sonst wird weiter verwässert ohne Ende.

    Jetzt mal etwas zur Verhältnismäßigkeit, weil da alle drüber reden:
    (...)
    Das findet ihr verhältnismäßig?
    ?( ?( ?(

    Ein "SR", der Spiele nach Verhältnismäßigkeit entschieden haben möchte statt nach Regelwerk ... es wird immer grotesker. :wall: :wall: :wall:
    Nein, wir müssen uns wirklich nicht mehr wundern, dass sich der ansonsten wirklich schöne Sport mit solchen Protagonisten selbst immer mehr ins Abseits schießt. Langsam müsste doch auch diese Zunft begriffen haben, dass wir an einem Punkt angekommen sind, wo offensichtlich ein Regelfehler unmittelbar dazu geführt hat, dass ein Spiel entschieden wurde. Ob das nun zu irgendeiner Konsequenz führt, beziehungsweise zu welcher, wird am Samstag von unabhängiger Gerichtsbarkeit entschieden. Hoffentlich mit nachvollziehbarer Begründung auf rechtssicherer Basis, so dass möglichst bald Klarheit für alle Beteiligten herrscht - so oder so. Ganz sicher aber nicht nach irgendwelchen "Verhältnismäßigkeiten". :pillepalle:

    wmk
    Habe gerade deinen Beitrag gelesen. ich beziehe mich auf deine Aussage zur Unsportlichkeit des Hallensprechers. Diese kann ich nachvollziehen.
    Nur hättest Du auch erwähnen sollen, dass die Konzentrationsphase von Uwe Gensheimer auch durch mehrere Spieler der MT Melsungen bewusst gestört wurde. In meinen Augen ist dies eine mindestens ebenso große Unsportlichkeit.


    ... die folgerichtig (und auch vollkommen korrekt!) mit einer weiteren Strafe gegen Philipp Müller geahndet wurde. Sieht auf den ersten Blick nach wenig aus, bedenkt man aber eine mögliche Verlängerung bei Erfolg des Störmanövers, hätte die MT in der Nachspielzeit gleich mal volle zwei Minuten mit vier gegen sechs auf der Platte gestanden.
    Ich versuche wirklich, das möglichst nicht gar zu sehr durch die Vereinsbrille zu sehen. Und da mache ich schon einen Unterschied zwischen einem direkt beteiligten Akteur auf dem Feld, der im Rahmen des Regelwerkes für seine Unsportlichkeit auch unmittelbar bestraft werden kann (und wurde!), und einem "Außenstehenden".

    Nicht nachvollziehen kann ich die immer wieder eingebrachte Argumentation "machen andere viel schlimmer" oder "an die eigene Nase fassen" (nicht von Handballer2105!) - egal nun ob in Barcelona, Melsungen oder anderswo. Das ist dann eine Diskussionsebene, auf die ich mich bitte nicht begeben möchte. Was da heute abgezogen wurde ist unsportlich und bestimmt nicht durch irgendwelche Pauschalvergleiche zu entschuldigen oder zu rechtfertigen.

    Für mein Verständnis und mit dem gebotenen Abstand tendiere ich nach der Lektüre verschiedenster Quellen, Texte, Kommentare und Regularien dazu, einen tatsächlich vorliegenden Regelverstoß der Schiedsrichter zu sehen.
    Mal abgesehen davon, dass ich die Einwürfe von "Rheinland-SR" als nicht wirklich zielführend sehe (man verfolge unabhängig der übrigen Beiträge seinen Argumentationsfaden), und man den Unterschied zwischen REGELWERK, DURCHFÜHRUNGSBESTIMMUNGEN und INFORMATIONSSCHREIBEN kennen sollte, bevor man Unterschiede der vverschiedenen Werke "argumentativ" hier verbrät, erscheint mir das von Hereticus Angeführte von ausschlaggebender Bedeutung. Denn WENN schon Erbsenzählerei und Wortanalyse, dann bitte in alle Richtungen.
    Und dann muss ein explizit vermerkter Bezug auf eine regeltechnisch zugrunde liegende Saison in den aktuell gültigen und verbindlichen Durchführungsbestimmungen definitiv als wesentliches Merkmal gelten. Dazu gehört eben, dass diese Kombination aus persönlicher (2 Minuten) und kollektiver (Siebenmeter) Strafe zum gegebenen Spielzeitpunkt in der genannten Basissaison schlicht (noch) nicht existent war, deren spätere Einführung zudem in eben diesem Pokalwettbewerb seitens der durchführenden Stelle aber auch explizit ausgeschlossen wurde - ob nun sinnvoll oder nicht.
    Insofern ist dann auch jede weitere Diskussion hinfällig, sofern alle hier von Hereticus genannten Quellen und Aussagen innerhalb offizieller(!!!) Regularien niedergeschrieben sind, und ein Regelverstoß der Schiedsrichter liegt unbestreitbar vor. Was bei Einspruch gegen die Wertung aus bereits mehrfach in anderen Postings erwähnten Gründen ("spielentscheidend" etc.) wohl zwangsweise zu einem Wiederholungsspiel führen müsste.

    Anderes Thema:
    Mal ganz abgesehen von dieser unsäglichen (und regeltechnisch möglicherweise sogar nachweislich falschen?) Entscheidung auf Siebenmeter (für mich zwei Minuten absolut nachvollziehbar; Rot bei völlig fehlendem "Fingerspitzengefühl", das ich bei einem hochklassigen Kadergespann einfach erwarten muss; Siebenmeter jenseits allen Verständnisses) war ich regelrecht entsetzt über die unglaubliche Unsportlichkeit des Hallensprechers der Rhein-Neckar Löwen. Ich habe alles Verständnis, wenn beim entscheidenden Siebenmeter selbst nach so einer fragwürdigen Entscheidung "Business as usual" vollzogen und die entsprechende Musik gespielt wird. Dass aber der Herr am Mikrofon mit marktschreierischen "Uwe-Uwe"-Rufen in voller Lautstärke über die Lautsprecheranlage den Edelfan spielt und die Zuschauer unmittelbar vor der Ausführung des Strafwurfes bis in die Konzentrationsphase des Torhüters hinein auf diese Weise richtig anheizt (zweimal geschehen!), ist unglaublich. Fatal dabei finde ich auch, dass solche Unsportlichkeiten im Pokalwettbewerb der Frauen in den Durchführungsbestimmungen sogar unter (empfindliche) Strafe gestellt sind. Bei den Herren fehlt ein entsprechender Passus leider.

    Sorry, Löwen, aber mit sowas disqualifiziert man sich als fairer "Sport"verein, denn der Sprecher repräsentiert den Club und trägt sehr wohl zur Außendarstellung bei. Und die war heute, bedingt durch den Herren am Megaphon und vor allem in den Schlusssekunden, unter aller Sau.

    Durchführungsbestimmungen Pokal Frauen 2015/16, Punkt 14:
    "...". Bei den Durchsagen der Hallensprecher haben unsportliche Äußerungen und/oder unsportliches Verhalten zu unterbleiben. Hierunter fallen insbesondere: a) jede Kommentierung von Schiedsrichterentscheidungen; b) jede Durchsage während des laufenden Spiels, außer Torschützin, Assists und Spielstand; c) jede Musikeinspielung während des laufenden Spiels, ausgenommen die Zeit zwischen Torerfolg und Wiederanpfiff.
    Eine Nichtbefolgung kann zur Ablösung durch die Schiedsrichter führen. Zuwiderhandlungen können zudem mit einer Geldbuße gemäß §25
    Abs. 4 RO in Höhe von 500,-- € bis 5000,-- € geahndet werden.

    Eines muss ich noch dazu schreiben...
    Ich fand es eine Spitzen Leistung der Pritschow Zwillinge. Die beiden haben bis auf ganz wenige Fehler einen super Job gemacht, was in einem solchen Spiel absolut nicht leicht ist.

    Vielleicht kann Thorsten ihnen das mal ausrichten, dass nicht immer nur gemeckert wird!

    Fein, dann stehe ich ja doch nicht allein mit meiner schon während des Spiels geäußerten Meinung. Klar waren nicht alle Pfiffe korrekt. Genau wie nicht jeder Wurf eines Angreifers im Netz oder jeder Ball von einem Keeper gehalten war. Niemand ist unfehlbar. Aber sie hatten die Begegnung zu jedem Zeitpunkt voll im Griff, haben den schmalen Grat zwischen Laufenlassen und Durchgreifen eigentlich zu keinem einzigen Zeitpunkt verlassen.
    Aber das gehörte eben auch zu diesem denkwürdigen Abend dazu, der an Werbung für den Handball wirklich absolut nichts zu wünschen übrig ließ. Und ja, ich hätte die gleiche Aussage auch bei einer knappen Niederlage so getroffen. Trotz der Aufreger-Entscheidung beim direkten Freiwurf, die zwar kaum ein anderes Gespann sich zu pfeiffen getraut hätte, trotzdem aber vollkommen korrekt war. Ganz prima Leistung von den Pritschows!

    Völlig korrektes Resultat! Vor allem Anderen erstmal gute Besserung an Jens Bechtloff und Finn Lemke!!!

    Gründe für die doch etwas unerwartete (nicht überraschende!) Niederlage gibt es wohl mehrere. Das hier aufzubröseln kann man sich allerdings auch sparen. Für die meisten Melsunger war's einfach ein gebrauchter Tag und damit soll's auch gut sein. Was die Truppe über das Jahr geleistet hat war schon klasse; da muss man ihr auch mal so einen Ausrutscher zugestehen.
    Mich hat's dennoch gefreut, dass dieser Fehltritt ausgerechnet in Lemgo passiert ist, denn da sind die beiden Punkte sehr gut aufgehoben. Die TBV-Mannschaft gehört da unten einfach nicht rein, und das hat man heute auch deutlich gesehen.