Für mein Verständnis und mit dem gebotenen Abstand tendiere ich nach der Lektüre verschiedenster Quellen, Texte, Kommentare und Regularien dazu, einen tatsächlich vorliegenden Regelverstoß der Schiedsrichter zu sehen.
Mal abgesehen davon, dass ich die Einwürfe von "Rheinland-SR" als nicht wirklich zielführend sehe (man verfolge unabhängig der übrigen Beiträge seinen Argumentationsfaden), und man den Unterschied zwischen REGELWERK, DURCHFÜHRUNGSBESTIMMUNGEN und INFORMATIONSSCHREIBEN kennen sollte, bevor man Unterschiede der vverschiedenen Werke "argumentativ" hier verbrät, erscheint mir das von Hereticus Angeführte von ausschlaggebender Bedeutung. Denn WENN schon Erbsenzählerei und Wortanalyse, dann bitte in alle Richtungen.
Und dann muss ein explizit vermerkter Bezug auf eine regeltechnisch zugrunde liegende Saison in den aktuell gültigen und verbindlichen Durchführungsbestimmungen definitiv als wesentliches Merkmal gelten. Dazu gehört eben, dass diese Kombination aus persönlicher (2 Minuten) und kollektiver (Siebenmeter) Strafe zum gegebenen Spielzeitpunkt in der genannten Basissaison schlicht (noch) nicht existent war, deren spätere Einführung zudem in eben diesem Pokalwettbewerb seitens der durchführenden Stelle aber auch explizit ausgeschlossen wurde - ob nun sinnvoll oder nicht.
Insofern ist dann auch jede weitere Diskussion hinfällig, sofern alle hier von Hereticus genannten Quellen und Aussagen innerhalb offizieller(!!!) Regularien niedergeschrieben sind, und ein Regelverstoß der Schiedsrichter liegt unbestreitbar vor. Was bei Einspruch gegen die Wertung aus bereits mehrfach in anderen Postings erwähnten Gründen ("spielentscheidend" etc.) wohl zwangsweise zu einem Wiederholungsspiel führen müsste.
Anderes Thema:
Mal ganz abgesehen von dieser unsäglichen (und regeltechnisch möglicherweise sogar nachweislich falschen?) Entscheidung auf Siebenmeter (für mich zwei Minuten absolut nachvollziehbar; Rot bei völlig fehlendem "Fingerspitzengefühl", das ich bei einem hochklassigen Kadergespann einfach erwarten muss; Siebenmeter jenseits allen Verständnisses) war ich regelrecht entsetzt über die unglaubliche Unsportlichkeit des Hallensprechers der Rhein-Neckar Löwen. Ich habe alles Verständnis, wenn beim entscheidenden Siebenmeter selbst nach so einer fragwürdigen Entscheidung "Business as usual" vollzogen und die entsprechende Musik gespielt wird. Dass aber der Herr am Mikrofon mit marktschreierischen "Uwe-Uwe"-Rufen in voller Lautstärke über die Lautsprecheranlage den Edelfan spielt und die Zuschauer unmittelbar vor der Ausführung des Strafwurfes bis in die Konzentrationsphase des Torhüters hinein auf diese Weise richtig anheizt (zweimal geschehen!), ist unglaublich. Fatal dabei finde ich auch, dass solche Unsportlichkeiten im Pokalwettbewerb der Frauen in den Durchführungsbestimmungen sogar unter (empfindliche) Strafe gestellt sind. Bei den Herren fehlt ein entsprechender Passus leider.
Sorry, Löwen, aber mit sowas disqualifiziert man sich als fairer "Sport"verein, denn der Sprecher repräsentiert den Club und trägt sehr wohl zur Außendarstellung bei. Und die war heute, bedingt durch den Herren am Megaphon und vor allem in den Schlusssekunden, unter aller Sau.
Durchführungsbestimmungen Pokal Frauen 2015/16, Punkt 14:
"...". Bei den Durchsagen der Hallensprecher haben unsportliche Äußerungen und/oder unsportliches Verhalten zu unterbleiben. Hierunter fallen insbesondere: a) jede Kommentierung von Schiedsrichterentscheidungen; b) jede Durchsage während des laufenden Spiels, außer Torschützin, Assists und Spielstand; c) jede Musikeinspielung während des laufenden Spiels, ausgenommen die Zeit zwischen Torerfolg und Wiederanpfiff.
Eine Nichtbefolgung kann zur Ablösung durch die Schiedsrichter führen. Zuwiderhandlungen können zudem mit einer Geldbuße gemäß §25
Abs. 4 RO in Höhe von 500,-- € bis 5000,-- € geahndet werden.