Neue Halle in Gummersbach rückt in weite Ferne
(bv/23.3.2007-13:55) Gummersbach - Der heutige Handball-Gipfel im Gummersbacher Rathaus endete ohne greifbare Ergebnisse – Hallenneubau auf dem Steinmüller-Gelände wird aufgrund eines fehlenden Finanzkonzeptes immer unwahrscheinlicher - Stadtspitze um Bürgermeister Frank Helmenstein enttäuscht.
Die Spekulationen über den Neubau einer bundesligatauglichen Halle auf dem Steinmüllergelände haben einen schweren Dämpfer erhalten. Nach einem Spitzengespräch, an dem VfL-Aufsichtsratschef Hans-Peter Krämer, Aufsichtsratsmitglied Jochen Kienbaum, DHB-Präsident Uli Strombach, Landrat Hagen Jobi und die gesamte Stadtspitze teilgenommen hatte, ist ein Neubau wenig wahrscheinlich. Der Wille ist zwar vorhanden, doch fehlt es eben am wichtigsten, dem Geld für die Finanzierung und den Unterhalt einer Halle. Dabei hatte Krämer in der Vergangenheit kaum eine Möglichkeit ausgelassen, eine neue, bundesligawürdige Sportstätte in der Kreisstadt einzufordern, und bei entsprechendem politischen Willen Finanzierungsquellen zu erschließen.
Doch belastbare Ergebnisse seiner Arbeit konnte Krämer bei dem heutigen Termin offenbar nicht vorweisen. Wie Oberberg-Aktuell erfuhr, setzt Krämer darauf, in Gummersbach einen nationalen Stützpunkt der Jugend-Förderung etablieren zu wollen und über diesen Hebel umfangreiche Fördergelder des Bundes zu akquirieren, um auch eine neue Halle realisieren zu können. Eine vage Hoffnung – mehr nicht. Einen Investor, wie er von Krämer selbst häufig ins Spiel gebracht wurde, hatte er nicht im Gepäck. Und ob der Deutsche Handballbund der Krämer’schen Idee des Förderstützpunktes Gummersbach positiv gegenübersteht, ist sehr die Frage. Bekanntlich ist vor allem DHB-Boss Strombach mit der Arbeit des Stützpunktes in Dormagen sehr zufrieden.
„Es ist ein Strohhalm, mehr nicht“, kommentierte Gummersbachs Bürgermeister Frank Helmenstein die Äußerungen des VfL-Aufsichtsratschefs am heutigen Morgen. Klar war, dass sich die Gummersbacher Stadtspitze von dem Treffen mehr erhofft hatte. Eine Multifunktionshalle könne man für die Zukunft getrost vergessen, war allgemeiner Tenor. Dafür fehlten Fördergelder und Investoren. Wenn überhaupt, müsse man über eine reine Sporthalle nachdenken, die dann auch billiger komme.
Allerdings würde diese Halle kaum auf dem Steinmüllergelände entstehen. „Wir können bei der Planung nicht viele Jahre warten, ehe etwas passiert“, verdeutlichte Helmenstein. Ein Umbau der Eugen-Haas-Halle kommt aus finanziellen Erwägungen aber auch nicht in Frage, weil die Investitionen in keinem Verhältnis zum Ertrag stünden. Düstere Aussichten für eine Bundesligastadt, die in den vergangenen Monaten ganz auf den Faktor „Krämer“ gesetzt hatte, und die nun bitter enttäuscht die Realitäten zur Kenntnis nehmen muss.