Fährt Ullrich jetzt auf Bier ab?
München - Jan Ullrich sitzt derzeit wegen der Verstrickung in den spanischen Blutdoping-Skandal nicht nur zwischen allen Stühlen, sondern sitzt offensichtlich auch in mehreren Sätteln.
1. Als "Autohändler" bietet er derzeit einen 54.000 Euro teuren Audi per Internet zum Verkauf an.
2. Inzwischen soll der Tour-Sieger von 1997 nach einer Phase der "Ruhe" wieder im Rennsattel in der Schweiz auf Trainingstour sein.
3. Wein-Liebhaber Ullrich soll künftig auf Bier abfahren.
Der Hintergrund: Der russische Bier-Millionär Oleg Tinkow will den deutschen Radstar laut Kölner "Express" für sein zweitklassiges Team verpflichten.
Team-Sponsor Tinkow ist Bier-Magnat
Der 37-jährige Tinkow ist noch aktiver Amateurfahrer, Produzent von Tinkoff Lager und Sponsor vom russisch-italienischen Team Tinkoff Credit System.
Er soll Ullrich mit einer Gage von rund 3,8 Millionen Euro locken.
Schon Hondo und Hamilton verpflichtet
Die Radstars hat Tinkow schon geholt: Tyler Hamilton und Danilo Hondo. Beide wurden des Dopings überführt und gesperrt. Der Russe scheint sich daran aber nicht zu stören.
Vorteil für Ullrich: Sollte der Olympiasieger von 2000 eine Profi-Lizenz erhalten, könnte er 2007 auch ohne die Zugehörigkeit zu einem ProTour-Team, das ihn wegen des Ehrencodes nicht nehmen würde, den Giro, die Vuelta und die Klassiker fahren.
Denn: Tinkoff Credit System ist bei allen großen Profirennen mit einer Einladung startberechtigt.
Manager Strohband wiegelt noch ab
Laut "Express" soll Ullrichs Manager Wolfgang Strohband schon längst mit dem Russen verhandelt haben. In der Öffentlichkeit hatte Strohband schon erklärt: "Wir haben Angebote von Rennställen."
In diesem speziellen Fall hält er sich allerdings bedeckt: "Das sind Spekulationen. Mehr will ich dazu nicht sagen."
Ein Vertreter von Ullrichs Vermarktungs-Agentur "We Do", der am Mittwoch nach Scherzigen reiste, will die Geschichte noch nicht ins Reich der Fabel weisen. "Wenn was dran ist, werden wir uns in den nächsten Tagen dazu äußern", erklärte Michael Lang gegenüber Sport1.de.
Für T-Mobile ein Dorn im Auge
Eine Verpflichtung durch das Bier-Team würde allerdings Ullrichs Ex-Rennstall T-Mobile sauer aufstoßen. Die Bonner haben sich zum Kampf gegen Doping im Radsport verpflichtet.
Pressesprecher Luc Eisenga im "Express": "Wir haben in den letzten Monaten deutlich gezeigt, dass wir für sauberen Radsport stehen. Bei dem was andere Teams machen, versuchen wir soviel Einfluss wie möglich zu nehmen, damit die Galubwürdigkeit des Radsports zurückkomt."
Wolfgang Kleine