In Magdeburg geht es nicht nur um zwei Punkte
Die Spiele des VfL gegen den SC Magdeburg hatten es schon immer in sich. Auch am Samstag (19 Uhr) steht in der Bördelandhalle viel auf dem Spiel, wenn dieses Traditionsduell der Handball-Bundesliga in der ausverkauften Bördelandhalle über die Bühne geht. Grund zur Freude gab es für den VfL nur selten, 1991 war der Gewinn der Gesamtdeutschen Meisterschaft wohl das letzte große Jubelfest. In der Bundesliga zogen die Gummersbacher meistens den Kürzeren und in der vergangenen Saison war Magdeburg die Endstation im Halbfinale des EHF-Europacups. In den letzten zehn Spielen seit 2002 weist die Statistik nur einen Sieg des VfL aus, bei sieben Niederlagen und zwei Unentschieden. Am 20. April 2003 gewannen die Gummersbacher in der Kölnarena mit 34:31. In erster Linie findet der oberbergische Fan in den Annalen also vor allem wenig Erfreuliches, wie zum Beispiel die höchste Niederlage in der Bundesligageschichte. Am 12. Dezember 1998 gewannen die Magdeburger nämlich mit 36:15.
Am Samstag stehen die Vorzeichen aber völlig anders. Zum ersten Mal seit 1991 fährt der VfL am 15. Spieltag als Tabellenführer nach Magdeburg, ist seit 24 Spielen in der Eliteliga ungeschlagen und kann eigentlich nur gewinnen. Der SCM dagegen ist nach der letzten Heimniederlage gegen die SG Flensburg (32:37) und dem Champions-Laegue-Aus gegen den FC Barcelona dagegen zum Siegen verdammt. Mit aktuell acht Minuspunkten würde eine weitere Niederlage wohl vorerst das Ende aller Hoffnungen auf eine Teilnahme an der Königsklasse im nächsten Jahr bedeuten.
Dabei war Magdeburg mit großen Hoffnungen in die Saison gestartet, ein Titel war fest im Visier. Mit nur zwei Neuzugängen (Kreisläufer Oliver Roggisch und Torwart Silvio Heinevetter) sollte Kontinuität und das unerschöpfliche Reservoir des eigenen Talentschuppens dafür sorgen, dass nach dem Gewinn der letzten Deutschen Meisterschaft 2001 und dem Champion-Laegues-Sieg 2002 wieder eine Trophäe in der prallgefüllten Klubvitrine eingeräumt wird. Derzeit sind Abwehrspezialist Oliver Roggisch und Stefan Kretzschmar verletzt, Joel Abati nach einer Pause noch nicht auf der Höhe. So ruhen die Hoffnungen vor allem auf dem Slowenen Renato Vugrinec und den beiden Polen Grzegorz Tkaczyk und Karol Bielecki, der gewöhnlich auf eine unglaubliche Wurfquote von fast achtzig Prozent kommt.
VfL-Trainer Velimir Kljaic:
Der Gegner:
Es wird eine verdammt schwere Aufgabe, aber es ist eine machbare. Magdeburg hatte bei den Niederlagen gegen Barcelona und Flensburg starke Leistungen gezeigt und nur jeweils wegen einer kleinen Krise in den sechzig Minuten verloren. Wir müssen ein knappes Ergebnis halten und auf diese Krise warten. Darin liegt unsere Chance, Magdeburg darf aber auf keinen Fall früh deutlich wegziehen.
Der VfL:
Flensburg war für mich am Dienstag nicht unbedingt die bessere Mannschaft, sie hatten mit Holpert an diesem Abend nur den besseren Torwart. Da Christian Ramota zuletzt ein gutes Spiel machte und Steinar Ege schon seit drei Spielen wieder in Toppform ist, können wir es packen. Dass mit den Ausfällen Kretzschmar, Roggisch und dem noch nicht völlig fitten Joel Abati Magdeburg schwächer sein könnte, ist ein Irrtum. Spielen können immer nur sechs Spieler und ein Torwart, und diese Drei haben auch gesund nicht voll durchgespielt. Bei uns fehlt nur Marko Fog, auch Frank von Behren kann spielen. Flensburg hat den Gegenstoß verhindert, das muss auch unser Ziel sein. Wir haben es gegen Großwallstadt und Thun erfolgreich praktiziert. Zwei bis drei Gegenstöße gehen immer durch, aber keine zehn.
Die Lage:
Verliert Magdeburg, wird es ein Dreierduell um den Titel. Wir wären bei einem Sieg dabei. Ich denke dabei vor allem auch an die Rückrunde, dann haben wir nur sieben Auswärtsspiele, aber zehn Heimspiele und bis auf Kiel alle Spitzenmannschaften in der Kölnarena.
quelle: vfl-gummersbach.de