Ich sehe eigentlich niemanden, der FÜR Atomenergie wirklich ist. Es ist doch recht eindeutig, dass früher oder später AKWs der Vergangenheit angehören werden, egal welcher Partei man angehört. Das Entscheidende ist eben das früher oder später. Die Grünen wollen es sehr früh, die SPD auf kürzere Mittelfrist, die CDU Mittelfristig und die FDP auf längere Mittelfrist gesehen. Bekanntlich führen viele Wege nach Rom, und bekanntlich kommen auch alle an. Wichtig - und so wurde es bereits 2006 von der FDP untermauert - darf der Weg nicht durch interessengemeinschaften vorgegeben werden. Wer glaubt, die Grünen machen hier keine "Klientelpolitik" der hat den Schuss noch nicht gehört. Den Grünen Glaubwürdigkeit zu bescheinigen, der hat die Realität noch nicht erkannt. Die Grünen haben den Atomausstieg beschlossen, ohne die schon damals gefährlichen Reaktoren vom Netz zu nehmen. Die Grünen sprechen sich gegen Kohlekraftwerke aus, aber unter ihrer Mitregierung in Hamburg, wurde eins gebaut. Die Grünen haben sich in Hamburg gegen die Elbvertiefung ausgesprochen...die Elbe wurde ausgebaut. Die Grünen haben sich des öfteren interessante Wahlversprechen rausgesucht..nicht ohne Grund eben bei extra3 von den Grünen Gremlins gesprochen worden. Report hatte die Tage mal die Grünen Wahlversprechen auseinander genommen.
ZitatDaniel Köbler ist der Spitzenkandidat der rheinland-pfälzischen Grünen. Wir treffen ihn bei einem amerikanischen Dosenhersteller. Auch hier geben sich die Grünen wirtschaftsfreundlich. Auch hier versprechen sie viel. Im Wahlprogramm lesen wir: "Bis 2030 wollen wir den Strombedarf in Rheinland-Pfalz zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken."
Daniel Köbler, Bündnis 90/Die Grünen Landesvorstandssprecher Rheinland-Pfalz: "Das bedeutet, wir müssen mehr erneuerbar erzeugen als wir hier verbrauchen um das wieder auszugleichen. Das geht aber. Rheinland-Pfalz muss zum Energieexportland werden."
Das bedeutet aber auch, dass allein der Chemiegigant BASF um rein rechnerisch die gleiche Strommenge wie heute in etwa zu produzieren, die gewaltige Fläche von 51 Quadratkilometern Solarzellen aufstellen müsste. Kann das funktionieren?
Ein interessanter Punkt..eine interessante Rechnung, die Report hier eben aufstellt. Glaubwürdig ist für mich KEINE Partei. Erst recht nicht die Grünen.
Letztendlich muss man sich für etwas entscheiden: Atomkraft oder Kohle/Gas...Mit den richtigen Sicherheitsvorkehrungen, die realistisch aufgestellt worden, sehe ich AKWs auf langer Frist immernoch als die bessere alternative an. Wir haben in Japan trotz der stärke des Tsunamis und des Erdbebens EIN sehr altes AKW, in dem es eben zum GAU kommt. Heißt aber, dass die Technik heute schon für AKWs so sicher sein können (die anderen sind ja unbeschädigt), dass diese auch Erdbeben von mehr als 8 auf der Richterskala überleben. Aber Punkte, die für Deutschland total unwichtig sind.