Interview mit dem Geschäftsführer Schönberger
ZitatZu den Zuschauern und Anwurfzeiten:
"Es wurden jetzt die Zuschauerzahlen für die bisherige Saison veröffentlicht. Demnach hat der VfL mit knapp zehn Prozent die meisten Zuschauer aller Bundesligisten verloren. Ist das die befürchtete Auswirkung der neuen Anwurfzeiten durch den Vertrag mit Sky?Es ist ein ganzer Strauß an Gründen, zu denen der fehlende sportliche Erfolg der letzten Saison zusammen mit dem Tabellenstand dieser Saison ebenso gehört wie die Anwurfzeiten. Nach einem Sieg verkaufen wir fürs nächste Heimspiel direkt mehr Karten. Es bleibt dabei, wir müssen einen Schritt nach vorne machen und mittelfristig auch wieder eine Chance haben, auf einem Europapokalplatz zu landen.
Ist es messbar, wie sich beispielsweise die ungeliebte Spielzeit am Sonntagmittag um 12.30 Uhr auswirkt?
Wie gesagt gibt es für sinkende Zuschauerzahlen immer eine Vielzahl von Gründen. Wir haben gerade jetzt jedoch einen guten Anhaltspunkt. Als das Spiel gegen Die Eulen Ludwigshafen am vergangenen Sonntag um 12.30 Uhr angepfiffen wurde, hatten wir weniger Tickets verkauft, als für die Partie gegen HC Erlangen, die am Sonntag, 4. März, um 15 Uhr beginnt. Das zeigt, dass die Anwurfzeit eine Rolle spielt und nicht die Attraktivität der Mannschaften, denn die beiden Gastteams stehen im Tabellenkeller. Klar präferiert werden von den Zuschauern aber die Spiele am Donnerstagabend."
ZitatAlles anzeigenÜber Sponsorensuche:
Sie sind seit dem 1. Juni 2017 Geschäftsführer des VfL Gummersbach. Wie beschreiben Sie die vergangenen acht Monate?Man darf nie vergessen, dass der VfL sich nach wie vor in einer Sanierungsphase befindet. Es ist ein dickes Brett, das wir bohren. Im Tabellenstand spiegelt sich unser Budget wider. Eigentlich ist der VfL eine starke Marke, die auch für Europa prädestiniert ist. Doch an den zu hohen Erwartungen der Vergangenheit und der Beinahe-Insolvenz 2011 werden wir noch ein paar Jahre zu beißen haben.
Was heißt das konkret?
Das Geschäftsmodell VfL funktioniert, doch mittelfristig behindern uns die Altlasten noch. Daher sind wir quasi Tag und Nacht dabei, noch zwei oder drei neue starke Partner, die sich engagieren, zu suchen.
Sind daran nicht schon Ihre Vorgänger gescheitert?
Es gibt jetzt aber einen großen Unterschied, und das ist die Live-Berichterstattung durch Sky, ARD und ZDF. Wir haben alle Werbemittel neu auswerten lassen, und es hat sich gezeigt, dass eine Firma, die in den VfL investiert durch die Live-Berichterstattung das Dreifache ihrer Investition bekommt. Das heißt, wer beispielsweise 500 000 Euro investiert, bekommt einen Gegenwert von circa 1,5 Millionen Euro. Das hat unsere Sponsoren beeindruckt und bietet uns die Chance, auch national Partner zu finden.
Was aber trotzdem nicht so einfach ist.
Nein, es erfordert auch ein strategisches Umdenken bei den Unternehmern, die immer noch sehr fußballorientiert sind. Wir können da nur mittelfristig und nicht kurzfristig Erfolg haben.
Hatten Sie gedacht, dass es so schwierig werden würde?
Nein, das hätte ich nicht gedacht. Ich habe erst einmal nur die Marke VfL gesehen, die eine unglaubliche Magie hat. Doch es ist eine echte Herausforderung und ein sehr zäher Prozess.
Das ganze Interview:
https://www.rundschau-online.de/sport/vfl-gumm…machen-29773570