Was mich wundert: Warum erwarten alle, dass die Spiele der Handballnationalmannschaft im ÖR übertragen werden müssen? Ist doch so auch nicht im Handball der Fall.
Was auch noch nicht beachtet wurde, warum ausgerechnet der Rechteinhaber beIN sich so querstellt, andere aber nicht. Weder beim CL, noch bei Fußball WM oder EM ist das unverschlüsselte Singnal der deutschen Sender ein Problem. Dies liegt hier vor allem daran, dass beIN Angst hat, dass sein PayTV-Sender in Frankreich unter dem unverschlüsselten Signal leiden. Aber auch die Rolle von Sky kommt zu kurz. Das Angebot von Sky ist auch vollständig abgelehnt worden von beIN, obwohl zumindest Sky verschlüsselt überträgt. Wenn man jetzt die Politik in die Pflicht nimmt - die in meinen Augen einzige Möglichkeit - dann sollten alle Spiele deutscher Nationalmannschaften (Handball, Eishockey, Basketball etc.) im freien TV übertragen werden. Eine Eintragung, die man auch für Olympia und Fußball schon lange hat. Eine Übertragung kann dann sowohl im privaten wie auch ÖR erfolgen. Dies erfolgt bereits im Fußball und bei den nächsten olympischen Spielen. Setzt aber auch voraus, dass die privaten ihr SD-Signal weiter hin nicht verschlüsseln dürfen und unterhalten müssen. Interessant wird es dann, wenn die TV-Rechte im nächsten Jahren wieder beim Vermarkter liegen. Die IHF würde gut dran tun, wenn man das Vermarktungssystem deutlich überdenken würde und auch eine länderspezifische Vermarktung durchführt, statt nur das Gesamtpaket.
Eine Verschlüsselung der deutschen Sender (nicht nur den ÖR) könnte ohne monatliche Mehrkosten für die in Deutschland lebenden Zuschauer erfolgen. Jedoch nicht ohne einmalige neue Kosten. Wenn das Signal (zumindest über Satelit)verschlüsselt wird, müssten sämtliche Receiver ausgetauscht werden und durch CI-Geräte ersetzt werden. Ein Austausch dürfte nicht ohne weiteres möglich sein. Ich sehe dabei auch Gerichtsprozesse, die klären müssten, wer die Kosten für den Austausch tragen müsste. Nicht jeder Nutzer hat schließlich ein verschlüsselungsfähiges Gerät. Vorbilder in anderen Ländern kann man auch nicht suchen, da die rechtliche Grundlage des Rundfunks in jedem Land spezifisch und nicht vergleichbar ist. Ein Umstieg ist somit nicht unter womöglich 10 Jahren möglich. Da die Kosten für eine technische Umsetzung wohl über den 250.000 Euro liegt, müssten gewisse Punkte europaweit ausgeschrieben werden (das kann bis zu 2 Jahre dauern). Dazu muss die rechtliche Sache geklärt werden und Gesetze ggf. angepasst werden. Dann kann die Umsetzung auch nicht von heute auf morgen erfolgen. Und, es müssen wohl dann alle deutschen Sender mit machen. Dafür sind dann noch Absprachen zwischen ÖR und privaten Sendern notwendig. Die Gefahr die dann besteht: Der private Rundfunk geht auf reines PayTV. Dann würde Deutschland die Sendervielfalt völlig verlieren.
Die oben angesprochene Gesetzesänderung wäre die für die deutschen Spiele (egal welcher Sportart) klügere Variante, für alle anderen Spiele jedoch ein mögliches Ende.
Das Streaming nun für die - so sieht es ja aus - deutschen Spiele im Internet ist eine sehr suboptimale Lösung, da dem Handball viele Zuschauer fehlen dürften. Ich bezweifel, dass die Spiele mehrere Millionen Menschen ansehen werden. Man darf hoffen, wenn die Zahl im oberen 6-Stelligen Bereich ist. Dieses Problem sollten vor allem den Sponsoren nicht entgehen. Gerade deutsche Firmen (außer der DKB) könnten ihr Sponsoring überdenken. Für den Handball in Deutschland dürfte der aktuelle Umstand nicht förderlich sein und den seit der WM2007 weiter kränkelnden Handball stark zusetzen.