Harpiks: es ging in dem Posting, darum, Erklärungsansätze zur Diskussion zu stellen, warum der Frauenhandball (wie der Frauensport allgemein) in Deutschland in den Massenmedien weniger wahrgenommen wird als in anderen Nationen, obwohl die Anzahl der Aktiven ja nun immer noch recht hoch ist, ebenfalls das Zuschauerinteresse in den Hallen - aber als regionales Ereignis (aber das bröckelt, in Trier wäre es ohne die ausländischen Zuschauer z.B. recht leer, die Regionalverbände des DHB haben anscheinend z.B. nicht mehr die Strukturen und die Basis solche Hallen zu füllen - in Hamburg als 'Event' scheint es zu klappen: die Frage ist aber, ob da nicht mehr die Halle anzieht als ein tiefergehendes Interesse an den Frauenhandball)
@Dänenvideo: Yepp, sowas passt einfach nach Deutschland, bzw (um das mal überspitzt auszudrücken) Deutsche können sowas nicht machen, das würde aufgesetzt und peinlich wirken. Passt auch nicht zu den eher nüchtern wirkenden Spielerinnen. Aber ein bissel mehr Kreativität als bei diesen entsetzlich 'kalt' und unpersönlich wirkenden Taschen bei der 'Player of the match' Ehrung wäre doch möglich (das ist nur eine Lappalie, aber irgendwie schon bezeichnend und ein gutes Beispiel)
@Bewerbungsvideo: Ging hier nicht um einen etwaigen 'Erfolg' des Videos (Rumänien war der einzige Bewerber), sondern weil man daran ganz gut sehen kann, das der defensive Nationalismus der Rumänen (a la 'das ausgrenzende 'Romanians are not Romas' oder 'Proud to be a Romanian' als omnipräsenter und auch trotziger nationaler Konsens) durch den Frauenhandball und seine Inszenierung bedient wird (in Ungarn ist die Nationalismusvariante teilweise etwas aggressiver - in Rumänien speist er sich aus Minderwertigkeitskomplexen - da gelingt dann natürlich eine Popularisierung einer Neagu oder Halep schnell)
Der deutsche Frauenhandball verfügt nicht über solche Popularisierungmöglichkeiten, weil die gesellschaftlichen Bedingungen hier anders sind - hier wird er halt massenmedial über Kampf, Mannschaft usw. verkauft (die Spielerinnen scheinen auch entsprechend geschult zu werden, das so zu verkaufen), das ist nur leider schon von der Männermannschaft besetzt. Natürlich kann man hier z.B. auch keine Frauenliga 'Liga der Blumen' nennen ('Liga Florilor' ist tatsächlich der durchgesetzte Name der rumänischen Frauenliga)
Ps. Es geht überhaupt nicht darum, etwas 'doof' oder 'supertoll' zu finden, sondern zu überlegen, WARUM der deutsche Frauenhandball nicht so eine (massenmediale) Popularität hat wie in anderen Ländern (obwohl er immer noch eine ganz gute Basis hat). Die ungünstige Fernsehlandschaft ist sicherlich auch ein Baustein, die ist aber, wie viele anderen Faktoren, die vielleicht noch wichtiger sind, vom DHB nicht beeinflussbar. Und das eigentliche Hauptproblem im Frauenhandball ist zudem die schwindende Basis in der Fläche (auch die hat gesellschaftliche Ursachen).