Die Dankerser Mannschaft hat sich Samstag auch ungeheuer clever angestellt.
Flensburg-Handewitts Stärke ist seine Emotionalität, die sich entfaltende Dynamik, Aggressivität und Kampfkraft (natürlich neben der Substanz der Einzelspieler) - die sich oft zuhause im Zusammenspiel mit dem tollen Flensburger Publikum entwickelt. Dann kommt es z..B. zum gefürchteten Gegenstoßspiel...Klar, war natürlich vorteilhaft, daß der Neu-HSVer Lackovic vor dem Spiel mit Spruchbändern 'geehrt' wurde und nach der ersten mißlungenen Aktion vom Feld gepfiffen wurde.
Den erweiterten Gegenstoß hat GWD unterbunden wie Ciudad Real am Sonntag den vom THW - dem Publikum bot die Mannschaft keinerlei Reibungsfläche.
Sein absolutes 'Meisterstück' hat dabei Andi Simon gemacht. Gegen Lübbecke nervte es mich noch, daß er nach Fouls (auch gröberer Art gegen ihn) das Shakehand mit dem Gegner suchte. Seine 'Flucht' vor dem aufbrausenden Jensen nach dem Disq.-Foul war hingegen in der Situation schlichtweg 'genial'.
Die SG hat mit einem Heimspiel gegen einen Absteiger gerechnet (der bangen Auges nach Lübbecke schielt) - sie bekam einen hartnäckigen, disziplinierten, engagierten, ruhigen und entschlossenen Gegner.
Die SG war ja kämpferisch nach einer etwas schwächeren Anfangsphase durchaus sehr bemüht (das sie anfangs Probleme haben, zu Hause ins Spiel zu kommen, gabs schon häufiger, z.B. das Essen-Spiel im Februar, wo der Tusem dann in der 2. HZ. noch total 'abgegangen' ist) - es kam aber nie (zumindest aus der TV-Perspektive) zu dem berüchtigten Wechselspiel Campushalle-SG-Mannschaft (Tempospiel)
Unsere Mannschaft wirkte fast 'unangreifbar' - sie spielte ihr eigenes Ding. Und wenn dann mal so eine kritische Situation wie mit Jensen kam (sowas kann ein Spiel locker kippen): dann wurde sie mit Bravour gelöst (indem Andi darauf gar nicht eingegangen ist).
Naja, am Ende war es dann Malik gegen Mogensen 9 sec. vor Schluß: aber sowas gehört einfach dazu!:
Zitat...die letzten 24 Sekunden standen aus. In Unterzahl (richtig: Überzahl) spielte Flensburg Thomas Mogensen frei, der schnelle Rückraumschütze segelte mit dem Ball in der Hand von Halblinks in den Torraum.
Die ganze Saison, ein ganzes Sportjahr kochte in einem einzigen, entscheidenden Moment zusammen. Es war Zeit für die eine Parade, für die ein Torwart die ganze Saison schuftet.
Neun Sekunden vor dem Ende hielt Malik Besirevic den Ball des durchgebrochenen Thomas Mogensen. Minden spielt 2008/2009 in der ersten Liga.
Handball-world
Ich glaube nicht, daß hier die bravoröse Leistung der 'verstärkten Dankerser Dorfmannschaft' und ihrer 'Schöpfer' Richard Ratka und Hotti Bredemeier richtig eingeschätzt werden kann, wenn man den Mindener Bundesligahandball nicht über Jahre verfolgt (und das Umfeld, Mentalität und die Bedingungen ein wenig einschätzen kann) - und vielleicht auch vorletzten Samstag in der Kampahalle war.
Die SG Flensburg-Handewitt kann mit dem Spiel in keinster Form zufrieden sein - schämen braucht sie sich nicht!