Knöchelbruch: Buhrmester fällt lange aus
Neues Verletzungspech bei GWD Minden / Norweger Medhus rückt nach wenigen Tagen zur Nummer eins auf
Minden (mt). Handball-Bundesligist GWD Minden muss im Abstiegskampf erneut einen Rückschlag hinnehmen. Zwei Wochen nach Malik Besirevic (Bandscheibenvorfall) fällt jetzt mit Björn Buhrmester auch der zweite etatmäßige Torhüter für längere Zeit aus. "Buhrmi" zog sich am Montag im Training einen Bruch des Sprunggelenkes zu.
Von Jürgen Knicker
"Björn wird am Freitag in Minden von Prof. Dr. Echtermeyer operiert. Wenn alles gut geht, können wir Ende April wieder mit ihm rechnen", erklärte GWD-Trainer Richard Ratka gestern auf MT-Anfrage.
Das Malheur geschah am Montagabend beim Fußballspielen. "Björn ist auf den Ball getreten, hat dabei das Gleichgewicht verloren, ist nach hinten gefallen und ist dabei so unglücklich aufgekommen, dass der Knochen gebrochen und zusätzlich mehrere Bänder gerissen sind", referierte Richard Ratka den Hergang. Der verletzte Spieler wurde sofort in die Mindener Klinik transportiert. Doch eine schnelle Operation war nicht möglich, weil die Schwellung am gebrochenen Gelenk bereits zu stark war.
Björn Buhrmester hatte sich in dieser Saison zu einer echten Alternative zu Malik Besirevic entwickelt. Beim GWD-Heimsieg über MT Melsungen war "Buhrmi" der überragende Akteur. Danach wurde er von den Experten in die "Mannschaft der Woche" gewählt.
"Der Zeitpunkt ist für uns aber auch für Björn natürlich sehr unglücklich. Er war gerade auf Augenhöhe mit Malik Besirevic. Nun wird er zehn bis zwölf Wochen ausfallen", erklärte Manager Bredemeier.
"Es ist schon tragisch. Dass es derzeit immer die Torhüter trifft ist natürlich doppelt bitter", sieht sich Trainer Ratka erneut zum Improvisieren gezwungen.
Blitztransfer Svenn Erik Medhus, der gestern per Flieger zurück aus Norwegen in Minden eintraf, rückt damit in nicht einmal einer Woche zum GWD-Keeper Nummer eins auf. "Daneben werden zwangsläufig Jannik Bahl und Nils Dresrüsse nachrücken. Alles Weitere müssen wir dann in Ruhe klären", will Trainer Ratka nun nicht in übereiltem Aktionismus verfallen.
"Gut, dass wir bei Svenn Erik Medhus so schnell reagiert haben. Jetzt müssen wir den Markt erneut sondieren", will Bredemeier prüfen, ob eine weitere Torhüterverpflichtung machbar ist. Denkbar ist beispielsweise eine erneute Kontaktaufnahme zum Rumänen Zoltan Majeri. Der aktuell in Norwegen spielende 32-Jährige absolvierte in der letzten Woche ein Probetraining in Minden, "unterlag" dabei aber dem später vorgezogenen Svenn Erik Medhus.
"Erwarte von der Mannschaft Trotzreaktion"
Das wichtige GWD-Auswärtsspiel am Samstag in Essen (15.00 Uhr) sieht Ratka nach den beiden Torhüterausfällen nicht als gefährdet an. "Das ist kein Grund, die Begegnung abzusagen. Wir werden spielen. Und ich erwarte von der Mannschaft eine Trotzreaktion. Sie sollen zeigen, dass sie jetzt erst recht dagegen halten", gibt sich Mindens Coach kämpferisch.
Grünes Licht gibt es dabei auch von Stephan Just. Der gegen Balingen als Kreisläufer eingesetzte Allrounder schied mit Schmerzen an der Patellasehne in der Schlussphase aus, war aber gestern im Training wieder dabei.