Vielleicht doch mal zum Spiel - das ist doch viel interessanter als die Frage wieviele oder wer auf den Tribünen sitzt oder steht (obwohl: wenn man so die Foren durchschaut, dann scheint das mehr zu interessieren - diese Selbstreferentialität ergibt eigentlich ein recht armseliges Bild: kein Wunder, daß doch so recht wenige mitdiskutieren). So seh ich es, flüchtig formuliert:
Ich erwarte, daß eine entscheidende Rolle spielen wird, wie GWD mit der Lübbecker offensiven Abwehr zurechtkommt. Die ist ja durchaus mittlerweile über weite Strecken recht ordentlich strukturiert - allerdings sind immer wieder Phasen dabei, wo Übereifer und Ungeschicklichkeiten halt zu Härte führen (und die Gefahr ist natürlich vor allem in der Hektik des Derbys sehr real).
GWD ist körperlich unterlegen - und hat wenig Variationen im Angriff zur Verfügung. Im letzten Derby konnte man nach 20 Minuten Gudjonsson mit Erfolg bringen (Just an den Kreis) - diese Möglichkeit ist nicht mehr da. Wenn man sich erstmal an der Lübbecker Abwehr festbeißt (und diese an Selbstvertrauen gewinnt), wird es schwer (Ratka kann höchstens Fiete Buschmann bringen, aber der wird vielleicht auch auf RR gebraucht). Wie man gegen die Lübbecke Abwehr spielen muß, hat Arne Niemeyer ja schon beim DSF-Spiel gegeg Lemgo erläutert - aber das zu wissen und umzusetzen sind 2 verschiedenen Schuhe).
Die Lemgoer haben den TuS über den erweiterten Gegenstoß geknackt - ein Mittel, das GWD auswärts kaum zur Verfügung hat und einsetzt, da es wegen der körperlichen Unterlegenheit tunlichst geraten erscheint, es nicht zu einem 'offenen Schlagabtausch' kommen zu lassen.
Tja - und der Lübbecker-Angriff
Da bin ich ein bißchen ratlos: die Spieler sind individuell alle gefährlich (auch die gescholtenen RR!) - spielerisch ist das wahrlich nix dolles (von Konzeption kann ich da über weite Strecken, eklatant: beim SCM 2.HZ., kaum was erkennen). Da kommts also drauf an, wie v.a. Kokir und Datukashvilli halt so drauf sind mit ihren Abschlüssen aus Einzelaktionen. Kaljic hat da aber noch einige 'Joker' (z.B. Symanski). Dieses Verlassen auf die individeuellen Fähigkeiten kann m.E. sehr schnell nach hinten losgehen, wenn erstmal 'der Wurm' drin ist (da gibts ja einige Beispiele aus dieser Saison)- dann neigt Lübbecke auch stark zu technischen Fehlern und Abspielfehler.
Die SRs stehen auch ein bißchen vor dem 'Problem' unterschiedliche Abwehrformationen/verhalten zu bewerten - aber diese Aufgabe stellt sich für sie ja nicht morgen zum ersten Mal.
Klar- das TW-Duell ist natürlich auch wichtig: auf GWD-Seite kann man nur stark hoffen, daß Malik Besirevic voll spielfähig ist - Gudmundsson und Klockmann haben natülich Matchwinner-Qualitäten. Das Tesch nicht spielen kann, ist vielleicht auch ganz gut für Lübbecke in diesem Spiel; für Blazicko ist halt Klockmann da und für Olaffson spielt Anclais (alles erstmal kein größeres Problem, im Vergleich zu einem mögliche de-facto-Ausfall von Malik besirevic)
Klajic kennt die GWD-Mannschaft natürlich sehr genau (er hat ja den Stamm der Mannschaft vor 3 Jahren trainiert), das kann durchaus in einer Situation von Vorteil sein, zudem Ratka ja viel weniger Handlungsmöglichkeiten wärend des Spiel hat.
Und, muß ja auch noch kommen: die Emotionenfrage: Lübbecke hat 10 Derbyneulinge (und 'TuS-Urgestein' Kokir ist als dienstältester Spieler auch erst 1 1/2 Jahre da) - bei GWD kommen von den 14 Akteuren 9 aus den 'eigenen Reihen' - und Spieler wie Besirevic sind ja auch schon etliche Jahre bei den Dankersern. Da steht dann also evtl. 'Unbelastetheit' gegen 'Überfixierung' (man kann es auch anders sehen und formulieren). Vorteilhaft für Lübbecke ist vielleicht, daß sie am Dienstag ein Spiel hatten - wärend bei GWD in den letzten spielfreien Wochen doch wohl immer das 'Derby' im Hintergrund war.
Die Tabellenlage ist klar: GWD kann - Lübbecke muß gewinnen.
Ergebnistip: leicht für Lübbecke, weil sie in heimischer Halle spielen (GWD ist übrigens seit über einem Jahr auswärts sieglos)