GWD verliert Gallionsfigur: Arne Niemeyer wechselt zum HSV
Minden (rich). Arne Niemeyer verlässt den heimischen Handball-Bundesligisten GWD Minden nach dieser Saison. Der Rückraumspieler wechselt zum HSV Hamburg und damit aus dem alljährlichen Ringen gegen den Abstieg zum Kampf um nationale und internationale Titel. Niemeyer unterschrieb in Hamburg einen Drei-Jahres-Vertrag. Für Minden ein herber Verlust, da der Rückraumspieler torgefährlicher Stützpfeiler des Teams, Identifikationsfigur für die Fans und als Mannschaftskapitän und Dankerser Eigengewächs wichtige Integrationsfigur ist.
"Wenn nicht jetzt, wann dann?", erklärte Niemeyer seine Entscheidung. Er wisse, dass er beim HSV vor einer schweren Aufgabe stehe, denn mit Pascal Hens spielt dort die deutsche Nummer eins auf Halblinks und dahinter mit Bruno Souza (Brasilien) und Michal Jurecki (Polen) weitere internationale Top-Kräfte. Doch er will die Herausforderung suchen und annehmen. "Ich werde jetzt 26 Jahre alt, und ich will mir später nicht sagen müssen, ich hätte nie den Schritt nach oben versucht", berichtet Niemeyer, der am morgigen Donnerstag Geburtstag feiert, weiter.
Niemeyer, dessen Vertrag in Minden im Sommer ausläuft und der damit ablösefrei wechseln kann hofft, "dass mir das keiner übel nimmt." Er freue sich auf den HSV doch sein Herz schlage noch voll und ganz für GWD: "Mein größtes Ziel ist der Klassenerhalt. Der Abstieg wäre der schlimmste Abschied."
Seit der C-Jugend spielt der Südhemmeraner bei GWD. Er ist mit Jan-Fiete Buschmann dienstältester Spieler im Team, beide spielen ihre achte Saison in der Bundesliga-Mannschaft. Als vor eineinhalb Jahren ein Angebot für Niemeyer von der SG Kronau/Östringen vorlag, hatte GWD den Wechsel abgelehnt.
Beim HSV freut man sich auf den neuen Spieler. "Das ist ein kampfstarker Typ, den wir schon lange auf dem Zettel haben", erklärte Trainer Martin Schwalb. Als weitere namhafte Verstärkung für die kommende Spielzeit hatte man in Hamburg bereits Oleg Velyky gemeldet, der im Sommer aus Kronau/Östringen kommt.
GWD-Manager Horst Bredemeier reagierte gefasst auf die Nachricht vom Wechsel Niemeyers. "Das ist nicht überraschend. Uns war klar, dass Arne noch einmal eine sportliche Herausforderung suchen würde. Um ihn zu halten, haben wir ihm im August bereits einen Fünf-Jahres-Vertrag angeboten. Dabei sind wir finanziell an unsere Schmerzgrenze gegangen. Mehr ging nicht. Wenn aber Klubs wie der HSV kommen, können wir nicht mithalten. Dass ist das Los der kleinen Klubs", kommentierte Bredemeier die Entwicklung. Er wünscht Niemeyer Erfolg beim HSV. "Er hat sich diese Chance erarbeitet und verdient. Es wird eine völlig andere Situation für ihn."
Die Mindener Suche nach einem neuen Mittelmann für diese Saison werde durch die Personalie Niemeyer nicht beeinflusst, erklärte Bredemeier. "Das hat nichts miteinander zu tun. Wir sind am Ball, aber wir werden nur einen solchen Spieler verpflichten, der uns wirklich weiterbringt."