GWD lockt Niemeyer mit Fünfjahres-Vertrag
Gespräche mit vier Wunschspielern laufen / Neben Hegemann, von Behren auch Haas und ein Ausländer auf der Liste
Minden (kn). "Ich gehe davon aus, dass wir am Samstag in Wetzlar mit unserer bekannten Mannschaft auflaufen", erklärt Richard Ratka. Mit anderen Worten: Handball-Bundesligist GWD Minden rechnet zumindest bis zum Wochenende nicht mit einer Spielerverpflichtung.
"Wir sprechen mit drei, vier Leuten, aber in dieser Woche zeichnet sich noch keine Lösung ab", ergänzt Mindens Manager Horst Bredemeier.
Zumindest drei der vier GWD-Gesprächskandidaten sind bekannt. Da ist in erster Linie der Lemgoer Michael Hegemann. "Hege" ist ein alter Freund von GWD-Trainer Richard Ratka aus gemeinsamen Düsseldorfer Zeiten. "Seine Kapselverletzung ist nicht so gravierend, wie zunächst dargestellt", hat Ratka den Lemgoer Edelreservisten trotz seiner jüngsten Verletzung (Mittelgelenks-Luxation des Zeigefingers der rechten Hand) noch nicht abgeschrieben. Hegemann fühlte sich zuletzt mit seiner Rolle unter TBV-Trainer Peter Meisinger nicht wohl. "Doch seit Dienstag haben wir eine neue Situation in Lemgo", weist GWD-Manager Bredemeier auf die neue Lage beim OWL-Konkurrenten hin. Dort wird Nationalspieler Markus Baur demnächst das Zepter schwingen. Und Michael Hegemann wird abwarten wollen, ob er bei Baur oder aktuell bei Interimscoach Volker Zerbe möglicherweise bessere Karten hat.
Kandidat Nummer zwei ist der Kronauer Spielmacher Michael Haas (23 Jahre). Der 18-malige Nationalspieler müsste allerdings die Freigabe seines Vereins erhalten. "Das ist, nach dem Wunsch des Spielers zu wechseln, die zweite Grundvorausetzung", weiß Bredemeier. Telefonate mit seinem Managerkollegen Thorsten Storm stehen auf Hottis Liste.
Ein weiterer Kandidat ist der ehemalige Mindener Frank von Behren. Bredemeier bestätigte Gespräche mit dem gebürtigen Hiller am Rande des Supercups in Halle und Dortmund. Vom Flensburger Manager Fynn Holpert erhielt von Behren am letzten Wochenende die Mitteilung, dass sein Vertrag bei den Norddeutschen nicht über das Jahr 2008 verlängert wird. "Frank muss seine Situation jetzt überdenken. Wenn er noch auf den EM- und Olympiazug der Nationalmannschaft aufspringen will, dann geht das nur über Spielpraxis", macht Bredemeier seinem einstigen Lieblingsschüler eine Rückkehr in die alte Heimat schmackhaft. "Die nächste schwere Blessur bedeutet mein Karriereende", weiß von Behren, wie schwer es ihm nach mehreren langwierigen Verletzungen fällt, wieder Anschluss an seine alte Klasse zu finden. Sollte ihm das jedoch gelingen, dann wäre er sowohl für Bundestrainer Heiner Brand als auch für Mindens Richard Ratka ein hilfreicher Führungsspieler.
Und es gibt offenbar noch eine vierte Denkvariante für GWD Minden. "Das ist die Option Ausland", sagt Bredemeier, ohne hier konkreter zu werden. "Wir machen uns nicht von einzelnen Spielern abhängig. Tendenzen gibt es derzeit nicht", will sich Bredemeier nicht auf eine Rangfolge bei den GWD-Wunschkandidaten festlegen lassen. Wichtig ist eine andere Rangfolge. "Der Spieler selbst muss wollen, und sein Verein muss damit einverstanden sein", zählt Bredemeier zwei Grundvoraussetzungen für die geplante Verpflichtung auf. Und - was am wichtigsten ist - der neue Mann muss GWD in prekärer Lage wirklich weiterhelfen.
Während der gesuchte "Feuerwehrmann" noch nicht vor Ort ist, muss Minden zugleich versuchen, seinen derzeit wichtigsten Spieler zu halten. Der Vertrag des aktuellen Bundesliga-Torschützenkönigs Arne Niemeyer läuft am 30. Juni 2008 aus.
"Wir haben ihm natürlich frühzeitig, bevor der erste Ball der Saison gespielt wurde, ein neues Angebot unterbreitet", berichtet Bredemeier. "Arne hat im August ein langfristiges Vertragsangebot über fünf Jahre erhalten", so "Hotti" weiter. Arne Niemeyer, der sich in Minden beruflich und privat engagiert hat, hat sich bisher noch nicht entschieden.
"Mein Bauch sagt mir, dass er abwartet, ob ein Spitzenverein auf ihn zukommt", rechnet Bredemeier zumindest in der aktuellen Tabellensituation nicht mit einer schnellen Zusage des 74-maligen GWD-Torschützen. "Ich warte noch ab", bestätigte Arne Niemeyer gestern auf MT-Anfrage denn auch prompt die Vermutung seines Managers.