ZitatOriginal von InesK
Die gute Mannschaft heißt Dunkerque!
Naja, 'deutsche Schreibweisen' sind ja völlig gängig und korrekt - man sagt ja auch z.B. 'Warschau' und kaum 'Warszawa'
ZitatOriginal von InesK
Die gute Mannschaft heißt Dunkerque!
Naja, 'deutsche Schreibweisen' sind ja völlig gängig und korrekt - man sagt ja auch z.B. 'Warschau' und kaum 'Warszawa'
Ja, vollste Zustimmung zu dem Brief - das Thema wurde ja schon diskutiert. An einer Basisinitiative mit solch guten Argumenten wird sicherlich auch der DHB nicht vorbeigehen können.
Ps. Die Anmerkung zu Bad Ems ist aber schon ein bißchen unglücklich formuliert.
Ja, so hat es nicht so recht Sinn.
Die Antwort des Gerichts hab ich doch schon zitiert:
ZitatDas BSpG hat deshalb das Verfahren insgesamt sofort aufgegriffen und zu einer zum Bundesgericht rechtsmittelfähigen Sachentscheidung geführt
Über eine eV brauchte erst gar nicht entschieden zu werden, weil das Verfahren insgesamt sofort aufgegriffen wurde (und wenn unverzüglich eine Sachentscheidung getroffen wird - dann bedarf es keiner eV: so eilig wars ja nun wieder auch nicht). Weiter vorne im Beschluß steht auch, daß und warum alle Anträge zur Sache (also auch die eV) zusammenhängend verhandelt wurden.
Gottfried schreibt:
ZitatUnd der Gipfel der Dummheit ist, daß die drei Jungs auch noch einräumen, sie hätten dem Antrag stattgeben müssen.
Das haben sie nicht getan, das wird jetzt reininterpretiert (wenngleich der strittige Satz nicht ganz optimal formuliert war - aber wenn man den ganzen Abschnitt + die Begründung des Vorgehens liest, wird doch klar, wie es gemeint ist)
Lothar schreibt:
ZitatEs wurde der Erlass einer eV beantragt. Darüber hat das Gericht zu entscheiden. Es kann dem Antrag stattgeben, wenn die Voraussetzungen vorliegen (die lagen vor, denn das Gericht sagt: "Mit einer Einstweiligen Verfügung hätte der Vorsitzende dem Begehren des Einspruchsführers stattgeben müssen.", oder es kann den Antrag zurückweisen.
Wir interpretieren den Satz unterschiedlich
- ich interpretiere ihn kontexeingebunden (und dann kann nicht die Rede davon sein, daß das Gericht meint, daß die Voraussetzungen gegeben waren: das wäre in der Tat auch widersinnig).
Ps. "hätte" ist Konjunktiv (eine Aussage, daß die Vorraussetzungen vorlagen, ist auch aus einer isolierten Betrachtung des Satzes für mich nicht ersichtlich).
Eine eV bot sich ja schon deswegen nicht an, weil die Verhandlung zügig terminiert wurde - und jetzt liegt ja auch die Begründung der damaligen Sachentscheidung vor.
lothar: Klar, wie sollte eine (evtl.) eV denn sonst aussehen 'müssen'
(den Weg ist das Gericht aber nicht gegangen)
Was hat das aber damit zu tun?:
Lothar schreibt:
ZitatDas Gericht sagt selber, es hätte die eV erlassen müssen
Das hat es nicht gesagt, sondern nur, wie eine solche hätte aussehen müssen.
Das Gericht hat sich gegen eine eV entschieden und das doch begründet:
ZitatDas BSpG hat deshalb das Verfahren insgesamt sofort aufgegriffen und zu einer zum Bundesgericht rechtsmittelfähigen Sachentscheidung geführt.
Lothar schreibt:
ZitatDas Gericht sagt selber, es hätte die eV erlassen müssen
Das seh/les ich nicht (Urteil, S. 5/6). Wenn man eine Sachentscheidung trifft, dann erübrigt sich doch eine eV.
ZitatSoweit beantragt wurde, eine Einstweilige Verfügung zu erlassen, wäre keine Beschleunigung des Verfahrens sondern das Gegenteil, nämlich eine erhebliche Verzögerung eingetreten. Mit einer Einstweiligen Verfügung hätte der Vorsitzende dem Begehren des Einspruchsführers stattgeben müssen. Für einen solchen Fall hatte die HBL angekündigt, daß sie Widerspruch einlegen werde, so daß eine Befassung des Gremiums mit dem Fall erst deutlich später hätte erfolgen können. Das BSpG hat deshalb das Verfahren insgesamt sofort aufgegriffen und zu einer zum Bundesgericht rechtsmittelfähigen Sachentscheidung geführt.
Lothar schreibt:
Zitatund dieser als nicht heilbar bewertet würde. Es gibt keinen Ermessensspielraum.
Er ist halt "heilbar" - und das ist Ermessenssache.
Ps. Es ist doch offenkundig völlig unangemessen, im Extremfalle (z.B. bei weiteren Einsätzen Pochs) Willstädt wegen einer solchen Geschichte absteigen zu lassen. Außerdem hat sich Poch ja 'de facto' im Sinne des §23 aus Flieden abgemeldet. Was macht man denn dann eigentlich bei 'Passbetrug'? (und das es sich in diesem Falle um keinen 'Paßbetrug' handelt, ist wohl unumstritten- oder?)
Ich kann hier einige Argumentationen nicht nachvollziehen.
Eins nur kurz: auch wenn ein Verstoß gegen § 23,1 vorliegt, dann heißt das ja noch lange nicht, daß Spielwertungen zuungunsten von Willstädt vorgenommen werden müssen (im Gegenteil, das wäre m.E. sogar unverhältnismäßig).
Meteo schreibt:
ZitatHier zahlt jemand, ohne das sein Logo oder Name eindeutig erwähnt wird. Wo ist das Problem?
Na gut, wenn Du damit kein Problem hast ![]()
Das ist ja nun wirklich Schleichwerbung (bzw. redaktionelle Werbung) pur - und damit noch problematischer als 'normale Werbung' im Pay-Internet-TV.
Als ich das Geld an HBl-TV überwiesen habe, bin ich davon ausgegangen, daß die übertragenen Spiele nach journalistischen Kriterien ausgewählt werden - und nicht nach Möglichkeiten der Refinanzierung der jeweiligen Übertragung der einzelnen Spiele.
Da gehör ich sicherlich zu ner Minorität, aber nach der Erfahrung des Füchse Spiels (und der Art der Kommentierung des K/Ö-Spiels), versuch ich die HVL-TV-Kosten soweit zu minimieren, wie es geht.
Schon interessant, daß die Produktionskosten des Spiels nicht von HBL-TV getragen wurden.
Ich bin eigentlich davon ausgegangen, daß das Angebot von HBL-TV werbefrei ist.
Achja, und wenn man z.B. sich mal den Kommentar des Spiels K/Ö gegen GWD vom letzten Spieltag anhört (Semrau), dann kommt bei mir schon der Verdacht/Eindruck von so einer Art 'Schleichwerbung' auf (da fehlte m.E. wirklich jede Form von 'kritischer Distanz' zum Geschehen rund um die SAP-Arena - aber es gibt ja genug 'Journalisten', die sowas völlig aus eigenem Antrieb und 'altruistisch' machen).
Insgesamt flachte das Niveau des Moderation im Verlaufe der Saison kontinuierlich ab (nicht bei allen Mitarbeitern! - die Spielfeldinterviews fand ich z.B. durchgehend gut gemacht) - Hofberichterstattung (bzw. fast PR) für die gastgebenden Vereine dominierte zusehends.
Aha, drei Formulierungen - eine Bedeutung: "Menschlich -Ehrlich - Gut" - Mehmet E. Göker - MEG.
Edit: hab beim googeln in einem ihm sehr freundlich gesonnenen Blog noch was über den 28-jährigen neuen Partner der R-N-L (wenn ich das mal personalisieren darf) gefunden (hoffentlich bekommens die RNL nicht noch Minderwertigkeitskomplexe, da sie statt in einem 'Kolosseum' 'nur' in einer 'Arena' spielen):
ZitatDer Inhalt: Die Multifunktionsarena würde in den nächsten zehn Jahren offiziell den Namen "MEG Kolosseum" tragen - eine Vereinbarung, die den Sport- und Autofan Göker (jüngste Anschaffung: ein Rolls Royce "Phantom", Länge sechs Meter, zweifarbig, Preis etwa 380.000 Euro), nach eigenen Angaben eine siebenstellige Summe kosten würde.
Quelle: Blog - Versaicherungsmakler mit TüV - dort noch viel mehr über MEG
In der Tat, 'MEG' steht übrigens für 'Menschlich - Ehrlich - Gut".
Na, ich weiß nicht - ist dieser Göker ein Bekannter/Freund von Harder oder einen der Hopps?
Kann mir keinen anderen Beweggrund vorstellen, warum sich die R-N-L (oder kürzt man die ohne Bindestriche ab ?() auf sowas einlassen.
Passt als 'Hintergrundinfo' ganz gut rein (HNA 13.07.07):
ZitatAlles anzeigen
Göker will das AuestadionVon Peter Ketteritzsch
kassel. Die drei Buchstaben MEG prangen inzwischen auf den Trikots von hunderten Fußballern in Nordhessen - jetzt greift Mehmet E. Göker, Vorstandschef der in Kassel ansässigen Versicherungsagentur MEG AG, nach der bekanntesten Fußballarena in der Region.
Der Kasseler Selfmademan mit dem kometenhaften Aufstieg, der vielfältig Sportarten in der Region fördert, interessiert sich für das Auestadion. Konkret geht es Göker um den Erwerb der Namensrechte an der vor Kurzem aufwändig umgebauten Sportstätte. Wie die HNA erfuhr, hat Göker Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) sein Anliegen in einem Brief vorgetragen.
Bei der Stadt bestätigt man den Eingang des Schreibens. Der Brief sei an die zuständige Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) von Stadt und Kreis weitergeleitet worden, sagte Pressesprecherin Petra Bohnenkamp auf Anfrage unserer Zeitung. Der genaue Wortlaut des Antwortbriefs war gestern von der WFG nicht zu bekommen - Geschäftsführer Thilo von Trott zu Solz ist in Urlaub. Der Tenor ist allerdings klar: Es sei längst noch nicht entschieden, ob die Stadt die Namensrechte am Auestadion verkaufen wird, sagte Bohnenkamp. Priorität habe in dieser Hinsicht die geplante Multifunktionshalle. Auch dort interessierte sich Jungunternehmer Göker bereits vor Monaten für die Namensrechte. Im Umfeld des Versicherungsvermittlers dachte man an ein MEG-Kolosseum. Diese Idee ist allerdings seit der Entscheidung der Volkswagen AG vom Tisch, sich finanziell für die Multihalle zu engagieren. Dies stieß auf Zustimmung bei Investor HBM, die Halle wird womöglich einmal Volkswagen-Arena heißen.
Sollte sich die Stadt entscheiden, die Namensrechte am Auestadion zu verkaufen, werde es ein "transparentes Verfahren" geben, so Bohnenkamp. Interessenten müssten sich dann bewerben. Der Versuch, die Firmenbezeichnung MEG beziehungsweise den Namen Göker mit einem Gebäude zu verbinden, ist offensichtlich ein Steckenpferd des Versicherungsmaklers.
So erklärte Mehmet E. Göker in diesem Frühjahr, dem Verein Stadtmoschee 100 000 Euro für den Umbau einer Lagerhalle zu einem Gotteshaus zu spenden. Bedingung: Die Moschee müsse den Namen seines verstorbenen Vaters Asim Göker tragen.
Hoch hinaus will der Spezialist für Krankenversicherungen auch mit seinem neuen Firmensitz. Innerhalb der nächsten drei Jahre, das verkündete Firmensprecher Frank Marth vor ein paar Wochen, will Göker am Stadtrand Kassels höchstes Haus errichten. Dort sollen einmal auf rund 25 000 Quadratmetern 1000 MEG-Mitarbeiter Platz finden. Zu dem Projekt Auestadion wollte sich Mehmet E. Göker gegenüber unserer Zeitung gestern nicht weiter äußern. Archivfoto: Fischer
Quelle: http://64.233.183.104/search?q=cache:mBDRIZDFPKsJ:%5BURL]hier[/URL]
Ja, das ist sicherlich der passende Partner für den Arenenbespieler aus der "Metropolregion Rhein-Neckar".
Schwaniwolli schreibt:
ZitatKarl : anscheinend ist die Jagd auf die Rhein Nckar Löwen wieder eröffnmet, oder was soll dieser peinliche Angriff auf dieses Projekt in der Metropolregion Rhein Neckar, aber darüber soll man in einem anderen Fourm diskutieren, aber dann bitte auch diskutieren.
Ich hab mich überdeutlich auf die 'Junge Welt' Rezension (und Dein vorhergehendes Posting) bezogen.
Aber wenn man ernsthaft so Marketingsprechblasen wie 'Metropolregion Rhein Neckar' (bei Dir ohne Anführungszeichen!) hier verbreitet - naja, da lohnt sich eine weitere Auseinandersetzung nicht.
Das 'Projekt' Rhein-Neckar Löwen schmückt sich jetzt mit ein paar eingekauften Weltmeistern - ist ja okay (und nachvollziehbar). Ansprechen darf man das hier ja wohl mal (vor allem, wenns im unmittelbaren Kontext des Threads steht) - aber einzelne der 'Projektliebhaber' wählen dann hier ja ganz gern die Diskussionsverbotskeule.
Schwaniwolli, Meteo: Also, wenn ich die beiden Rezensionen so lese, hat der Dokumentarfilm schon den Anspruch etwas 'tiefer' zu gehen, als 'coole Sprüche' zu dokumentieren. Wird das in dem Film eingelöst? Oder sind das eher Interpretationsleistungen der wohlmeinenden Rezensenten?
[und Tschuldigung - 'Rhein-Neckar-Löwen' . das hört sich gar nicht nach (Zitat 'Junge Welt'):
ZitatGroße Volksnähe. Provinz. Soweit der populäre Mythos. Irgendwie eine sehr deutsche Angelegenheit.
an - oder halt: irgendwie doch - provinzieller und peinlicher (Provinz muß keineswegs peinlich sein - der Name ist aber eine Synthese aus Provinz und Peinlichkeit ;)) kann man einen Namen für einen Handballverein ja kaum wählen. Sieht man mal von den 'Magdeburg Gladiators' ab; aber der Name hat sich ja nicht durchgesetzt (wird vom SCM, anders als in Mannheim auch nicht forciert, sondern eher 'schamhaft' behandelt)]
Steinimaus schreibt:
ZitatEbenso habe ich die geniale WM-Stimmung sehr vermisst - nicht ein Einspieler der so typischen WM-Lieder...
Das fanden die Rezensenten gut - und macht nach ihnen die Qualität des Filmes aus
(aus ihrer Sicht)
vgl. Junge Welt und Berliner Zeitung Rezension (oben)
Sendeplan des Senders 'Phoenix' für morgen: ![]()
Zitat12.00 Bekanntgabe der Arbeitsmarktdaten Nürnberg. (VPS 12.00)
anschl. Pressekonferenz zur Premiere des Films "Projekt Gold - Eine Deutsche Handball WM". Dresden. (VPS 12.00)
THEMA. Auf Streife 12.30 Deutsche Skipper im Visier Unterwegs mit der Maas-Polizei Film von Wiel Verlinden und Manfred Schulz, WDR/2007
Quelle: [URL=http://www.ad-hoc-news.de/Aktuelle-Nachr…ag,-31Juli-2007]hier[/URL]
Edit: : Auch Im Feuilleton (!!) der Berliner Zeitung heute eine positive und interessante Besprechung - hätte ich nicht gedacht: als von dem Film zum erstem Mal die Rede war, hab ich skeptisch gelächelt (und war da wohl nicht der Einzige):
ZitatAlles anzeigenWie funktioniert ein Wunder im Sport?
Ein Film über die Handball-WM untersucht es: "Projekt Gold" von Winfried OelsnerAndreas Lesch
Heiner Brand ist nicht nur Bundestrainer der deutschen Handballer, nein: Er ist auch Detektiv. Zumindest an diesem einen Abend bei der Weltmeisterschaft 2007. Es ist nicht mehr weit bis Mitternacht, da schleicht Brand über die Gänge des Mannschaftshotels und entdeckt einen Gast, der dort nichts zu suchen hat: den Pizzaboten. In der nächsten Besprechung rügt der Bundestrainer seine Spieler scharf. So eine schlechte und unprofessionelle Ernährung, so spät abends, und das auch noch am Tag vor der wichtigsten Partie ihrer Karriere, dem ersten WM-Hauptrundenspiel gegen Slowenien, das könne ja wohl nicht sein.
Dies ist in dem Film "Projekt Gold - Eine deutsche Handball-WM" der einzige wirklich überraschende Moment. Die Dokumentation über den Titelgewinn der deutschen Mannschaft ist keine Sammlung von Sensationen. Sie lüftet kaum streng gehütete Geheimnisse, was aber daran liegt, dass der Handball so geheimnistuerisch wie der Fußball nicht ist. Der Film über die Handball-WM muss damit leben, dass er knapp ein Jahr nach dem Film über die Fußball-WM in die Kinos kommt, nach Sönke Wortmanns "Deutschland. Ein Sommermärchen". Er wird zwangsläufig mit ihm verglichen. Aber er hält diesem Vergleich problemlos stand.
Natürlich enthalten beide Dokumentationen ähnliche Elemente. Sie zeigen das Trainingslager vor der WM, die Arbeit mit Fitnesstrainern und Psychologen, die Spiele, den Jubel nach Siegen und den Frust nach Niederlagen, die Reaktionen der Zuschauer, dazu Interviews mit Spielern, Trainern und Betreuern sowie die üblichen Sportlerspäße und Anekdoten am Rande des Turniers. Aber es wäre billig, den Handball-Film deshalb als Abklatsch des Fußball-Films zu bezeichnen: Turniere im Sport sind nun mal so. Sie laufen nun mal so ab.
Regisseur Winfried Oelsner ist ein Film gelungen, der sich angenehm von Wortmanns Werk unterscheidet. Oelsners Film ist nicht platt patriotisch, er ist nicht von schwarz-rot-goldenem Fahnengeschwenke und dauernder Gefühlsduselei dominiert. Er zielt nicht auf den schnellen Scherz, er vertraut eher dem subtilen Humor. Er lebt natürlich auch von den Emotionen der WM, besonders von der Dramatik des Viertelfinales gegen Spanien und des Halbfinales gegen Frankreich. Aber seine stärksten Szenen sind die stillen Momente: Torhüter Henning Fritz, der in seinem Verein zuvor lange frustrierter Ersatzmann gewesen ist, erzählt etwa, wie er zu Beginn der WM im Spiel die Faust ballte - aber sich in Wahrheit schwach und mutlos fühlte; erst im Laufe des Turniers habe er die Kraft, die diese Geste ausdrücken soll, wieder ehrlich gespürt. Heiner Brand berichtet, er sei zu Beginn seiner Trainerkarriere sehr stur gewesen; später habe er gelernt, wie wichtig der Austausch ist.
Der Handball-Film ist schon deshalb intelligenter als der Fußball-Film, weil seine Protagonisten intelligenter sind. Sie reflektieren über sich und ihren Sport, über ihre Verletzungen, Hoffnungen und Gefühle. Ihre teilweise sehr persönliche Aussagen sorgen dafür, dass der Film ein sehr brauchbares Erklärstück ist zu der alten und immer wieder neuen Frage: Wie funktioniert ein Wunder im Sport? Wie wächst eine Mannschaft, an die niemand glaubt, zu einer Einheit, die immer stärker wird und auch den letzten Gegner überwindet?
Der Film erzählt die prägenden Geschichten der deutschen Mannschaft bei der WM. Er zeichnet die Befreiung des Torhüters Fritz von seinen Selbstzweifeln nach, das Comeback des längst zurückgetretenen Kreisläufers und Motivators Christian Schwarzer, die Verletzung des Spielmachers Markus Baur und die starken Leistungen seines Vertreters Michael Kraus. Er zeigt sehr ausführlich auch die Kabinenansprachen des Bundestrainers. Es ist ein Film, in dem viel geredet wird. Er bringt aber auch viele Spielszenen - und verzichtet auf manches überflüssige Drumherum.
Dieser Film zeichnet ein realistisches, differenziertes Bild von der WM. Auch wenn sein Titel nicht besonders kreativ ist: "Projekt Gold" - dieses Motto trugen die Spieler schon vor der WM auf ihren T-Shirts, es war ihr Motto für das Turnier. Vielleicht kommt der Film auch zu spät in die Kinos, um ein Erfolg zu werden. Vielleicht wird er darunter leiden, dass viele Zuschauer sich fragen: Wie hieß noch mal Deutschlands Gegner im Finale? Wer war noch mal Pascal Hens? Doch nicht nur wer Handball mag, wird diesen Film mögen.
Projekt Gold - Eine deutsche Handball-WM Dtl. 2007. Regie: Winfried Oelsner, Kamera: Frederik Walker, Winfried Oelsner, Mark Liedtke. 113 Minuten, Farbe. Ab heute im Kino.
Berliner Zeitung, 30.07.2007
Sehr lesenswert (und auch diskussionsanregend): die Rezension aus der 'Jungen Welt' (einer mitunter interessanten, kleinen überregionalen linken Tageszeitung aus Berlin) :
ZitatAlles anzeigenVoltaren geflaggt
Die Schmerzen und das Nationalgefühl: Zum Kinostart des Handball-WM-Wintermärchens
Von Peer Schmitt
»Blöd ist, wer vergißt, daß Profisport eine Frage der Schmerzen ist«Handball ist schwerer Blues-Rock. Auf Vereinsebene erfolgreich gespielt wird er hierzulande vor allem in Klein- und Mittelstädten wie Göppingen, Gummersbach, Großwallstadt. Für mich immer mit einem zurückgelehnten 70er-Jahre-Flair verbunden. Etwas für das Sonntag nachmittags-TV »der guten alten Zeit« (immer die jeweilige Kindheit). Wie Zweitliga-Fußball früher. Harte ehrliche Arbeit, mitunter am Rande des zivilisatorisch Gutzuheißenden. Wahrscheinlich ist Handball neben Wasserball der brutalste Mannschaftssport, den es gibt. »Kontaktsport«. Barbarei der Basis. Große Volksnähe. Provinz. Soweit der populäre Mythos. Irgendwie eine sehr deutsche Angelegenheit. Größter bekennender Fan der deutschen Handballnationalmannschaft, die Anfang dieses Jahres »im eigenen Land« die Weltmeisterschaft gewann, ist nicht zufällig Schreckensmann Horst Köhler.
Nun hat sich in den letzten Jahren Handball auch hierzulande nach spanischem und französischem Vorbild zum international ausgerichteten Profisportspektakel entwickelt. Mit guten TV-Quoten, gutem Geld und zuletzt einem WM-Titel, der Gold wert ist: Aus dem Außenseitersumpf zu den Sternen. Kein Wunder, daß auch die Handballer ihren eigenen Dokumentarfilm bekommen haben, wie ihn die Möchtegernweltmeister des DFB dank Sönke Wortmanns »Deutschland. Ein Sommermärchen« hatten. Vom Sommermärchen zum Wintermärchen. Das Wintermärchen ist besser. »Projekt Gold« heißt es. Überraschenderweise ein mehr als ordentlich gemachter Dokumentarfilm, den Regisseur Winfried Oelsner da abgeliefert hat. Mit im naheliegenden Vergleich zu Wortmann der klareren Dramaturgie, den besseren Szenen, besseren Typen, besseren Schnauzbärten und nicht zuletzt auch den besseren Einsichten.
Die Warnungen aus dem Deutschland-Wintermärchen von Heinrich Heine – »Fatal ist mir das Lumpenpack,/ Das, um die Herzen zu rühren,/ Den Patriotismus trägt zur Schau/ Mit allen seinen Geschwüren« – kann der Film natürlich nicht voll beherzigen. Doch ist der Anteil der Fahnenschwenkerei an der Spielzeit im Vergleich zum Wortmann-Machwerk deutlich reduziert. Bilder fahnentrunkenen Volks sind hier auch nicht so sehr als kulturpolitische Drohgebärde zu verstehen. Sie sind eher Mittel zum Zweck, die teilweise verblüfften Reaktionen der Spieler auf die nationale Euphorie zu dokumentieren, obwohl zumindest meiner Erinnerung nach die offizielle TV-Berichterstattung vom Turnier von einem extrem widerwärtigen Chauvinismus gekennzeichnet war.
Unfreiwillig groteske Szene andererseits, in der der jüngste Spieler der Manschaft, Dominik Klein, in seinem engen Hotelzimmer einen Platz für eine riesige Deutschlandfahne sucht. Schließlich hängt er sie vor das Fenster, als wäre eine Nationalflagge einfach dazu da, die kleine Sichtluke auf die äußere Welt restlos zu verdecken, mithin jeden Fahnenbesitzer in eine blinde National-Monade zu verwandeln.
Eine der besten Sequenzen des Films handelt vom Unterschied zwischen Normalität und medialem Ausnahmezustand. Nach ihrem Eröffnungsspiel in Berlin steht die Mannschaft abseits aller TV-Kameras relativ orientierungslos auf einem Bahnsteig des Berliner Ostbahnhofs. Sie steigt in den Zug nach Köln und muß feststellen, daß das reservierte Abteil bereits hoffnungslos überfüllt ist. Niemand kümmert sich besonders um die Nationalhelden (das Turnier ist, wie gesagt, im Anfangsstadium eine eher provinzielle Angelegenheit). Die Handballer sind zwar erfolgreiche Profisportler, aber aufgrund der relativen Marginalität ihres Sports keine Stars im gegenwärtig weltläufigen Sinne, keine »Prominenz«. Dann zeigen sich diese Handball-Brutalos tatsächlich als nette und witzige Typen, mit Hang zu Selbstironie und versteckten Nachdenklichkeiten.
Einer der interessantesten ist der Abwehr-Experte Oliver Roggisch. Den Unterarm mit asiatischen Schriftzeichen tätowiert (vermutlich irgendwelche Schmerzensformeln), redet Roggisch offen und klug von Verletzungen, Ängsten und Leidenschaften. Seine Hauptleidenschaft ist anscheinend (seinem Sport gemäß) der Schmerz. Maxime des Leistungssports: Ohne Schmerzen kein Gold. Später wird Roggisch in der Umkleidekabine eine Rißwunde am Kopf getackert. Der Manschaftsartzt fragt: »Mit oder ohne Betäubung?« Roggisch in fast schon verächtlichem Tonfall: »Ohne!«
»Bundestrainer, Bundestrainer, was hast du mir da bloß angetan«, murmelt der wegen der Verletzungen nachnominierte Christian Schwarzer nach dem offensichtlich sehr schmerzensreichen Halbfinale gegen Frankreich in der Kabine und schüttet sich dabei ungefähr ein halbes Pfund Kraftpulver in seine Wasserflasche.
Da fällt einem natürlich sofort Ex-Nationalspieler Stefan »Kretzsche« Kretzschmar ein, der zu diesem Zeitpunkt spekulierte, die Mannschaft würde sich nach der Halbfinalschlacht auf das Endspiel mit kräftiger Einnahme von Voltaren vorbereiten, einem ursprünglich zur Therapie von Rheuma entwickelten Schmerzmittel. Unlängst hat Anti-Doping-Radler Rudolf Scharping das Statement im Zusammenhang der Tour de France-Diskussionen wieder aufgekocht. Scharping kritisierte die Verharmlosung eines Medikaments, das dazu diene, »die Schmerzschwelle höher zu drücken, damit man das, was in einem sehr harten Spiel auszuhalten ist, tatsächlich aushalten kann.« Blöd ist, wer vergißt, daß Profisport eine Frage der Schmerzen ist. Oliver Roggisch weiß das. Stefan Kretzschmar weiß das. Nur die Funktionäre, Politiker und Mediendeppen tun so, als wüßten sie es auf einmal nicht mehr. Sie stellen sich blöd. Kretzschmars Antwort an Scharping: »Wir fressen das ja nicht wie Müsli. Offenbar hat er (Scharping) einen Fahrradschlauch im Kopf und zu doll aufgepustet.«
Die Qualität von Winfried Oelsners Dokumentarfilm liegt genau darin, einen Kompromiß zwischen konventioneller Turnierverlaufsdramaturgie samt Monaden-Nationalismus und eben der Reflektion des Voltaren-Alltags der Leistungssportler zu finden. Lehrreich.
»Projekt Gold«, BRD 2007, Regie: Winfried Oelsner, 106 min, Kinostart heute
Quelle: Junge Welt
Das Gebäude beherbergt nur leider die "Krombacher-Braustube" (womöglich auch noch im siegerländischen Krombach?)
Das ist mir dann doch (auch mit den Fäßchen) erheblich zu aufdringlich.