Ratkas Ruf nach "verlängertem Arm" verhallt
Für namhafte Verpflichtungen mangelt es GWD an finanziellen Mitteln / Saison 2006/2007 mit Minus abgeschlossen
Minden (mt). Es hat ganz den Anschein, als bliebe die Verpflichtung von Anders Henriksson (OHV Aurich) die einzige des Handball-Bundesligisten GWD Minden. Der 30-jährige Schwede wird den nach Dänemark (Aarhus) abgewanderten Dimitri Kusilew am Kreis ablösen. Ein Nachfolger für Spielmacher Snorri Gudjonsson (nach Gudme/Dänemark) ist dagegen nicht in Sicht.
Von Jürgen Knicker
"Wir sind stets auf der Suche nach interessanten Spielern. Aber der Markt gibt derzeit nichts her", erklärt Mindens Manager Horst Bredemeier auf Nachfrage. "Man sieht doch an der Tatsache, dass zuletzt Transfers herausragender Spieler aus bestehenden Verträgen nur mit hohen Ablösesummen stattfanden, wie schwierig die Lage ist", spricht "Hotti" von einem leergefegten Spielermarkt.
GWD-Trainer Richard Ratka hatte am Ende der letzten Serie seinen Wunsch nach einer verlängerten Hand auf dem Spielfeld geäußert. Also ein möglichst international erfahrener Mann, der das Tempo variieren kann und an dem sich die jungen Mindener Akteure orientieren können.
"Wenn es diesen Spieler gibt, dann bin ich bereit, bei unseren Sponsoren dafür betteln zu gehen", verweist Bredemeier in einem Atemzug auch gleichzeitig auf die wie gewohnt angespannte finanzielle Lage der Mindener.
Nach Bredemeiers Worten hat der Tabellenvierzehnte die letzte Saison 2006/2007 mit einem Minus von 200 000 Euro abgeschlossen. Zwar habe GWD nach dem Ende seines Engagements mit der Tui-Arena Hannover seine Einnahmen im Marketing-Bereich um 50 Prozent erhöhen können, doch dies reiche nicht, um den Etat von 2,1 Millionen Euro zu decken.
"Priorität hat im nächsten Spieljahr ein ausgeglichener Haushalt", macht Bredemeier klar, dass bei den Personalplanungen keine großen Sprünge zu erwarten sind. Auch im nächsten Jahr plant GWD wieder mit einem 2,1-Millionen-Etat. Darin enthalten sei wiederum ein fünfstelliger Betrag für den Abbau der Altschulden. Hierzu hat sich GWD in seinen Lizenzauflagen verpflichtet.
Der Etat für Spieler und Trainer betrage 1,4 Millionen Euro, so Bredemeier. Schwer im Magen liegt den Mindenern die Erhöhung der Versicherungs-Prämien für die Berufsgenossenschaft. Um happige 30 Prozent explodierten die Kosten in diesem Bereich.
Gut entwickele sich derzeit der Dauerkarten-Vorverkauf für die kommende Serie, so der Manager. Bredemeier: "Bisher haben wir fast 400 Tickets abgesetzt....