Sigi Roch ist nicht mehr Manager
Die Bombe platzte beim TuS N-Lübbecke am Donnerstagmorgen um 10 Uhr
Lübbecke/Hamburg (Les). Handball-Bundesligist TuS N-Lübbecke steckt mitten drin im Abstiegskampf. Nur zwei Pünktchen konnten bisher auf die Haben-Seite gebracht werden. In der Kreissporthalle Lübbecke leuchtet die rote Laterne. Damit sich das möglichst schnell ändert, hat Handball-Bundesliga-Schlusslicht TuS N-Lübbecke erste Konsequenzen gezogen und Personal-Entscheidungen gefällt.
Gestern Morgen haben der Verein TuS N-Lübbecke und der bisherige Manager Sigi Roch auf Grund unterschiedlicher Auffassungen über die weitere sportliche Entwicklung des Handball-Bundesligistn TuS N-Lübbecke ihre Zusammenarbeit beendet. Will heißen: Dem Manager Sigi Roch wurde der Stuhl vor die Tür gestellt.
Um 10 Uhr wurde der Manager, dem Mitte des Jahres noch mit einem Drei-Jahresvertrag (läuft bis zum 30. Juni 2009) das absolute Vertrauen für die bisherige Zusammenarbeit bekundet wurde, die Kündigung persönlich vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Paul Gauselmann und dessen Sohn
Armin Gauselmann, ausgesprochen.
Der Medienbeauftragte des TuS N-Lübbecke, Robert Hess, formulierte den Rauswurf so: »Herr Roch ist von seiner Arbeit erst einmal freigestellt worden.«
Dabei bescheinigte Robert Hess dem jetzt freigestellten Manager während der gestrigen Presse-Konferenz eine hohes Maß an sportlich-fachlicher Kompetenz: »Die ist unbestritten!« Gleichzeitig konnte man den Äußerungen des Medienbeauftragten durchaus entnehmen, dass er die fachliche Sport-Management-Kompetenz doch erheblich anzweifelt: »Die Transformation vom einen auf den anderen Bereich hat wohl nicht so geklappt!«
In der Presseerklärung des TuS N-Lübbecke, gedruckt auf dem offiziellen TuS-Briefbogen, in dessen Fuß natürlich immer noch Siegfried Roch und Uwe Kölling als Geschäftsführer geführt sind, danken die Gesellschafter Sigi Roch für sein Engagement und wünschen ihm für seinen weiteren Berufsweg Glück und Erfolg.
Sigi Roch und Ehefrau Uschi haben noch gestern den Heimweg nch Großwallstadt angetreten und werden sich erst einmal rechtlich beraten lassen, bevor weitere Schritte unternommen werden. Gegenüber der »Freistellung« stellte der Ex-Manager nur fest: »Dazu gebe ich vorerst keinen Kommentar ab.«
Die Geschicke des TuS N-Lübbecke werden jetzt auf der einen Seite, der geschäftlichen, von Uwe Kölling (»nach altbewährter Art«) wie bisher weitergeführt. Die Verantwortung für den gesamten sportlichen Bereich liegt ab sofort in den Händen von Trainer Jens Pfänder. Der 46-Jährige, der seit Juni 2003 Trainer des Handball-Bundesligisten ist, freut sich auf diese neue Herausforderung als Gesamtverantwortlicher für den sportlichen Bereich.
Als Assistent wird ihm das »Lübbecker Urgestein« Zlatko Feric zur Seite gestellt. Der frühere Spieler und Trainer des TuS Nettelstedt, Zlatko Feric, der trotz seiner Tätigkeiten in Bad Salzuflen, Katar und Eisenach immer in Lübbecke wohnte (»Ist doch klar,. Ich habe immer meinen Wohnsitz in Lübbecke gehabt!«) und noch wohnt, wird sich schwerpunktmäßig um die Spielersichtung und Nachwuchsförderung kümmern.
Für die Verantwortlichen des TuS N-Lübbecke, an vorderster Stelle für den Sprecher der Gesellschafter, Paul Gauselmann, sei es nunmehr wichtig, alle Kräfte zu mobilisieren, sich gemeinsam aufzubäumen: »Denn wir alle wollen das sportliche Highlight, Erstliga-Handball, für die Menschen unserer Region erhalten und dafür brauchen wir noch im Dezember die möglichen zehn Punkte.«
Robert Hess stellte dazu gestern fest, dass man eine Ruckwirkung erwarte, »damit wir's gemeinsam packen!«
Angepackt werden muss dazu aber möglichst fix. Denn ein echtes Konzept für die Herausforderung liegt noch nicht vor. Doch schon in den nächsten Tagen wollen sich Pfänder und Feric zusammensetzen, um die »Geschichte in die richtigen Bahnen zu lenken.« Und dann hofft man eben beim Gesellschafterbeirat, dass zukünftig grundlegende personelle und strategische Entscheidungen intensiver zwischen dem Management und dem Gesellschafterbeirat zu diskutieren und zu entscheiden sind.