Der neue Mann neben Storm
Flensburg - Sechs Wochen noch am Ballastkai bei der Hypo-Vereinsbank, dann wechselt Frank Buchholz auf die andere Fördeseite an die Schiffbrücke. Der 39-jährige Bankkaufmann wird ab dem 1. Oktober bei der SG Flensburg-Handewitt zweiter Geschäftsführer neben Thorsten Storm und sich schwerpunktmäßig um die Bereiche Finanzen, Organisation und Kundenbetreuung kümmern. Nur vier Wochen nach der Ankündigung von SG-Präsident Frerich Eilts, die Aufgaben der Geschäftsführung nach der Ära Storm auf zwei Schultern zu verteilen, ist die SG damit bei der Suche nach dem ersten Mann in der neuen Doppelspitze fündig geworden. Ein Teammanager, der für den sportlichen Bereich verantwortlich zeichnet, soll noch kommen. Über den Zeitpunkt und den Namen hüllt sich die SG jedoch in Schweigen.
Frank Buchholz ist in der Handball-Szene kein Unbekannter, obwohl er selbst nie ein "begnadeter Handballer" war. "Ich habe in der Jugend mit Jan Holpert und Ulf Momsen zusammen gespielt", erzählt der 39-Jährige, der mit Frau und sechsjähriger Tochter in Harrislee wohnt. Und noch heute trifft er sich mit ihnen regelmäßig zum "Fredagsklubben". Dennoch war Buchholz "immer nah dran", wie er es ausdrückt. Zum einen durch Vater Uwe Buchholz, der jahrelang Betreuer beim TSB und der "Zweiten" war, zum anderen durch Schwiegervater Sönke Voß, der dem SG-Präsidium angehört. Und natürlich auch durch seinen Beruf. "Ich habe viele Mitglieder des Club 100 begleitet", sagt Buchholz, der bei der Hypo-Vereinsbank in leitender Position den Bereich Wealth Management leitet - als Berater und Betreuer vermögender Kunden. Das neue Aufgabengebiet bei der SG ist für Buchholz also nichts Neues. "Ich kenne viele handelnde Personen im Umfeld der SG persönlich", sagt der neue Geschäftsführer.
Bereits Ende Juni hatte Frerich Eilts die ersten Kontakte geknüpft. "Und ich habe sofort Ja gesagt, weil mich diese Aufgabe einfach reizt", gesteht Buchholz. Bei den folgenden Gesprächen seit Mitte Juli wurden weitere Eckpunkte abgeklopft. Buchholz freut sich auf seine neue Aufgabe, doch bis zu seinem Amtsantritt wird er sich darauf konzentrieren, seine Kunden bei der Hypo-Vereinsbank in vertrauensvolle Hände zu übergeben.
Für das SG-Präsidium ist Frank Buchholz genau der richtige Mann für den kaufmännischen Part in der Geschäftsführung. "Nicht nur seine Erfahrungen mit vermögenden Kunden und sein Know-How in der systematischen Marktbearbeitung zeichnen ihn für diese Position aus", sagt Eilts. "Auch die fundierte Bankausbildung und seine mehrjährige Führungstätigkeit sind gute Voraussetzungen für eine schnelle Einarbeitung."
Thorsten Storm, der zum 30. Juni 2007 ausscheidet, freut sich auf die Zusammenarbeit mit Buchholz: "Ich werde alles tun, dass der Übergang reibungslos verläuft. Es ist genug Zeit, ihn einzuarbeiten."
Eine zweite gute Nachricht gab es gestern aus Hannover. Die Operation am Innenohr bei Trainer Kent-Harry Andersson ist nach Auskunft von Ehefrau Mette "ganz gut" verlaufen. Es gehe dem 57-Jährigen "den Umständen entsprechend gut". Der Schwede freue sich darauf, das Krankenhaus bald wieder verlassen und mit der Rehabilitation beginnen zu können. Außerdem ließ er die Mannschaft grüßen.
Hans-Werner Klünner