Lästige Gegenwart
Ein Blick auf die aktuelle Tabelle der Handball-Bundesliga könnte zu dem Schluss führen, dass die 20:32-Demütigung des VfL Gummersbach beim TV Großwallstadt zwar ärgerlich, aber eine sooo große Sache nun auch wieder nicht sei. Kann sein.
Es kann aber auch sein, dass hier die erste Ernte einer konfus anmutenden Perspektiv-Politik eingefahren wurde, die vor lauter Zukunfts-Euphorie die lästigerweise ja auch noch zu absolvierende Gegenwart ein bisschen aus den Augen verliert. Es ist eben fraglich, ob man ein Handball-Team in den entscheidenden Saison-Rest mit gleich acht Spielern schicken muss, die im nächsten Jahr vielleicht irgendwo, aber ganz sicher nicht in Gummersbach spielen; es ist eben riskant, mit Velimir Kljaic einen Trainer walten und womöglich wüten zu lassen, der sich im Team - beziehungsweise „bei den Bankdrückern“, so Vereins-Mogul Hans-Peter Krämer - zunehmend unbeliebt macht, dessen Nachfolger aber mit Alfred Gislason bereits feststeht. Auch das alles kann sein.
Sicher aber ist, dass die zwei Punkte aus Großwallstadt im Kampf um den Champions-League-Platz drei weg sind. Und noch selten war es so deutlich, dass diese Punkte beinahe ohne Umweg durch vorwitziges Klub-Management verschenkt worden sind. Beweise? Nein - da soll man uns erst mal das Gegenteil beweisen.