Da schließe ich den Tag mal mit ein paar unstrukturierten Bemerkungen zum Spiel ab:
Nuja, irgendwie ist es schon eine Sensation, wenn man das Spiel gesehen hat, war es aber so sensationell nun wieder auch nicht:
Zunächst: Ein Trauma ist vorbei: GWD hatte in den letzten Jahren enorme Probleme mit Spitzenmannschaften - der letzte Sieg gegen Kiel datiert aus dem Jahre 1998 [Trainer Biegler damals: "Von Meisterschaft reden wir nicht" - damals hatte man in Dankersen (nicht unberechtigt) solche Ambitionen - Ratka hat heute nach dem Spiel aber auch nicht von Meisterschaft geredet
] Der letzte Sieg gegen eine Mannschaft, die unter den ersten Sechs in der Endabrechnung landete, gelang 2002 (!) gegen Flensburg (und Wenta).
"EM Held" Gudjonsson fand nicht ins Spiel - und wurde durch den heute überragenden 'Instinkthandballer' Just ersetzt - kein 'Tempohandballer', aber an guten Tagen ungemein gefährlich, selbstbewußt und kaum ausrechenbar.
Kiel am Anfang in bekannter Manier individuell sehr stark (Anderson!) - GWD gehemmt und schnell mit 4:11 (so um 15. min) im Rückstand. Die Hereinnahme von Buschmann (stand nicht in der ersten 7 wg. Bänderriß) und Just stabilisierten das GWD-Spiel und zur Halbzeit (13:17) ahnte man eigentlich schon, daß heute was drin sei.
Nach der Halbzeit erhielt Kiel kaum mehr die Gelegenheit sein Tempospiel aufzuziehen - und was aus dem Postionsangriff kam, war schlichtweg enttäuschend. Konsequenz war der erste Gleichstand Mitte der 2. HZ. Eklatante Defizite offenbarte der Kieler Innenblock ( KL Kusilev konnte in dieser BL-Saison selten so unbedrängt abschließen) - und das Spiel nahm dann halt so seinen Lauf.
Bemerkenswert, daß heute Just, Kusilev, Buschmann (unspektakulär, aber ungemein effektiv) und' EM-Tourist' Backovic (in seiner gewohnt trockenen Art im Angriff - in der Abwehr eh eine Bank) dem GWD- Spiel ihren Stempel aufdrückten und Arne Niemeyer entlasteten.
Das Mindener Publikum war übrigens bis in die Schlußphase hinein (gewohnt) sehr reserviert - und wohl auch (in Anbetracht der Vorberichterstattung) etwas ungläubig (von 'Spektakel' des Publikums wie in den Spielberichten erwähnt, kann überhaupt keine Rede sein).
Fazit: Kiel mit erheblichen Problemen in der Abwehr und auch im Tor nicht doll (Besirevic stärker als Anderson). Nach der starken Anfangsphase kam nicht mehr viel. Hatte so ein bißchen das Gefühl, daß sich die Kieler Spieler selbst an ihrem Tempospiel in den ersten 15 Minuten berauschten (wie ja auch die Vorberichterstatter ;)) - als sie dann auf Wiederstand trafen, kam ein Bruch ins Spiel. Abzuwarten bleibt, ob dieser ganze Wirbel um die Spielweise der Kieler nicht eher ein 'Medienhype' ist - nach den Flensburg CL-Spielen ist man schlauer.
Erwähnen sollte man noch, daß GWD keinen gelernten Außenspieler im Kader hat (die Halbspieler der 2. Mannschaft wurden vor der Saison zu Außenspielern in der 1. ernannt- Simon und Schäpsmeier haben ihre Sache in der Abwehr aber wieder sehr gut gemacht).
Nächste Woche gehts dann für Dankersen zu Hause weiter gegen Flensburg-Handewitt.