Das Problem wird hier sein, wie groß die Differenz zwischen Bürgschaftshöhe und Liquditätslücke ist. Es kann ja durchaus sein, daß AR für (rein hypotetisch) 1 Mio. bürgt, die Lücke aber 2 Mio beträgt. Da reicht dann die Bürgschaftshöhe nicht aus um die Lücke zu schließen. (Ich bin aber kein Fachmann und lasse mich ggf. gern korrigieren).
Wie darf ich mir das vorstellen? Mal fiktiv: der HSVH plant mit einem Etat von, sagen wir mal 6Mio. Davon ist ein Teil gesichert, ein Teil über Einnahmen avisiert (variabel, Zuschauer) und ein Teil über geplante Akquise (Sponsoren in spe). Einfach nur mal hypothetisch ... Das ganze soll für 12 Monate reichen um die Ausgaben zu decken. Weil bei den Einnahmen Unwägbarkeiten bestehen, gibt es eine Bürgschaft, die einen Ausfall oder das nicht Erreichen der Akquise absichern soll. Das müsste doch das Szenario sein, das in der Lizensierung geprüft und für tragfähig befunden wurde. So hoch muss die Bürgschaft sein.
Jetzt tritt der Fall ein, dass einige Einnahmen und Sponsorengelder nicht in der erwarteten Höhe erzielt werden können. Dann könnte ich verstehen, dass im letzten Drittel der Saison die Puste ausgeht und mann die Bürgschaft ziehen muss. Passiert das im ersten Drittel, kann es doch nur bedeuten, dass die gesicherten Einnahmen der Etatplanung sehr minimal waren und man sich auf die Zuschüsse bzw. die Bürgschaft verlassen hat. Anders ausgedrückt, der planmäßige Etat war für die Ausgaben bei weitem nicht ausreichend. Die Bürgschaft war quasi Bestandteil des planmäßigen Etats.
Sollte sich die HBL auf ein Szenario eingelassen haben, bei dem die Bürgschaft die vakanten Positionen des Etats nicht abdeckt, dann wäre das fahrlässig. Daran glaube ich aber nicht. Ich denke eher, dass die Bürgschaft alles abdeckt, Rudolph nur nicht mehr bereit ist, alles zu zahlen und der GF traut sich nicht seinen Gönner zu belangen. Das ist für mich der eigentliche Skandal. Die HBL ist offensichtlich nicht in der Position den HSVH zur Einhaltung seiner der Lizenzerteilung zugrunde liegenden Angaben zu zwingen.
Was hätte man davon? Naja, zumindest Zahlungen an Spieler und die Beschäftigten. Eine reguläre Abwicklung der Saison 15/16 und einen kontrollierten Rückzug. Verlierer wäre AR. Da könnte ich gut mit leben.