Beiträge von Tobi75

    Fankontakt etc. als Erklärung zu akzeptieren, wäre m.E. kein "Ermessensspielraum", sondern ein starker Präzedenzfall.

    Egal wie oft Du es falsch wiederholst, die Begründung war:

    Portner war Anfang April positiv auf Methamphetamine getestet worden. Nach einem wochenlangen Verfahren hatte sich die HBL dennoch für einen Freispruch entschieden, unter anderem weil "die im Körper des Athleten nachgewiesene Menge der verbotenen Substanz eine so geringe Dosierung hatte, dass eine aktive Einnahme und eine leistungssteigernde Wirkung ausgeschlossen werden kann und dass weder von einer absichtlichen noch einer verschuldeten Einnahme auszugehen ist", so der Ligaverband.

    Fankontakt war das Sekundärargument, warum diese o.g. geringen, nicht leistungssteigernden und nicht regelmäßig konsumierten Stoffe bei ihm nachgewiesen werden konnten.

    Im Nationalen Anti-Doping-Code (NADC) der NADA, Abschnitt 10.5 ("Absehen von einer Sperre, wenn Kein Verschulden vorliegt"), wobei auch 10.6. ("Herabsetzung der Sperre aufgrund Kein signifikantes Verschulden") in diesem Fall betrachtet werden sollte.

    Danke für die sachliche Argumentation. Meiner Meinung nach, kommst Du allerdings gar nicht bis zu 10.5 bzw. 10.6, da dies ja den Dopingnachweis nach 3.1 voraussetzt und nur dann von einer Sperre absieht bzw. diese reduziert.

    Wir hatten diese Diskussion schon mal im April und ich hatte das damals für mich in #38.400 diesen threads sortiert - ob zutreffend oder nicht, weiß ich nicht, jedoch erst mal so insgesamt schlüssig. Kannst Du Dir ja mal anschauen: #38.400

    Da passt auch die Wortwahl des HBL-Freispruchs zu bzw. ist mit in Deckung zu bringen.

    Ergo: Da kein Dopingnachweis nach 3.1 auch keine Begründungsnotwendigkeit nach 10.5/10.6 (ich glaube so ähnlich wollte Alf es auch sagen, oder?).

    Was mich allerdings wirklich mal interessieren würde, wäre das Thema Haaranalyse. Was kann man daraus bezogen auf Methamphetamine ermitteln? regelmäßiger Konsum, einmaliger Konsum in größeren Dosen, latente Kontamination...

    Die wichtigste Frage derzeit ist doch: ist die derzeitige Spielberechtigung rechtssicher oder kann sie im Nachhinein dazu führen dass z.B. ein absteiger nur deswegen absteigt, weil er gegen den SCM verloren hat und deswegen klagt, weil in den Reihen des SCM ein Spieler war, welcher nach seiner Rechtsauffassung gesperrt sein müsste.

    Wenn die Spielberechtigung also in irgendeiner Art und Weise anfechtbar ist, dann hat der SCM ein Problem. Gilt sie uneingeschränkt bis zu einem möglichen Urteil, mit negativen Auswirkungen für den Spieler/Verein, kann der SCM sich bis dahin bequem zurück lehnen. Nur sollte der CAS dann auch mitteilen wie lange sich das Verfahren hinziehen wird.

    Die Frage ist doch eher: Kann der CAS rückwirkend sperren? Die aktuelle Lage ist doch, dass eine Entscheidung der zuständigen NADA-Vertretung (HBL), Den Sportler freigesprochen und von einer Strafe abgesehen hat. Damit ist der Spieler spielberechtigt und uneingeschränkt einsetzbar. Das schreibt auch der RA des SCM, bestätigt durch die HBL:

    Zitat

    Trotz der jetzt erfolgten Einlegung eines Rechtsmittels durch die NADA darf

    Nikola Portner aufgrund der Aufhebung der vorläufigen Suspendierung durch

    die HBL auch weiterhin uneingeschränkt im Trainings- und Spielbetrieb

    eingesetzt werden.

    Dies wurde unserer Mandantin heute seitens der HBL nochmals bestätigt.

    Uneingeschränkt kann ja nicht bedeuten "unter Vorbehalt" oder "eventuell doch nicht", sondern eben ohne Einschränkung.

    Jetzt geht die NADA zum CAS und der prüft nach. Kommt man zum Ergebnis, dass die HBL den NADC richtig ausgelegt hat, ist alles gut. Kommt der CAS zum Ergebnis, dass der Sportler zu sperren ist, dann kann das doch nur ab Urteilsspruch gelten und dann für die festgelegten Zeit abzgl. der bereits verbüßten Sperre. Das kann ja wohl kaum rückwirkend gelten. Sollte das so richtig verstanden sein, geht der SCM doch erst mal gar kein Risiko ein.

    Die kleine nachgewiesene Menge nach dem aktuellen Spiel kann aber von einer signifikanten Menge im vorigen Spiel stammen.

    Wenn ich mich unter der Woche für die CL aufputsche und am Wochenende in der Liga getestet werde, falle ich unter den hypothetischen Grenzwert. Genauso kann man dann auch immer aufgeputscht trainieren, da ja ein paar Tage bis zum Spiel sind.

    Das wäre dann doch aber in der Haaranalyse festgestellt worden, richtig?

    Tatsache ist, dass er 2x so unterschrieben hat und 2 Jahre kein Problem damit hatte.

    1 Jahr lang (22/23) hatte er kein Problem, oder? Wie hat er denn in Eisenach (23/24) unterschrieben- auch digital? Möglicherweise kam ihm die Erkenntnis mit dem Kontrakt in Eisennach dass eine digitale Unterschrift nicht gilt. Man lernt ja immer dazu. ;)

    Das ein Vertrag geschlossen wurde ist zweifelsfrei. Ob er gültig ist, wird von Spielerseite bestritten mit recht strittigen und zweifelhaften Begründungen. Hier kann nur eine Entscheidung in einer Hauptverhandlung des Arbeitsgerichtes endgültig Klarheit schaffen und das wird nach derzeitigem Stand erst in ein paar Monaten erfolgen. Das sind die Fakten. Da das Zehnder zu lange dauert, möchte er vorzeitig durch eine einstweilige Verfügung aus dem Vertrag raus, was das AG Nürnberg mangels eines echten Härtefalles abgelehnt hat und das ist nach meiner Meinung auch völlig korrekt.

    Danke für die Erläuterung und es mag haarspalterisch sein aber eben auch Kern des Problems: Wenn die Rechtsgültigkeit in Frage gestellt wird (hier wenn ich es richtig lese, wg. formaler Unzulänglichkeiten) dann ist der Vertrag eben nicht zweifelsfrei geschlossen. Vielleicht hatte man die Absicht dies zu tun, ev. sogar beiderseitig, aber eben nicht zweifeldfrei geschlossen - so jedenfalls meine laienhafte Bewertung und Interpretation.

    Nur zu meinem Verständnis und ganz unvoreingenommen gefragt: Du gehst davon aus, dass ein Vertrag geschlossen wurde. Ist es nicht gerade die Argumentation des Spielers, dass dieser Vertrag gar nicht gültig ist weil nicht rechtskonform abgeschlossen oder ist die Wirksamkeit der Vertragsverlängerung schon geklärt?

    Heymann: Rückraum rechts?

    Sagen wir es mal so, es ist schon merkwürdig, wenn der Spieler Sport macht und nicht seiner Frau bei der Geburt beisteht, die ihr erstes Kind gebärt.

    "Sport machen" klingt nach Freizeitgestaltung und wird der Sache wohl kaum gerecht. Dass ein Vater, der seinem Job nachgeht, nicht bei der Geburt dabei sein kann, dürfte hingegen schon ab und an vorkommen. Auch wenn es sicher das Ziel für jeden ist, lässt es sich eben mitunter nicht realisieren, weil das was dranhängt eben auch Gewicht hat, das sollte man nicht kleinreden.

    Aber genau das ist ja die Frage, ob die Nada das auch so sieht:

    Dass eine Kontaminierung durch Körperkontakt die wahrscheinlichere Variante ist.

    Das ist nicht die Frage. Die Frage ist, ob Portner schlüssig darlegen konnte nicht wissentlich, vorsätzlich und leistungssteigernd gedopt zu haben. Ob die Körperkontaktübertragung da eine argumentative oder eine begleitende Rolle spielt, hat ja außerhalb dieses Forums gar keiner dargelegt, oder?

    Die Frage ist ehr nicht politisch und sehen wir das auch so. Und die Frage ist vor allem nicht glaube ich dieses oder jenes.

    Das was das HBL-Präsidium gemacht hat, ist die Anwendung des Nationalen Anti-Doping Codes 2021 und der dort aufgestellten und für alle gültigen Regeln. Artikel 3 "Dopingnachweis" regelt unter 3.1 die Beweislast und das Beweismaß. Die Beweislast für das Vergehen liegt bei der NADA oder dem nationalen Sportverband. Das erforderliche Beweismaß liegt oberhalb von 51% und muss 100 nicht erreichen, 99%, 98%, 97% ... all das reicht aus und ist vorliegend mit den zwei positiven Proben erbracht worden.

    Die Beweislast zur Widerlegung obliegt dem Athleten. Das erforderliche Beweismaß liegt allerdings deutlich niedriger, nämlich bei dieser "... leicht überwiegenden Wahrscheinlichkeit...", die im NADA-Kommentar mit 50%+1 beziffert ist. Ein echter Beweis, der zweifelsfrei und zu 100% schlüssig und konsistent ist, ist nicht erforderlich. Das war im übrigen die Anforderung, von der ich bisher fälschlicherweise ausgegangen bin.

    Portner hat durch ergänzende Analysen, Fachgutachter, Quervergleiche, Sachvortrag etc. schlüssig darlegen können, dass ein Verstoß weniger Wahrscheinlich ist, als kein Verstoß und das reicht. Ob er das mit 80%, 70%, 90% oder 51% Wahrscheinlichkeit darlegen konnte wissen wir nicht, da das Anforderungsniveau für den Athleten aber nur die 51%-Grenze hat, ist das auch egal. Damit hat das HBL-Präsidium genau das erfüllt, was der NADA Code als Anforderung vorgibt und die sperrigen Formulierungen mit "... leicht überwiegenden Wahrscheinlichkeit..." transportieren genau diese Regelungen. ALF hat das weiter vorn ja alles schon mal dargestellt.

    Wenn die NADA da jetzt reingrätschen will, müsste sie den Sachvortrag von Portner angreifen. Die Haaranalyse anzweifeln, die ergänzenden Tests als falsch bewerten, die Quervergleiche widerlegen... das dürfte schwierig werden, meinst Du nicht? Allein zu sagen, ich kassiere die Entscheidung weil sie nicht zu meiner Vorstellung oder Linie passt, reicht nicht, weil man dann dem eigenen Code in Frage stellt und fachlich/sachlich wird sich das HBL-Präsidium da auf ganz sichere Füße gestellt haben. Lothar Frohwein hat das ja in Bezug auf beteiligten Juristen schon mal eingeordnet.

    Ich hätte das nicht für möglich gehalten, aber ich glaube das Ding ist durch.

    interessante Details. Danke.

    Übrigens der Fritz Sörgel, welcher vor 4 Wochen noch forderte, dass eine Haarprobe notwendig ist, um zu beweisen, dass Nikola eine "normale Menge" konsumiert hat:

    "Weiter sprach Sörgel auch über das Magdeburger Statement. Der Verein behauptete, es sei ausgeschlossen, dass in den Wochen und Monaten vor dem relevanten Dopingtest jemals eine ‚normale‘ Konsummenge von Methamphetamin in Portners Körper gelangt sei. „Wenn das tatsächlich so ist, müssten sie eine Haar-Probe entnehmen, um das beweisen könnten“, stellte er klar." Quelle

    Was denn nun Herr Sörgel? Haarprobe gemacht - negativ. Und nun?

    das gefällt mir.

    Wenn eine entlastende Haarprobe, sowie Gutachten/Analysen von Experten den Schluss zulassen, dass bei dem positiv getesteten Wirkstoff eine leistungsfördernde Wirksamkeit definitiv nicht gegeben ist und ...

    wie gerade geschrieben: "...nicht gegeben ist und in der Langzeitbeobachtung (Haaranalyse) auch rückblickend nie gegeben war...) .... d'accord!

    Na das geht ja schon wieder heiß her hier. Ich bin tatsächlich irgendwie hin und her gerissen.

    Da wo ich klar bin, ist die Freude für den Menschen und Sportler Nikola Portner, dass er wieder das machen darf, was seine Profession ist. Sport machen, trainieren, soziale Kontakte, Mannschaft, Verein ... all das wird ihm gefehlt haben und das bekommt er jetzt zurück. Das ist gut so.

    Die Entscheidung des HBL-Präsidiums hat bei mir trotz Fanbrille etwas Bauchgrummeln erzeugt - und da kann ich bspw. auch Arcosh ein Stück weit verstehen. Das mag aber auch mit meiner Unkenntnis des Regelwerkes zusammenhängen und der laienhaften Bewertung der Sache durch mich. Platt gesagt, war für mich immer klar, mit positiver B-Probe obliegt die Beweislast der Unschuld dem Athleten und unter Beweis habe ich auch immer 100% Beweis und keine schlüssige Darlegung verstanden - also Mathe Klasse 6, q.e.d., hieb- und stichfest. Das Exempel mit den verunreinigten Schmerztabletten war das Muster und Zahnpasta oder falsches Müsli reichen eben nicht.

    Das Regelwerk sieht das aber offensichtlich anders. Wahrscheinlichkeit des Sachvortrags von 50+1 reichen aus und das konnte Portner darlegen.

    Ich glaube im übrigen, dass das Thema Fremdkontakt und geringe Nachweismenge nur Sekundärargumente waren, um das wie plausibel zu machen. Maßgeblich für mich wäre gewesen, was die Haaranalysen und die weiteren Tests ergeben haben. Das müsste ja quasi wie ein Eisbohrkern zu sehen sein und Rückschlüsse auf das übliche Verhalten des Sportlers erlauben. Hätte er systematisch oder einmalig Stoffe in so hoher Dosis konsumiert, dass eine leistungssteigernde Wirkung erreichbar gewesen wäre, so hätte man da etwas gefunden. Damit wäre das Argument, er hätte vor dem Spiel konsumiert und man weist nach dem Spiel nur geringe Restmengen nach (weil schnell abbauend), die ursprüngliche Dosis wäre aber leistungssteigernd gewesen, weg. Vorausgesetzt, die leistungssteigernde Dosis ist in Haarproben auch nachweisbar. Das ist natürlich wieder nur meine laienhafte Interpretation. Das HBL-Präsidium wird das sicher auch nicht genauer wissen, sich von Experten aber erläutert haben lassen.

    Nur habe ich durchaus gelesen wie die Magdeburger Fans hier sich sehr gut mit dem Wolff-Transfer nach Magdeburg anfreunden konnten. Absolut verständlich im übrigen. Als es dann klar war, dass es nichts wird, wollte Magdeburg natürlich nicht wirklich und Kiel bekommt ihn nur deswegen (überspitzt gesagt).

    Genauso gab es aber auch die gegenteiligen Stimmen und nicht wenige. Das war im übrigen die Phase als Hernandez überperformt hat und das konstant. Auch die Floskeln "wenn ein Wolff auf dem Markt ist, muss man sich damit beschäftigen" oder so ähnlich und die Einschränkung "wenn der Transfer denn passt" bzw. "wenn er denn finanzierbar ist" nachgeschoben. Ein gewisser Teil hier im Forum war diesem Gerücht auch offen ablehnend gegenüber und ist jetzt wahrscheinlich froh. Ich meine, die Stimmungslage zum Wolff-Gerücht war doch in der Fanschaft sehr ambivalent. Da jetzt irgendwas draus zu konstruieren - wie von Dir überspitzt - ist subjektiv natürlich voll zulässig, trifft m.E. aber nicht zu.

    Ich denke Magdeburg ist gut beraten, da nicht die riesigen Transfers stemmen zu wollen mit dem Risiko sich zu überheben. Wir waren gut beraten, die genau passenden Transfers mit Perspektive einzutüten. Und auch wenn ich persönlich einen Wolff ganz gern im Tor des SCM gesehen hätte, besteht unser Handlungsbedarf vordringlich auf anderen Positionen.

    Dem THW gönne ich den Transfer komplett (auch wenn das absolut unerheblich ist) und denke angesichts der Baustelle im Tor, ist das als Sofortmaßnahme für 24/25 auch geboten. Was dann 25/26ff wird frage ich mich allerdings schon. Entweder hat man so viel Budget für Wolff und PdV bzw. das geht zu Lasten der Feldspieler bzw. PdV kommt doch nicht... in jedem Falle hätte man Stand heute weniger Freiheitsgrade.