Es ist also überhaupt nicht "typisch Deutsch" wenn man etwas regelt. Es gibt halt Leute die erkennen, daß etwas Sinn macht und welche, die es nicht erkennen. Im Handball mag es schon sein, daß es viele Leute gibt, die die Notwendigkeit erkennen würden. Aber es gibt keine Möglichkeit, dies auch durchzusetzen, weil eben keine starke ordnungpolitische Instanz besteht. Deshalb können einzelne große Vereine (oder eine Lobbygruppe wie die GHC) im Eigeninteresse Entwicklungen abblocken oder befördern. Und genau dieses hat in den letzten Jahren dazu geführt, daß die Dinge ausfransen. Sei es bei Transfers, sei es bei der Kadergröße in der CL, sei es die sportliche Dichte in der HBL, die dramatisch abgenommen hat oder seien es die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Vereine. Es gab immer schon gewagte Finanzierungen, die nicht immer aufgingen. Aber heute ist sind die Verhältnisse unterhalb von Platz 6 in der Bundesliga praktisch schon per se prekär. Daß die handballerischen Fähigkeiten der Spieler auf breiter Basis seit zwanzig Jahren beständig abnehmen, soll hier mal gar nicht das Thema sein.
soweit ich es verstanden habe, ging es nicht darum, dass überhaupt regeln geschaffen werden, sondern darum dass diese regeln nicht ein übermass einnehmen sollen, welches jede freie handeln unterbietet - der handball kann sich im zuge der zunehmenden professionalisierung nicht von den übrigen bedingungen eines freien marktes abkoppeln, womit die dachverbände automatisch in ihrem handlungsoptionen eingeschränkt sind
Zitat
Die ordnungspolitische Macht kann auf unterschiedlichem Wege legitimiert werden. Im Fußball geschieht die Reglementierung im autokratischen Stil durch einen sehr einflußreichen Weltverband. Da könnten sich in der Bundesliga alle einig sein, daß man jederzeit Transfers durchführen können soll. Das reicht dann trotzdem nicht, um das durchzusetzen. Über das Transferfenster entscheidet nur der Weltverband und Ende der Diskussion. Ein ganz anderes Modell ist das der amerikanischen Profiligen. Da ist es so, daß es keinen übergeordneten Verband gibt. Die Liga, das sind die Teams bzw. die Teambesitzer. Die Macht wird hier praktisch demokratisch auf die Ligaleitung abgetreten. Und dann ist es nicht etwa so, daß es dann ein laxe Haltung zum Thema Reglemetierung gibt. Ganz im Gegenteil. Die NFL ist beispielweise auf geradezu extreme Weise veregelt. Da betrifft das Thema Kadergröße, Gehaltsober- und Untergrenze (derzeit ausgesetzt), Verteilung der Nachwuchsspieler per Draft, Eigentümerstruktur der Teams, Verteilung der Zuschauereinnahmen in fast schon sozialistischem Stil und vielem mehr. Es ist nämlich so, daß die ganze Liga und damit auch alle Teams von dieser Reglementierung profitieren. Das wissen die Teambesitzer und deshalb gibt es diese extreme Verregelung.
eine ordnungspolitische macht hat man - zumindest in der hbl auch - auch hier gibt es das mehr als genug regeln, wie beispielsweise das transferfenster und wenn das zu ist, kann können sich vereine, spieler, berater und der liebe gott einig sein - ein wechsel wird dann akutell nicht über die bühne gehen - das verneinen einer odnungspolitischen macht, ist insofern also nicht richtig, man kann sicherlich aber über die stärke dieser macht reden - hier wiederum haben aber alle vereine und verbände - als basis der liga, des dhb, der ehf, bzw. ihf - ihren anteile dran - die ordnungspolitische macht hat seine macht ja nicht einfach so erlangt, sondern nur auf infolge der machtübertragung von seiten der "regierten", wobei eben diese machtübertragung auch noch im einklang mit den höherrangigen gesetzen, vorschriften etc. stehen muss
und ob nun gerade die fifa als positives zeichen her halten muss, kann man sicherlich auch in frage stellen - zumal die regelungen der fifa auch jederzeit geändert werden können, sei es nun dein erwähntes transferfenster oder die möglichkeiten des "nationalmannschaftshoppings" - auch fifa, uefa, dfb haben ihre macht von ihren mitgliedern übertragen bekommen-nur setzen sie ihre macht auch ganz gezielt zum eigenen machterhalt ein, womit ein aufbegehren des einzelnen ungleich schwieriger zu bewerkstelligen ist, da gerade im oberen personalbereich ein geflecht entstanden ist, dass eher aus eigennutz für die erhaltung der starken "ordnungspolitischen macht" ist, denn im sinne derer, die die macht übertragen haben
auch der us-sport kann hier nicht als ideal hingestellt werden, da dieser seine regeln und erfolge zum großen teil auf kosten der spieler erlangt - warum soll ein spieler nur zum erfolg des großen ganzen systems in atlanta spielen, wenn er doch washington oder miami viel schöner findet? der athlet ist hier nur noch n ware ohne eigene meinung, die einzig und allein zum wohle der clubs eingesetzt wird - der club selbst ist insofern auch nur eine reine gewinnerzielungsmachine, sprich ein marktwirtchaftlich handelndes unternehmen - ohne bindung an irgendwelche vereine, an die stadt oder region - die clubs sind nicht in dem umfang in der gesellschaft / sozialgemeinschaft verwurzelt, wie es hier in europa ist - das ist der halt der preis der "regeln"
Dabei geht es nicht um einzelne Reglementierungen, sondern um das Fehlen eines Souveräns, der in der Lage wäre, ordnungspolitische Grenzen zu ziehen oder nicht zu ziehen, Dinge im Sinne der Liga zu regeln oder ungeregelt zu lassen.
insofern kann man das fehlen eines oberen allmächtigen souveräns nur begrüßen, da die liga nicht um der liga willen existiert