Mir persönlich ist die Grundstimmung hier zu negativ. Man könnte meinen, dass der Handball bzw. der Breiten- und Leistungssport in Deutschland aussterben würde. Dabei ist das Sportangebot in Deutschland sehr breit gefächert, die Jugendlichen nehmen es zum Großteil an und die Zuschauerzahlen bei Sportveranstaltungen zeigen, dass sich mit Leistungssport die Menschen in Deutschland begeistern lassen - ergo auch die Chance besteht damit Geld zu verdienen.
Schaut Euch die Bestandserhebung des DOSB an. Bei der letzten Erhebung (Stand 2024) war der Großteil der Kinder und Jugendlichen in Sportvereinen aktiv. Bei den Jungen in Westdeutschland (7-14 Jahre) sind es fast 85% und ca. die Hälfte davon ist es mit Anfang 20 immer noch. Das bedeutet die Sportvereine des DOSB erreichen immer noch den Großteil des Nachwuchses. Nach Fußball, Turnen und Tennis liegt Handball etwa gleichauf mit Schwimmen und Leichtathletik ganz weit vorne bei den Mitgliederzahlen in dieser Altersklasse. 3,2% der 7-14-Jährigen in Deutschland sind Mitglied in einem Handballverein. Statistisch gesehen gibt es also fast in jeder Schulklasse in Deutschland ein Kind, dass Handball spielt.
Das bedeutet nicht, dass man sich auf dem Status quo ausruhen sollte, aber der deutsche Handball hat kein gravierendes Nachwuchsproblem.
Zudem finde ich es schwierig wie hier unterschiedliche Themengebiete (Nachwuchs im Handball als Breitensport, Sportförderung im Leistungssport, Entwicklung des Profihandballs in Deutschland und Europa) komplett miteinander vermischt werden.