Beiträge von Arcosh

    Schönes Auftaktspiel in Kassel. In der Anfangsphase war Melsungen sichtlich überrascht von der großzügigen Linie der Schiedsrichter in der Champions-League, aber konnte sich dennoch frühzeitig eine Führung erarbeiten. Sie haben es in der zweiten Halbzeit mehrfach verpasst, frühzeitig das Spiel für sich zu entscheiden, aber am Ende mit souveränen 7-gegen-6-Angriffen den Vorsprung ins Ziel gebracht. Bei Vardar hat mir Vukasin Vorkapic auf Rechtsaußen gut gefallen. Bei allem Verständnis für die Enttäuschung über die Niederlage, hätte Vardar im letzten Angriff auf ein Tor spielen müssen, denn in dieser ausgeglichenen Gruppe, kann jedes Tor über das Weiterkommen (mit-)entscheiden.

    Ich freue mich auf die weiteren Spiele der Gruppe B, denn es könnte eine spannende Konstallation werden.

    Heute Nacht bei Netflix, Kickoff 2.35 Uhr, San Francisco 49ers - Los Angeles Rams. Gespielt wird in Australien im Melbourne Cricket Ground vor ca. 100.000 Zuschauern.

    Wer denkt sich diese Kickoff-Zeit aus? 10:35 Uhr am Vormittag in Melbourne und 17:35 Uhr in San Francisco & Los Angeles. Das hätte doch zur us-amerikanischen Primetime stattfinden können.

    Du bist jetzt aber polemisch. In der Gruppenphase gibt es nicht viele interessante Spiele. Mit Aarlborg gegen PSG hatten sie ein gutes Händchen.
    Wieviel Spiele hat denn DAZN letzte Saison übertragen?

    Die Gegenfrage wäre es, was DYN für Mehrkosten entstehen würden, wenn sie einfach die fertig produzierten EHF-Streams aller Spiele ohne zusätzlichen Kommentator auf der eigenen Plattform anbieten würden.

    Laut unseren Informationen hat der VfL Gummersbach Interesse an Orri Freyr Thorkelsson. Ebenfalls soll Admir Faljic wohl in Gesprächen mit Tusem Essen sein

    Im Sommer 2027 endet der Vertrag mit Miloš Vujović und wenn sich Nkola Roganovic als der neue Siebenmeterschütze beim VfL Gummersbach herauskristallisiert, dann gibt es wenig Gründe, mit Vujović noch einmal zu verlängern. Aufgrund der Spielanlage mit wenig Einbindung der Außen und Tilen Kodrins Vertrag bis 2028, hätte ich erwartet, dass man auf einen jungen (deutschen) Nachwuchsspieler wie Tom Koschek als zweiten Linksaußen setzen würde.

    Mangahn

    Auch wenn es eine Tatsachenentscheidung darstellt und somit rechtlich nicht angreifbar ist, können wir uns hier darüber austauschen, wie die Schiedsrichter damit umgehen sollten, wenn sie das passive Spiel während eines Passes anzeigen. Meiner Meinung nach können die Schiedsrichter den zu spät gehobenen Arm nicht der angreifenden Mannschaft anlasten und der aktuelle Pass sollte noch nicht mitgezählt werden. Zumal in diesem konkreten Fall die angreifende Mannschaft unmittelbar nach Anzeigen des passiven Vorwarnzeichens Druck auf das gegnerische Tor gemacht hat.

    Die Entscheidung der Schiedsrichter war je nach Sichtweise "unglücklich" oder eine "Fehlentscheidung". In den Erläuterungen zum passiven Spiel steht:

    Zitat

    Handhabung des Vorwarnzeichens

    Erkennt ein Schiedsrichter (Feld- oder Torschiedsrichter) eine Entwicklung zu passivem Spiel, hebt er den Arm (Handzeichen 17), um anzuzeigen, dass ein gezieltes Herausspielen einer Torwurfgelegenheit nicht erkennbar ist. Die Schiedsrichter sollten das Vorwarnzeichen gleichzeitig zeigen, wenn ein Spieler den Ball unter Kontrolle gebracht hat. [...]

    Der zögerliche Spielaufbau der HSG Wetzlar rechtfertigte, dass das Vorwarnzeichen angezeigt wird, aber der Feldschiedsrichter hätte es nicht in den laufenden Pass hinein anzeigen sollen. Daraus resultierte die Unklarheit über die Anzahl der verbleibenden Pässe. Natürlich müssen die Schiedsrichter im Anschluss nicht zwingend noch vier Pässe zulassen, aber da die HSG Wetzlar offensiv aufs Tor gespielt hat, gab es keinen Anlass vorzeitig das passive Spiel abzupfeifen. Zudem haben die Schiedsrichter in Nachgang der HSG-Bank angezeigt, dass es fünf Pässe gewesen seien. Das ist in meinen Augen eine Fehlentscheidung, weil sie den zu spät gehobenen Arm nicht der angreifenden Mannschaft anlasten können. Aber es ist durch die Tatsachenentscheidung geschützt und somit hat die HSG folgerichtig den angekündigten Einspruch nicht weiterverfolgt.

    Die neue Gruppenphase ist aus deutscher Sicht nur bedingt spannend.

    • Für den SC Magdeburg wird es lediglich darum gehen vier Punkte mit in die Hauptrunde zu nehmen. Dafür werden wahrscheinlich primär die Spiele gegen KS Kielce relevant sein. Der Auftakt zuhause gegen Kolding ist Pflichtprogramm und ich erwarte +8 bis +10 Tore.
    • Die Füchse Berlin haben zum Auftakt mit Neuling Belgrad den nominell schwächsten Gruppengegner. Dort bin ich auf die Atmosphäre in der Halle gespannt - allgemein und im Hinblick auf den Umgang mit Ratko Mladic (siehe das Belgrader Fußball-Derby)
    • Der Champions-League Auftakt der MT Melsungen sollte eigentlich einen Sieg mit +5 Toren bringen.

    Das passt nicht. Zur Prime des THW stand die Meisterschaft schon vor Beginn des 1. Spieltages fest. Davon ist der SCM weit entfernt.

    Wann soll das gewesen sein?

    Selbst in den erfolgreichen Jahren (2005 bis 2015 mit zehn deutschen Meisterschaften in 11 Jahren) wechselten sich dominante Jahre mit sehr knappen Meisterschaftsentscheidungen ab.

    • 2004/05: 62:6 Punkte, 2 Punkte Vorsprung auf Platz 2
    • 2005/06: 62:6 Punkte, 7 Punkte Vorsprung auf Platz 2
    • 2006/07: 58:10 Punkte, punktgleich mit Platz 2
    • 2007/08: 61:7 Punkte, 7 Punkte Vorsprung auf Platz 2
    • 2008/09: 65:3 Punkte, 13 Punkte Vorsprung auf Platz 2
    • 2009/10: 62:6 Punkte, 1 Punkt Vorsprung auf Platz 2
    • 2010/11: 55:13 Punkte, Platz 2
    • 2011/12: 68:0 Punkte, 11 Punkte Vorsprung auf Platz 2
    • 2012/13: 61:7 Punkte, 7 Punkte Vorsprung auf Platz 2
    • 2013/14: 59:9 Punkte, punktgleich mit Platz 2
    • 2014/15: 65:7 Punkte, 2 Punkte Vorsprung auf Platz 2

    Wahrlich kein hochklassiges Spiel. Eisenach mit einfachen Torerfolgen, wenn sie schnell spielen und die HSG-Abwehr noch nicht formiert ist. Aber im Positionsangriff ist das mager vom ThSV. Größtenteils Einzelaktionen mit dem Kopf durch die Wand. Mir gefällt die Körpersprache der Eisenacher und das Abklatschen untereinander nach gelungenen Aktionen. Den Willen kann man ihnen nicht absprechen, aber es fehlt augenscheinlich an Qualität.

    Wetzlar lässt den Ball im Angriff flüssiger laufen, aber es reicht dennoch nur selten zu klaren Torgelegenheiten. Die Halben lassen sich immer wieder zu Bewegungen gegen die Hand drängen und geraten dadurch in (zu) schwierige Torwurfsituationen.

    Aktuell fällt es mir schwer einzuschätzen wie sehr die ersten drei Spiele auf die spielerische Klasse der Mannschaft und wie sehr auf Aufstiegseuphorie, Momentum und "Wir haben nichts zu verlieren" zurückzuführen sind. Vier Punkte sind mehr als die meisten Handballfans ihnen zu diesem Zeitpunkt zugetraut hätten, aber warten wir ab, wie sie als "Favorit" in den kommenden Heimspielen gegen Stuttgart, Hannover (DHB-Pokal) und den Bergischen HC auftreten werden.

    Do, 10.09.2026, 19:00 Uhr: TBV Lemgo - SG Flensburg-Handewitt
    Do, 10.09.2026, 19:00 Uhr: ThSV Eisenach - SG BBM Bietigheim
    Fr, 11.09.2026, 20:00 Uhr: Rhein-Neckar Löwen - HBW Balingen-Weilstetten
    Sa, 12.09.2026, 19:00 Uhr: THW Kiel - TSV Hannover-Burgdorf
    So, 13.09.2026, 15:00 Uhr: SC Magdeburg - HSG Wetzlar
    So, 13.09.2026, 16:30 Uhr: HC Hamburg - Frisch Auf! Göppingen
    So, 13.09.2026, 16:30 Uhr: HC Erlangen - Bergischer HC
    So, 13.09.2026, 18:00 Uhr: Füchse Berlin - VfL Gummersbach
    So, 13.09.2026, 18:00 Uhr: MT Melsungen - TVB 1898 Stuttgart

    Drei Spieltage sind absolviert und die Mannschaften haben erste Eindrücke hinterlassen.

    Eine der positiven Überraschungen ist für mich der TVB Stuttgart. In Hamburg und gegen Berlin waren sie auf Augenhöhe und haben vielleicht sich durch mangelnde Cleverness oder fehlende Crunchtime-Mentalität in den letzten Angriffen selber um die Chance auf mehr Punkte gebracht. Bei der MT Melsungen wird es dennoch schwierig werden zu punkten - auch wenn die Nordhessen am Donnerstag zuvor ihre Champions-League-Premiere gegen Vardar Skopje haben werden.

    Der THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt thronen verlustpunktfrei an der Tabellenspitze, aber die Leistungen waren in den ersten drei Spielen nicht immer überzeugend. Am vierten Spieltag warten knifflige Gegner auf die beiden norddeutschen Spitzenmannschaften. Siege sind Pflicht ist, aber der TBV Lemgo und die TSV Hannover-Burgdorf können auch zum Stolperstein werden.

    Interessant wird es am Wochenende hinsichtlich der unteren Tabellenhälfte. Der ThSV Eisenach wird eine Reaktion auf den völlig misslungenen Heimspielauftakt gegen Balingen zeigen müssen, der HC Erlangen wartet ebenfalls auf den ersten Heimsieg und im Duell mit dem Bergischen HC brauchen beide Mannschaften dringend einen Sieg.

    Der fragliche TG war glaube ich 29. Minute. In der Halle hatte ich aufgrund der Geschwindigkeit den Eindruck, das wäre strafwürdig gewesen. Das kann aber natürlich je nach Perspektive täuschen.

    Edwin Aspenbäck hat in dieser Situation keine Chance Lars Mitchell Kooij regelkonform zu stoppen, geht nur auf den Körper des Gegenspielers und trifft diesen völlig unvorbereitet. Das erfüllt für mich die Voraussetzungen für eine Disqualifikation nach Regel 8:5 - zumal der erste Kontakt sogar noch Kopf-gegen-Kopf ist.

    Die Disqualifikation gegen Tom Bergner kann man geben, aber ich empfinde sie als hart, weil seine Armbewegung der Bewegungsrichtung von Haukur Thrastarson folgt und nicht ihr entgegenwirkt.

    Bei solchen One-Two-Man-Shows bleibt mir etwas die Mannschaftsdienlichkeit auf der Strecke.

    Hast Du die letzten VfL-Spiele gesehen? Die Freiräume für Nikola Roganovic resultierten daraus, dass sich die MT-Abwehr auf Miro Schluroff konzentriert hat. Als Melsungen den jungen Schweden dann irgendwann ernst genommen hat, bekam Miro Schluroff mehr Freiräume. Individuelle Torgefahr kann mannschaftsdienlich sein.

    Ein leistungsgerechtes Unentschieden bei dem Nikola Roganovic und Aaron Mensing herausragten.

    Der VfL Gummersbach hat bewiesen, dass sie trotz der Abgänge von Julian Köster und Dominik Kuzmanovic und dem verletzungsbedingten Ausfall des besten Abwehrspielers mit den Topmannschaften der HBL mithalten können. Darauf lässt sich aufbauen. Heute hatte sich der VfL Gummersbach in den ersten 15 Spielminuten erneut zu viele ungezwungene technische Fehler erlaubt und musste folgerichtig einem Rückstand hinterherlaufen. Zur Verzweiflung hat mich die doppelte Überzahl gebracht. Alle Rückraumspieler scheuen sich in die riesigen Lücken zu stoßen und geben die Verantwortung an Mathis Häseler ab, der in den 50 Minuten zuvor fast nur in der Ecke stehen durfte und zuvor nur einen (Fehl-)Wurf bekommen hatte.