Zitat
Das unabhängige Vertrauensgremium hat insbesondere ausgeführt, dass die Voraussetzungen für die von der HSG Krefeld Handball Spielbetriebs & Marketing GmbH begehrte Feststellung der Rechtswidrigkeit der Erteilung der Lizenz an den HSG Nordhorn e. V. für das Spieljahr 2026/2027 sowie die Erteilung einer Lizenz für die HSG Krefeld Handball Spielbetriebs & Marketing GmbH zur Teilnahme am Spielbetrieb der 2. Handball-Bundesliga für das Spieljahr 2026/2027 nicht vorliegen.
Das unabhängige Vertrauensgremium des HBL e. V. stellt in seiner schriftlichen Begründung auch klar, dass keine Anhaltspunkte ersichtlich sind, dass die im Frühjahr des Jahres 2026 erfolgte Erteilung der Lizenz an den HSG Nordhorn e.V. für das Spieljahr 2026/27 durch die Lizenzierungskommission und ihren Gutachterausschuss auf Grundlage, der zum Zeitpunkt der Lizenzentscheidung vorliegenden Unterlagen nicht rechtmäßig ergangen ist.
Zumindest in Punkto Selbstschutz und Verschleierungstaktiken kann die HBL bei den großen Verbänden mitspielen, mit denen sie sich so gerne auf Augenhöhe sieht.
Diese inhaltsleere Pressemitteilung ist ein Affront gegen jeden, der die Thematik in den letzten Wochen ernsthaft begleitet hat. Es stand nie zur Debatte, dass die HBL "zum Zeitpunkt der Lizenzentscheidung" und auf Basis der "vorliegenden Unterlagen" die Lizenz nicht hätte erteilen dürfen. Tatsächlich steht im Raum, dass
- ... die vorliegenden Unterlagen nicht ausreichend auf Belastbarkeit geprüft wurden bzw. dass das aktuelle Lizenzierungsverfahren hier klare Schwächen aufweist.
- ... zwischen Lizenz-Erteilung und Ende der Saison 2025/26 die HSG Nordhorn einen Geschäftsbericht veröffentlicht hat, der massive Zweifel an der Richtigkeit der vorgelegten Unterlagen im Lizenzierungsverfahren aufkommen lässt, es aber seitens der HBL keine nachträgliche Überprüfung gab.
- ... zwischen Lizenz-Erteilung und Ende der Saison 2025/26 ein wichtiger Sponsor der HSG Nordhorn öffentlich verkündet hat, die HSG Nordhorn in der Saison 2026/27 entgegen der ursprünglichen Planungen nicht weiter zu unterstützen. Auch hier wäre eine Neubewertung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit seitens der HBL erforderlich gewesen.
- ... die HSG Nordhorn monatelang das ihr bekannte Ausmaß der wirtschaftlichen Probleme gegenüber der HBL bewusst verschwiegen hat und erst publik gemacht hat als das Spieljahr 2026/27 begonnen hatte, um Tatsachen hinsichtlich der Ligazugehörigkeit zu schaffen.
Auf keinen dieser Punkte ist die HBL bzw. die Lizenzierungskommission bislang öffentlich und konkret eingegangen!
Schlussendlich sollte sich die HBL mal Gedanken machen. 3x Sommer, 3x Lizenzproblematiken...
Lizenz-Verweigerungen, Lizenz-Entzüge und Insolvenzen schlagen hohe Wellen, schaden dem Ansehen der HBL und ihrem Selbstbild als professionelle Sportliga. "Lizenzproblematiken", die hinter verschlossenen Türen geklärt und mit geringen Schadensersatzzahlungen an geschädigte Vereine gelöst werden, sind in der öffentlichen Wahrnehmung hingegen schnell vergessen.