Beiträge von Arcosh

    Sind die Linien auch zu sehen, wenn der Bildschirm ausfällt?

    Bei der Variante in München ist der Boden quasi ein großer LED-Bildschirm mit Glas darüber und auf diesem Bildschirm werden die Linien u.ä. dargestellt. Ist der Bildschirm aus, dann sind auch die Linien weg. Beim TV Großwallstadt hingegen befinden sich unter dem Glasboden nur dort LEDs wo später Linien dargestellt werden sollen. Dadurch lassen sich keine so aufwändigen, graphischen Effekte darstellen.

    Ein verdienter Heimsieg für den VfL Gummersbach. In der ersten Halbzeit haben sich die Oberberger mit schlechten Torabschlüssen aus oft freien Wurfpositionen selbst in Bedrängnis gebracht. Die Abwehr stand zwar gut gegen den HC Erlangen, aber da die Abpraller immer wieder bei den Franken landeten kamen sie zu vielen einfachen Toren und daher war der Halbzeitrückstand folgerichtig. In den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel hat der VfL dann den Gästen den Zahn gezogen und 20 Tore im zweiten Durchgang sind ein deutliches Zeichen. Giorgi Tskhovrebadze erinnert mich mit seiner Athletik, Sprungkraft und dem hohen und langen Stand in der Luft zunehmend an Daniel Narcisse im VfL-Trikot.

    Mit jetzt 7:7-Punkten sieht die Tabelle für die Gummersbacher wieder freundlich aus - auch wenn die Leistungen gegen die Sorgenkinder aus Göppingen und dem Bergischen Land so nicht hätten sein müssen. Jetzt gilt es mit möglichst überschaubarem Aufwand das Pokalspiel über die Bühne zu bringen, um sich dann auf die Spiele gegen die beiden Aufsteiger zu fokussieren.

    Gegen den TVB Stuttgart haben Daniel Rebmann und Giorgi Tskhovrebadze sehr gut gespielt und Julian Köster hat die Mannschaft fast fehlerfrei geführt. Das müsste schon wieder alles so zusammenpassen, damit auch gegen Erlangen ein Erfolg gelingen kann, aber die Energieleistung von Montag mit kaum Wechselmöglichkeiten im Rückraum liegt gerade erst drei Tage zurück. Einem ausgeruhten, vollbesetzten VfL-Kader hätte ich zuhause den Sieg zugetraut, aber in der aktuellen Situation halte ich den HC Erlangen für favorisiert.

    Gudjon Valur Sigurdssons Aussage entnehme ich, dass es Dominik Mappes selbst betrifft und nicht sein näheres Umfeld. Insofern wünsche ich ihm alles Gute, eine hoffentlich vollständige Genesung und finde es gut, dass der VfL Gummersbach ihm die Zeit gibt, die er benötigt.

    Zitat

    [...] Auch Dominik Mappes werde irgendwann zurückkehren, ist sich der VfL-Coach sicher: „Aber oberste Priorität ist, dass er wieder gesund wird und das benötigt Zeit.“ (...)

    Quelle: Oberberg-aktuell.de

    Hä , was möchtest du mir damit sagen?

    Du hattest von "grob unsportlichem" Verhalten seitens Domenico Ebner geschrieben und in den Handballregeln (Regel 8:9) ist der Begriff "grob unsportlich" mit einer Disqualifikation verbunden. Im Unterschied zum "unsportlichen" Verhalten, dass eine Zeitstrafe nach sich zieht. Wenn man über regeltechnische Fragen diskutiert, dann ist die Semantik wichtig.


    Generell finde ich es wichtig, dass das "Einfordern von Bestrafungen" in der Liga einheitlich gehandhabt wird. Ich weiß nicht ob oder welche Vorgabe es zu Saisonbeginn an die DHB-Schiedsrichter gegeben hat. Christian O'Sullivan hatte auch gestenreich den Videobeweis eingefordert. Hätte er dann für 2x2 Minuten vom Feld geschickt werden sollen?

    Das ist sehr nett vom Sportfreund Ebner. Die Grenze zwischen "deutlich anzuzeigen" und "Strafe fordern" müssten wir dann allerdings noch mal diskutieren.

    "Strafe fordern" wäre das hochalten zweier Finger entsprechend des Handzeichens für eine Zeitstrafe oder wenn er verbal eine Sanktion eingefordert hätte. Das Anzeigen des Kopftreffers ist hingegen meiner Meinung nach nicht verwerflich, da er damit weiterhin den Schiedsrichtern die Bewertung der Situation überlässt.

    SG Flensburg-Handewitt - Bergischer HC

    Rhein-Neckar Löwen - HBW Balingen-Weilstetten

    VfL Gummersbach - HC Erlangen

    Handball Sport Verein Hamburg - TBV Lemgo Lippe

    MT Melsungen - TSV Hannover-Burgdorf

    SC Magdeburg - THW Kiel

    SC DHfK Leipzig - Frisch Auf! Göppingen

    Füchse Berlin - ThSV Eisenach

    HSG Wetzlar - TVB 1898 Stuttgart

    Der siebte Spieltag verspricht interessant zu werden. Magdeburg gegen Kiel ist das Duell der besten Mannschaften der vergangenen beiden Jahre. Der SCM konnte zuletzt nicht überzeugen, aber in eigener Halle ist die Atmosphäre für zwei bis drei Tore gut und damit sehe ich beide Mannschaften wieder gleichauf. Melsungen wird es nicht einfach haben gegen Hannover die weiße Weste zu bewahren, ist aber vor den eigenen Fans favorisiert.

    Schade, dass das "Kellerduell" zwischen Wetzlar und Stuttgart auf Ende Oktober verlegt wurde. Im Moment wäre sehr viel Brisanz in diesem Aufeinandertreffen.

    Von beiden Angriffsreihen war das gestern Abend über weite Teile des Spiels recht magere Kost. Dennoch hat der VfL Gummersbach am Ende verdient gewonnen und sich selbst in der Tabelle in eine etwas ruhigere Position gebracht. Die Rückkehr von Lukas Blohme war sehr wichtig für das schnelle Umschaltspiel des VfL Gummersbach und die daraus resultierenden Gegenstoßtore.

    Der TVB Stuttgart hat das Spiel Ende der ersten Halbzeit mit reihenweise technischen Fehlern aus der Hand gegeben und ist dann nur noch dem Rückstand hinterhergelaufen. Silvio Heinevetters Fehlverhalten auf dem Feld wurde endlich sanktioniert, wobei ich eine Disqualifikation für angemessener gehalten hätte. Negativ aufgefallen ist mir leider auch Jan Forstbauer, der in der letzten Minute als das Spiel bereits entschieden war Ole Pregler noch zweimal mit beiden Armen in den Rücken gestoßen hat. Das hatte etwas von Frustfouls, die die Gesundheit des Gegenspielers gefährden.

    Für den VfL Gummersbach steht am Donnerstag bereits das nächste wichtige Spiel (Heimspiel gegen Erlangen) auf dem Programm und aufgrund der aktuell fehlenden Wechselmöglichkeiten im Rückraum dürfte in den nächsten beiden Tagen das Training auf Regeneration und taktische Vorbereitung ausgerichtet sein.

    Ketzerisch könnte man jetzt sagen, dass sich da der Unterschied zeigt zwischen Trainern, die während der Auszeit ihrer Mannschaft eine taktische Neuausrichtung vermitteln können und denjenigen die ein- oder zwei Spielzüge aufmalen, die dann genauso abgehandelt werden sollen.

    Ist es unsportlich oder legitim, wenn z.B. ein Co-Trainer via Livestream die Auszeit der gegnerischen Mannschaft verfolgt und die Inhalte direkt an seine Mannschaft weitergibt? Früher wäre ich auch der Ansicht gewesen, dass sich das nicht gehört. Aber seit letztem Jahr hat die HBL, d.h. letztendlich die Vereine, zusammen mit Sportlounge ein Analysetool eingeführt mit dem die Mannschaften während des Spiels bereits Zugriff auf das Videomaterial und statistische Auswertungen haben. Insofern bin ich nicht mehr der Meinung, dass die Inhalte der Auszeit eine besonders vertrauliche Information sein sollten.

    Funkruf:

    Nenn mir ein Beispiel, wo es für ein solches Vergehen einen Strafwurf in den letzten 7 Jahren in der HBL gab.

    Kannst Du ein Beispiel aus der HBL in den letzten 7 Jahren benennen, in dem ein solches Vergehen aufgetreten ist und nicht mit Disqualifikation und Siebenmeter bestraft wurde?

    Derartige Spielsituationen sind selten, da es zum einen überhaupt ein bis in die letzten 30 Spielsekunden ausgeglichenes Spiel braucht und zum anderen die Spieler natürlich die Regeländerung kennen und in ihrem Handeln berücksichtigen.

    @Funkruf

    Den Ansatz zunächst eine Zeitstrafe auszusprechen und dann die zwei Minuten zu nutzen, um in Ruhe zu überprüfen, ob es eine Disqualifikation geben müsste, finde ich sehr gut. Wird aktuell am organisatorischen Aufwand scheitern, aber für die Zukunft könnte dies eine Option sein.


    Was mir im Vergleich zu vielen anderen Sportarten beim Videobeweis negativ auffällt, ist, dass auf dem Feld von den Schiedsrichter*innen keine Entscheidung getroffen wird, die dann gegebenenfalls mittels des Videomaterials überprüft wird. Es ist nicht ersichtlich mit welcher Eigenwahrnehmung die Schiedsrichter*innen an den Monitor treten und daher auch nicht klar, ob die Kameraperspektiven ihre Eigenwahrnehmung bestätigen, widerlegen oder es einfach nicht besser zu erkennen ist als auf dem Feld. Der Leitsatz, dass die Schiedsrichter*innen auf dem Feld eine Entscheidung treffen und diese nur noch ändern, wenn die Videoaufnahmen eindeutig einen abweichenden Sachverhalten zeigen, hat sich in den meisten Sportarten (auch mit komplexem Regelwerk und hoher Dynamik wie z.B. Basketball, Football oder Eishockey) etabliert. Nur der Handball scheint hier einen Sonderweg zu gehen. (Wobei das weniger der HBL anzulasten ist, sondern ursprünglich von der EHF so eingeführt wurde.)

    Und ihr findet nicht, dass der Videobeweis dem deutschen Handball zurzeit einfach nur schadet?

    Die Kombination aus Einführung des Videobeweises und dem Einstieg der Boulevard-Presse ist in meinen Augen problematisch. Der Videobeweis kam diese Saison schon in vielen kniffligen Situationen zum Einsatz, die regeltechnisch selbst für regelmäßige Handball-Zuschauer nicht einfach zu bewerten sind und in manchen Fällen kann ich die Entscheidung der Schiedsrichter auch nicht nachvollziehen bzw. halte sie persönlich für falsch. Aber BILD-Leser*innen, die den Handballsport vorher kaum wahrgenommen haben, werden jetzt täglich Schlagzeilen über Skandale, "Ball-Klau-Theater", "Video-Frust", Hoden-Schläge, u.ä. präsentiert und das kann nicht das mediale Bild sein, das die HBL anstrebt.

    Meine Hauptkritikpunkte bislang sind:

    • Die Bewertung von Szenen in Real-Geschwindigkeit und in Zeitlupe muss gut miteinander abgewogen werden, um zu einer "richtigen" Entscheidung zu kommen. Ich persönlich hatte mehrfach den Eindruck, dass Schiedsrichter auf Basis der Zeitlupe dem Spieler eine Intention in seiner Aktion unterstellt haben, die die Dynamik in Echtzeit nicht bestätigt hat. Das hat dann zu härteren Bestrafungen (z.B. Disqualifikation anstatt Zwei-Minuten-Zeitstrafe) geführt.
    • Ich bin nicht immer glücklich gewesen mit dem Zeitpunkt des Video-Einsatzes. Insgesamt kommt mir der Videobeweis zu häufig zum Einsatz. Das stört den Spielfluss und manche Spielszene sollte auch ohne Videobeweis klar zu erkennen gewesen sein. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine Szene im Nordderby Flensburg gegen Kiel. In einem spannenden Spiel waren deutlich weniger als zwei Minuten Restspielzeit und die Schiedsrichter schauen sich sehr lange den Videobeweis an, um zwischen Zeitstrafe und Disqualifikation zu entscheiden. Aufgrund der Spielzeit gibt es de facto keinen Unterschied zwischen den beiden Strafen, aber der langwierige Videobeweis in dieser entscheidenden Phase störte enorm den Spielablauf.

    Das sind natürlich beides Kritikpunkte, die mit der wachsenden Praxiserfahrung der Schiedsrichtergespanne besser werden sollten. Aber aktuell gibt die HBL ein unglückliches Bild ab.

    Zunächst einmal:

    Was für ein sensationelles Tor zum 27:26 für Göppingen! :respekt:


    Bei der Roten Karte gegen Kresimir Kozina habe ich den Eindruck, dass sich Loppaschewski/Blumel vom Eindruck der Zeitlupe haben fehlleiten lassen. Es wurde hier im Forum schon auf das Problem hingewiesen wie völlig unterschiedlich der Eindruck von Dynamik und bewussten/unbewussten Bewegungen zwischen Echtzeit und Zeitlupe sein kann.

    Ich persönlich hätte das Foul von Patrick Wiencek wohl auch nur mit einer Zwei-Minuten-Strafe geahndet. Kriterien für eine Disqualifikation nach Regel 8:5 sind "

    die hohe Intensität der Regelwidrigkeit oder die Tatsache, dass diese den Gegenspieler unvorbereitet trifft und er sich deshalb nicht schützen kann." Beim Foul steht Patrick Wiencek zwischen Tom Jansen und dem Tor, sodass man nicht von "unvorbereitet getroffen" sprechen kann. Bleibt also die Frage nach der Intensität des Fouls und on davon eine Gesundheitsgefährdung ausgeht. Das Foul ist grenzwertig, aber im Kontext der allgemeinen Regelauslegung im Profihandball finde ich eine Zeitstrafe in Ordnung. (Eine Disqualifikation wäre aber auch kein Skandal gewesen.)


    Zum Spiel:

    Die Niederlage ist meiner Meinung nach zu hoch ausgefallen. Dass man Kiel nicht mit Tempo-Handball besiegen kann, hätte von vorneherein bekannt sein sollen. Der THW bestraft jeden technischen Fehler und leichtfertigen Ballverlust sofort. Der VfL Gummersbach hätte gut daran getan, zwischendurch etwas Tempo aus dem Spiel zu nehmen - insbesondere in den Phasen, in denen sie von THW-Kontern überrollt wurden.

    Fuechse_Fan_1982:

    Die im TV-Bild von DYN eingeblendete Spielzeit ist (leider) nicht mir der Hallenuhr gekoppelt. Aber für den Videobeweis müssen die Vereine das Zeitsignal zur Verfügung stellen. Sollte das wirklich nicht umgesetzt worden sein, dann würde der Videobeweis weiter ad absurdum geführt.

    Zitat

    Für den Videobeweis werden immer alle verfügbaren Signale verwendet und übermittelt (s. nachstehenden Schaubilder). Zusätzlich werden die Signale Spielzeit (vom Heimverein) und Gamefeed (vom TV) übermittelt und verwendet. Bei einer Level 3-Produktion wird die Super Slomo Analyse-Kamera (KA7) nicht an das VAR-System angeschlossen und eingebunden.

    Quelle: HBL, Richtlinie zur Nutzung des Videobeweises