Beiträge von Arcosh

    Die Verteilung (18 Erstligisten, 12 Zweitligisten, 12 Drittligisten, 2 Vereine aus dem Amateurpokal) geht auf die Reform des DHB-Pokal im Jahre 2019 zurück und wurde so zwischen dem DHB, der HBL und den Landesverbänden ausgehandelt.

    Bei der Reform wurde festgeschrieben, dass nicht genutzte Plätze der 3. Liga an die 2. Liga übergehen. Es wurde aber nicht vorgesehen, dass die 1. Liga mehr als 18 Teilnehmer haben und daher ebenfalls eine sportliche Qualifikation brauchen könnte. Dass die 1. Liga Corona-bedingt die Zahl der Vereine aufgestockt hat, kann nicht dazu führen, dass die anderen Ligen auf die Ihnen zugesicherten Startplätze verzichten müssen. Also musste die 1. Liga unter sportlichen Gesichtspunkten (in diesem Fall die Abschlusstabelle) ihre 18 Teilnehmer am DHB-Pokal bestimmen.

    ich finde , man konnte den eindruck gewinnen, dass die fans sich dem "fehlverhalten" auf dem rasen anpassen und das dort auch sichtbare nicht immer vorhandene "fair play" als auslöser dafür genommen haben, dass sie sich auch daneben benehmen können.


    Den Spielern aufgrund ihrer Spielweise auf dem Platz eine "Mitschuld" am Verhalten der Fans vor dem Stadion zu geben, geht mir zu weit. Hätte die Nationalmannschaft einen so großen Vorbild-Charakter, dann häten sich im Umkehrschluss die Zuschauer auch mit der Mannschaft solidarisch zeigen müssen als sie sich zu Spielbeginn geschlossen hingekniet hat. Stattdessen hat auch in der Vorrunde in Wembley ein nicht unerheblicher Teil der Zuschauer diese Geste mit einem Pfeiffkonzert quittiert und die öffentliche Diskussion rund um dieses Thema hat gezeigt, dass die Bevölkerung sich keineswegs "blind" an den Nationalspielern orientiert.

    Meiner Einschätzung nach hat der Fußball in der britischen Gesellschaft (insbesondere in der Arbeiterklasse/Mittelschicht) einen noch größeren Stellenwert als hierzulande. Wenn dann die Sehnsucht nach dem ersten Titelgewinn seit 55 Jahren sich mit einem Finale im heimischen Nationalstadion paart und auf eine Bevölkerung trifft, die nach mehreren harten Lockdowns mit mehrwöchigen Ausgangssperren (nicht zu vergleichen mit unseren Maßnahmen) gerade wieder ihre "Freiheit" zurückerlangt hat, dann birgt diese Konstallation viel Potential für ausufernde Emotionen.

    Zu klären ist aber wie das Sicherheitskonzept rund um das Wembley Stadion so eklatant versagen konnte. Dass mobile Absperrgitter mit wenigen Ordnern nicht gegen eine große Masse an Menschen nicht zu halten sind, hatte sich unlängst am Capitol in Wasington gezeigt. Gleichzeitig ist es ein Dillema, weil tragische Unglücke in der Vergangenheit gelehrt haben, dass von festen Absperrungen eine große Gefahr für Leib und Leben ausgeht. Auf den ersten Blick scheint das Sicherheitspersonal und vor allem die Polizeipräsenz rund ums das Stadion nicht ausreichend und vor allem nicht konsequent genug gewesen zu sein. Bereits am frühen Nachmittag kristallisierte sich die enorme Anzahl Menschen heraus, die weit über die Zahl der verkauften Eintrittskarten hinausging. Hier wäre noch die Möglichkeit gewesen frühzeitig einzugreifen und nur Besucher mit Eintrittskarte auf das Gebiet um das Stadion zu lassen. Vielleicht hoffte man auf das britische Sommermärchen mit friedlich feiernden Menschen rund um das Stadion.

    Im Hinblick darauf, dass England eine Bewerbung für die FIFA WM 2030 in Erwägung gezogen hat, besteht auf jeden Fall Bedarf zur Aufarbeitung.

    Früher gab es in den Europapokalwettbeweben zunächst die 3-Jahres-Wertung, die über die Anzahl der Teilnehmer pro Verband entschied. Die Setzliste innerhalb der einzelnen Wettbewerbe basierte aber allein auf dem Abschneiden von Vereinen eines Landes in den vergangenen drei Jahren innerhalb dieses speziellen Wettbewerbes. D.h. für die Setzliste des EHF-Pokals waren Ergebnisse aus der Champions-League irrelevant. Es zählte nur wie Mannschaften aus dem Land des Teilnehmers in den letzten drei Jahren abgeschnitten hatten. Es gab einen Punkteschlüssel für gewonnene Spiele und überstandene Runden im Wettbewerb.

    Inzwischen läuft vieles über Wild cards und weiche Faktoren (Zuschauerzahlen, mediales Interesse, Vermarktung, Spielstätte, etc.) und da bin ich mir nicht sicher ob es noch immer so oder so ähnlich bei der Setzliste für die Wettbewerbe gehandhabt wird.

    Was ich nicht verstehe, ist, dass ein hochentwickeltes Land wie Japan mit dem Impfen nicht schon weiter ist. Dass die Spiele dort sind, steht auch nicht erst seit gestern fest. Aber bei 40 oder 50 % Impfquote wäre es vielleicht auch nicht viel anders gewesen.


    Zum Thema "Staatliche Impfprogramme in Japan" empfehle ich diesen Artikel zur HPV-Impfung. Ich denke dies wird auch bei der Covid-19-Impfung noch bei den Menschen im Hinterkopf sein und einer der Gründe dafür sein, dass Japan sein Impfgrogramm erst sehr spät gestartet hatte. Anfang des Jahres hatte eine Umfrage ergeben, dass nur ca. 20% der Japaner bereit waren sich zeitnah impfen zu lassen. Der überwiegende Teil der Bevölkerung wollte zunächst abwarten. Die Impfmittelhersteller wie Biotech/Pfizer oder Moderna mussten sogar zusätzliche Studien mit asiatischen Probanden nachreichen, weil in der Hauptstudie für die Impfstoff-Zulassung in Europa und Nordamerika der Anteil asiatischer Probanden zu gering war.

    Für die Sportler hoffe ich, dass sie auch mal das Olympische Dorf verlassen dürfen und sich in der Stadt bewegen können.


    Daraus wird nichts. Touristische Ausflüge und Kontakt zur lokalen Bevölkerung sind den Athleten untersagt. Sie dürfen erst wenige Tage vor ihrem ersten Wettkampf ins Olympische Dorf einziehen und sollen spätestens zwei Tage nach ihrem letzten Einsatz wieder abreisen. Fast alles was die olympischen Spiele in der Vergangenheit ausgezeichnet hat, wird es diesen Sommer nicht geben. Im Prinzip ist es nur noch eine Reihe von Wettkämpfen, die zufällg zur selben Zeit am selben Ort stattfinden.

    Also Viertelfinale ist Pflicht, ganz klar. Dafür ist auch die Mannschaft zu stark, um es nicht zu schaffen. Ich rechne mit Platz 3, vielleicht sogar 2. Dieser zweite Platz wäre Gold wert, da ich Dänemark und Schweden ein ganzes Level über Portugal und Ägypten einschätze, gegen die die Deutschen beide gute Chancen hätten. Vom Gefühl her ist Norwegen der stärkste deutsche Gegner in der Vorrunde und auch der, der der Mannschaft am wenigsten liegt.


    Gold vielleicht nicht direkt, aber eine Medaille könnte er wert sein. ;)


    So sehe ich das auch. Ich verstehe aber nicht, wenn man mit plus-acht führt und ist in Unterzahl, dass man unbedingt den Torhüter herausnehmen muss und sich dadurch zwei "Dinger" einschenken lässt. Diese Taktik ist grob fahrlässig.


    Bei einem "Test"spiel steht nicht der hohe Sieg im Vordergrund, sondern die Möglichkeit gewisse Spielsituationen unter Wettkampfbedingungen auszuprobieren. Bei einer 8-Tore-Führung wäre das Herausnehmen der Torwarts normalerwiese nicht sinnvoll, aber beim olympischen Turnier wird es wahrscheinlich ähnliche Situationen bei engerem Spielstand geben.

    Für die Zuschauer ist die Flensburger Gruppe deutlich attraktiver, für die Belastung der Spieler eher die Kieler Gruppe. Ich denke die SG Flensburg-Handewitt wird mit dosiertem Einsatz und Fokussierung auf die Heimspiele die K.O.-Phase erreichen und nicht versuchen Kräfte für den Gruppensieg zu verschwenden.

    Was geschieht nach der Olympia-Enttäuschung?


    Dazu müssten wir zunächst einmal überlegen, bei welchem Abschneiden der deutschen Mannschaft von einer Enttäuschung zu sprechen wäre.

    Wenn wir die Träumereien des DHB-Vize vom Olympia-Gold mal als ebensolche vernachlässigen, dann wäre meiner Ansicht nach das Erreichen des Halbfinals ein Erfolg und das Ausscheiden in der Vorrunde eine Enttäuschung. Ein Ausscheiden im Viertelfinale wäre somit der schmale Grat zwischen beidem, bei der die Bewertung sicherlich vom Auftreten im gesamten Turnier und der Leistung im Viertelfinale selbst abhängen würde. Auch wenn die Gruppe der DHB-Auswahl stark besetzt ist, halte ich Platz 3 oder 4 in Gruppe A für realistisch und das würde im Viertelfinale vermeintlich einen Titelfavoriten als Gegner bedeuten.

    Aber warten wir es ab, denn das olympische Turnier verlangt von den Mannschaften alle zwei Tage ihr volles Leistungspotential abzurufen und es gibt keine einfachen Gegner in Gruppe A.

    Interessanter als die Frage in welcher Gruppe sich der THW Kiel relativ sicher für die K.O.-Phase qualifizieren wird, finde ich den Fall Vardar Skopje. Ich hatte ehrlich gesagt, die "Neugründung" im vergangenen Sommer gar nicht aktiv wahrgenommen. Diese Form der Schuldentilgung ist meiner Meinung nach nicht im Sinne eines fairen Wettbewerbs - insbesondere wenn es stimmen sollte, dass die Lohnansprüche der Spieler oder Mitarbeiter nicht erfüllt worden sind.

    Letztlich eine Aktion die unschön anzusehen ist, aber den Regeln entsprechend geahndet wurde. Zwar vielleicht wider dem allgemeinen Sinn des Spiels aber zielführend und daher wohl auch clever gemacht. Ich kann dieses Fouldaher nachvollziehen.

    Gewünscht hätte ich mir aber in der Situation vorher einen 7m, aber dennoch Glückwunsch an die Kieler Spieler.


    Natürlich ein zielführendes Foul, dass in dieser Situation clever war und daher vollkommen nachvollziehbar. Trotzdem bleibe ich dabei, dass nach 8:3 und 8:4b die Kieler Mannschaft am Ende nur noch mit vier Spielern hätte auf dem Feld stehen dürfen - was aber wohl trotzdem zum Unentschieden gereicht hätte, weil das Foul von Weinhold perfekt getimed war.

    Steffen Weinhold sichert mit der letzten (sehr cleveren) Abwehraktion die Meisterschaft. Herzlichen Glückwunsch.


    Grieschich-römisch zur Meisterschaft (ohne, dass es die fällige Zeitstrafe gab) - das passt wunderbar zu diesem eher dreckigen Unentschieden. Für Kiel hat es gereicht und damit Glückwunsch zur Meisterschaft!

    Florian Kehrmann zum Trainer des Jahres zu wählen, dürfte stark vom DHB-Pokalsieg beflügelt worden sein. Die HBL-Saison 2020/21 war für den TBV Lemgo solide, aber in meinen Augen ohne echte Highlights. Platz 9 in der Abschlusstabelle. Aus den sechszehn Spielen gegen die besser platzierten Mannschaften der HBL haben sie nur zwei Siege und insgesamt 8:24-Punkte holen können - wovon ein Sieg heute gegen Magdeburger war für die es um nichts mehr ging.

    Andererseits könnte ich spontan auch keinen anderen Trainer benennen, der diese Saison in der 1. Bundesliga herausgestochen wäre. Daher genügt der DHB-Pokalsieg wohl zur Auszeichnung, der zum Teil eben auch ein Resultat seiner langjährigen Arbeit in Lemgo war.

    Glückwunsch an den TuS N-Lübbecke und Emir Kurtagic zum Aufstieg! Nach dem verhaltenen Saisonstart mit 10:6-Punkten aus den ersten acht Spielen hatte ich sie schon fast abgeschrieben, aber mit der besten Rückrunde aller Zweitligisten haben sie sich zurückgekämpft und im (vor)entscheidenden Duell gegen den VfL Gummersbach eindrucksvoll ihren Aufstiegswillen unter Beweis gestellt. Viel Erfolg in der 1. Liga!