Wenn ich mir die aktuellen Zahlen so anschaue, kann man noch an den Plöner See oder die Müritz reisen oder nach Finnland.
Der Rest von Deutschland und Europa ist Risikogebiet.
Ob Baden-Württemberg oder Ungarn ist wumpe.
Der Ort mag derzeit fast egal sein, nicht aber die Anzahl der Kontakte zu Menschen - insbesondere über einen längeren Zeitraum und in geschlossenen Räumen. (Das ist ja gerade die Idee hinter Social distancing.) Ich vermute, dass es rund um eine zweitägige Flugreise zum Champions-League-Spiel in Ungarn zwangsläufig mehr Kontakte außerhalb des Mannschaftsumfeldes gibt als bei einer Fahrt im Mannschaftsbus zum Bundesligaspiel in Baden-Württemberg - und wohl auch mehr Kontakte als eine Nationalmannschaft innerhalb einer funktionierenden Bubble hätte.
Wir wissen nicht wann und wo sich die THW-Spieler mit Covid-19 infiziert haben. Es könnte ebensogut in Kiel wie in Ungarn passiert sein und bislang gibt es bei den Europapokalteilnehmern auch keine signifikant höhere Anzahl an Corona-Fällen als bei Nicht-Europapokalteilnehmern in der HBL. Daher würde ich das Risiko eines Handballspiels derzeit weniger an der Örtlichkeit als an der Zahl der Kontakte rund um die Austragung des Spiels festmachen - und in dieser Risikoanalyse würde ich mehrstündige Reisen zu Champions-League-Spielen derzeit deutlich riskanter einschätzen als Spiele innerhalb der HBL oder ein WM-Turnier in einer Bubble. Ein richtig ungesetztes Bubble-Konzept ist sogar sicherer als HBL-Spiele.
Jetzt aber auf die glorreiche Idee zu kommen, nicht nur Spieler aus jeweils immer zwei Clubs (egal ob national oder international), sondern eine ganz wilde Mischung in einer ganz heißen Phase der Pandemie zusammenzubringen, zeugt schon von fortgeschrittenem Realitätsverlust bei Bobby, Michel und Konsorten.
Die Spieler dürften in der WM-Bubble erst aufeinandertreffen nachdem sie (mehrfach) negativ auf Covid-19 getestet worden sind und damit wäre es vollkommen egal wo die Spieler vorher hergekommen sind.