Saporosje gehört natürlich auch in die CL - die Klasse ist einfach ca. 4 Vereine zu klein. Gerade die EHF hat sich doch der Förderung der Breite im europäischem Handball auf die Fahne geschrieben...und die hat imho auch absolute Priorität
Die EHF Champions-League ist entweder vier Teilnehmer zu klein - oder vier Teilnehmer zu groß. In den letzten Jahren haben wir gesehen, dass in der EHF Champions League zwei bis drei Vereine in den Achtergruppen A und B deutlich hinter dem Rest zurücklagen und nur in den direkten Duellen untereinander punkten konnten. Die Einführung der Leistungsgruppen A/B und C/D hat dafür gesorgt, dass Vereine aus schwächeren Handballnationen sich während der Gruppenphase weitestgehend mit Gegnern auf Augenhöhe messen konnten, aber dennoch ist das Leistungsgefälle innerhalbd er Gruppen A und B sehr groß. Dinamo Bukarest hat die Gruppe D fraglos dominiert, aber ich bin mir sicher, dass sie in Gruppe A oder B eine ähnlich untergeordnete Rolle gespielt hätten wie Elverum, Zagreb oder Saporosje.
Wäre die EHF sportlich konsequent, dann würde sie die EHF Champions-League eher auf 12 Mannschaften verkleinern (10 Topnationen, 1x Titelverteidiger, 1x Gewinner der European Handball League) um von Anfang bis Ende Spiele auf höchstem Niveau und mit sportlicher Relevanz zu erhalten (und gleichzeitig die Belastung der Topspieler durch zusätzliche Spiele und vorallem Reisen zu reduzieren).
Dahinter würde die European Handball League den Vereinen aus den Handball-"Schwellenländern" als zweithöchster Wettbewerb einen ebenbürtigen Wettbewerb ermöglichen und dem Sieger würde ein Platz in der Champions-League winken. Die European Handball League sollte dann nicht noch mit massenhaft deutschen und französischen Vereinen aufgebläht werden, sondern aus den Topnationen - deren Meister in der Champions-League spielen - sollte nur jeweils ein Vertreter (Vize-Meister) in der European Handball League antreten. Vereinfacht gesagt: Wenn ein Meister aus einem der Handball-"Schwellenländer" sich in diesem Wettbewerb gegen die Vizemeister der Topnationen durchsetzen, dann haben sie ihre sportliche Eignung für die EHF Champions-League unter Beweis gestellt und steigen als Sieger dieses Wettbewerbs in die Champions-League auf.
Für den ganzen Rest der Dritt-, Viert- oder Fünftplatzierten der nationalen Ligen gäbe es darunter den EHF Cup, der als reiner K.O.-Runden-Wettbewerb der breiten Masse an Vereinen internationale Spiele bieten würde.
Natürlich wird das so nicht umgesetzt werden, weil in einigen Ländern die Vereine nach möglichst vielen Spielen gegen internationale Gegner lechzen und weil die EHF dank der Wild cards aufstrebenden Vereinen aus Marketing-relevanten Märkten einen schnellen Einstieg in die höchste Spielklasse ermöglich kann. Durch das aktuelle Wild-card-System überwiegen bei der Auswahl der Vereine leider eindrucksvolle Bilder von Handball in einer vollen 10.000er Halle gegenüber der Tatsache, dass 12 von 14 Spielen verloren gegangen sind und bei der Hälfte der Spiele der Unterschied zum Gegner mehr als 6 Tore betragen hat.