Beiträge von Arcosh

    Ein zähes Spiel in der ersten Halbzeit. Keine der Mannschaften konnte ihre Überzahlsituationen entscheidend nutzen. Die deutsche Mannschaft macht es im Angriff gegen die offensive russische Abwehr gut den Ball schnell laufen zu lassen und von jeder Position ständig Torgefahr auszustrahlen. Da versteckt sich keiner und spielt den Ball bloß weiter ohne Druck aufs Tor auszuüben. Schwachstelle ist definitiv die rechte Abwehrseite der deutschen Mannschaft. Patrick Groetzki steht regelmäßig schon deutlich im Kreis bevor er den Kontakt mit dem Gegenspieler überhaupt aufnimmt. In der zweiten Halbzeit besteht hier die Chance mehr zu wechseln, weil es die banknahe Seite ist. Das sind unnötige Siebenmeter mit Ansage. Darüber hinaus ist mir das Umschaltspiel zu hektisch und unstrukturiert. Bei der zweiten Welle hat man nicht das Gefühl, dass es trainierte Laufwege gibt. Dann lieber Tempo rausnehmen und in Ruhe den Positionsangriff nutzen.

    Tunesien - Chile 36:30 (18:15)
    Damit läuft alles auf eine Entscheidung über den letzten Hauptrundenplatz am letzten Spieltag zwischen Tunesien und Österreich hinaus - wobei Chile noch der lachende Dritte sein könnte, denn in einem möglichen Dreiervergleich haben sie ein positives Torverhältnis vorgelegt. Eine noch bessere Ausgangsposition haben sie in den letzten Minuten vergeben, als sie durch überhastete Abschlüsse sich noch einen 0:4-Lauf eingefangen haben.

    Serbien - Brasilien 11:14 (Halbzeit)
    Brasilien hat in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit viele klare Torchancen vergeben und so konnten die Serben den zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand auf ein erträgliches Maß reduzieren. Die Brasilianer müssen wieder mehr Ruhe in ihr Spiel bringen und dürfen nicht zu risikoreich agieren.

    Ich sehe auch nicht warum ausgerechnet die EHF hier ihr wertvollstes Produkt aufgeben sollte.

    Zum Wohle der Spieler ... nein, Spaß beiseite :lol:

    Als Denkanstoß: Die EHF verzichtet auf ihr Premiumprodukt Europameisterschaft. Im Gegenzug erhält die EHF eine Beteilugng an den Gewinnen aus Weltmeisterschaften, mit den von mir oben vorgeschlagenen WM-Qualifikationsturnieren könnte endlich mal wieder Basisarbeit in den kleineren Handballnationen gefördert werden und obendrein wäre durch den Wegfall der Qualifikationstermine während der Vereinssaion mehr Platz im Rahmenspielplan um die von der EHF gewünschte Superliga auf Vereinsebene umzusetzen. Unterm Strich könnte das durchaus ein Gesamtpaket sein über das es sich nachzudenken lohnt.

    Braucht es (unter rein sportlichen Gesichtspunkten) überhaupt eine Handball-Europameisterschaft? Der europäische Handball dominiert die Sportart derart, dass eine EM eigentlich obsolet ist. Alle zwei Jahre eine Handball-Weltmeisterschaft und dazu das olympische Turnier sind meiner Meinung nach ausreichend. Im Gegenzug für die Abschaffung der EM könnte der Modus der WM-Qualifikation angepasst werden. Mir schweben spontan für die Vergabe der 12 europäischen WM-Teilnehmerplätze sechs Tuniere mit je fünf Mannschaften vor. Die Turniere werden im Modus Jeder-gegen-Jeden binnen einer Woche im Januar der geraden Jahre ausgespielt (bzw. neun Tage unter Einbeziehung zweier Wochenenden und der dazwischenliegenden Woche). Eine der teilnehmenden Nationen dient jeweils als Gastgeber und die beiden Erstplatzierten qualifizieren sich für die Weltmeisterschaft. (Dem ganzen müsste evtl. noch eine Play-Off-Runde vorgeschaltet werden um die Anzahl der Nationen auf 30 zu reduzieren.) Der Modus ist fordernd und ermöglicht es zudem auch kleineren Handballnationen ein Qualifikationsturnier auszutragen. Statt diversen Länderspielterminen über die ganze Saison verteilt, gäbe es nur noch diese Qualifikationsphase im Januar und dazu vereinzelte Termine für Testspiele. Das würde gleichzeitig die Belastung der Spieler reduzieren und die Terminplanung des Vereinshandballs entspannen.

    Ich glaube zwar nicht daran, dass die EHF die Vermarktung der Europameisterschaft zugunsten kleinerer WM-Qualifikationsturniere aufgeben würde, aber unter sportlichen Gesichtspunkten würde es meiner Meinung nach sehr viel Sinn machen und einige Probleme im Handball lösen.

    Auf die SR-Ansetzung für Dienstag bin ich gespannt. Prädestiniert wären doch Nicht-Europäer. Oder das dritte Mal hintereinander Skandinavier, dieses Mal vielleicht die Schweden? Wird interessant.


    Es sind tatsächlich die schwedischen Schiedsrichter an der Reihe ... aber das dritte Mal hintereinander bedeutet eben schon Montag und nicht erst Dienstag.

    Bei der Turnierhälfte in Dänemark geht es realistisch betrachtet nur darum 2 aus 3 fürs Halbfinale zu finden und das erste der drei Duelle ist erst am Donnerstag. Dahinter gibt es dann noch das Ziel "Spiel um Platz 7" zwecks Olympiaqualifikation, aber das ist für die ortsnahen Zuschauer eher irrelevant.

    Jetzt wirds aber allmählich Zeit, dass einer anmerkt, dass das kein Maßstab war, Brasilien sich gg. FRA verausgabt hat und außerdem muss noch mal was gefunden werden, was diesmal Prokop vorgeworfen werden kann. Und der Spielplan wurde ja so wie so extra so gestaltet dass Deutschland einen Tag mehr frei hatte. :irony:

    Weder der Hinweis darauf, dass Brasilien 20 Stunden zuvor noch auf der Platte stand noch, dass Brasilien nicht der Maßstab ist an dem sich eine Mannschaft messen lassen muss, die das WM-Halbfinale erreichen will wären falsch, oder? Ein Gastgeber-freundlicher Spielplan mit Spielen im Zwei-Tages-Rhytmus ist seit Jahren Standard und natürlich einer der Faktoren wieso Gastgeber in der Regel besser abschneiden.

    Das Spiel der DHB-Auswahl gegen Brasilien war aber auch unter Berücksichtiung dieser Begleitumstände sehr gelungen. Die Mannschaft hat sehr konzentriert gespielt und über sechszig Minuten das Spiel kontrolliert. Das ist bereits eine Steigerung zum Spiel gegen Korea gewesen und stimmt optimistisch für das morgige Spiel gegen Russland.


    Und die Serben, die einfach zwei Gänge runterschalten mussten, weil der Sprit sonst nicht mehr bis zum Ende gereicht hätte...

    Bei einem solchen Turnierformat ist das auch das einzig sinnvolle. Probieren was geht und wenn das Spiel zugunsten des Favoriten vorentschieden ist, dann einfach einen Gang zurückschalten. Das morgige Spiel der Serben gegen Brasilien ist für sie wichtiger, da dort das Erreichen der Hauptrunde (die für Serbien wohl das Maximalziel sein dürfte) auf dem Spiel steht.

    Österreich - Chile 24:32 (15:14)
    Mein Argument mit dem für Österreich günstigen Turnierspielplan hat sich damit bereits erledigt. Unfassbar schwache Leistung. (Ich bin eh der Meinung, dass die nicht-europäischen Nationen den Leistungsabstand in erster Linie dadurch verkürzen konnten, dass die zweite und dritte Garde der europäischen Nationen in den letzten Jahren deutlich an Niveau verloren haben.) Ob die Österreich so am letzten Spieltag gegen Tunesien überhaupt noch eine Chance auf das Erreichen der Hauptrunde haben werden?

    Frankreich schon fast traditionell mit einem schwachen Auftaktspiel, aber es zählen allein die zwei Punkte.



    Für diese Analyse brauchtest du tatsächlich das heutige Spiel!? Hmm, doch nicht so toll alles...

    Deckt sich mit meinen Erwartungen vor dem Turnier, aber es ist ein Unterschied ob ich Mannschaften lediglich anhand ihrer Kader und vorheriger Ergebnisse auf dem Papier einschätze oder anhand ihrer tatsächlichen Leistung beim Turnier.

    Die Schlussminuten waren ähnlich unstrukturiert wie das gestrige Spiel der Deutschen in der zweiten Halbzeit - nur das hier für beide Mannschaften mehr auf dem Spiel stand. Nach dem was die Serben und Russen heute gezeigt haben, sollte die DHB-Auswahl mit einer konzentrierten Abwehrarbeit beide Gegner besiegen können.

    Serbien - Russland 23:20 (40.)
    Da fragt man sich wie die Serben gegen Belgien oder die Schweiz Punkte liegen lassen konnten. Heute spielen sie einen schnellen, ansehnlichen Handball. Die russische Abwehr ist aber auch mehr als einladend zum Torewerfen. Die Serben können immer wieder durchbrechen und zu einfachen Toren von 6m kommen. Timor Dibirov hält die Russen aber noch im Rennen.

    Angola - Katar 24:23 (12:8)
    Der Letztplatzierte der WM 2017 besiegt den Vize-Weltmeister von 2015 durch zwei Tore in den letzten 30 Sekunden. :klatschen:
    Angola ist damit wohl so etwas wie der Angstgegner der Kataris. :P Bei der Handball-WM 2007 siegte Angola im Rahmen des President's Cup ebenfalls gegen Katar und schickte Letztere damit ins Spiel um Platz 23/24. Für Angola ist es bei der vierten WM-Teilnahme der erste zweite Sieg in einer Vorrunde. Zuletzt war dies den Afrikanern bei ihrer WM-Premiere 2005 im Spiel gegen Kanada gelungen.

    Nah an einer Disqualifikation für Gensheimer. Die Zeitstrafe für den Koreaner dann eher unverhältnismäßig.

    @Steve1977:
    Korea daf zusätzlich zu den 16 Südkoreanern noch vier Nordkoreaner mit in den Kader aufnehmen - ein Zugeständnis im Sinne der politischen Annäherung.

    DIe Zeitstrafe gegen die Koreaner musste man nicht zwingend geben ... nimmt dem deutschen Team die Unsicherheit und leitet den wohl lockeren Sieg ein.


    Edit: Rote Karte weil beim Blockversuch der Arm unglücklich nachschwingt und die Nasenspitze touchiert? Hoffe das wird nicht die Schiedsrichterlinie der WM ...