Beiträge von Arcosh

    Worüber definiert sich denn eine „Spitzenmannschaft“ und Dominanz auf dem Spielfeld? Die SG Flensburg-Handewitt hat diese Saison in der Bundesliga jedes Heim- und Auswärtsspiel gewonnen und somit jede andere Mannschaft in der Liga bereits besiegt. Die Flensburger haben mit 418 Gegentoren die wenigsten in der Liga kassiert - weniger auch als der THW Kiel in seiner 68:0-Saison zum selben Saisonzeitpunkt. Wie die Mannschaft im internationalen Vergleich abschneiden wird, werden wir nächstes Jahr sehen.

    Meine Güte: es werden so einige irreguläre Tore als Tor gezählt, trotz Schritten, trotz Kreiseintritt, trotz Offensivfoul, trotz nicht ganz drin etc. Nun mal auf diese Weise, zugegeben etwas bizarr, weil genug Zeit war, das Tor zurückzunehmen, aber eben nicht erkannt, warum auch immer.
    Was macht jetzt den Unterschied aus zu einem zu unrecht gegebenen Tor wegen Kreiseintritt? Tor ist Tor und ärgerlich, wenn es eigentlich keins war und trotzdem zählt. Kann man sich drüber aufregen als aufrechter Handballfan, am Ende waren es zum Glück ein paar Tore mehr für Frankreich, so dass die Diskussion für das Ergebnis überflüssig ist, zumal Russland das ja während des Spieles gar nicht gemerkt hat und man nicht behaupten kann, sie wären dadurch eingeknickt.


    Die von der genannten Beispiele sind Fälle von fehlerhafter Wahrnehmung der Schiedsrichter. In einem so schnellen Sport bleibt es nicht aus, dass die menschliche Wahrnehmung das Geschehen auf dem Spielfeld nicht immer vollständig erfassen kann und es daher zu Fehler kommt und Tore gegeben werden, die bei objektiver Betrachtung irregulär gewesen werden.

    Hier aber haben die Schiedsrichterinnen bei völlig richtiger Wahrnehmung der Spielsituation eine falsche Entscheidung getroffen, die im Widerspruch zu einer elementaren Regel im Handball und auch den meisten anderen Sportarten steht: Kein Torgewinn bei gleichzeitiger Regelwidrigkeit der angreifenden Mannschaft. (Regel 9:1). Noch dazu ist das nicht in der Kreisliga passiert, sondern einem der besten europäischen Schiedsrichterinnen-Gespanne aus einer Handballnationund im EM-Finale. Das sollte Grund genug sein dies zu thematisieren. Selbstverständlich kann auch den erfahrensten Schiedsrichterinnen ein Blackout passieren, aber dann sind da immer noch technische Delegierte die es ebenso wissen müssten und vermeintlich nicht eingegriffen haben.

    Obwohl ich die französische Mannschaft über 60 Minuten für den verdienten Sieger halte, denke ich dass diese Spielsituation einen mitentscheidenden Charakter hatte. Bei korrekter Spielfortsetzung hätte Russland beim Stand von 13:15 in Überzahl die Chance gehabt das Anschlusstor zu erzielen. Stattdessen sind sie den Rest des Spiels einem Rückstand von zwei bis drei Toren hinterher gelaufen und mussten in den Schlussminuten natürlich einige schlecht vorbereitete Würfe nehmen, weil ihnen die Zeit davon lief.


    P.S.: Bemerkenswert, dass offensichtlich niemandem aus der russischen Mannschaft (Spielerinnen, Trainer, Betreuer) dieser massive Regelverstoß sofort bewusst war. Das war keine Spezialregel, die einmal alle hundert Jahre zur Anwendung kommt, sondern eine Grundregel des Sports mit dem sie ihren Lebensunterhalt verdienen.

    Man sollte erarbeitetes Selbstvertrauen nicht mit Arroganz verwechseln. Nach 17 Spieltagen stehen 17 Siege zu Buche. Das ist nicht vielen Mannschaften zuvor geglückt und wenn man die Hinrunde der SG Flensburg-Handewitt in der Gesamtheit betrachtet, dann ist es meiner Meinung nach nicht angebracht, dies nur als Glück, Bevorteilung durch die Schiedsrichter oder "schlechtester Tabellenführer aller Zeiten" abzuwerten. Die SG Flensburg-Handewitt mag ihre Spiele nicht immer dominiert haben, aber es Bedarf einer sehr guten Mannschaft um Woche für Woche in den entscheidenden Momenten Spiele für sich zu entscheiden.

    Grünfuchs:
    Ob Absicht oder nicht ist für die Frage der groben Unsportlichkeit irrelevant. Beim Siebenmeterwurf trägt gemäß der Handballregeln allein die Werferin die Verantwortung. Insofern eine berechtigte Rote Karte ....der "Skandal" folgte erst durch den Regelverstoß das Tor zu werten.

    Zuerst wurde der Spielstand auf 13:15 zurückgesetzt, aber dann nach Rücksprache mit dem Kampfgericht noch vor Wiederanpfiff wieder auf 13:16 geändert ... im EM-Finale dürften Einsprüche aber wohl ohne Erfolgsaussichten sein. :/:

    Rote Karte geht in Ordnung. Wer sich als Siebenmeterschützin entscheidet, der geht das Risiko bewusst ein ... da braucht es keine Tränen.

    Ich muss meine Regelunsicherheit eingestehen: Ein Tor dem eine grobe Unsportlichkeit vorausgeht zählt dennoch? ?(

    Puh, der erste Auswärtssieg der Saison ermöglicht ein kleines Durchatmen im Tabellenkeller.


    Letztlich hat Gummersbach es durch den starken Pouya, Kreis und die guten Aussen entschieden.

    Du kannst doch in einem VfL-Thread nicht die Leistungen von Pouya loben ... 8o

    Ansonsten mein Frage in die Runde: Was hat Baumgärtner verbrochen, dass er hinter dem schwachen Martinovic nicht spielen darf. In den paar Minuten hat er Buli-niveau gezeigt und meiner Meinung nach auch körperlich im Vergleich zur Vorsaison zugelegt.

    Über die bisherige Saison betrachtet hat Ivan Martinovic gezeigt, dass er ein höheres spielerisches Potential besitzt als Florian Baumgärtner, wobei letzterem die Rolle als Bankspieler auch sichtlich gut tut. Als Florian Baumgärtner vergangene Saison als Alleinunterhalter im rechten Rückraum agieren musste, da zeigte sich einfach, dass er bei allem Willen und ehrlichem Engagement einfach noch nicht so weit ist über 60 Minuten Akzente zu setzen und aktiv das Spiel mitzugestalten. Letzte Saison wurde zuviel vom ihm erwartet. Wenn der Angriff regelmäßig ins Stocken kam und der Arm der Schiedsrichter gehoben wurde, war beim VfL Gummersbach oft die Taktik "Gebt dem Großen den Ball und lasst ihn werfen" angesagt. So wurde Florian Baumgärtner regelmäßig genötigt schlechte Wurfsituationen nehmen und sich hinterher die Kritik der Fans anhören zu müssen, Als zweiter Mann hinter Ivan Martinovic kann er diese Saison bewusster seine Würfe auswählen und die Streuung hat sich sichtlich reduziert. Für ihn ist diese Rolle besser, denn für die erste Sieben in der 1. Bundesliga reicht es bei Florian Baumgärtner (noch) nicht.

    Bei Ivan Martinovic stellt sich die Frage was ihn derzeit hemmt. Eine verschleppte Verletzung? Enttäuschung darüber in was für einer Mannschaft er gelandet ist? Bloß eine vorübergehende Formschwäche? Für den VfL wäre es wichtig, wenn sich am 26.12. der Knoten lösen würde.


    Die gesamte Vorbereitung war doch hirnrissig. Ich erinne nur an den sportlich völlig sinnfreien Japantrip. Das waren doch letztlich alles Fallobstgegner.


    Auf dieses Problematik hatte ich bereits nach der EM 2018 in Bezug auf die Abschaffung des DHB Spercups und bei der Vorstellung des Spielkalenders bis zur WM 2019 hingewiesen. Bei der Auswahl der Vorbereitungsspiele scheinen mir wirtschaftliche und sport-politische Aspekte eine zu große Rolle zu spielen.

    Was lernt die Mannschaft daraus, wenn sie nur auf Gegner trifft gegen die nach spätestens 45 Minuten der Sieg feststeht und das Spiel nur noch ausklingt? Spiele in denen die individuelle Stärke der einzelnen Spieler vollkommen ausreichend ist um zu Torerfolgen zu kommen, anstatt der Herausforderung eine kompakte Abwehr mit gutem Zusammenspiel und manschaftlicher Taktik überwinden zu müssen. Es braucht echte Standortbestimmungen - selbst wenn das bedeutet mal mit fünf oder sechs Toren Unterschied gegen einen Titelaspiranten zu verlieren. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft daraus mehr Schlüsse ziehen könnte und würde als aus dem x-ten Spiel gegen Polen. Um sich weiterzuentwickeln muss die Wohlfühlzone verlassen werden und die eigenen Grenzen getestet werden. Das geht nicht beim Training auf dem DHB-Lehrgang und ganz sicher nicht bei Spielen gegen Japan, wo selbst ein schlecht gespielter Pass noch gut genug ist, damit sich der Nebenmann im 1-gegen-1 durchsetzen kann und zum Torerfolg kommt.

    Statt "Ich glaube" und "ich halte es für" ist meiner Meinung nach im Regelforum ein kurzer Verweis auf die betreffende Passage der IHF-Regeln zielführender.

    Zitat

    Unsportliches Verhalten, das zu einer persönlichen Strafe laut Regeln 8:7-10 führt
    Als unsportliches Verhalten gelten verbale und nonverbale Ausdrucksformen, die nicht mit dem Sportsgeist vereinbar sind. Dies gilt sowohl für Spieler als auch für Mannschaftsoffizielle auf der Spielfläche wie außerhalb. [...]

    Unsportliches Verhalten, das progressiv zu ahnden ist
    8:7 Die unter a - f genannten Handlungen sind Beispiele für unsportliches Verhalten, das progressiv zu ahnden ist, beginnend mit einer Verwarnung (16:1b).

    a) Protest gegen Schiedsrichter-Entscheidungen sowie verbale oder nonverbale Aktionen, um eine bestimmte Entscheidung der Schiedsrichter herbeizuführen;
    [...]


    8:7a dürfte eine pogressive Bestrafung des Trainers abdecken, denn ich kann argumentieren, dass er durch das laute Mitzählen den Pfiff wegen passiven Spiels herbeiführen möchte. Die Regel ist sehr offen formuliert und lässt den Schiedsrichtern viel Freiraum was sie an Interaktion von der Seitenlinie gewähren lassen und wo sie die Grenze zum unsportlichen Verhalten ziehen.

    Ich verstehe durchaus, dass es Sinn machen kann in Unterzahl den Torhüter vom Feld zu nehmen, um im Angriff in Gleichzahl zu agieren. Aber wozu bei eigener Fünf-Tore-Führung und nur noch sechs Minuten verbleibender Spielzeit? Da spiele ich die Angriffe möglichst lange aus, nehme in Kauf die Unterzahl mit einem Tor zu verlieren und gehe dann mit noch vier Toren Vorsprung in die letzten vier Minuten. Selbst wenn die Mannschaft in den zwei Minuten kein eigenes Tor erzielen würde, wäre das angesichts der Ausgangslage zu verkraften. Aber mit dem leeren Tor entsteht ein unverhältnismäßiges Risiko, dass der Gegner zu leichten und vor allem schnellen Toren kommt, die obendrein psychologisch ein Faktor werden können.


    Ansonsten: Glückwunsch zum Sieg an die DHB-Auswahl.

    Wo kommen denn die 10% her? Beim CL-Final Four, welches die EHF ausrichtet bekommt jeder Halbfinalist gerade einmal 500 Tickets und die Arena fast knapp 20.000 Zuschauer. (Das wären also gerade einmal etwas mehr als 2,5%)

    Runtergebrochen auf die Ostseehalle wären das also eher 1000 Karten für alle 4 Fanblöcke und der Rest ist im freien Verkauf. (Welcher durch die Gruppenphase quasi an die Kieler geht)
    Aber auch das ist beim CL-Final-Four ähnlich, da viele Kartenbesitzer des Vorjahres vor Ort die Tickets für´s nächste Jahr kaufen und somit auch nicht mehr viele Karten in den wirklich freien Verkauf gelangen. :cool:


    Das 10%-Kartenkontingent für den Gastverein gilt gemäß der EHF-Regularien für die regulären Spiele im EHF-Pokal ... die Interpolation auf das Final Four ist zunächst reine Spekulation. Beim CL-Final Four gab es in den ersten Jahren für jeden der teilnehmenden Vereine ein Kontingent von 1000 Karten. Das wurde später halbiert weil einige Teilnehmer das Kontingent nicht ansatzweise ausschöpften.

    Zum Vergleich: Beim EHF-Pokal Final Four 2017 in Magdeburg bekamen die drei Gastvereine wohl je 250 Karten zugewiesen.

    Nachher wundert ihr euch dann wieder, wenn so ein Spiel wie in Montpellier kommt.
    Und dann heißt es: "Sie hatten nen schlechten Tag." :rolleyes:
    Nee, dieses Angriffsspiel ist einfach nicht gut genug für die europäische Spitze.
    Für die Liga-Spitze reicht es wegen mangelnder Konkurrenz.


    Ja, die Zeiten in denen beim THW Kiel eine Weltauswahl auf der Platte stand, weil sie der finanzstärkste Verein Europas waren sind vorbei.
    Ja, es gibt inzwischen auch abseits der Handball-Bundesliga Vereine die hohe Gehälter zahlen können (wahrscheinlich sogar mehr als der THW-Kiel während seiner dominanten Phase) und manch talentierter Handballer bleibt dann lieber in der Heimat oder dem eigenen Kulturraum. Machen die deutschen Topspieler mehrheitlich nicht anders.

    Aber deshalb ist die HBL noch lange keine Resterampe von Vereinen, die international abgehängt wären. Das Leistungsniveau an der Spitze des europäischen Handballs ist breiter geworden und daher folgerichtig die Spitze ein wenig flacher. Aber denkst Du der FC Barcelona, Paris St. Germain oder RK Vardar würden in der HBL mit Abstand zum Rest Meister werden?

    Dann musst du dich wohl umgewöhnen, wenn du nach Kiel kommen solltest. :hi: Die Besitzer einer Champions-Card (das müssten so ca. 7.000 Leute sein, aber die genaue Zahl habe ich nicht) besitzen ein Vorkaufsrecht für die Gruppenphase. Sofern das eingelöst wird und der THW das Final Four erreicht, gilt es auch dort. Ist heute so offiziell kommuniziert worden.
    Ich verstehe, dass das für alle anderen Fans unfair ist, aber nur so ist garantiert, dass die Halle auch (in den langweiligen Spielen) gut gefüllt ist.


    Habe auf die Schnelle keine Vorgaben zum Final Four im Speziellen gefunden, aber allgemein sind im EHF-Pokal dem Gastverein 10% des Kartenkontingents zur Verfügung zu stellen. Das wären bei ca. 10.000 Zuschauerplätzen dann je 1000 Karten für die mindestens drei Gastvereine.

    Zudem würde es einfach Sinn machen die Fangruppierungen auch in der Halle geschlossen zu platzieren. Soweit ich die Ankündigung des THW Kiel zur Champions Card lese, wird dabei zwar ein Vorkaufsrecht für weitere Spiele in der Sparkasse Arena angeboten, aber es wird nicht explizit erwähnt, dass bei diesen weiteren Spielen auch ein Anspruch auf den angestammten Platz besteht.