Beiträge von Arcosh

    Die EHF Regulations für die Champions League sind ein wenig schwammig bzw. interpretierbar formuliert.

    Zitat

    2 Entry conditions

    2.1 Eligibility to enter
    [...]
    2.1.1 Eligibility to enter the VELUX EHF Champions League is limited to the national champions of the EHF Member Federations and, in addition, teams eligible to enter in accordance with a respective EHF decision. The registration of teams can only be made by the National Federation on the basis of the clubs ́ sporting achievement in the last season.

    2.1.2 The participating teams in the VELUX EHF Champions League are determined by the EHF ranking list, which is drawn up prior to each season. According to this ranking list the National Federations ranked 1 to 27 are entitled to participate in the VELUX EHF Champions League with the respective number of teams.

    2.1.3 Nations ranked 1 to 2 in the EHF ranking list shall have the right to enter 2 teams. Nations ranked 3 to 27 in the EHF ranking list shall have the right to enter 1 team.


    Das bedeutet die HBL hat als bestplatzierter Verband im EHF Nationen-Ranking das Recht zwei Vereine in der Champions-League mitspielen zu lassen, aber alle potentiellen Teilnehmer, die keine Landesmeister sind bedürfen gemäß 2.1.1 einer gesonderten Entscheidung seitens der EHF. Ob 2.1.3 bereits allgemein eine solche Entscheidung darstellt oder in jedem Fall eine individuelle Entscheidung über jeden einzelnen Verein gefällt werden muss, ist wohl diskutabel.


    Zitat

    2.2 Participation

    2.2.1 Eligibility to enter the competition
    Eligibility to enter the competition is conditional upon the availability of sports facilities complying with to the Rules of the Game, to the VELUX EHF Champions League Regulations and the respective requirements and Manuals for the VELUX EHF Champions League events. The responsibility for correct and completed documents rests with both the registering club as well as with the Member Federation of the club.

    2.2.2 Registration requirements
    A correct registration of clubs for the VELUX EHF Champions League includes the fulfilment of the respective technical or organisational or administrative requirements.
    Such a correct registration consists of:

    • Correct and fully completed registration documents, which are signed by a person/representative being legally entitled to commit the club (declaration concerning official signing of entitlements to be attached upon request)
    • Presentation of all required information, documents and declarations being due as a part of a correct entry within the deadline stipulated. The registering club together with the National Federation concerned are to be held responsible for the completeness and correctness of the presented documents.
    • A playing hall which is confirmed by the EHF for the VELUX EHF Champions League 2018/19
    • Payment of the deposit of € 25,000,--


    Die Spielhalle der Löwen wäre sicherlich ein Angriffspunkt der EHF. Im entsprechenden Registrierungsformular für die Vereine wird bzgl. der Spielstätte ausgeführt:

    Zitat

    Please indicate the playing hall which is your 1st priority. For cases under special circumstances indicate the playing hall of your 2nd priority. Your registration is only valid if your 1st priority hall is accepted by the EHF.


    Mit den Hallen in Mannheim und Frankfurt sollte die Anforderung zu erfüllen sein, aber eine erneute Ausnahmegenehmigungen für weitere Spielstätten sollten sich die Rhein-Neckar Löwen diesmal wohl nicht erhoffen.


    Zitat

    2.3 Registration system

    The registration for the VELUX EHF Champions League is only valid, if all requested documents, payment, etc. are available at the EHF in due time within the deadline stipulated.

    2.3.1 The teams’ registrations for entry in the VELUX EHF Champions League 2018/19, Code of Conduct and the signed arbitration agreement shall be received by the EHF Office not later than 05 June 2018.


    Der unterzeichnete "Code of Conduct" ist in meinen Augen der realistischere Angrifffspunkt falls die EHF die Rhein-Neckar Löwen wirklich von der Teilnahme an der Champions-League ausschließen wollen würde. Direkt die ersten beiden Punkte dieser Verhaltensregeln lauten:

    Zitat

    1. Clubs shall act and compete in all competitions and events with an honest effort to follow the rules and the spirit of fairness and sportsmanlike conduct. The goal of the competition is to give one’s best effort while displaying honesty, integrity, and sportsmanship.

    2. Clubs shall display courtesy and respect toward the opposing team, the EHF and its officials as well as EHF Partners and other EHF related organizations and persons.


    Es scheint mir nicht abwegig das Verhalten der Rhein-Neckar Löwen im diesjährigen Achtelfinale als Verstoß zu werten. Aber leider habe ich derzeit keinen Zugriff auf die EHF Legal Regulations, aus denen mögliche Sanktionen bei Verstößen gegen den Code of Conduct hervorgehen könnten.


    Ansonsten erinnere ich an die OCI Lions, die trotz Gewinn der nationalen Meisterschaft und einem gemäß Nationen-Ranking sicheren Startplatz für den niederländischen Handballverband von der EHF letzte Saison nicht für die Champions-League zugelassen wurden. Der Aufschrei war aufgrund der internationalen Stellung des niederländischen Handballs recht überschaubar ... aber es zeigt, dass die EHF im Zweifel die Regeln beliebig anpasst bzw. umdeutet.

    In letzter Instanz muss die Wild card für einen Verein vom nationalen Verband bei der EHF beantragt werden. Daraus ließen sich jetzt natürlich interessante Theorien spinnen ... :cool:

    34 clubs apply for a place in the new season

    Von den 27 Verbänden denen gemäß dem EHF Ranking ein fixer Startplatz in der EHF Champions-League zustehen würde, haben nur 20 Landesmeister gemeldet. Die besten Mannschaften aus den Niederlanden (Platz 18 im Ranking), Serbien (19), Island (20), Tschechien (21), Israel (25), Belgien (26) und Österreich (27) haben auf eine Teilnahme verzichtet.

    Da sich 22 Teams mit fixem Startplatz für die kommende Saison registriert haben, bleiben sechs Wild cards für das 28 Mannschaften starke Teilnehmerfeld zu vergeben. Zu den Berwerbern zählen der östereichische Vizemeister Alpla HC Hard (Meister HC Fivers Margareten scheint auf eine Teilnahme zu verzichten) ebenso wie die letztes Jahr übergangenen OCI Lions, die aber diesmal "nur" niederländischer Vizemeister geworden sind und daher auf eine Wild card hoffen müssen. Als nominell bester Verband ohne teilnehmenden Landesmeister (die Niederlande haben sich gegenüber dem Vorjahr von Platz 23 auf Platz 18 verbessert) gäbe es durchaus sportliche Argumente für eine Wild card an die Niederländer ... aber mit Blick auf die übrigen Bewerber mag ich nicht so recht daran glauben.

    Die diesjährigen Finalisten Montpellier HB und HBC Nantes dürften ebenso eine Wild card erhalten wie MKB Veszprem. Damit blieben noch drei Plätze offen und die Bewerber dafür sind u.a. klangvolle Namen wie Wisla Plock, Gorenje Velenje, Bjerringbro-Silkeborg, HC Metalurg oder Füchse Berlin. Bei diesem namhaften Bewerberkreis könnte es trotz Hauptstadt-Flair und Bob Hannings Lobby-Arbeit der EHF leicht fallen bei ihrer Ankündigung zu bleiben keine Wild card an einen Verein aus der HBL zu vergeben.

    Der Wechsel von der Kölner Sporthalle zur Kölnarena war 1998 ein notwendiger Schritt, der aber auch ein großes Loch für den semi-professionellen (Nischen-)Sport in Köln gerissen hat. Die Kölnarena ist schlicht und einfach zu groß und zu teuer für 2.-Liga-Basketball, Tanzsport oder Radsportveranstaltungen. Die Idee eine Multifunktionshalle in Köln zu errichten, die für den Sport die Lücke zwischen Schulsporthallen mit ca. 1500 Plätzen und der Kölnarena sowie für Musik- und Kulturveranstaltungen die Lücke zwischen dem Paladium mit 4000 Stehplätzen zur großen Arena schließt, besteht schon seit vielen Jahren, aber scheiterte meist an fehlenden Investoren und/oder dem Willen der Kölner Stadtverwaltung. Wann immer Pläne für einen Hallenneubau im Kölner Stadtgebiet aufkamen wurde von Seiten der Kölnarena über diverse Medien verbreitet eine weitere Multifunktionarena gefährde die wirtschaftliche Existenz der Kölnarena und so verliefen viele Pläne im Sande. Wünschenswert wäre eine Halle mit ca. 5000 Sitzplätzen bei Sport- und insgesamt 7000 Steh- und Sitzplätzen bei Musikveranstaltungen. Ob diese umsetzbar vermag ich nicht zu beurtilen.

    Das Helios-Gelände als möglicher zentraler Standort ist inzwischen anderweitig verplant. Anbieten würde sich in meinen Augen der Sportpark Müngersdorf mit guter Verkehransbidung und in unmittelbarer Nähe zur Deutschen Sporthochschule.

    Sportlich wieder einmal ein gelungenes Wochenende mit tollem Handball und ausnahmsweise ist mein Wunschfinale zu Stande gekommen! :klatschen:

    Die Plätze inmitten der Fans aus Nantes waren ideal, denn die Fans haben richtig gute Stimmung gemacht. Blockfahne, Blocktrikot, Blaskapelle, ein lila-gelbes Fahnenmeer ... die Fans des HBC Nantes waren eine unerwartete Bereicherung für das Final 4. Selbst nach dem verlorenen Finale ließen sie sich - zurecht - das Feiern nicht verderben. Überhaupt haben für mich überraschend die französischen Fangruppierungen den Fans von Vardar Skopje die Show gestohlen. Die Mazedonier waren bei weitem nicht so zahlreich und lautstark wie moch im vergangenen Jahr. (Evtl. den Kosten geschuldet zwei jahre in Folge nach Köln zu fahren?)

    Das offizielle Show-Programm lässt leider zuletzt von Jahr zu Jahr nach. Klar ist es nicht einfach immer wieder etwas Neues aus dem Hut zu zaubern, aber der Trend teure (?) Musik-Acts zu buchen gefällt mir nicht. Es befeuert einfach nicht die Stimmung in der Halle und wirkt auf mich eher wie ein Bruch im Programmablauf. Das Geld stattdessen wieder in sehenswerte Akrobatik und Showelemente investiert würde mir besser gefallen.


    Abschließend möchte ich nochmal meinen Beitrag aus dem März zitieren:

    Leuchtturm-Vereine als Zugpferd der nationalen Entwicklung des Handballs:
    In steter Regelmäßigkeit wird u.a. in der Handballecke darüber diskutiert welchen Wert wirtschaftlich dominante Vereine für die Entwicklung des Handballs haben. Ich verstehe, dass es aufgrund abschreckender Beispiele wie Ciudad Real, AG Kopenhagen oder HSV Hamburg eine gesunde Skepsis gegenüber Vereinen gibt, die in Abhängigkeit von einzelnen Mäzenen oder Großsponsoren binnen kurzer Zeit in die europäische Spitze vorstoßen. Aber haben diese Vereine keinerlei nachhaltige Wirkung für die nationalen Ligen - selbst wenn sie nach fünf oder zehn Jahren wieder verschwinden sollten? Ich habe den Eindruck, dass diese Leuchtturm-Projekte sich durchaus positiv auf die nationale Konkurrenz auswirken. Die Leuchtturm-Vereine und ihre Erfolge erzeugen mediale Aufmerksamkeit, die sich in Zuschauer- und Sponsoreninteresse wandelt von dem nicht nur diese Leuchttürme sondern die gesamte Liga profitiert.

    Als Metalurg Skopje in die europäische Spitze vorstieß, da befeuerte dies auch die Entwicklung des ewigen Rivalen Vardar Skopje der nachzog und nun eine der besten Mannschaften Europas stellt. Pick Szeged oder HBC Nantes sind im Schatten der scheinbar unerreichbaren nationalen Leuchttürme MKB Veszprem uns Paris St. Germain selber in die Top10 der europäischen Handballszene vorgestoßen.

    Wer hätte das gedacht. Der souveräne Tabellenführer kann drei Spiele in Folge nicht gewinnen und gibt gegen Melsungen überhaupt zum ersten Mal Punkte in eigener Halle ab. In den letzten zweieinhalb Jahren schienen die Rhein-Neckar Löwen genau diese Aussetzer abgelegt zu haben und zu einer Spitzenmannschaft gereift zu sein, aber innerhalb von elf Tagen ging dies verloren. Nun ist der Weg frei für die SG Flensburg-Handewitt, die "nur" noch in Nettelstedt gewinnen muss um dann zuhause gegen Göppingen die Schale holen zu können.

    Durch die Regeländeung im vergangenen Sommer darf die angreifende Mannschaft noch maximal sechs Pässe spielen nachdem die Schiedsrichter das passive Vorwarnzeichen anzeigen. Damit diese Anzahl der Pässe eindeutig ist, soll das Vorwarnzeichen angezeigt werden, wenn ein Angreifer klare Ballkontrolle hat und nicht während der Ball gerade von einem Spieler zum anderen gepasst wird, denn dann wäre wohlmöglich unklar ob dieser Pass bereits zu den maximal sechs zulässigen Pässen zählt oder nicht.

    Um derartige Misverständnisse auszuschließen, wäre es wohl besser in Antwort e) "wenn" durch "während" zu ersetzen.

    St. Raphael - Montpellier HB

    Die Ausgangslage
    Nur zwei Tage nach St. Raphaels erfolgreichem Abschneiden beim EHF-Pokal Final Four in Magdeburg empfing der Tabellenvierte zuhause den Tabellenführer aus Montpellier. Montpellier benötigte im Topspiel am vorletzten Spieltag unbedingt einen Punkt um Verfolger Paris auf Distanz zu halten, während St. Raphael noch um die Europapokalqualifikation kämpft. In der französischen Liga entscheidet bei Punktgleichheit der direkte Vergleich und den hat Paris gegenüber Montpellier gewonnen, so dass Montpellier mindestens einen Punkt des aktuellen Zwei-Punkte-Vorsprungs ins Ziel retten muss. Da Paris sowohl den französischen Pokal-Wettbewerb als auch den Liga-Pokal gewonnen hat werden diese beiden EHF-Pokal-Plätze an den Dritt- und Viertplatzierten der LNH vergeben. Zwei Spieltage vor Ende belegt St. Raphael ebendiesen Platz 4 mit einem Zähler Vorsprung vor Dunkerque, die aber ihrerseits am letzten Spieltag noch in Montpellier antreten müssen.

    Das Spiel
    Obwohl es für St. Raphael das dritte Spiel in vier Tagen war, agierten sie absolut auf Augenhöhe mit Montpellier. Nach einem perfekten Start und 3:0-Führung der Gastgeber fand Montpellier besser ins Spiel und übernahm nach einer guten Viertelstunde beim 6:7 erstmals die Führung. die sie bis zur Halbzeit hielten. Im zweiten Durchgang konnte Montpellier sich zwischenzeitlich Vorsprünge erarbeiten (14:17 und 21:23), aber St. Raphael kam jedes Mal wieder zum Ausgleich und übernahm in der 58. Minute beim 24:23 erstmals wieder die Führung. Nach einer Zeitstrafe mussten die Hausherren die letzten anderthalb Minuten in Unterzahl absolvieren. Montpellier erzielte den Ausgleich zum 25:25, St. Raphael agierte im Angriff mit dem zusätzlichen feldspieler anstelle des Torwarts und wurde dafür mit dem Tor zum 26:25 belohnt. Montpellier blieben nur noch 14 Sekunden für den letzten Angriff, der wohl die Entscheidung die französische Meisterschaft entscheiden würde ... und sie scheiterten.

    Das Ergebnis
    St. Raphael feierte den Heimsieg und Paris hat es nun in der Hand kommende Woche mit einem Sieg gegen den Tabellenneunten Chambery doch noch die Meisterschaft zu gewinnen und damit das französische Triple zu komplettieren. Mal sehen wie sich Montpellier nach diesem bitteren Rückschlag am Wochenende in Köln präsentieren wird.

    und beim vfl ist es halt das gesamtpaket-
    ich denke wenn man mit realistischen zielen in die saison gestartet wäre, dann hätte man beuchler nicht entlassen
    müssen....dürfen. der hat den kader mit zusammengestellt. der aktuelle trainer hat mir dafür insgesamt zu wenig
    erfahrung im abstiegskampf und ist mir als trainer bis dato auch nicht positiv aufgefallen- und ich glaube auch, dass
    man dies deutlich beim coachen erkennen kann- eine gewisse hilflosigkeit kann man doch erkennen...

    der vfl dreht sich im kreis- seit jahren- ohne kontinuität wird das nichts mehr mit ner ruhigen saison-in allen bereichen...
    und die kann nur entstehen, wenn die sportlich verantwortlichen frei und ruhig arbeiten können...


    Die maßgeblich von Dirk Beuchler ausgewählten Spieler sind doch der Kern des Problems in dieser Saison beim VfL Gummersbach. Der Verein war mit einer Mannschaft aus jungen, erfolgshungrigen und lernwilligen deutschen Spielern und ergänzt durch einzelne Bundesliga-erfahrene ausländische Spieler auf einem sehr guten Weg. In der Saison 2015/16 bejubelten Presse und Handballecke-Foristen den "VfL Deutschland" als Musterbeispiel. Natürlich kamen dann unweigerlich die Angebote finanziell besser gestellter Vereine an die Leistungsträger und diese Abgänge mussten ersetzt werden. Dabei blieb der Verein zunächst seinem gewählten Weg treu ehe unter Dirk Beuchler plötzlich reihenweise ausländische Spieler verpflichtet wurden, denen entweder jegliche Bundesliga-Erfahrung fehlte oder die sogar schon in der 1. Bundesliga gescheitert waren. Natürlich muss der VfL Gummersbach mit seinen aktuellen wirtschaftlichen Möglichkeiten auch die kleineren europäischen Ligen auf der Suche nach guten Spielern im Auge haben. Aber sechs Rückraumspieler mit sechs völlig verschiedenen Nationalitäten innerhalb der wenigen Wochen Saisonvorbereitung zu einer funktionierenden und wettbewerbsfähigen Mannschaft zu formen, würden selbst erfolgreiche Trainer sich kaum zutrauen. Dirk Beuchler hat sich damit übernommen und der VfL Gummersbach hat erkennbar auf dem Feld bis heute keine funktionierende Mannschaft, in der Spieler miteinander harmonieren und sich gegenseitig aushelfen.

    Die sportliche Leitung muss sich vorwerfen lassen, dass sie nach der folgerichtigen Trennung von Dirk Beuchler personell nicht nachgebessert hat. Man war wohl fest davon überzeugt, dass allein Simon Ernst den Unterschied macht ... und damit hätten sie wohl auch recht gehabt, wenn nicht seine neuerliche Verletzung dazwischen gekommen wäre.

    "Verdient" hat den Abstieg der Verein, der nach 34 Spieltagen sportlich auf einem Abstiegsplatz steht. Einem Verein bloß die Daumen zu drücken, weil er im letzten Viertel der Saison kämpft und endlich punktet ist ähnlich wie den Torwart zu feiern, der die letzten zwei Bälle hält nachdem er 50 Minuten lang keine Hand an den Ball bekommen hatte. Der Sport lebt sicherlich von solchen emotionalen Geschichten, aber das macht den Klassenerhalt oder Abstieg nicht gerechter oder ungerechter.

    Die Intention des Videobewies ist es "gerechtere" oder zumindest "richtigere" Entscheidungen zu treffen. Man kann darüber philosophieren, ob dies grundsätzlich eine wünschenswerte Entwicklung ist oder ob subjektive Schiedsrichterwahrnehmungen ein Teil des Sports sind und "einfach dazu gehören". Aber ich verstehe nicht wieso Sinn oder Unsinn des Videobeweises sich dadurch ändern sollten, ob man das Videomateral während oder nach dem Spiel begutachtet. Worin besteht da für Dich der entscheidende Unterschied?

    Ich freue mich auf ein spannendes Spiel ... finde aber auch hier die Ansetzung eines Endspiels parallel zum Finale im EHF-Pokal ungünstig und unnötig. Die Termine der europäischen Endspiele sollten von den nationalen Verbänden respektiert und beachtet werden. Ich sehe ein, dass es zeitlich schwierig ist zwei aufeinanderfolgende Mai-Wochenenden in den nationalen Wettbewerben freizuhalten, aber zumindest direkte Überschneidungen mit den Endspielen des EHF-Pokal und der EHF Champions-League sollten vermieden werden.

    Hier ist in der Tat dringend eine Regeländerung notwendig die eine nachträgliche Bestrafung ermöglicht...geht in anderen Sportarten ja auch


    Aus dem Thread zum DFB-Pokalfinale 2018:

    Ich selbst bin klarer Gegner des Videobeweises und fühle mich durch die gestrige Entscheidung dadurch bestärkt....


    Der Videobeweis nach einem Handballspiel ist eine wünschenswerte Errungenschaft, aber der Videobeweis während eines Fußballspiels ist abzulehnen? Oder geht es lediglich darum wer bestraft werden kann oder soll?

    Ein Heimsieg von Hüttenberg gegen Gummersbach scheint nicht unwahrscheinlich., so dass am letzten Spieltag viel von der Motivation von Erlangen, Lemgo und Hannover abhängen würde, die allesamt nichts mehr zu verlieren oder gewinnen hätten. (Allerhöchstens gibt es einen kleinen empörten Aufschrei wie bei den Füchsen Berlin 2014, aber da es in diesem Fall nur um den Klassenerhalt geht und niht um die Deutsche Meisterschaft würde dieser schnell verhallen.)

    Zwei Finger in die Luft zu strecken als allgemeines Zeichen für eine progrssive Bestrafung ist eben einfacher als zuerst die Sporttasche zu durchwühlen auf der Suche nach irgendeinem roten Stück Pappe oder Papier. ;)

    Paßt auch zum Thema ...


    "Zweitgrößstes Vereinsevent Europas"? ?(

    Gut, sicherlich meint er "Zweitgrößtes Handball-Vereinsevent Europas". Aber selbst dann würden mir neben dem EHF Champions League Final4 spontan noch das DHB-Pokal Final Four in Hamburg oder das Final Four der SEPA-League einfallen.

    Wahrscheinlich hatte er also "Zweitgrößtes Handball-Vereinsevent Europas in einem EHF-Wettbewerb" sagen wollen. Aber auch dann käme nach dem Velux Final4 zunächst noch das Champions-League Final4 der Damen in Budapest.

    Tatasächlich ist es also das "Zweitgrößtes Männerhandball-Vereinsevent Europas in einem EHF-Wettbewerb." Eine Kategorie in der es genau zwei Final-Four-Events gibt. Glückwunsch! ;)

    Im Gegensatz zum Basketball muss beim Handball der Abwehrspieler aber keine Position eingenommen haben oder stehen, damit auf offensives Foul des Angreifers entschieden wird. Entscheidend ist eher wer zuerst da war und wer in den anderen hineinläuft.

    Allerdings ist Ungarn im Ranking auf Platz 2, daher stehen Meister und Vizemeister Startplätze zu zur nächsten Saison. Keine Gefahr hier also. Bin mal gespannt wann und wie die EHF dieses Ranking dann mal anpasst.


    Im für die kommende Saison relevanten Ranking hat Spanien wieder den zweiten Platz von Ungarn übernommen. (LINK)