Beiträge von Arcosh

    Das Problem ist, dass es im DHB-Bereich und CL, WM, EM usw. genau anders gemacht wird (bei der EM wieder zigfach gesehen). Da zählt der Zeitpunkt des Legens/Abgebens der grünen Karte. Kenne jetzt nicht den Wortlaut der Bestimmungen da, aber es wird so gemacht, was ich bei neutralem Kampfgericht ja auch nachvollziehen kann.


    Inwiefern soll denn da der Zeitpunkt des Ablegens der Karte gelten? Beziehungsweise kennst Du einen konkreten Fall aus CL, WM oder EM bei dem trotz Ballverlust zwischen Ablegen der Karte und Pfiff des Zeitnehmers das TeamTimeOut gewährt wurde? Aufgrund des geschulten Personals bei diesen Spielen ist in der Regel die zeitliche Distanz zwischen Legen der grünen karte und dem Pfiff zur Spielunterbrchung sehr gering, aber eine andere Regelauslegung - entgegen der geltenden internationalen Handballregeln - wäre mir neu.

    Die Nationalspieler sind nach den EM-/WM-Turnieren nicht motiviert in irgendeiner Form spielerische Akzente zu setzen und so verkommt das Allstar Game von Jahr zu Jahr zunehmend zur Klamauknummer. Ich habe nichts gegen Showeinlagen und schöne Tore, aber gefühlt wird es von Jahr zu Jahr handballerisch unwürdiger.

    Mein Wunsch wäre die Rückkehr zum Modus Nordost gegen Südwest und um einen Hauch von Rivalität zu schüren winkt dem Sieger das Heimrecht im nächsten Jahr, d.h. das Allstar Game findet in der Region des Siegers statt. So kann die Veranstaltung zusätzlich durch Deutschland wandern. Für den gewünschten und auch berechtigten Show-Anteil würde ich die Skill-Competitions wieder einführen und evtl. sogar ausbauen. Wer ist der "kompletteste Spieler" der HBL? Drei Würfe von Außen, drei aus dem Rückraum gegen einen Zwei-Mann-Block, drei Siebenmeterm und zum Abschluss Würfe über das komplette Feld auf kleine Ziele im Tor. Das ganze hintereinander weg mit Zeitlimit. Darüber hinaus gerne auch ein Trickwurf-Wettbewerb. Oder ein kruzess 10minütiges Spiel der Trainer aus Nordost gegen die Trainer aus Südwest, ... die Ideen ließen sich noch lange fortführen und alles wäre gehaltvoller als das was dieses Jahr in Leipzig geboten wurde.

    Grundsätzlich ist es nachvollziehbar, dass der VfL Gummersbach sich bei der Akademie auf die Förderung der Toptalente konzentrieren will, die auch das Potential und den Willen haben den Sprung in die 1. Bundesliga zu schaffen. Bei den Jugendmannschaften wäre es nicht weiter schlimm sich auf eine Mannschaft pro Altersklasse zu beschränken, da es in der Region ausreichend Handballvereine im Breitensport gibt in denen die Jugendlichen alternativ spielen können. In den letzten Jahren hat sich nach meinem Eindruck die Zusammenarbeit mit den lokalen Handballvereinen deutlich verbessert und die kleineren Vereine wird es freuen, wenn weniger Talente Richtung VfL Gummersbach wechseln.

    Beim potentiellen Rückzug der zweiten Mannschaft aus der 3. Liga bin ich hin- und hergerissen. Die letzten Jahre spielte die Mannschaft stets im unteren Drittel der Liga und man hatte nicht den Eindruck, dass dort so viele potentielle Zweit- und Erstligaspieler im Kader stehen. Da aber gemäß der aktuellen Richtlinien für das Jugendzertifikat es ausreichend ist eine U23 Mannschaft in der vierthöchsten Spielklasse zu haben, droht zumindest nicht der unmittelbare Verlust dieses Prädikates. Es würde also unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten durchaus Sinn machen, setzt aber voraus, dass es für die Toptalente dann Kooperationspartner in der zweiten Liga gibt, die bereit sind im Sinne des VfL Gummersbach die Anschlussförderung zwischen A-Jugend und 1. Bundesliga zu übernehmen.

    @hlp:
    Ich bin ganz sicher nicht immer einig mit TCLIP, aber seine durchaus meinungsstarken Beiträge sind in der Regel solide argumentiert und das ist dann die Basis für eine angeregte Diskussion mit ihm. Dabei muss es hier im Forum nicht zu einem Konsens kommen oder einer den anderen von seiner Sichtweise überzeugen.

    Aber was ich in den letzten Tagen allgemein hier vermisse ist eine gesunde Distanz zum geschriebenen Wort im Internet. Bloß weil ich die Meinung einzelner User nicht teile, muss ich sie nicht persönlich attackieren oder ihren geistigen Fähigkeiten anzweifeln. Niemand ist ein besserer oder schlechterer Mensch, wenn er sich hier hinter oder gegen die weitere Arbeit von Christian Prokop als Bundestrainer stellt oder den Einsatz einzelner Spieler lobt oder kritisiert. Für Diskussionen auf der persönlichen Ebene steht allen die Private Nachricht zur Verfügung. In den Threads würde ich mir wieder deutlich mehr Meinungaustausch und gesittete Diskussionen erhoffen, anstatt persönlicher und teilweise thread-übergreifender Anfeindungen in Endlosschleife.

    Vor dem Absenden einfach sich selber die Frage stellen: Würde ich das auch so sagen, wenn ich wir in einer Gruppe zusammensitzen würden tatt bloß mehr oder weniger anonym übers Internet schreiben?

    @hlp:
    Die Enttäuschung resultiert doch in erster Linie nicht aus dem verpassten Halbfinale oder Platz 9, sondern aus der Spielweise über weite Strecken des Turniers. Die Mannschaft, d.h. sowohl Spieler als auch Offizielle, haben es nicht geschafft ihr individuelles Potential konstant abzurufen oder als Kollektiv die Schwächen des Nebenmannes aufzufangen. Das ist der eigentliche Stein des Anstoßes.

    Apropos fehlende (Pflicht-)Spiele zur Vorbereitung:

    Wie seht ihr in diesem Zusammenhang die Abschaffung des Supercups? Bis 2015 konnte sich die DHB-Auswahl in der EM-Vorbereitung stets mit guten Gegnern messen und - was ich noch viel entscheidender finde - mit drei Spielen in drei Tagen gegen unterschiedliche Gegner mit unterschiedlichen Spielanlagen quasi die typische Turniersituation üben. Nach der 2015er Ausgabe verkündete Bob Hanning das Aus des seit 1979 ausgetragenen Turniers ("Den Supercup wird es in dieser Form nicht mehr geben", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning: "Das System hat sich überholt und ist nicht mehr zeitgemäß."; Quelle: Spox.com), obwohl der damalige Bundestrainer Dagur Sigurdsson sich für die Fortführung aussprach ("Man braucht die Spiele."; Quelle: Kicker.de). Spanien (Torneo Internacional de España de balonmano, seit 1975) sowie Frankreich, Dänemark und Norwegen (Golden League, seit 2012) setzen weiterhin auf dieses Format in der Vorbereitung auf die großen Nationalmannschaftsturniere.

    Hat der DHB den Supercup wegen mangelndem Zuschauerinteresses zu leichtfertig aufgegeben? Es hätte sicherlich kleinere Bundesliga-Standorte und Hallen gegeben, die an einer Ausrichtung interessiert gewesen wären. Selbst wenn der DHB keinen wirtschaftlichen Gewinn aus dem Turnier ziehen könnte, stellt sich mir die Frage ob die Erfahrungen und Lerneffekte für die Mannschaft nicht überwiegen und wirtschaftliche Überlegungen hintenanstehen sollten.

    Wieviel Lehrgangstag bleiben CP bis zur WM-Vorbereitung? Gibt es vorher noch ein Testturnier wie früher den Supercup? Meines Wissens nicht. Auch keine Quali ist angesagt. Nur ne Reihe von Freundschaftsspielen, deren Wert für diese Problembewältigung gleich 0 sind.


    Das ist auf jeden Fall ein wichtiger Aspekt. Für die DHB-Auswahl stehen in 2018 zunächst zwei Freundschaftsspiele gegen Serbien an (04. April in Leipzig, 07. April in Dortmund), dann folgt im Juni eine Länderspielreise für zwei Spiele nach Japan (sportlich ohne Wert, aber zur "Akklimatisierung für Olympia") und im Oktober/November sollten üblicherweise noch zwei Pflichtspiele im Rahmen der EM-Qualifikation 2020 folgen - wobei ich nicht weiß wie sich die Aufstockung auf 24 Teilnehmer auf den Quali-Modus auswirken wird.

    Ein Jahr vor der WM 2019 in Deutschland und Dänemark kristallisieren sich die Teilnehmer heraus. Nach den beiden Gastgebern und Titelverteidiger Frankreich haben sich an diesem Wochenende bei den Kontinental-Meisterschaften die Teilnehmer aus Asien und Afrika qualifiziert:

    Afrika-Meisterschaft 2018 (in Gabun):
    1. Tunesien
    2. Ägypten
    3. Angola

    Asien-Meisterschaft 2018 (in Südkorea)
    1. Katar
    2. Bahrain
    3. Südkorea
    4. Saudi-Arabien

    Dagur Sigurdsson und Japan hatten das "Pech" in eine Hauptrundengruppe mit den beiden späteren Finalisten zu kommen - auch wenn sie sich das aufgrund der Vorrundenniederlage gegen den Iran selber eingebrockt haben.


    Zudem wurden gestern die Play-Off-Paarungen für die europäische WM-Qualifikation ausgelost:
    Serbien - Portugal
    Litauen - Island
    Tschechien - Russland
    Slowenien - Ungarn
    Weißrussland - Österreich
    Mazedonien - Rumänien
    Niederlande - EM-Zweiter (Spanien/Sweden)
    Norwegen - Bosnien-Herzegowina (Schweiz; abhängig vom laufenden Protest gegen die Spielwertung)
    Kroatien - Montenegro

    Österreich bekommt die Gelegenheit zur Revanche gegen EM-Vorrundengener Weißrussland und darf sich Hoffnungen auf die WM-Teilnahme machen. Darüber hinaus versprechen die Duelle zwischen Tschechien und Russland sowie Slowenien und Ungarn spannende Spiele im Juni.

    Bob Hanning ist ein emsiger und akribischer Arbeiter, der um den Wert von Öffentlichkeitsarbeit und vorallem Deutungshoheit gegenüber den Medien weiß. Darin ist er ein Profi und seine Wortwahl in vielen Situationen ist kein Zufall, sondern wohl überlegt.

    Im Interview im ZDF-Sportstudio sagt er nicht Christian Prokop hat eine falsche Entscheidung getroffen, sondern es war "eine Entscheidung, die man im Nachhinein so nicht hätte machen sollen" und vermeidet den Namen des Bundestrainers in einem Satz mit dieser Kritik zu nennen.

    Auf die Frage ob der DHB es sich leisten könne einen Trainer freizustellen für den 500.000 € Ablöse gezahlt wurden, sagt Bob Hanning "Natürlich kann der DHB es sich leisten. Die Frage ist, ob er es sich leisten will." und in Bezug auf die Vision vom Olympia-Gold 2020 "Ich habe 2013 angefangen dem DHB zu helfen". Bob Hanning ist aber nicht irgendein Berater beim DHB, sondern der gewählte DHB-Vizepräsident Leistungssport. Bob Hanning ist in Bezug auf die Geschicke der Nationalmannschaft nach Außen "der DHB". Bob Hanning hatte die Bundestrainersuche zur Chefsache erklärt und war federführend bei der Auswahl von Christian Prokop und der daraus resultierenden Ablöse. Dennoch kommt in seinen Worten die Person Bob Hanning im Singular nur in der Rolle eines Helfers vor und wird deutlich von "dem DHB" abgegrenzt, der die Entscheidungen trifft. Er distanziert sich von Entscheidungen, die "der Trainer getroffen hat" (in Bezug auf die Nominierung), aber spricht in Bezug auf die erfolgreiche EM-Qualifikation und die gewonnenen Testspiel gerne vom "Wir" ...

    Das war in meinen Augen ein sehr professionelles Interview, das aber keine direkten Rückschlüsse auf die zukünftige Ausrichtung der Männer-Nationalmannschaft zulässt. Es ist richtig nun zunächst in Ruhe die EM zu analysieren und Gespräch zu führen bevor harte Entscheidungen getroffen werden, anstatt irgendwelcher Schnellschüsse. Daher war dieses Interview kein "sich den Fragen stellen", sondern das Bestreben die Deutingshoheit zurückzugewinnen.

    Was hier überhaupt nicht erwähnt wird, sind die Aussagen von Prokop unmittelbar nach dem Spiel gegenüber dem ZDF. Er hat eingeräumt, dass er Fehler gemacht hat und viel bei dem Turnier gelernt zu haben. Dies, ebenso wie sein agieren während des Turniers zeigt doch, dass er selbstkritisch und lernfähig ist.


    Ja, Christian Prokop hat im ZDF-Interview nach dem EM-Aus gegen Spanien erklärt, dass er viel gerlernt habe. Auf explizite Nachfrage des Moderators konnte oder wollte er aber nicht konkretisieren was er gelernt habe. Zudem ist das Ziel einer Europameisterschaft nicht unbedingt die Weiterbildung des Bundestrainers ... das fällt eher in den Bereich Anforderungsprofil für diese Stelle.

    Seine Äußerungen lassen mich zudem daran zweifeln, dass er das Scheitern seiner Herangehensweise bei dieser EM wirklich hinterfragt bzw. bereit ist von seiner selbstgewählten Spielphilosophie abzuweichen:

    Zitat

    Prokop, der einen langfristigen Vertrag bis 2022 besitzt, schließt einen freiwilligen Rückzug aus. "Ich mache mir überhaupt keine Gedanken über einen Rücktritt, weil auch ich Großes vorhabe", betonte der 39-Jährige. Dafür will er künftig keine Kompromisse eingehen. "Ich habe eine klare Vorstellung von einer Spielphilosophie. Ich möchte eine Mannschaft sehen, die mit viel Tempo spielt und nicht ausrechenbar ist", formulierte er den Anspruch.

    Quelle: Handball-World.com


    In der abschließenden Analyse dieser Europameisterschaft lässt er keine Zweifel an seiner Spielphilosophie zu. Seine Aussage heißt nichts anderes als: Nicht die Spielphilosophie war Grund für Platz 9 und mäßige Spiele, sondern die Spieler, die seine Philosophie nicht umgesetzt haben oder umsetzen konnten. Die Spielphilosophie wird also bestehen bleiben und entweder können die Spieler sich dem Anpassen oder sie müssen gegen andere geeignetere ausgewechselt werden.

    Das kann eine herangehensweise für eine (aufstrebende) Vereinsmannschaft sein, aber in meinen Augen nicht für eine Nationalmannschaft, die aus einem deutlich limitierteren Spielerpool schöpfen muss, und erst Recht nicht für eine bereits existierende, gewachsene Mannschaftsstruktur.

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    In den vergangenen Jahren war stets die Abwehrarbeit im Zusammenspiel mit starken Torhüterleistungen die Basis für Erfolge der DHB-Auswahl und brachte der Mannschaft das nötige Selbstvertrauen für das Offensivspiel. Die Quoten unserer Torhüter waren bei diesem Turnier jedoch nur Durchschnitt ... eher sogar unteres Mitteldfeld beim Blick auf die Turnierstatistiken. Das Andreas Wolff und Silvio Heinevetter bei Strafwürfen keine guten Quoten erreichen, war aus der HBL bekannt. Aber im Positionsspiel zeigen sie in der HBL seit Jahren bessere Leistungen als bei diesem Turnier, was meiner Meinung nach in erster Linie auf Mängel beim Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart zurückzuführen ist. Gerade da zeigt sich ob die Abwehrformation miteinander eingespielt ist. Dass Finn Lemke nach dem zweiten Vorrundenspiel wieder zur Mannschaft zurückgeholt wurde war der richtige Schritt, aber kann nicht egalisieren, dass eben diese zwei Spiele fehlen, um das Zusammenspiel zwischen Torwart und Abwehr unter Wettkampfbedingungen weiter zu verfeinern - gerade da bei der Nationalmannschaft die Anzahl der gemeinsamen Trainings- und Spielzeiten im jahr stark limitiert ist.


    Super, was erwartest du denn? Einen jubelnden Trainer mit Sonnenbrille und Bier? :pillepalle:


    Der Bundestrainer könnte erklären mit welchem Konzept er ins Spiel gegangen ist und warum es evtl. nicht aufgegangen ist. Es ist keine Schande ein Spiel zu verlieren, weil der Gegner besser war. Aber in der taktischen Vorbereitung des Spiels muss es ein Konzept geben wie die Mannschaft sich auf dem Feld einen Vorteil gegenüber dem Gegner erarbeiten kann und wie auf unterschiedliche taktische Formationen reagiert wird. Das Spiel gegen die offensive spanische Abwehr Ende der ersten Halbzeit sah beispielweise einstudiert aus und hat gut funktioniert. Stattdessen ist der einzige Erkenntnisgewinn aus dem Interview, dass der Bundestrainer das Turnier für sich als wertvolle Erfahrung sieht und viel gelernt hat - was genau kann oder will er auf Nachfrage aber nicht beantworten. Glückwunsch, Herr Prokop!

    Nach dem Turnier werden wir von den üblichen DHB-Medienprofis zu hören bekommen, dass man ganz knapp das Halbfinale verpasst habe ... nur ein Quentchen Glück gegen Spanien habe gefehlt. Dass von sechs Spielen nur in anderthalb überzeugende Leistungen gezeigt wurden, kein Konzept im Angriffsspiel zu erkennen war und die Abwehr oft nach dem Prinzip Trial-and-error agierte wird in der öffentlichen Aufarbeitung nicht thematisiert werden.

    Verstehe die ganze Aufregung hier nicht. Wir können uns entspannt zurücklehnen und morgen Abend den sicheren Sieg genießen ...

    Zitat

    "Leider liegt das nicht mehr in unserer eigenen Macht", befand DHB-Vize Hanning. "Aber wenn wir tatsächlich ein Endspiel gegen Spanien bekommen sollten, kann ich versprechen, dass wir es gewinnen."

    Quelle: Tagesspiegel.de

    @hlp:
    Es liegt mir fern Sigurdssons Arbeit als Bundestrainer zu kritisieren, denn er hatte wesentlichen Anteil am Neuaufbau und der Zusammenstellung einer funktionierenden Nationalmannschaft und war somit wirklich ein Glücksgriff für den DHB. Ich wollte nur der von Bob Hanning selbst geschaffenen und von Dir verwendeten Legende entgegentreten, dass er seinen Vereinstrainer zum Wohle des DHB geopfert habe. Die Personalie Dagur Sigurdsson als Bundestrainer war das Ergebnis einer zweimonatigen Trainersuche, die Bob Hanning zur Chefsache erklärt hatte und an deren Ende Dagur Sigurdsson der einzige Kandidat war den er präsentieren konnte. Aber Bob Hanning weiß wie man dies in die richtigen Worte verpackt ...


    Wenn du bis 1949 zurückgehst, haste natürlich Recht. Aber da war auch Hanning noch Quark im Schaufenster. Also habe ich mir mal die Freiheit genommen jetzt nur die Zeit zu beleuchten, ab der Hanning auch klüngeln konnte und da spielte m.M.n. auch irgendwie eine Rolle, dass es bei den Gummersbachern nicht mehr sehr nach weiteren Titeln für die Sammlung aussah. Wenn vor Hanning alles schick gewesen wäre beim DHB hätte er wohl kaum den Fuß in die Tür bekommen.


    Heiner Brand und Ullrich Strombach kamen in ihre Ämter nachdem die deutsche Nationalmannschaft in der Qualifikation zur WM 1997 gescheitert war und nicht in Japan teilnahm. Danach entwickkelte sich eine erfolgreiche Mannschaft die Anfang der 2000er Jahre mehrere Endspiel-Teilnahmen und Titel erreichen konnte.

    2002 Vize-Europameister
    2003 Vize-Weltmeister
    2004 Europameister, Silber bei den Olympischen Spielen
    2007 Weltmeister

    Dass dann nach knapp 15 Jahren im Amt ein personeller Umbruch nötig war und dieser frischen Wind und neuen Schwung in die Nationalmmanschaft gebracht hat, stelle ich doch gar nicht in Zweifel. Aber ebensowenig kann man leugnen, dass die Goldene Generation unter Brand/Strombach die bislang erfolgreichste Mannschaft in der Historie des DHB war. Deshalb kann ich auch nicht nachvollziehen, dass allen Spielern dieser Generation wie Markus Baur, Daniel Stephan oder Christian Schwarzer der Stempel "Zögling von Heiner Brand" aufgedrückt wird und sie in DHB-Kreisen damit zur Persona non grata gemacht werden ... Bloß Heiner Brands ehemaliger Co-Trainer scheint davon ausgenommen zu sein. ;)