Beiträge von Arcosh

    Alexander Becker hat nach eigener Aussage noch keinen Vertrag über Sommer 2019 hinaus, würde aber gerne in Gummersbach bleiben und geht davon aus, dass wie üblich im November/Dezember/Januar entsprechende Gespräche geführt werden.

    Die in der ehemaligen Regelklarstelllung genannten Situationen beginnen alle mit den Worten "Der Abwehspieler bewegt sich in Richtung des Gegenstoß laufenden Spielers" und diese Voraussetzung sehe ich hier nicht gegeben. Die Spielerin kommt nach einer Zeitstrafe aus dem Wechselbereich und läuft in Richtung des eigenen Torraums, d.h. in dieselbe Richtung wie die Angriffsspielerin und nicht ihr entgegen. Zudem steht sie bevor die Angreiferin in sie hineinrennt. Daher für mich zwar eine gefährliche Spielsituation und in Echtzeit schwer zu beurteilen, aber auf Basis der Handballregeln ein Stürmerfoul.


    Unabhängig davon wäre die Spielfortsetzung mit Freiwurf nach der Disqualifikation nicht regelkonform.

    Der VfL Gummersbach hat bislang zwei unterschiedliche Gesichter gezeigt. Der Auswärts-VfL bislang vollkommen chancenos und vorallem auch lustlos in Nürnberg, Lemgo und Kassel. Beim Heim-VfL hingegen stimmte zumindest die Körpersprache der Spieler. Nachdem sie gegen Hannover verdiente Punkte in der Schlussphase aus der Hand gegeben hatten, haben sie sich gegen Stuttgart durchgesetzt. (Das Spiel gegen Magdeburg klammere ich in diesem Zusammenhang bewusst aus, weil das einfach nicht die Kragenweite der Oberbergischen in dieser Saison ist.) Mit der Leistungsbereitschaft der beiden genannten Heimspiele erwarte ich auch gegen Leipzig eine offene Partie - zumal die Sachsen bislang in dieser Saison wenig überzeugen konnten. Ich will nicht sagen, dass in dieser Konstellation zwei heimpunkte Pflicht sind, aber das ist eines dieser Spiele an denen sich am Ende der Abstiegskampf entscheiden wird. "Nur" gegen Bietigheim und Ludwigshafen zu punkten kann zu wenig sein bzw. muss auch erstmal geschaftt werden. Da braucht es die zusätzlichen Punkte in Heimspielen gegen Mannschaften der unteren Tabellenhälfte.

    Grundsätzlich kann ich auf dem Anforderungsniveau "1. Handball-Bundesliga" als Trainer nur Varianten spielen lassen, die zuvor im Training hinreichend einstudiert wurden. Als Trainer einer neu zusammengestellten Mannschaft beginnst Du dabei natürlich mit den Basics wie der 6:0-Abwehr. Erst wenn diese Basics sattelfest sind und im Bundesligalltag funktionieren, kann ich mir überhaupt Gedanken machen alternative Angriffs- oder Abwehrsysteme zu erarbeiten. Wie weit der VfL Gummersbach in diesem Prozess ist. lässt sich für mich von außen nicht beurteilen. Aber bei der Menge an Passfehlern und unsauberen Zuspielen bzw. nicht aufeinander abgestimmten Laufwegen erscheint mir aktuelle noch Trainingsarbeit an den grundlegenden Spielformationen nötig.

    Ich persönlich würde mich freuen beim VfL Gummersbach öfter 4:2-Angriffe mit zwei Kreisläufern zu sehen. Einerseits ist man mit Moritz Preuss und Alexander Becker auf KM gut aufgestellt und andererseits hat Kevin Sommer auf Linksaußen zuletzt schlechte Tage erwischt. Da wäre es in meinen Augen sinnvoll ihn ein paar Minuten vom Feld zu nehmen und dafür Alexander Becker zu bringen, der von Außen an den Kreis auflöst. So würde die gegenerische Abwehr vor neue Herausforderungen gestellt, wenn sie sich spätestens in der zweiten Halbzeit auf das Angriffsspiel des VfL-Rückraums eingestellt hat. Zugleich wäre die 4:2-Formation ein probates Mittel gegen offensive Deckungsvarianten des Gegners, die den VfL Gummersbach in den letzten Jahren stets vor Probleme gestellt haben.

    Ein erfahrener Schiedsrichter wird zuerst auf seine Notizen schauen, welche Spieler er bereits verwarnt hat und danach dementsprechend dem Spieler die Gelbe Karte oder die Zwei-Minuten-Zeitstrafe anzeigen.


    Das "sollte" in der deutschen Version der Handballregeln hat in erster Linie sportjuristische Relevanz. Falls der Schiedsrichter doch einen Spieler zweimal in einem Spiel mit der Gelben Karte verwarnen sollte ohne es zu bemerken, dann ist dies aufgrund des "sollte" kein Regelverstoß und somit kein Einspruchsgrund gegen die Spielwertung.


    Edit:
    Auch in der englischen Version der IHF Handballregeln ist der Kommentar zu Regel 16.1 mit "should" formuliert.

    HC Erlangen - Füchse Berlin
    SC Magdeburg - GWD Minden
    MT Melsungen - VfL Gummersbach
    TBV Lemgo - SG Flensburg-Handewitt
    SC DHfK Leipzig - HSG Wetzlar
    SG BBM Bietigheim - Frisch Auf Göppingen
    TSV Hannover-Burgdorf - TSG Friesenheim
    TVB 1898 Stuttgart - Bergischer HC 06
    Rhein-Neckar Löwen - THW Kiel

    THW Kiel - SC DHfK Leipzig
    GWD Minden - Füchse Berlin
    TSV Hannover-Burgdorf - TBV Lemgo
    SG Flensburg-Handewitt - SC Magdeburg
    VfL Gummersbach - Frisch Auf Göppingen
    HSG Wetzlar - MT Melsungen
    DJK Rimpar - HC Erlangen
    Bergischer HC - Rhein-Neckar Löwen

    Da sind viele interessante Begegnugen dabei. Allen voran das Treffen der Unbesiegten zwischen Flensburg und Magdeburg. Der VfL Gummerbach ist sicherlich Außenseiter, aber Frisch Auf nicht unbedingt für seine Konstanz bekannt und immerhin haben die Blau-Weißen Heimrecht ... da darf man wohl mehr Hoffnung haben als die Nachbarn aus dem Bergischen.

    Ich bin da bei Rheiner. Die HBL ist leider nicht massentauglich, das zeigen die Quoten sehr eindeutig auf. Es ist schade, aber es ist leider so. Abseits des Fußballs funktionieren nur Nationalmannschaften, Wintersport, Formel 1 und Olympia ab und an. Es gab dazu mal einen sehr interessanten Podcast des Basketball-Journalisten André Voight, Chefredakteur des FIVE-Magazins. Habe aber den Link leider nicht auf die Schnelle parat.


    Wobei die Einschaltquoten beim Wintersport durchaus ein Phänomen sind. Die Zahl der aktiven Wintersportler in Deutschland (also wirklich in Vereinen organisiert) dürfte deutlich geringer sein als im Handball und nördlich des Weißwurstäquators spielt Wintersport im Alltag fast keine Rolle. Bei Sportarten wie Bobfahren oder Skispringen sind die entscheidenden Leistungsdetails für den (Halb-)Laien kaum zu erkennen. Es bleibt lediglich, dass diese Sportarten wunderbar über Stunden als Grundrauschen nebenher laufen können.

    Da auch Matthias Puhles Vertrag zum Saisonende ausläuft und es soweit ich informiert bin bislang keine Vertragsverhandlungen mit ihm gegeben hat, hat der VfL Gummersbach Stand heute gar keinen Torwart für die Saison 2019/20 unter Vertrag. Gut möglich, dasss der Verein zunächst abwarten wollte, ob ein neuer Vertrag mit Carsten Lichtlein zu geänderten Konditionen zu Stande kommt. Aber nun muss es oberste Priorität sein eine Vetragsverlängerung mit Matthias Puhle zu erreichen. Dieser weiß nun natürlich auch, dass Carsten Lichtlein für den VfL Gummersbach nicht zu halten war und wird entsprechend als Nr. 1 einen Vertrag aushandeln. Parallel dazu muss ein zweiter Mann gesucht und gefunden werden, da sich vereinsintern eher kein Kandidat aufdrängt.

    Kritik am Hallensprecher hin oder her, aber so etwas fällt doch nicht plötzlich nach dem zweiten Saisonheimspiel auf. Hätte es solch sachliche Gründe für die Trennung gegeben, dann hätte sie doch in aller Ruhe im Sommer passieren können, um direkt mit einem neuen Mann am Mikrofon in die Saison starten zu können. Aber irgendwie passt eine solche Meldung zudem was man täglich rund um den VfL Gummersbach so erlebt.

    Der VfL Gummersbach hat zuhause gegen einen direkten Konkurrenten im unteren Tabellendrittel den ersten Pflichtsieg der Saison eingefahren und ist damit beim Blick auf die Punktebilanz wieder im Soll. Nachdem sie im Auftaktspiel gegen Hannover den möglichen Sieg in der Schlussphase aus der Hand gegeben haben, hat die Gummersbacher Mannschaft gegen Stuttgart wesentlich souveräner agiert und in der zweiten Halbzeit die Führung (selbst trotz mehrfacher Unterzhal) nie aus der Hand gegeben. Insofern ein souveräner und verdienter Sieg.

    Kern des Sieges war in meinen Augen die Abwehrarbeit. Drago Vukovic, Alexander Becker und Moritz Preuss hatten den Stuttgarter Rückraum gut im Griff und was durchkam konnte Matthias Puhle oft parieren. Im Angriff hat der VfL Gummersbach mit Stanislav Zhukov, Pouya Norouzi und Ivan Martinovic endlich auf allen drei Rückraumpositionen Spieler von denen immer Torgefahr ausgeht. Dazu ein stark arbeitender Moritz Preuss am Kreis, der entsprechende Lücken für seine Mitspieler reißt. Bislang haben sich die Transfers bzw. im Falle von Moritz Preuss der Nicht-Transfer für den VfL Gummersbach bezahlt gemacht. Das bedeutet nicht, dass der VfL Gummersbach in der Tabelle nicht immer ein wachsames Auge nach unten wird haben müssen, aber mit dieser Mannschaft kann man gegen alle Mannschaften jenseits der Europapokalplätze in eigener Halle bestehen und auf regelmäßige Punkte hoffen.


    P.S.: Die Stuttgarter haben sich mit ihrer Spielweise nicht unbedingt Freunde in der Schwalbe Arena gemacht. Zunächst hatte Dominik Weiß mehrfach versucht sich mit dem Ellbogen den Weg zum Tor freizuräumen. Höhepunkt war Mitte der zweiten Halbzeit das Schubsen von hinten gegen Ivan Martinovic wodurch dieser in den zum Anwurf bereit stehenden Stuttgarter Spieler stürzte und vom zu diesem Zeitpunkt offensichtlich nicht auf der Höhe des Spielgeschehens befindlichen Schiedsrichter noch eine Zeitstrafe erhielt. Das kann man als Spieler richtigstellen oder eben sich grinsend auf die eigene Bank verziehen.

    GWD Minden - HC Erlangen
    Füchse Berlin - TSV Hannover-Burgdorf
    SG Flensburg-Handewitt - TSG Friesenheim
    HSG Wetzlar - MT Melsungen
    Frisch Auf Göppingen - TVB 1898 Stuttgart
    Rhein-Neckar Löwen - SC DHfK Leipzig
    VfL Gummersbach - SC Magdeburg
    Bergischer HC 06 - TBV Lemgo
    THW Kiel - SG BBM Bietigheim

    01. Rhein-Neckar Löwen

    Wenn man ehrlich ist sind die Rhein-Neckar Löwen auf dem Weg zur dritten deutschen Meisterschaft in Folge vergangene Saison nur an sich selbst gescheitert. Da die Mannschaft im Kern weiterhin zusammengehalten wurde sind sie diese Saison erneut mein Favorit auf den Titel.

    02. THW Kiel
    03. SC Magdeburg
    04. SG Flensburg-Handewitt
    05. MT Melsungen
    06. Füchse Berlin

    Neuanfang in Kiel, Umbruch in Flensburg und drei weitere Verfolger die vom großen Wurf träumen. Ich erwarte ein spannendes Rennen um die Verfolgerplätze die auf einen neuerlichen Patzer der Rhein-Neckar Löwen hoffen. Kiel, Magdeburg und Berlin mit dem Vorteil "nur" EHF-Pokal spielen zu müssen, MT Melsungen kann sich sogar ganz auf die Liga konzentrieren.

    07. SC DHfK Leipzig
    08. TSV Hannover-Burgdorf
    09. Frisch Auf Göppingen
    10. TBV Lemgo
    11. HSG Wetzlar

    Das "Niemandsland" der Liga. Die Europapokalplätze sind genauso fern wie die Abstiegsplätze und das Ziel dürfte ein Punkteverhätnis >1 sein.

    12. HC Erlangen
    13. GWD Minden
    14. Bergischer HC

    Das "untere Niemandsland" kann sich bei längeren Verletzungspausen oder Niederlagenserien auch im Abstiegskampf wiederfinden.

    15. VfL Gummersbach
    16. TVB 1898 Stuttgart
    17. Die Eulen Ludwigshafen
    18. SG BBM Bietigheim

    Zwei aus vier ... dieselbe Formel wie vergangene Saison.

    SC DHfK Leipzig - TVB 1898 Stuttgart
    MT Melsungen - SC Magdeburg
    Frisch Auf Göppingen - Füchse Berlin
    GWD Minden - SG Flensburg-Handewitt
    Rhein-Neckar Löwen - TBV Lemgo
    HSG Wetzlar - SG BBM Bietigheim
    Bergischer HC - Die Eulen Ludwigshafen
    VfL Gummersbach - TSV Hannover-Burgdorf
    THW Kiel - HC Erlangen