Beiträge von Arcosh

    Nach der gestrigen Auslosung der EM-Qualifikation steht der deutsche Fahrplan zur (Heim-)WM:

    06.06.2018: Deutschland - Norwegen (Länderspiel in München)
    13.06.2018: Japan -Deutschland (Länderspiel in Tokushima)
    16.06.2018: Japan -Deutschland (Länderspiel in Tokio)
    24.-28.10.2018 Deutschland - Israel (EM-Qualifikation)
    24.-28.10.2018 Kosovo - Deutschland (EM-Qualifikation)
    Dez 2018: Deutschland - Polen (Länderspiel)

    Norwegen als Herausforderung zum Saisonende (zuletzt beim Golden League Unentschieden gegen Frankreich, aber auch -10 gegen Dänemark) und danach keine echten Standortbestimmungen mehr oder gar Spiele in denen die Mannschaft mit taktischen Herausforderungen oder dem Druck ein Spiel noch drehen zu müssen konfrontiiert werden wird.

    Aus Gesprächen mit VfL-Spielern weiß ich, dass Simon Ernst theoretisch Anfang Dezember wieder ins Training hätte einsteigen können, man sich aber bewusst dagegen entschieden hat ihn evtl. bereits in den letzten (und für den Verein im Abstiegskampf wichtigen) Spielen vor der EM-Pause wieder einzusetzen um seine vollständige Genesung nicht zu gefährden. Also pausierte er bis Anfang Januar, trainierte dann bis Anfang Februar mit und spielte bis zu seiner erneuten Verletzung Ende März in sieben Bundesligaspielen mit. Nimmt man dazu die tatsächliche Spielsituation in der sich Simon Ernst bedauerlicherweise verletzt hat, dann kann man Bob Hannings erneuten (!) medialen Vorwürfe nur als unverschämt bezeichnen.

    Evtl. auch nur der plumpe Versuch vom aktuellen sportlichen Abwärtstrend der Füchse Berlin aufgrund von Bob Hannings Personalentscheidung abzulenken.

    Kannst du lesen? Ich habe nirgendwo den Fakt bestritten, dass Preuss zur übernächsten Saison wechselt, ich habe mich lediglich auf die Meldung der dpa bezogen, die einen Wechsel im Sommer suggerierte, und deswegen das Ganze im falschen Thread platziert. Sorry, dass ich mich auf die führende deutsche Nachrichtenagentur verlassen habe. Doch so konntest du wenigstens Stunk machen...


    Ich kann lesen, dass Du auf Basis der dpa-Meldung hier gepostet hast - soweit so gut. Aber ich kann auch lesen, dass Du nach dem Hinweis von S.B. auf den tatsächlichen Zeitpunkt des Wechsels schlicht die dpa-Meldung zitiert hast (um was eigentlich zu belegen?) anstatt die Transferleistung zu erbringen auf Basis von S.B.s Einwand beispielsweise in dem genannten Thread nachzulesen oder beispielsweise mit einer kurzen Googlesuche zur ausführlicheren Primärquellle zu gelangen.

    #Qualitätsjournalismus

    Den Zeitpunkt des Trainerwechsels kann ich unter sportlichen Gesichtspunkten nicht so recht nachvollziehen. Er kommt zu spät um angesichts des Punktestandes noch einen Impuls für die laufende Saison bringen zu können und er kommt zu spät um dem neuen Trainer zu ermögichen Kaderplanung für die nächste Saison mitzubestimmen. Andererseits hätte Heiko Grimm auch als Co-Trainer die Mannschaft kennenlernen können, um dann nach der Sommerpause als Cheftrainer die Saisonvorbereitung zu übernehmen.

    [...] Laut den heutigen Informationen hat sich der Machtkampf schon mit der Verlängerung der Müller Zwillingen und der Verpflichtung von Grimm (ein langjähriger Freund von Roth) entzündet, wo Geerken auch schon dagegen war.
    Damals hatte sich Schorle Roth mit Unterstützung von BB aber noch durchsetzen können.
    Nun sind, auch durch die aktuellen sportlichen Leistungen, die Mehrheiten im Aufsichtsrat scheinbar zugunsten von Geerken gekippt. [...]


    Nachdem die Verträge mit den Müller-Brüdern bis 2020 verlängert wurden und nachdem Heiko Grimm mit einem Vertrag bis 2021 ausgestattet wurden, beschließt der Aufsichtsrat die vormals Roth'sche Linie zu verlassen und sich auch die Seite Axel Geerkens zu stellen? Derartige Sinneswandel binnen einer Saison könnte sich kaum ein anderer Verein finanziell erlauben - zumal die sportliche Stagnation der MT Melsungen keine neue Erkenntnis der letzten Wochen ist. Natürlich war die Erwartungshaltung aufgrund der namhaften Neuzugänge eine Weiterentwicklung der Mannschaft, aber jedem Kenner der HBL muss bewusst sein, dass zum Einen die Leistungsdichte im oberen Drittel der HBL sehr groß ist und zum Anderen, dass eine erfolgreiche Handballmannschaft nicht nur hervorragende Einzelspieler benötigt, sondern für den letzten Schritt zur nationalen Spitze vor allem als Mannschaft zusammenwachsen muss. Die Vergangenheit kennt einige Beispiele dafür, dass großzügige finanzielle Spielräume für die Mannschaftszusammenstellung oftmals diesem mannschaftlichen Zusammenhalt eher im Wege stehen als ihn zu befeuern und im Gegenteil sogar einige Mannschaften in Zeiten wirtschaftlicher Kriesen zusammengewachsen sind und sich daraus ein sportlicher Aufschwung entwickelte. Da soll nicht heißen, dass ein Verein bewusst in finanzielle Notstände geführt werden muss um sportlichen Erfolg zu erreichen ... aber es gibt und gab in Deutschland Vereine die in Spielerkreisen das zweifelhafte Image "Viel Geld für moderaten Aufwand" genießen bzw. genoßen.

    @MoRe99:
    Danke für die Richtigstellung bzgl. des Fußball-Endspiels.

    Da das Grundgerüst des internationalen Kalenders sowohl im Fußball als auch im Handball von Jahr zu Jahr gleich bleibt wird uns auch diese Überschneidung von Länderspielpause im Fußball und Spieltagen in der EHF Champions-League vorerst erhalten bleiben. Ich hoffe, dass hier in Zukunft frühzeitig eine sinnvolle Spielauswahl mit der ARD getroffen wird.

    Bob Hannings fachliche Ferndiagnose hat ergeben, dass der VfL Gummersbach Simon Ernst zu lange eingesetzt und dies zur erneuten Verletzung geführt hat. Nächstes Mal wird der VfL Gummersbach sicherlich vorher in Berlin nachfragen ob ein Spieler der seit Anfang Januar wieder mit der Mannschaft mittrainiert auch wirklich eingesetzt werden darf und vorallem wie lange.

    Der EHF ging es nur darum bewusst die Terminkollission herbeizuführen...und dass die RNL dann zum CL Spiel die 2. Mannschaft schicken werden musste auch der EHF vorher klar sein..also wollten sie dies auch letztlich


    ... und deshalb haben sie den Rhein-Neckar Löwen und dem THW Kiel dann angeboten bzw. nahegelegt das Heimrecht zu tauschen. Der THW Kiel hat alles richtig gemacht, sich eine gute Ausgangssituation für das Rückspiel in Ungarn erspielt und das Spiel vor 1,83 Mio. Zuschauern in der ARD souverän gewonnen. Die Rhein-Neckar Löwen hingegen haben leichtfertig die Champions-League hergeschenkt und in der Bundesliga haben sie lediglich das gute Torverhältnis gewahrt. Bleibt zu Hoffen, dass wenigstens Frau Kettemanns wirtschaftliche Beweggründe auch aufgehen werden. Die Einschaltquote in der ARD war zwar für Handball-Verhältnisse gut, aber für die ARD eher eine Enttäuschung.

    was mir am "aktuellen" EHF-Cup überhaupt nicht gefällt ist, dass da nun auch unbedingt ein Final 4 eingeführt werden musste und noch bescheidener (im Sinne eines sportlichen Wettkampfs!) finde ich es, dass für den Ausrichter auch noch Sonderregeln gelten, damit dieser nicht noch kurz vorm Final 4 im sportlichen Wettkampf scheitern kann.....
    Gibt's solche dollen Regelungen noch irgendwo außerhalb des Handball Profisports? Vermutlich nein......


    Vergleichbares gibt es in der Volleyball Champions-League. Es gab dieses Jahr in der Gruppenphase fünf Gruppen mit je vier Mannschaften. Nach dem Ende der Gruppenphase ist der Ausrichter des Final Four direkt für das Finalwochenende gesetzt. Von den übrigen Mannschaften spielen die besten zwölf (d.h. Gruppensieger, Gruppenzweite und die drei besten Gruppendritten in zwei K.O.-Runden (genannt Top12 und Top6) die verbleibenden drei Teilnehmer am Final Four aus.

    Zitat

    EHF Cup regulations 2017/18

    2.8.3 Quarterfinals
    The matches of the Quarterfinals shall be played as first leg and second leg matches.
    The matches of the Quarterfinals shall be drawn by lots.
    There is no protection from teams of the same country.

    Da die Diskussionen um die Spielansetzungen in der HBL und der Champions-League nicht nur die laufende Saison betreffen, sondern sich auch auf die kommende Spielzeit auswirken werden, habe ich mir heute den aktuellen Stand des Rahmenspielplan 2018/19 angeschaut.

    Mit Freude habe ich gesehen, dass sowohl das Wochenende des EHF Champions-League Final4 2019 als auch das EHF-Pokal Finalwochenende 2019 in der Handball-Bundesliga frei sein sollen. Das wäre ein erster und längst überfälliger Schritt zur Annäherung zwischen HBL und EHF. Dafür sollen der 31. und 33. Spieltag, dann in der Woche vor den Finalturnieren jeweils Dienstag und Mittwoch ausgetragen werden. Das wäre eine überraschende Abkehr von den festen Sky-Terminen am Donnerstag. Zudem bedeutet dies für die halbe Liga, dass das letzte Saisonheimspiel nicht am Wochenende zelebriert werden kann, sondern an einem Wochentag - zumal der Mittwochstermin dann parallel zum Finale der UEFA Champions-League angesetzt ist. Das wird sicherlich einigen Vereinen nicht schmecken.

    @hbl76:
    Die EHF gibt die Anzahl der Startplätze pro Nation vor - derzeit auf Basis der Fünf-Jahres-Wertung der europäischen Wettbewerbe. Das Melden der Vereine für die einer Nation zustehenden Startplätze obliegt hingegen allein den nationalen Verbänden. Die EHF fordert lediglich, dass die Vereine auf Basis sportlicher Kritierien aus der vorherigen Saison ausgewählt werden. (Vor ein paar Jahren gab es den Fall, dass der spanische Verband den Ligapokal aufwerten wollte, indem dem Sieger ein fester Platz in der Champions-League zugestanden wurde. Dies wurde damals von der EHF nicht als zulässiges sportliches Kriterium akzeptiert.)

    Sollte der nationale Verband einen Verein für die Champions-League melden, aber dieser verzichtet auf die Teilnahme, dann hat der jeweilige Verband kein Recht stattdessen einen anderen Verein nachzumelden, sondern die EHF kann über den freien Platz verfügen. Zusätzlich würde der Verein in den kommenden beiden Jahren nur nach gesonderter Zustimmung durch die EHF an europäischen Wettbewerben teilnehmen dürfen.

    Ich würde es auch nicht an den nackten Zahlen der Zeitstrafen und Siebenmeter festmachen. Es war kein unfaires Spiel und ich denke auch nicht, dass der TBV Lemgo mehr Zeitstrafen hätte bekommen müssen. Aber die Zeitstrafen gegen Florian Baumgärtner und Moritz Preuss in der Schlussviertelstunde fand ich persönlich überzogen - insbesondere unter Berücksichtigung der vorherigen Spielleitung und Linie der Schiedsrichter. Im 6-gegen-6 hatte der TBV Lemgo große Probleme zu Torerfolgen zu kommen, während es natürlich bei Überzahl leichter fiel.

    Es steht auch außer Frage, dass die ersten 12 Minuten der Gummersbacher ein Totalausfall und einer der Gründe für die Niederlage waren. Wie gesagt war der TBV Lemgo im Positionsangriff bei Gleichzahl gestern Abend die schwächere der beiden Mannschaften. Der VfL Gummersbach hatte einmal mehr große Probleme gegen eine offensive Abwehrformation und schien in den ersten Minuten überhaupt nicht darauf vorbereitet zu sein, dass Lemgo mit einem vorgezogenen Spieler in der Abwehr agiert. Selbst die beiden Auszeiten brachten da zunächst wenig Abhilfe. Erst als Simon Ernst erkannte, dass ihm diese Abwehrformation zusammen mit dem konsequenten Abdecken des Kreisläufers im Gegenzug Freiräume für Durchbrüche auf Halblinks und Schlagwürfe von acht Metern ermöglichte, kam das Angriffsspiel des VfL Gummersbach in Gang und zwischen der 15. und 45. Minute war der VfL Gummersbach wohl ohne Frage die bessere Mannschaft auf dem Feld.

    Aber ein Handballspiel dauert 60 Minuten und somit kann man nicht einfach die Anfangs- und Schlussviertelstunde ausblenden. In der Schlussviertelstunde haben beim VfL Gummersbach sicherlich auch die Kräfte nachgelassen. Zwischen der 40. und 50. Minuten versuchte Denis Bahtijarevic seiner ersten Reihe ein paar Minuten zum Durchatmen zu verschaffen, aber nach der Hereinnahme von Florian Baumgärtner war leider wieder ein deutlicher Bruch im Angriffsspiel zu erkennen, so dass ziemlich schnell wieder der Rückraum Ernst, Pujol & Zhukov ran musste. Ich bleibe dabei, dass die in meinen Augen nicht gerechtfertigten und nicht zur Linie der Schiedsrichter passenden Zeitstrafen gegen Florian Baumgärtner und Moritz Preuss den TBV Lemgo zuerst im Spiel gehalten und später bei der erneuten Wende des Spiels maßgeblich unterstützt haben.

    Insbesondere bei der Zeitstrafe gegen Florian Baumgärtner zeigt sich zudem einmal mehr eine altbekannte Schwäche der Handballregeln. Entscheidungskriterium für die Bewertung eines Fouls ist unter anderem der Verlust der Körperkontrolle des Gegenspielers, der nur zur Hälfte vom Vergehen des Abwehrspielers abhängt und zur anderen Hälfte vom Willen des Angreifers auf den Beinen zu bleiben oder eben wirkungsvoll und hörbar auf dem Rücken zu landen.

    Nach der ersten Viertelstunde musste man als VfL-Fan ein Disaster befürchten, aber dann zeigte sich, dass der TBV Lemgo im Positionsangriff ebenso limitiert ist. Die Gummersbacher haben sich zurück gearbeitet, sogar die Führung übernommen ... aber mussten in der Schlussphase zweifelhafte Zeitstrafen gegen sich hinnehmen nit denen die Schiedsrichter maßgeblich in den Ausgang des Spiel eingegriffen haben. Schade.

    Dass es nächste Saison keine Wild card für die HBL-Vereine geben wird ist bekannt und wird sicherlich von der EHF auch so durchgezogen werden. Aber wenn zur Saison 2019/20 die Reduzierung auf nur noch einen festen Teilnehmer für jedes Land kommt, dann wird die Zahl der Wild cards dadurch noch weiter erhöht und eine Wild card für den deutschen Vizemeister zwingend ein Thema werden um die Qualität des Produktes "EHF Champions-League" und der Gruppen A und B zu wahren. Mir ist auch nicht klar weshalb diese Reform der Platzvergabe nicht erst parallel zur Reform des Spielmodus zur Saison 2020/21 umgesetzt wird, wenn ohnehin nur noch acht Landesmeister plus vier Wild cards im 12er-Feld der Champions-League antreten werden.


    Naja..wenn es nur noch einen festen Deutschen CL Teilnehmer geben wird, dann muss man ja Meister werden um da sicher dabei zu sein..der THW kann auch nicht davon ausgehen jede Saison Meister zu werden..schon gar nicht wenn man paralell die CL Belastung hat

    Das wird den EHF Pokal extrem aufwerten


    Die Aufwertung des EHF-Pokals sehe ich dadurch überhaupt nicht gegeben, denn der Bundesliga-Zweite oder eben -dritte würde den Wettbewerb mit den Dritt- und Viertplatzierten aus Frankreich, Ungarn oder Polen noch deutlicher dominieren als es derzeit ohnehin schon die Viert- und Fünftplatzierten der HBL tun. Nach der Champions-League-Reform zur Saison 2020/21 könnten eventuell etwas namhaftere Vereine aus der Champions-League in den untergeordneten Wettbewerb rutschen, aber auch da sehe in außerhalb der europäischen Top12 wenig Konkurrenz auf Augenhöhe für die deutschen Teilnehmer in diesem Wettbewerb. Nehmen wir an, dass die EHF ihren Standpunkt durchzieht keine Wild cards mehr an HBL-Vereine zu vergeben, dann würde die Champions-League ab der Saison 2020/21 neben den acht Landesmeistern der besten europäischen Ligen (derzeit: DEU, ESP, HUN, FRA, POL, DEN, MKD, CRO) z.B. noch Pick Szeged, HBC Nantes, RK Celje und Wisla Plock beheimaten. Wer sollte denn dann im untergeordneten Wettbewerb ernsthaft den deutschen Vizemeister gefährden? Sportlich daher zwar nominell höherwertige Teilnehmer aber kein spannenderer Wettbewerb für die Zuschauer.

    Starke zweite Halbzeit des THW Kiel. In der Abwehr konnten sie sich deutlich steigern und damit die Spieler von Szeged zunehmend aus ihrem Konzept bringen und reihenweise technische Fehler provozieren. Das ist eine starke Ausgangslage fürs Rückspiel und durchaus ein Argument dafür, dass es im Handball von Vorteil sein kann zuerst in eigener Halle vorzulegen und so Druck auf den Gegner aufzubauen.


    Zur Sky-Übertragung:
    Schade, dass man sich anstelle einer Analyse des Spielgeschehens oft lieber auf das solide Schiedsrichtergespann einschießt. Welche Motivation hat Frank Wenz sich irgendwo in die Zuschauerränge zu setzen, um aus deutlich schlechterem Blickwinkel als die Unparteiischen und ohne Zeitlupe irgendwelche Spielsituation auf Zuruf des Kommentators zu beurteilen? Aufgrund der suggestiven Auswahl der Spielszenen ist er nicht mehr als ein Steigbügelhalter für das Schiedsrichter-Bashing und gibt seinen guten Namen her, damit sich der Kommentator bei seiner einseitigen Stmmungsmache auf die zustimmende Einschätzung eines "Experten" berufen kann. :nein:


    Leuchtturm-Vereine als Zugpferd der nationalen Entwicklung des Handballs:
    In steter Regelmäßigkeit wird u.a. in der Handballecke darüber diskutiert welchen Wert wirtschaftlich dominante Vereine für die Entwicklung des Handballs haben. Ich verstehe, dass es aufgrund abschreckender Beispiele wie Ciudad Real, AG Kopenhagen oder HSV Hamburg eine gesunde Skepsis gegenüber Vereinen gibt, die in Abhängigkeit von einzelnen Mäzenen oder Großsponsoren binnen kurzer Zeit in die europäische Spitze vorstoßen. Aber haben diese Vereine keinerlei nachhaltige Wirkung für die nationalen Ligen - selbst wenn sie nach fünf oder zehn Jahren wieder verschwinden sollten? Ich habe den Eindruck, dass diese Leuchtturm-Projekte sich durchaus positiv auf die nationale Konkurrenz auswirken. Die Leuchtturm-Vereine und ihre Erfolge erzeugen mediale Aufmerksamkeit, die sich in Zuschauer- und Sponsoreninteresse wandelt von dem nicht nur diese Leuchttürme sondern die gesamte Liga profitiert.

    Als Metalurg Skopje in die europäische Spitze vorstieß, da befeuerte dies auch die Entwicklung des ewigen Rivalen Vardar Skopje der nachzog und nun eine der besten Mannschaften Europas stellt. Pick Szeged oder HBC Nantes sind im Schatten der scheinbar unerreichbaren nationalen Leuchttürme MKB Veszprem uns Paris St. Germain selber in die Top10 der europäischen Handballszene vorgestoßen.

    Nur das es keine Termine für 8 zusätzliche Spiele gibt. Sollen die im Juli/August stattfinden (mehr als eins pro Woche könnt es ja bei einheitlichen Spieltagen nicht sein)?


    Zunächst einmal sind es nach der Reform zur Saison 2020/21 durch den Wegfall des Achtelfinales "nur" sechs zusätzliche Spiele.

    Aktuell beginnt die Gruppenphase in der Champions-League Mitte September, d.h. erst einen Monat nach dem Bundesligauftakt und fast der gesamte Dezember ist frei von Champions-League-Spielen. Im neuen Modus werden sich die Teilnehmer daran gewöhnen müssen, dass zwei Spiele pro Woche (je einmal Champions-League und einmal Bundesliga) eher die Regel werden als die Ausnahme.

    Denkbar wäre für mich auch noch, dass die Champions-League-Teilnehmer aus der 1. Runde des DHB-Pokals wieder herausgenommen werden und dafür die Saison im August mit einem Doppelspieltag der Champions-League beginnt. Für die EHF wäre das ein öffentlichkeitswirksamer Auftakt und für die Zuschauer ebenfalls ein attraktiver Start nach der Sommerpause. Die eine Hälfte der Mannschaften spielt Do & Sa und die andere Hälfte spielt Fr & So und die EHF könnte sich an vier aufeinanderfolgenden Tagen mit je sechs Livespielen präsentieren.

    Zu Frau Kettemanns Statement:

    Zitat

    [...]„Unsere Mannschaft hat sich die sportliche Ausgangssituation vor dem nun kommenden Achtelfinale der VELUX EHF Champions League in 14 Gruppenspielen hart erkämpft. Wir werden nicht auf unser Heimrecht im Rückspiel verzichten und planen deshalb mit dem Rückspiel gegen Kielce am 1. April 2018 in der SAP Arena. Ein Rückspiel in Mannheim am Ostersonntag ist für uns nicht nur wirtschaftlich von großer Bedeutung, durch die zahlreichen Bundesligaspiele unter der Woche begrüßen unsere Fans einen familienfreundlichen Spieltermin am Sonntag sehr“, so Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann.[...]


    Das in 14 Gruppenspiele erarbeitet Heimrecht im Rückspiel ist der Mannschaft und dem Verein also wichtiger als die in 14 Gruppenspiele erarbeitete gute Ausgangslage für das Erreichen des Viertelfinales? Interessant auch, dass sie glaubt den Fans sei eine Ansetzung zu familienfreundlicher Zeit wichtiger als ein Spiel mit sportlicher Relevanz und dem möglichen erfolgreichen Abschneiden ihrer favorisierten Mannschaft.

    Zitat

    [...]„Wir haben vor der Saison zugesichert, das ARD-Livespiel in Kiel am 24.3. zu spielen und stehen hier zu unserem Wort.[...]


    Dann kann man leider nur sagen: "Selber Schuld". Die Rhein-Neckar Löwen stellen die wirtschaftliche Bedeutung der Liveübertraung in der ARD über den sportlichen Erfolg der Mannschaft und machen damit die in 14 Gruppenspielen erarbeitete Ausgangslage ihrer Spieler zunichte. Im ganzen Statement findet sich keine selbstkritische Äußerungen dazu, dass man mit der Zusage dieses Bundesligaspiel am 24.03. auszutragen sehenden Auges in diese Problematik hineingerannt ist, keine Hauch der Kritik an mangelnder Mitarbeit der ARD, die hier wie eine Monstranz des deutschen Bundesligahandballs empor gehoben wird. Wäre der Vereine nicht ebenso seinen Spielern, seinen Sponsoren und seinen Fans gegenüber in der Pflicht das bestmögliche sportliche Abschneiden der Mannschaft zu ermöglichen? Machen zwei oder drei Live-Übertragungen mit Beteiligung der Rhein-Neckar-Löwen die ARD zu einem wichtigeren Partner des Vereins als die treuen Fans die zu Champions-League-Auswärtsspielen in ganz Europa mitgereits sind und nun um die realisitsche Chance auf ein Viertelfinale oder gar die Final4-Teilnahme ihrer Mannschaft gebracht werden? Oder die Spieler, die monatelang enorme körperliche Beslastungen auf sich genommen haben für die Chance um den höchsten Vereinstitel Europas mitzuspielen? Das gegebene "Wort" gegenüber der ARD steht über alledem?


    Ich kann die Kritik vestehen, dass es schwierig ist zu planen, wenn die EHF Champions-League für ihre Spiele potentiell den Zeitraum von Donnerstag bis Sonntag blockt. Es wäre sicherlich zielführender, wenn zwar Donnerstag bis Sonntag der Rahmenzeitraum ist, aber jede Mannschaft zu Saisonbeginn zwei Wochentage benennt in denen sie in Absprache mit den nationalen Ligen und den lokalen TV-Sendern ihre Champions-League-Heimspiele austragen wird. Das EHF-Statement, dass die deutschen Vereine ihre Heimpiele zukünftig Mittwochs und Donnerstags austragen werden, geht auch in diese Richtung und in der Praxis ist es so, dass jeder Verein seine bevorzugten Heimspieltage hat und dies die gegnerischen Vereine auch wissen.

    Das hätte allerdings an der aktuellen Situation nicht geändert. Dem Gastgeber obliegt zunächst das Recht die Termine für die Heimspiele frei zu wählen. Dass die nicht-deutschen Champions-League-Teilnehmer ihre Heimspiele vorwiegend am Wochenende terminieren ist bekannt und daher war absehbar, dass es am 24./25.03.2018 zu dieser Terminkonfrontation kommen würde. Zu vermeiden gewesen wäre dies nur durch ein inner-deutsches Achtelfinale, durch eine Platzierung bei der die deutsche Mannschaft im Hinspiel zunächst zuhause hätte antreten müssen oder eben dadurch, dass man sich nicht auf die Bundesliga-Ansetzung am 24.03 eingelassen hätte. Die beiden ersteren Punkte sind letztendich (durch die durchaus positiven Platzierungen der Bundesligavereine) nicht eingetreten und bei letzterem Punkt müssen sich die HBL und die Bundesligavereine an die eigene Nase fassen.


    Im Fußball gibt es auf jeden Fall diese Probleme nicht. Dienstag/Mittwoch CL, Donnerstag Euro Leauge und von Freitag bis Montag haben die nationalen Ligen ihre Spiele, wobei die Ligaverbände jeweils drauf achten das eine Mannschaft die Donnerstag gespielt hat nicht Samstag spielen muss oder eine die Sonntag spielt nicht zwei Tage später in der CL ran soll. Über den Fußball gibt es sicherlich vieles zu sagen was Korruption angeht, aber die Abläufe der Termine funktionieren und zwar weil alle an einem Strang ziehen.


    ... und weil Fußballstadien terminlich nahezu uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Das ist ein entscheidener Unterschied zu den Multifunktions-Arenen, die eine wesentlich höhere Auslastung benötigen um wirtschaftlich erfolgreich sein zu können.

    Zumal Platz 5 doch für den EHF Pokal sicherlich auch reichen würde.


    Falls der HSG Wetzlar oder dem SC Magdeburg im Pokal-Halbfinale eine Überraschung gelingt, dann wäre es nichts mit Platz 5 für die EHF-Pokalqualifikation ... auch wenn nch die vagen Hoffnungen in bezug auf einen deutschen Sieg im EHF-Pokal 2017/18 oder evtl. Wild cards blieben.

    Paul Jonas:
    Ein Sieg hätte für Wisla Plock Punktgleichheit bedeutet, aber selbst dann wäre der direkte Vergleich zu Gunsten der Schweden ausgegangen. Das Tor zum Sieg hätte daher für Wisla Plock am Ausscheiden nichts geändert.


    Gruppe A:
    1. Vardar Skopje
    -----------------------------------
    2. HBC Nantes / FC Barcelona
    3. FC Barcelona / HBC Nantes
    4. Rhein-Neckar Löwen
    5. Pick Szeged
    6. IFK Kristianstad
    -----------------------------------
    7. Wisla Plock
    8. RK Zagreb


    Gruppe B:
    1. Paris Saint-Germain
    -----------------------------------
    2. Veszprem
    3. SG Flensburg-Handewitt
    4. KS Kielce / THW Kiel
    5. THW Kiel / KS Kielce
    6. Meshkov Brest
    -----------------------------------
    7. RK Celje
    8. Aalborg


    Achtelfinale:
    Vardar Skopje -> direkt fürs Viertelfinale qualifiziert
    Pick Szeged - KS Kielce / THW KieL

    Paris Saint-Germain -> direkt fürs Viertelfinale qualifiziert
    THW Kiel / KS Kielce - Rhein-Neckar Löwen

    Montpellier HB - HBC Nantes / FC Barcelona
    IFK Kristianstad - SG Flensburg-Handewitt

    Skjern Handbold - Veszprem
    Meshkov Brest - FC Barcelona / HBC Nantes


    Barcelona sollte heute gegen Szeged alles auf Sieg setzen, denn der Weg über Montpellier und Flensburg/Kristianstad zum Final4 nach Köln erscheint um einiges einfacher als ein mögliches Viertelfinale gegen Veszprem. Flensburg wird hingegen sicherlich auf ein französisches Achtelfinale hoffen aus dem sich dann der mögliche Viertelfinalgegner der Norddeutschen ergäbe. Für den THW Kiel und die Rhein-Neckar Löwen erscheint in dieser Konstellation Köln weit weg. Sie können an einem guten Tag jede Mannschaft Europas besiegen, aber das müsste schon in Hin- und Rückspiel gegen die aktuelle besten Mannschaften Europas gelingen.