Beiträge von Arcosh

    Das Spiel zwischen Gummersbach und Göppingen am Montag war schon schwere Kost, aber das heute ist nah am Offenbarungseid. Gefühlt wäre Hannover der verdiente Absteiger der Saison ... aber die solide Hinrunde rettet sie. Mait Patrail galt einst als eines der größten Talente im europäischen Handball, Kai Häfer war einer der Helden des Europameisterschaftsgewinn vor anderthalb Jahren ... und nun können sie kaum gerade Pässe über 5m an den Mann bringen oder gar aus 12m das leere Tor treffen .... :wall:

    Als ob der HSV Hamburg der einzige Club mit großen Zielen gewesen wäre, dem dann unerwartet der Geldhahn zugedreht wurde.

    AG Kopenhagen (2012), nach 3. Platz beim Final4
    BM Ciudad Real (2011) bzw. Atletico Madrid (2013), im Jahr zuvor noch 2. Platz beim Final Four
    RK Metalurg (2014/15), zuvor zweimal im Champions-League-Viertelfinale

    ... die Liste ließ sich u.a. mit Europapokal-Siegern wie TuSEM Essen, der HSG Nordhorn oder BM Valladolid fortsetzen. Zwischen größtem sportlichen Triumph und finanziellem Kollaps lagen zum Teil nur wenige Wochen. In Anbetracht dieser History ist es durchaus nachvollziehbar, dass der Titelverteidiger bei fehlener nationaler Qualifikation nicht automatisch ein Startrecht eingeräumt bekommt.

    Der Titelverteidiger bzw. sein Verband hat doch extra ein Sonderrecht eingeräumt bekommen bei Nicht-Qualifikation einen zusätzlichen Platz zu beantragen. Auf diese Weise wird der Vorjahressieger im Normallfall immer den Sprung ins Teilnehmerfeld schaffen. Umgekehrt lässt sich so verhindern, dass eine Mannschaft die nach dem Titelgewinn in sportliche/wirtschaftliche Schieflage gerät im Teilnehmerfeld verbleibt.

    Ja, außerdem sind die Titelverteidiger.


    In Mazedonien ist die Meisterschaft noch nicht beendet. Morgen steht für Vardar erst das letzte Spiel in der Meisterrunde an (ein Nachholspiel aufgrund der Final4-Teilnahme). Es steht aber bereits fest, dass im Meisterschaftsfinale Vardar und Metalurg aufeinandertreffen werden.

    Während der Saison werden von der EHF immer mal wieder weitere Kartenkontingente mit je ein paar hundert Karten freigegeben.

    Dass die in der ersten Verkaufsphase verfügbaren Eintrittskarten binnen 24h nach dem öffentlichen Vorverkaufstart vergriffen sind, belegt, dass das Final4 in Köln auch ohne deutsche Beteiligung Strahlkraft besitzt und Zuspruch findet.

    Spielerisch war das vom VfL Gummersbach gestern nah am Offenbarungseid. Herausgespielte Tore konnte man an einer Hand abzählen. Das Spiel mit dem zusätzlichen Feldspieler in Unterzahl wirkte als ob das noch nie im Training ausprobiert worden wäre und die Abwehr fand nie richtig Mittel gegen den Göppinger Rückraum. Dass es dennoch zum notwendigen Punkt gereicht hat ist in erster Linie der starken Leistung von Matthias Puhle sowie dem dünnen Kader von FAG zu verdanken. Im Prinzip hatten sie nur 7,5 Feldspieler, denn der junge Jona Schoch kam nicht (?) zum Einsatz und bei Lars Kaufmann reichten die Kräfte offensichtlich nur für 5 Minuten pro Halbzeit. Als dann Mitte der zweiten Halbzeit Adrian Pfahl umknickte und sich einige Minuten auf der Bank erhoöen musste, konnte der VfL Gummersbach den Rückstand aufholen, dem sie zuvor immerzu hinterher gelaufen waren.

    Während Julius Kühn in der Schlussphase etwas zu übermotiviert versuchte zum Matchwinner zu werden, haben am Ende ausgerechnet die viel gescholtenen Alexander Becker (mit drei astreinen Toren von Linksaußen) und Kevynn Nyokas (mit den letzten beiden Toren dess Spiels) dem VfL Gummersbach zum lange nicht für möglich gehaltenen Unentschieden verholfen.


    Zum Thema "Anspruch und Wirklichkeit in Gummersbach"
    Wenn auf der Pressekonferenz 15 Minuten nach Erreichen des Klassenerhalts die allererste Frage eines anwesenen Journalisten an Trainer Sead Hasanefendic lautet "Wieso hat der VfL Gummersbach in den letzten 20 Sekunden nicht mehr versucht den Siegtreffer zu erzielen?", dann kann ich nur den Kopf schütteln. :wall:

    Dieser sch... verlorene Punkt zu Hause gegen Stuttgart tut jetzt einfach doppelt und dreifach weh. Dann sähe es jetzt so gut aus ;(


    Dafür gab es den geschenkten Punkt in Balingen. ;)

    Zunächst einmal hat es der TBV Lemgo selbst in der Hand. Gewinnen sie ihre beiden Spiele, dann bleiben sie sicher in der 1. Bundesliga. Abhängen wird das nicht zuletzt auch von der Motivation der Gegner wirklich dagegenzuhalten.

    Ein Endspiel das sportlich keine Wünsche offen gelassen hat. Köln bleibt ein gutes Pflaster für die Neulinge. Im achten Jahr war es der sechste Verein, der in der Kölnarena den Pokal in Empfang nehmen durfte und diese Vielfalt ist ein sehr gutes Zeichen für die Sportart. RK Vardar ist ein verdienter Sieger. Wie Ivan Cupic es im Interview gesagt hat: Sie haben ihre Gruppe B gewonnen und haben an diesem Wochenende die beiden Topteams aus Gruppe A bezwungen!


    Die Lobhudelei auf Geipel/Helbig teile ich nur bedingt. Sie haben zwar keine groben Fehler gemacht, aber ihre Linie wich leider deutlich von der Linie der anderen drei Gespanne an diesem Wochenende ab. Sie haben sehr kleinlich gepfiffen und wenig Spielfluss zugelassen. Immer wurde das Spiel beim ersten Körperkontakt unterbrochen und so mindestens dreimal ein aus der Situation hervorgegangener Vorteil mit klarer Torchance abgepfiffen.

    Bei den Werbebannern liegen wir meiner Ansicht nach doch schon im oberen Bereich. Insbesondere in großen Hallen kann man sie kaum sehen, da läuft die Werbung über ein Videowürfel oder über elektronische Displays, die sind aber nur kurz eingeblendet, beim HBW aber ständig präsent und die Halle ist damit vollgepflastert. Uns fehlt immer noch ein Hauptsponsor und der wäre eher in einer repräsentativen Halle mit höherer Kapazität zu finden. Im VIP-Bereich hast du sicherlich Recht, der ist mehr als ausbaufähig.


    Du nennst die Werbung auf Videowürfeln "nur kurz eingeblendet", aber tatsächlich sind die Werbeflächen auf dem Videowürfel oder LED-Banden am Spielfeldrand wesentlich attraktiver für Sponsoren und dementsprechend besser zu vermarkten als Werbebanner. Der entscheidende Unterschied besteht in der Möglichkeit kurze Animationen darzustellen, die die Aufmerksamkeit der Zuschauer deutlich effektiver erreichen als ein starres Werbebanner.

    Das waren zwei spannende und hochklassige Halbfinalspiele.


    Stimmung:
    Mir persönlich hat das Duell Paris gegen Veszprem besser gefallen, was aber sicherlich auch an der Atmosphäre in der Halle lag. Gefühlt ist jedes zweite Trikot in der Kölnarena ein rotes und die Ungarn erzeugen eine wunderbare Stimmung. Die Fans aus Paris haben mich positiv überrascht. Ihre Zahl hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen, die Fans sind lautsärker, farbenfroher und enthusiastischer geworden - ein echter Gewinn fürs Final4.

    Die Resonanz aus Skopje belibt hinter meinen Erwartungen zurück. Es mag nachvollziehbare wirtschaftliche Gründe geben, aber, dass die Vardar-Fans "nur" einen Block im Unterrang füllen hätte ich vorher nicht erwartet. Vielleicht bekommen sie heute ein wenig Unterstützung aus anderen Blöcken um dem Finale den richtigen atmosphärischen Rahmen zu geben.


    Zurück aufs Feld:
    Im ersten Halbfinale fand ich Veszprem spielerisch besser als Paris. Das Spiel über den Kreis ist Weltklasse, aber der Rückraum fand nicht so recht ins Spiel. Insbesondere Momir Ilic blieb sehr blass und saß folgerichtig weite Teile der zweiten halbzeit auf der Bank. Ist er gesundheitlich angeschlagen? Bei den Franzosen war das Angriffsspiel behäbig und berechenbar, aber der alte Mann im Tor ist über sich hinausgewachsen und hat den Unterschied ausgemacht.

    Vardar spielt in diesem Viererfeld einen erffrischend anderen Handball als die Konkurrenz. Schnelles Umschalten zwischen Angriff und Abwehr bei den Mazedoniern traf auf den bekannten Drei-Mann-Angriff-Abwehr-Wechsel der Spanier. Wenn die Mazedonier ihr Spieltempo auch heute über 60 Minuten durchziehen können, dann sehe ich sie in der Favoritenrolle. Paris musste gestern in den Schlussphasen beider Halbzeiten merklich das Tempo reduzieren, weil ihr kräftezehrender Spielstil von der Generation 30+ im Rückraum ihren Tribut forderte.


    Taktikecke:
    Ich verstehe, dass im Rahmen der neuen Regeln bei eigener Unterzahl im Angriff der Torwart vom Feld genommen wird, um im Angriff 6-gegen-6 spielen zu können und die Chance auf einen Torerfolg deutlich zu erhöhen. Gestern wurde aber auch bei gleichzeitig laufender Zeitstrafen für beide Mannschaften sowohl von Barcelona als auch von Skopje der zusätzliche Feldspieler gebracht. Meiner Meinung nach rechtfertigt der Vorteil des 6-gegen-5-Angriffes im Vergleich zum 5-gegen-5-Angriffsspiel nicht das Risiko des leeren Tores. Wie seht ihr das?


    Erwähneswert:
    Beim morgendlichen Anstehen für die Tickets fürs Final4 2018 wurden die Wartenden dankenswerter Weise mit kostenlosem Wasser, Obst (Äpfel, Bananen) und Gummibärchen versorgt. Das war top!

    "Handball trifft ..." bedeutet also lediglich, dass die Philarmoniker in einer Multifunktionsarena spielen, die u.a. für Handballspiele errichtet wurde? Wären doch bloß schon früher Marketingstrategen auf diese geniale Idee gekommen. "Fußball trifft Eishockey", "Formel1 trifft Rockmusik", "Olympische Spiele trifft Comedy" ...

    Das "European Cup 2017/18" wurde am 21.06.2016 veröffentlicht, nachdem die für die Einteilung maßgeblichen Europapokal-Wettbewerbe der Saison 2015/16 abgeschlossen waren. Dieses Dokument ist die Basis auf der die nationalen Ligen zu Saisonbeginn wussten welche Platzierung zum Erreichen welchen Wettbewerbes für die Saison 2017/18 erforderlich ist.

    Das Ranking "European Cup 2017/18" gilt natürlich für die Saison 2017/18. Was ihr meint ist, dass die aktuelle Saison nicht mit in dieses Ranking einfließt, sondern erst im nächsten jahr relevant wird. Siehe die Fußnote auf dem weiter oben bereits verlinkten EHF-Dokument: "The ranking for the 2017/18 season is based on the results of the European Cup seasons 2013/14, 2014/15 and 2015/16"

    Hätte gedacht, dass die die vorher verschenken oder unter Preis verschleudern, um leere Plätze zu vermeiden.


    Wegen 1% Restkarten werden die Veranstalter keine schlaflosen Nächte haben. Zum Einen dürften die Chancen gut stehen, dass man am Ende doch wieder "ausverkauft" vermelden kann und zum Anderen dürfte ein ähnlicher Anteil der Plätze bei jeder Großveranstaltung leer bleiben, z.B. weil die Karteninhaber kurzfristig verhindert sind.

    Portugal:
    Der EHF Challenge Cup Sieger Sporting CP gewinnt auch die portugisische Meisterschaft und kann nach 16 Jahren wieder in die Champions-League zurückkehren.

    Ungarn:
    Die beiden ungarischen Vetreter werden (wie nicht anders zu erwarten war) Veszprem und Szeged sein. In den Finalspielen setzte sich einmal mehr Veszprem mit 23:17 und 27:30 durch.

    Slowenien:
    RK Celje steht vorzeitig als Meister fest und holt den vierten Titel in Folge.

    Kroatien:
    Wie jedes Jahr geht der nationale Titel an RK Zagreb.

    Was am Aufeinandertreffen der besten Vereine und Spieler Europas "unattraktiv" sein soll, muss ich wohl nicht verstehen. Ich freue mich auf erstklassigen Handballsport und viele bekannte Geischter auf der Platte und abseits des Feldes. :klatschen:

    Das mag ja alles sein, aber es ist doch irgendwie doch ein Unterschied, wenn natürlich ein theoretischer, ob ich zum aufholen eines 6-Punkterückstandes 2 oder 3 Siege benötige.
    Nur mal so als Beispiel. Vielleicht würde es die Motivation heben oder den Mut mehr zu riskieren, ich weiß es doch auch nicht, aber es würde sicherlich auch keinen Schaden anrichten.


    Gäbe es von Saisonbeginn an die 3-Punkte-Regel, dann betrüge der Rückstand aber nicht sechs, sondern wahrscheinlich neun Punkte und es wären genauso drei Siege notwendig um ihn aufzuholen.

    Auf jeden Fall ist es schon erschreckend, wie die SG, seit klar ist, dass Vranjes geht, abgebaut hat.


    Beim ersten Blick auf den Punktestand scheint die SG seit der Bekanntgabe des Vranjes-Wechsels Anfang Februar abgebaut zu haben, aber bei genauerer Betrachtung sehe ich wenig Belege für diese These:

    Bilanz vor dem 01.02.2017:
    33:3 Punkte (23:24-Niederlage in Kiel und 24:24 in Melsungen - die Heimspiele gegen beide Mannschaften wurden gewonnen)

    Bilanz nach dem 01.02.2017:
    21:7 Punkte (26:26 in Magdeburg, 32:34 in Berlin, 21:23 gegen die Rhein-Neckar Löwen, 27:31 in Göppingen).
    Schaut man genauer hin, dann hatte Flensburg in der Hinrunde gegen Magdeburg und Berlin in eigener Halle jeweils mit nur einem Tor gewonnen. D.h. unter Berücksichtigung des jeweiligen Heimvorteils kommen die Niederlagen in den Auswärtsspielen gar nicht so unerwartet. Bis zum Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen waren die Flensburger absolut im Soll. In eigener Halle alle Spiele gewonnen und auswärts mussten sie gegen die Mannschaften auf Augenhöhe einige Punkte abgeben. (Ähnlich wie auch die Rhein-Neckar Löwen.) Das Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen war das "Finale" um die deutsche Meisterschaft und da kann man meinetwegen sagen, dass in diesem Spiel Vranjes Taktik nicht gezündet hat. Aber ansonsten sehe ich keinen erschreckenden Leistungseinbruch.

    Das Spiel gegen Göppingen war in dieser Hinsicht ohne wert, weil einfach die Anspannung und die Leidensfähigkeit die die Spieler im Kampf um die Meisterschaft entwickeln abgefallen war. Jedem war klar, dass das große Ziel (einmal mehr) verpasst worden war.