Beiträge von Arcosh

    Einen "Widerspruch gegen" etwas vorzubringen ist eine feststehende Formulierung, die so auch im Duden zu finden ist. Wo ist die nächste Erbse?


    Zurück zum Thema:
    Selten war ich inhaltlich so sehr einer Meinung mit Frank Flatten wie in diesem Fall. Gerne dürfen die Vereine Kader von 15, 15, 17 oder 20 Spielern haben, aber für ein Spiel sollten 14 Spieler vollkommen ausreichend sein.

    Bei der Vergabe von Wildcards wird die sportliche Qualifikation ohnehin ad absurdum geführt. St. Raphael war sportlich genausowenig für die Champions-League qualifiziert wie Montpellier, Nantes oder der THW Kiel. Keiner der genannten Vereine hat die vor der Saison festgelegten notwendigen sportlichen Platzierungen für eine Teilnahme an der Champions-League erreicht. Somit ist es schweirig, davon zu sprechen, dass eine Mannschaft übergangen wurde. Die Wildcards sind eine direkte Einladung durch die EHF an Mannschaften die gerade sportlich nicht qualifiziert sind. Dabei spielen für die EHF zahlreiche "weiche Faktoren" wie die Spielstätte, Zuschauerzahlen, mediale Bedeutung, Fernsehmärkte, etc. eine Rolle. Alle Vereine die eine Wildcard erhalten, haben nicht die sportliche Qualifikation geschafft und mussten sich um diese direkte Einladung bewerben. Nicht nur Montpellier und Nantes wurden gegenüber St. Raphael bevorzugt, sondern auch der THW Kiel, Wisla Plock oder Bregenz. Sie alle waren in demselben Topf der nicht-qualifizierten Bittsteller.

    Finds halt nur geil, dass eine Mannschaft wie die Löwen, die international in den letzten Jahren absolut gar nix gerissen haben in Topf 1 landet und somit nicht gegen Veszprem spielen muss. Die Töpfe sollten eigentlich so eingeteilt werden, dass oben die starken Mannschaften und unten die schwachen vertreten sind. Nur hier hat die EHF sich wieder irgendwas zusammengewürfelt.

    Glaube die EHF zieht das Nationenranking heran. Da ist meines Wissens Polen nur auf Rang vier und damit auch nur im zweiten Topf.


    Es gibt zwei getrennte Rankings. Das jährlich veröffentlichte EHF-Nationenranking entscheidet über die Anzahl der Startplätze die jeder Verband in den drei internationalen Wettbewerben erhält. Daneben gibt es noch Wettbewerb-interne Rankings, die über die Setzlisten in den jeweiligen Wettbewerben entscheiden. Dabei zählt jedoch nicht das Abschneiden der Vereins selbst, sondern das Abschneiden des Verbandes. Für die Einteilung der Rhein-Neckar-Löwen in Topf sind nicht die Ergebnisse der Rhein-Neckar Löwen selbst relevant, sondern die der deutschen Vereine insgesamt. Der Platz im Lostopf 1 geht dann an GER1 - und das sind dieses Jahr die Rhein-Neckar Löwen. Die SG Flensburg-Handewitt oder der THW Kiel hätten denselben Platz zugewiesen bekommen, wenn sie deutscher Meister geworden wären.

    Im Hinblick auf das Abschneiden innerhalb der Champions-League in den letzten Jahren ist es auch nachvollziehbar, dass in einem mehrjährigen Ranking auf Basis der Champions-League-Resultate HUN1 und GER1 vor POL1 einsortiert werden.

    Aber welche realistische Alternative gibt es? Bzw welche Entscheidungen sollten basisdemokratisch gefällt werden, welche durch Mandatsträger?


    Auf kommunaler Ebene befürworte ich Bürgerbefragungen und Volksentscheide, da es hier um Frage des täglichen (Zusammen-)lebens geht. Für bundespolitische oder gar internationale Fragen spielt der Wille des Volkes selbstverständlich auch eine Rolle, aber die Komplexität der Fragestellung macht Volksentscheide problematisch. Nicht weil das Volk zu dumm wäre, sondern weil es stunden- bzw. tagelange intensive Recherche benötigen würde um sich ein halbwegs ausgewogenes Bild der Problematik zu machen - jenseits der populistischen Parolen und Halbwahrheiten die beide politischen Seiten verbreiten. Wir neigen dazu Personen (ihr Charisma, ihr Auftreten) über Inhalte (nüchterne Argumente, belegbare Fakten) zu stellen. Meinungsstarke Marktschreier bekommen mehr Aufmerksamkeit als nüchterne Analysten.

    Verkürzt? Ja! Message falsch? Nein!


    Irgendwie doch falsch. Die 350 Mio. £ sind nur ein Zahlenwert auf Papier. Zunächst sind es gar nicht 350 Mio. £ pro Woche, sondern lediglich 250 Mio. £ die pro Woche an die EU gezahlt werden. Zieht man davon noch die Gelder ab, die Großbritannien jährlich von der EU erhält, dann bleiben nur noch 110 Mio. £ Richtung Brüssel pro Woche. ... und Wirtschaftsanalysten gehen davon aus, dass diese nun eingesparten 110 Mio. £ durch Einfuhrhürden in den EU-Raum (erhöhte Bürokratie, Zölle, etc) egalisiert werden. D.h. Britain hätte im Falle des Brexit effektiv keine Ersparnis und nicht mehr die Mitspracherechte als EU-Mitgleid. Herzlichen Glückwunsch!

    was passiert eigentlich wenn der Drittligist sich weigert bei so einer Farce mitzumachen und einfach nicht antritt...Begründung könnte ja ein kurzfristig anberaumter Kurzurlaub sein :D


    Dann wird es teuer. Der nichtantretende Verein muss für den entstandenen Schaden aufkommen (inkl. Hallenmiete, Programmhefte, Eintrittskarten, Kosten für Werbung sowie den Einnahmeausfall) und vom DHB gibt es oben drauf noch eine Gelstrafe von 800 bis 2.500 € (-> siehe Durchführungsbestimmungen des DHB-Pokal, Ziffer 2 & 8 sowie DHB-Rechtsordnung, § 25, Ziff. 1, 19)

    Arcosh du meinst, Zum Beispiel könnte der VfL Gummersbach es sich erlauben auf die eigenen Anreise- und Unterbringungskosten zu verzichten. -Kann ich mir nicht vorstellen, Sorry.

    Es geht darum, was die Alternative ist. Wenn alle übrigen Teilnehmer auf die Austragung des Turniers verzichten, dann ist der Erstligist zur Organisation verpflichtet. Das heißt der Erstligist muss die Kosten tragen, eine meist überdimensionierte Halle anmieten und der Zuschauerzuspruch wird an einem Erstligastandort erwartungsgemäß gering sein. Da ist es kostengünstiger dem Drittligisten ein wenig entgegenzukommen (z.B. finanziell), weil sich das für den Erstligisten unterm Strich immer noch lohnt. Lieber den Bus nach Fürstenfeldbrück aus eigener Tasche bezahlen, als die Anreise und Unterkunft für drei Mannschaften, wenn dem kaum Einnahmen gegenüberstehen.

    Dritt-oder Viertligist darf die Veranstaltung nicht ausführen.

    Das Erstrecht zur Austragung haben zwar die Zweitligisten, aber falls diese verzichten - so wie Friesenheim - dann dürfen auch die Dritt- oder Viertligisten das Turnier ausrichten.

    Ich denke, wenn die beteiligten Vereine aufgeschlossen miteinander kommunizieren, dann kann eine solche Verantstaltung erfolgreich organisiert werden. Nehmen wir nur das Beispiel Fürstenfeldbrück und VfL Gummersbach. Viele Zweit-, Dritt- oder Viertligisten zahlen gutes Geld um in der Saisonvorbereitung einen bekannten Verein als Testspielgegner zu gewinnen, damit im Vorfeld der Saison bei Zuschauern und Sponsoren das Interesse am Verein und die Aufmerksamkeit in der Region geweckt werden. Zusätzlich können die vereinseigenen Jugendmannschaften ihren Idolen aus dem Fernsehen ganz nah sein. Nun hat FFB die Gelegenheit einen der bekanntesten deutschen Handballvereine mit deutschen Nationalspielern und Olympioniken für zwei Tage in der eigenen Halle empfangen zu können. Gleichzeitig wird der VfL Gummersbach - so wie fast alle übrigen Erstligisten - kein großes Interesse dran haben ein Turnier in der eigenen Arena vor einer Hand voll Zuschauern abzuhalten. Also sollte sich ein Kompromiss finden lassen, bei dem alle Seiten gewinnen. Zum Beispiel könnte der VfL Gummersbach es sich erlauben auf die eigenen Anreise- und Unterbringungskosten zu verzichten und/oder im Rahmen des Wochenendes eine Autogrammstunde zu veranstalten. Da gibte es viele Möglichkeiten ... wenn man denn dafür aufgeschlosen dafür ist. Insbesondere wenn man auf den Faktor Olympia setzt und auf eine gesteigerte Aufmerksamkeit für den Handball nach den Spielen in Rio (siehe auch die Spielverlegung des bergischen Derbys am 2. Spieltag in die Kölnarena.)

    Da die Turniere stets mit einer Gruppenphase beginnen, ist es nicht notwendig, dass die Anzahl der teilnehmenden Mannschaften eine Zweierpotenz ist. Lediglich die Anzahl der Vorrundengruppen sollte eine Zweierpotenz sein, um Gruppen übergreifende Rechenspiele zu minimieren.


    Nur dumm, wenn dann das, was für den Free TV Partner übrigbleibt, nicht mehr attraktiv genug ist.


    Zum Einen ist die Handball-Bundesliga auch abseits von Löwen, Zebras & Co in ihrer Breite attraktiv und zum Anderen bekommt Sport1 bei diesen Sublizenzierungsdeals Livesport zum hochwertigen Auffüllen des eigenen Programms ohne selber die Kosten der Produktion tragen zu müssen.

    150.000 Zuschauer bei einer sublinzenzierten Übertragung von Magdeburg gegen Berlin können sich für Sport1 unterm Strich mehr lohnen als 300.000 bei Kiel gegen Flensburg, wenn der gesamte Sport1-Produktionstross in die Ostseehalle fahren muss.

    @Baden68:
    siehe "Screensport zwo"

    Zitat

    Das Branchenblatt „SPONSORs“ berichtet außerdem, dass „derzeit“ geplant wird, das SPORT1 die BBL-Spiele der Hauptrunde jeweils am Freitag-Vorabend überträgt. Nun haben sich Aussagen über einen Stamm-Sendeplatz der BBL bei SPORT1 i.d.R. nach spätestens sechs Monaten als Makulatur erwiesen. Das man sich aber überhaupt mit diesen Gedanken trägt, ist vielleicht ein Fingerzeig auf einen fast spruchreifen Telekom-SPORT1-Deal mit der HBL – gleiches Konstrukt: Telekom würde alle Medienrechte der HBL kaufen und auf einer eigenen Plattform übertragen. SPORT1 würde ein Spiel pro Woche sublizenzieren. Mit DEL und HBL könnte SPORT1 dann seinen Sonntagnachmittag als „gefüllt“ betrachten.

    Wenn dieser Freitags-Sendeplatz jetzt schon erwogen wird, dann ist das vielleicht auch ein Indiz, dass der neue HBL-TV-Vertrag nicht erst im Sommer 2017, sondern schon diesen Sommer kommen könnte!


    Ist natürlich bislang nur das Weiterdenken eines brancheninternen Gerüchts ...

    SG Flensburg-Handewitt - Bergischer HC 06
    THW Kiel - TVB 1898 Stuttgart
    Frisch Auf Göppingen - TBV Lemgo
    TuS N-Lübbecke - Rhein-Neckar Löwen
    SC Magdeburg - VfL Gummersbach
    MT Melsungen - ThSV Eisenach
    HSG Wetzlar - SC DHfK Leipzig
    HBW Balingen-Weilstetten - Füchse Berlin

    Eine der wenigen direkten Vergleichsmöglichkeiten zwischen FreeTV und PayTV bieten die parallelen Übertragungen der Fußball-Champions-League im ZDF und auf Sky. Eine kurze Recherche zu den Einschaltquoten bei den Endspielen der letzten Jahre liefert:

    [table=',ZDF,Sky']
    [*] 2016 [*] 8,19 Mio. [*] 340.000
    [*] 2015 [*] 9,72 Mio. [*] 400.000
    [*] 2014 [*] 7,48 Mio. [*] 390.000
    [*] 2013 [*] 21,61 Mio. [*] 850.000[/table]


    D.h. für die Jahre 2013, 2015 und 2016 ist das Verhältnis der Zuschauerzahlen zwischen ZDF und Sky ca. ein Faktor 25, für 2014 nur ein Faktor 20. Will man aber jetzt vom Hauptprogramm ZDF auf den Nischensender Sport1 umrechnen und von König-Fußball auf eine unbedeutendere Randsportart, dann beginnen die Spekulationen. Belastbare bzw. glaubwürdige Zahlen für einen Faktor 10 zwischen Sport1 und Sky kann ich daraus jedenfalls nicht ableiten.

    Selbst "Pi mal Daumen" der "ungefähre Faktor" 10 heißt für mich irgendetwas zwischen 8 und 12 und bei einer solchen Toleranz von 50% ist dann sogar der immanente Messfehler bei der Erhebung der Zuschauerzahlen für Übertragungen mit so geringer Zuschauerzahl schon wieder vernachlässigbar klein. ;)

    Laut diesem Rahmenplan legt man schon wieder einen regulären Spieltag auf das CL Final Four Wochenende.
    Das ist eine Katastrophe!


    Vielleicht sollte die IG Handball gemeinsam mit den Fanclubs der HBL-Vereine ihre Stimme gegen diesen Unsinn erheben. Früher sah man in der Kölnarena Fans mit Trikots von Vereinen aus ganz Deutschland rumlaufen - jetzt fast nur noch von den vier Teilnehmern. Das legt sicherlich auch daran, dass der eigene Verein parallel ein Bundesligaspiel austrägt.

    @funtick:
    Vorsicht mit diesen Zahlenspielereien. Irgendwelche Hochrechnungen von PayTV auf FreeTV sind rein spekulativ. Nicht jeder der 4,5 Mio. Sky-Kunden hat das Sport-Paket abonniert. Sky lässt sich wenig in die Karten schauen, aber die bekannten Fakten aus Quartalsberichten o.ä. lassen vermuten, dass ca. 2 bis 2,5 Mio Sky-Kunden tatsächlich das Sport-Paket abonniert haben. Andererseits können wir wohl davon ausgehen, dass Sky-Kunden mit dem Sport-Paket eine höhere Sport-Affinität besitzen als der durchschnittliche Fernsehzuschauer. Ich würde gerne wissen auf welchen Annahmen, Quervergleichen o.ä. der Faktor 10 bei der Hochrechnung von Sky-Zuschauern auf FreeTV beruhen soll. Bisher habe ich einen solchen Quervergleich zur Bewertung der Zuschauerzahlen noch nie gehört.

    Der Vergleich mit dem 33. Spieltag der Fußball-Bundesliga ist ebenfalls problematisch, weil da parallel acht weitere Spiele live übertragen wurden. Das war gestern beim Handball nicht der Fall bzw. es gab "nur" die HBL-Übertragung auf Sport1.

    @Nostradamus:
    Kevynn Nyokas soll mehr Gehalt kosten als Magnus Persson? Das sehe ich von außen betrachtet nicht. Persson kam 2014 von einem Champions-League-Teilnehmer als aktueller schwedischer Nationalspieler und bester Torschütze der Champions-League-Gruppenphase zum VfL Gummersbach. Das ist eine andere Verhandlungsposition als ein vertragsloser Handballer, der unlängst eine schwere Knieverletzung hatte und sich um einen Verbleib in der Bundesliga bemüht.