Homo- und Xenophobie sind dort am weitestens verbreitet und am tiefsten verankert, wo der wenigste Kontakt zu diesen Bevölkerungsgruppen besteht. Der Mensch hat Angst vor dem Unbekannten bzw. projiziert seine diversen Ängste auf diese ihm unbekannte und anonyme Gruppe.
Hier in Köln sind homosexuelle Menschen Teil des täglichen Lebens, aber weder kann ich einen "Schwulenhype" noch eine "Schwulenlobby" erkennen. Einmal im Jahr ist CSD und ansonsten sind es die Freunde, Nachbarn, Verkäufer ... eben Menschen wie Du und ich. Was und mit wem sie es zuhause in ihrem Schlafzimmer machen ist für mich völlig unerheblich. "Schwul sein" ist kein Hype oder ein moderner Trend und wer das denkt sollte sich einmal mit Homosexullen über die kleinen, aber alltäglichen Diskriminierungen in ihrem Leben unterhalten. Auf den Schulhöfen ist unter den Halbstarken "schwul" immer noch ein beliebtes Schimpfwort.
Eine Tatort-Folge mit einer Sexszene zwischen zwei Männern ist recht dürftig als Beleg für die "Schwulenlobby" und Indoktrination durch die "Staatsmedien". Der Tatort ist seit jeher bekannt dafür gesellschaftlich relevante Themen aufzugreifen und auch vor vermeintlichen Tabus nicht zurückzuschrecken. Wenn in fast 1000 Folgen Tatort nun erstmals zwei Männer nackt beim Geschlechtsverkehr zu sehen sind, so ist dies eher eine Unterrepräsentation gleichgeschlechtlicher Beziehungen, wenn man bedenkt dass der Anteil homosexueller Menschen in Deutschland etwa im einstellgen Prozentbereich liegt.